Im Interview: Franziska Franke

29.02.2012, 10:18

“… alles in der Umgebung kann als Inspiration dienen …”

Franziska Franke

Franziska ist Diplomdesignerin/ Digital Artist, studierte Kunst und Design an der Hochschule Burg Giebichenstein und ist seit 2006 freiberuflich tätig mit ihren Grafiken, Illustrationen und Concept Art in den Bereichen Film, Videospiel und Werbung. In ihren Illustrationen spiegelt sich eine märchenhafte und mystische Welt wieder, die einen nachdenklich macht und mit ihr träumen lässt.

print24:

Wie früh hast du gemerkt, dass Design deine Zukunft ist?

Franziska:

Erst vor kurzer Zeit habe ich so ein altes “Freundschaftsbuch” aus der Grundschulzeit wiedergefunden und las doch wirklich bei Traumberuf: Designer. Natürlich hatte ich das damals völlig falsch geschrieben. Mein Bruder, der 20 Jahre älter ist, hatte zu dieser Zeit sein Diplom als Industriedesigner in Halle gemacht. Er hat mir einiges an Darstellungsvarianten nah gebracht und generell bei mir das Interesse für das Zeichnen geweckt. Damals war ich 7 Jahre und mein Bruder war wohl ausschlaggebend für den Weg, den ich eingeschlagen habe.

print24:

Für wie wichtig hältst du eine  solide Ausbildung in Design und Gestaltung? Kann man deiner Meinung nach auch als Quereinsteiger in diesem Job erfolgreich sein?

Franziska:

Ich denke schon. Dazu gibt es sehr viele Beispiele, die man aus der Kunstgeschichte kennt, welche mir aber auch aus meinem näheren Umfeld bekannt sind. Mit dem nötigen Talent, viel Ehrgeiz und vor allem Leidenschaft stehen die Sterne nicht schlecht. Eine gute Ausbildung ist allerdings nicht zu verachten – das kommt sicher auf den Typ Mensch an. Für mich war vor allem das Grundstudium an der Burg Giebichenstein in Halle sehr wichtig – solche Fächer wie Naturstudium, Kompositionslehre oder Aktzeichnen sind nicht nur für das Zeichnen selbst sinnvoll, sondern können gesamtheitlich für ein gutes Gestaltungsempfinden wertvoll sein. Ich habe dort sehr viel gelernt und möchte die Ausbildung weder an der Burg Giebichenstein, noch in Wettin am Kunstinternat missen.

print24:

Wie sehr beeinflusst die Theorie deine kreative Arbeit?

Franziska:

An neue Aufgaben oder Projekte versuche ich mittlerweile zuerst intuitiv heranzugehen. Zuviel Kopfzerbrechen kann einem manchmal bei kreativer Arbeit doch im Weg stehen. Ich habe das vor allem zu Beginn meiner Selbstständigkeit gemerkt – aber irgendwann bekommt man Routine in die Dinge, die einem damals bis in die Morgendämmerung den Kopf zum Dampfen gebracht haben.

Jitty the Ghost

print24:

Deine Illustrationen wirken oft wie kleine Märchenwelten. Ist der Ursprung autobiografisch oder lässt du dich von Literatur inspirieren?

Franziska:

Die Motive entstehen durch ganz unterschiedliche Einflüsse in meinem Kopf  – alles in der Umgebung kann dafür als Inspiration dienen. Anfangs haben mich vor allem historische Themen als Gegenstand für eine neue Zeichnung inspiriert. Ich lese aber sehr gern und viel, daher habe ich eigentlich ständig neue Motive im Kopf, deren Ursprung meine Kopfbilder beim Schmökern sind. Seit ungefähr einem Jahr haben mich besonders die Bücher von Carolyn Haines in den Bann gezogen. Sie ist eine beeindruckende Erzählerin aus den Südstaaten und beschreibt ihre Heimat so mitreißend, dass man schon die Hitze in den Sümpfen zu spüren glaubt. Eine ihrer Romanfiguren hat mich beispielsweise zu meinem letzten Bild JITTY THE GHOST inspiriert.

print24:

Neben diesen fantasievollen Illustrationen zeigt dein Portfolio ebenfalls weniger abstrakte Bilder, wie etwa deine Arbeiten für eine große Bank. Was von Beiden ist für dich die größere Herausforderung?

