
Bildrechte: Alexander Mader
Seit 2009 mit der Agentur weissmatt selbstständig, gestaltet er zahlreiche Kommunikationsmittel für kleine und mittelständische Unternehmen, sowie Privatleute. Zu seinem Repertoire gehören Logos, Geschäftspapiere, Flyer, Getränkekarten und einiges mehr. An dieser Stelle beantwortet er uns einige Fragen zu seiner Arbeit und gibt hilfreiche Tipps für Einsteiger.
Sind Ihrer Ansicht nach für Unternehmen unterschiedlicher Größe auch unterschiedliche Werbemittel empfehlenswert? Wenn ja, unterliegen diese speziellen Kriterien?
Ja, auf jeden Fall. Die Werbemittel richten sich zunächst nach Art der Unternehmensform und -größe und deren Zielgruppe, aber natürlich auch, und das nicht zuletzt, nach dem Budget des zu bewerbenden Unternehmens. So muss man mittelständische Unternehmen oft erst vom Nutzen der Werbung überzeugen und davon, einen gewissen Etat für Werbung anzulegen, zu investieren. In meinem Bereich werden dann nach dem Gestaltungsprozess oftmals Printmedien in Form von Flyern, Plakaten und natürlich den klassischen Geschäftspapieren (Briefpapier, Visitenkarten, Blöcke, etc.) produziert.
Nach welchen Prinzipien gehen Sie bei Ihren Arbeiten vor und wie erfassen Sie das Kundenanliegen am ehesten?
Zuerst einmal ist es wichtig, zu wissen, worum es geht. Das klingt einfacher als es ist. Darum ist es sehr wichtig, dass die Kommunikation zwischen Kunden und Dienstleister stimmt. So muss man sich viel Zeit für den Kunden nehmen und wichtige Fragen stellen. Das ist Übungssache. Wenn man soweit ist, dass man weiß, in welche Richtung die Sache steuert, kann man Empfehlungen aussprechen und mehr beratend wirken. So kommt man eigentlich sehr effektiv zu einem geistigen Entwurf, der für beide Seiten sehr gut funktioniert und den Werbenutzen voll ausschöpft. Je mehr Fragen oder Ungereimtheiten im Vorhinein geklärt sind, desto fließender läuft die eigentliche Produktion, der Gestaltungsprozess, etc.

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Durch welche Projekte haben Sie einen besonderen Fortschritt Ihrer Fähigkeiten feststellen können?
Eigentlich durch Projekte, die etwas Neues fordern, also Bereiche, in denen man noch nicht so routiniert vorgeht. Da kommen dann ganz tolle Dinge zustande. Projekte dieser Art kosten deutlich mehr Zeit, da man sich viel informieren muss, aber bringen einen auch dementsprechend weiter im Beruf. Für ein Kaffeehaus z.B. musste ich die komplette Werbung zur Firmengründung selbst organisieren. Da kam dann alles zusammen, von den Standardsachen wie Geschäftspapieren, Flyern für Eröffnungsaktionen, Etiketten, aber auch Außenbeschriftung, Tragetaschen, Anzeigen, Innentextilien und und und…
Haben die Projekte zu Beginn Ihrer Karriere Ihren Stil besonders beeinflusst?
Ich denke schon, dass diese Projekte einen gewissen Einfluss auf meine Vorgehensweise und vielleicht auch den Stil haben. Allerdings entwickle ich mich bei jedem Projekt auch weiter und wachse an den Herausforderungen. Das spiegelt sich auch im Stil wider. So gewisse Grundideen, oder auch Herangehensweisen (z.B. bei der Logoentwicklung) sind jedoch in meinem Stil fest verankert.
Haben bestimmte Printmedien, wie Flyer, für Unternehmen unterschiedlicher Größe einen höheren Nutzen für die Promotion?
Einerseits sind Flyer Wegwerfprodukte. Die ersten paar Sekunden, in denen man einen in die Hand nimmt, entscheiden, ob er in die Tonne fliegt oder in die Tasche wandert. Ich achte bei der Flyergestaltung immer auf eine ansprechende Optik und ebenso auf eine wertige Haptik. Der Nutzen eines Flyers ist stark von dessen Inhalt abhängig. Geht es darum nur Informationen (z.B. Neueröffnung) weiterzugeben, oder will man jemand zu einer Aktion einladen (z.B. Einladung kulturelles Event). Außerdem ist der Erfolg davon abhängig, inwieweit die Zielgruppe definiert und bekannt ist.

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Welche Programme sind Ihrer Ansicht nach für Anfänger, die keine Vorkenntnisse besitzen, autodidaktisch sehr sinnvoll, um in die Mediengestaltung einzusteigen?
Ich denke für Anfänger sind, auch aus finanzieller Sicht, Opensource Programme wie Gimp (Bildbearbeitung), Scribus (Layout & Satz) und Inkscape (Vektorgestaltung) eine sinnvoller Weg in die Mediengestaltung einzutauchen. Allerdings ist meiner Meinung nach eine Ausbildung klare Voraussetzung für diese Branche. Man muss sehr viele theoretische Grundlagen erlernen. Dazu gehören z.B. Typografie, Farbgestaltung/-psychologie, Gestaltungskonzepte, etc. Ich sehe leider viel zu häufig grobe gestalterische Patzer in der Werbung, vor allem bei einfacheren und günstigeren Printprodukten wie Faltblättern und Flyern.
Ist es auch Anfängern möglich, mit Standardprogrammen Werbemittel, wie etwa ein ansehnliches Plakat, zu entwerfen, das die nötigen Voraussetzungen erfüllt?
Ich denke von der technischen Seite betrachtet ist es möglich. Man muss sich auf der einen Seite mit den jeweiligen Programmen auseinandersetzen, auf der anderen Seite anhand von Fachbüchern Grundlagen erlernen. Das reicht sicher für ein Abi-Plakat oder eine , aber ist deutlich zu wenig für einen Firmenkunden.
Können Sie uns ein Beispiel geben, bei dem Sie selbst starke technische Fortschritte bei sich bemerkt haben?
Technische Fortschritte habe ich bei längeren Produktionen welche mit viel Zeitaufwand verbunden sind erlebt, z.B. bei einer Produktion für einen Reisekatalog, den ich komplett selbst gestaltet und gesetzt habe. Dabei lernt man die spezielleren Funktionen eines professionellen Layoutprogramms kennen und weiß diese umso mehr zu schätzen. Man arbeitet zudem von Tag zu Tag immer effizienter und sicherer.

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Sind Fortschritte stark von der vorhandenen Ausrüstung abhängig und würden ohne diese womöglich nicht zustande kommen?
Die Ausrüstung entscheidet sicher nicht, ob etwas gelingt oder nicht. Aber sie unterstützt einen ungemein dabei, ein Projekt komfortabel und sauber zu realisieren. Beim Arbeiten mit professioneller Software z.B. versteht man verschieden technische Aspekte erst richtig und deren Bedeutung. Letztendlich macht man aber nur Fortschritte wenn man sich viel mit dem Thema auseinandersetzt, d.h. viele Projekte erarbeitet und mitentwickelt. Da gehört es natürlich dazu auch den einen oder anderen Fehler zu machen und daraus seine Schlüsse zu ziehen.
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