Franziska:

Die meisten der Illustrationen entstanden privat, die Arbeiten in meinem Portfolio sind vor allem kommerzielle Projekte, die ich in Zusammenarbeit mit Agenturen wie z.B. Queo oder Final Image realisieren durfte. Die Herausforderung selbst könnte ich bei beiden nicht gegeneinander abwägen – sie ist nur unterschiedlicher Natur. Bei einem kommerziellen Projekt besteht sie vor allem darin, die Wünsche und Vorstellungen des Kunden zu erarbeiten und sie dann umzusetzen. Man versucht da eher mit dem Kopf des Kunden und der Zielgruppe zu denken. Bei privaten Projekten sehe ich die Herausforderung vor allem darin, meine ursprüngliche Idee in ein Motiv umzusetzen, mit dem ich mich selbst identifizieren kann.

Cover für die Band
Absurd Minds – King

print24:

Mit deiner Krake für „Der Schatz der Nibelungen“ und dem Cover für die Band Absurd Minds konntest du Privatarbeit und Beruf verbinden. Woher kam der Anstoß? Waren es deine Illustrationen oder haben zuerst deine klassischen Auftragswerke überzeugt?

Franziska:

Als die Doku umgesetzt wurde, wusste ich nur kurz und knapp, was ein Digital Painting ist – die Seemonster habe ich damals noch mit Bleistift gezeichnet. Ausschlaggebend dafür war die Zusammenarbeit mit einem guten Freund, Danny Bruchmann, der das Projekt vorantrieb. Das Cover für Absurd Minds entstand in Zusammenarbeit mit dem Frontmann der Band, der mit mir ansonsten auch Alltag, Bett und Wohnung teilt. Er ist selbst ein begabter Grafiker – der Entwurf für den Character des Bildes stammt von ihm.

Octopus

print24:

Viele deiner Illustrationen sind mit einem Grafiktablett erstellt. Zeichnest du noch mit Stift und Skizzenblock?

Franziska:

Hin und wieder kommt es vor, dass ich den Bleistift in die Hand nehme – unterwegs, wenn grad eine Eingebung für ein neues Motiv durch den Kopf rauscht oder sich eines direkt vor den Augen bietet – dann scribble ich das auf. Aber seitdem ich mich an das Grafiktablett gewöhnt habe, entstehen die Motive meist von der ersten Skizze bis zum finalen Bild am Computer. Man hat einfach schon in einem sehr frühen Stadium alle Möglichkeiten, die Dinge zu ändern, die man auf Papier nur mit mühseligem Radieren auf den gewünschten Stand bringen kann. Irgendwie empfinde ich auch den Abstand zum Monitor als sehr angenehm, dadurch lassen sich schneller Proportionsfehler oder die ein oder andere perspektivische Entgleisung ausmachen, als wenn man dicht über sein Werk gebeugt arbeitet. Ich mag es vor allem, dass kein störender Schatten der Hand vom Zeichnen ablenkt. Die Umstellung, beim Zeichnen auf den Monitor zu schauen und dabei die eigene Hand nicht zu sehen, dauert natürlich einige Zeit.

print24:

Auf welchen Websites bist du gerne unterwegs und welche kannst du empfehlen, wenn man im Bereich Design tätig ist?

Franziska:

Ich schaue mir vor allem gern andere Künstler und Seiten an, welche Artisten der digitalen Kunst  präsentieren. Zu nennen wäre da an erster Stelle CG Society und IT´S ART. Erstere Website hat die Szene der digitalen Kunst im 2D sowie im 3D Bereich bis heute stark beeinflusst und diese voran getrieben. Zweitere ist neu, aber sehr innovativ angelegt. Dann wäre da noch CG Unit zu erwähnen – diese Seite lebt von ausgewählten, exklusiven Künstlern, die nicht nur im Bereich der digitalen Kunst tätig sind, hier findet man auch beeindruckende Fotografien sowie traditionelle Kunst.

print24:

Welchen einen Rat würdest du gerne jungen Designern mit auf den Weg in die Selbstständigkeit geben?

LaVoisin

Franziska:

Eine gute Selbsteinschätzung zu bekommen – die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen ist ersteinmal generell eine gute Vorraussetzung, um an sich selbst arbeiten zu können, seine eigene Leistung aber auch nicht “unter dem Wert” zu verkaufen. Und akzeptieren, dass Geschmäcker  zwar  subjektiv sind, eine gut gemeinte Kritik aber manchmal auch wichtig für die Weiterentwicklung sein kann. Und als Letztes: Zwischen gut gemeinter Kritik und unqualifzierter Nörgelei zu unterscheiden ;-)

print24:

Zum Abschluss noch eine ganz andere Frage: Was hättest du auf einer Robinson-Insel lieber dabei: Laptop mit Photoshop oder Bleistift ohne Spitzer? ;)

Franziska:

Hm, kommt darauf an, mit welchem Gegenstand sich am besten ein Lagerfeuer machen lässt. Mit dem Akku  vom Laptop und etwas Stahlwolle sollte das funktionieren, ansonsten bleibt mir wohl nur das quälende Feuerbohren mit dem Bleistift ;-)

Ihr wollt jetzt mehr wissen über Franziska und eventuell Produkte ansehen oder sogar bestellen?

Dann könnt ihr sie hier finden oder ihr stöbert im Netz unter www.franziska-franke.com! Wer gerne ihre Bilder bestellen möchte kann das unter folgendem Link tun: Franziskas Shop.

Bei uns könnt ihr das Plakat “SnoopyPictures” gewinnen!

Schreibt uns einfach einen Kommentar, warum Ihr unbedingt dieses Plakat gewinnen möchtet und nehmt damit an unserer Verlosung teil! Unter allen Teilnehmern* verlosen wir 10 “SnoopyPictures” Plakate in A1!

SnoopyPictures

Die Verlosung läuft bis zum 14. März 2012, die Gewinner geben wir wie immer hier auf dem Blog bekannt.

LB
Photos: © www.franziska-franke.com

*Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme erfolgt durch posten eines Kommentars zu diesem Artikel, welcher darstellt warum ihr die Poster gewinnen möchtet. Die Gewinner werden aus allen gültigen Einsendungen bis 14. März 2012 durch Zufallsprinzip ermittelt. Teilnahmeberechtigt sind alle Personen, die mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben. Mitarbeiter von unitedprint.com SE sowie deren Angehörige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Gewinner werden nach dem 14. März in einem gesonderten Artikel auf dem print24-Blog bekanntgegeben. Sollte bis 2 Wochen nach Benachrichtigung keine Rückmeldung des Gewinners erfolgen, wird der Gewinn neu ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Auszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen

Im Interview: Konstantin Datz + Gewinnspiel

07.07.2011, 9:17

“… nach einigen Wochen bekam ich dann eine Mail vom MoMA NewYork …”

Konstantin Datz wurde 1988 in Heilbronn geboren, arbeitete nach seinem Abitur als freiberuflicher Grafiker und hat 2010 sein Industriedesignstudium in Potsdam begonnen. Er entwirft alles Mögliche von Infografiken bis hin zu praktischen Designstücken wie dem Rubik’s-Cube für Blinde. Ein Prototyp davon wird im MoMA in New York vom 24. Juli bis zum 7. November 2011 zu sehen sein.

Wir haben das junge Talent exklusiv für Euch ausgefragt.


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Im Interview: Calvin Hollywood

26.05.2011, 10:41

“Die Fotografie ist für mich der wichtigere Part – die Bildbearbeitung der schönere.”

Calvin Hollywood ist ein Fotokünstler/Digital Artist aus der Nähe von Heidelberg. Er fotografiert Menschen und setzt den Schwerpunkt in die digitale Bildbearbeitung mit Photoshop.

Er gibt nationale und internationale Coachings/Seminare und Workshops zum Thema Bildbearbeitung und Fotografie. Mehr dazu findet ihr auch auf seiner Webseite calvinhollywood-blog.de!

Wir haben ihn auf der PCP-Tour in Dresden getroffen, einen seiner tollen Vorträge verfolgt und ihn anschließend um ein kleines Interview für Euch gebeten:

print24:

Wie kam es dazu, dass Du Dich viel mit Photoshop beschäftigst und ebenso im Bereich
Fotografie immer engagierter geworden bist?

Calvin:

Photoshop war Liebe auf den ersten Blick und ich genieße es, die Dinge zu verändern. Ich kann nicht malen und mit Photoshop habe ich die Möglichkeit malerische Bildwirkungen zu erzielen. Ich habe dann schnell bemerkt, dass ich schneller vorankomme, wenn ich ein besseres Ausgangsmaterial habe. Und so habe ich mich der Fotografie gewidmet.
Die Fotografie ist für mich der wichtigere Part – die Bildbearbeitung der Schönere.

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Im Interview: Martin Neuhof

27.01.2011, 10:18

Wer öfters im Netz unterwegs ist, wird diesen Namen sicher schon gelesen haben: Farbwolke – Klingt so interessant wie es tatsächlich ist! Wir stellen Euch heute im exklusiven Interview den Gründer vor: Martin Neuhof, gelernter Mediengestalter, Fotograf und Webdesigner aus Leipzig! Schon mit 14 Jahren interessierte er sich für Fotografie sowie Web & Grafikdesign. Auf der Fotoausstellung der Leipziger Buchmesse 2009 erreichte er den 1. Platz und beim Fotowettbewerb „Zeig mir Dein Herz“ von fotoholiker.com den 2. Platz! Uns hat er erzählt, wie alles entstand:

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Im Interview: Sandra Koch aka „The Cute Army“

07.10.2010, 9:54

Das Kreativportal www.dawanda.de birgt so manchen kleinen kreativen Schatz, darunter auch Nicole Grieve von www.grievedesign.de, die wir euch in einem unserer letzten Interviews schon vorgestellt haben. Diese Reihe wollen wir nun regelmäßig fortführen und widmen uns heute Sandra Koch aka „The Cute Army“. Sie gestaltet besonders verspielte Accessoires für Groß und Klein! Ob fröhlich gestaltete Buttons, Magnet-Pins, Stempel, Notizblöcke, Geschenkanhänger, kleine Taschenspiegel oder auch niedliche Ohrringe – da ist sicher für alle etwas dabei, die Individualität auch bei kleinen Dingen bevorzugen. Doch was verbirgt sich hinter dem Namen „The Cute Army“, wer ist Sandra Koch persönlich und was macht ihre Arbeit aus? Wir wollten es genau wissen und haben ihr mal ein bisschen auf den Zahn gefühlt:
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Im Interview: Anja Brinkmann [mymaki]

14.09.2010, 8:50
Anja Brinkmann

Mit ihren einfallsreichen selbst genähten Produkten begeistert Anja Brinkmann alle, die ein Auge für schöne und ausgefallene Motive haben. Auf Ihrer Webseite unter mymaki zeigt sie uns ihre schicken selbst kreierten Portemonnaies, süße Aufnähmotive, stylische iPad-Taschen oder lustige Schlüsselanhänger zum Verlieben.

Übrigens hatte Anja eine tolle Idee mit einem unserer Produkte. Sie hat Plakate bestellt und verwendet diese als Geschenkpapier! Lest selbst: mymaki Blog

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Im Interview: Nicole Grieve

29.07.2010, 11:45

Nicole Grieve ist gelernte Mediengestalterin für Bild & Ton und entwickelt mit ihren selbst kreierten Motiven unterschiedliche Produkte wie Stempel, Webbänder, Einladungskarten, Bügelmotive oder Schnullerbänder. Sie zaubert kleine Marienkäfer auf Geschenkpapier, Elefanten auf Frühstücksteller oder verschönert Stiftetäschchen mit ihren süßen Nilpferd-Motiven. Die aktuellsten News zu ihren Produkten findet man auf ihrer Website www.grievedesign.de. Ihr Design ist einfach, aber dennoch effektiv und eindrucksvoll. Wir befragten sie für Euch, woher denn ihre tollen Ideen kommen.

War Dir schon immer klar, dass Du irgendwann Designerin mit eigenem Label werden möchtest, oder hattest Du erst ganz andere Pläne?
Na ja, geträumt habe ich immer mal davon, es aber auch sofort als Hirngespinst wieder abgetan, hatte ich doch beruflich bereits eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Dass es wirklich dazu kommen sollte, war ja doch eher Zufall.

Wie kam es zu grievedesign und wieso hast Du den Elefanten als Logo aufgegriffen, ist das Dein Lieblingsmotiv?
Das liegt so etwa 3 ½ Jahre zurück. Ich wurde Mutter und war erschrocken über die doch ziemlich eintönige Auswahl an Babysachen. Entweder waren sie für Mädchen irgendwie „rüschig“, „glitzernd“ oder mit eher schrecklichen Merchandise-Motiven bedruckt. Ich hatte mir jedoch etwas „Cooleres“ für meine Tochter gewünscht…also fing ich an, selber Babykleidung zu nähen – ohne Rüschen, ohne rosa, ohne Bärchen. Kinderklamotten im -ich nenn`s mal „Beachware-Look“. Der Name dieser Kollektion war „PLANSCH“ (irgendwie doch passend für Kinder am Strand, oder?). Die Teile wurden von mir mit Hibiskusblüten bestickt, mit großen Schriftzügen versehen und waren eben so, wie ich`s wollte: irgendwie cool! Das fanden wohl auch andere Eltern und sprachen mich an, wo ich das denn gekauft hätte,…! Von Müttern aus dem Bekanntenkreis animiert und durch meinen Mann auf DaWanda aufmerksam geworden, begann ich dann eines Tages meine Klamotten zum Kauf anzubieten. Verkauft habe ich anfangs gar nicht gut, einfach weil die sehr aufwändig hergestellten Kleidungsstücke dementsprechend teuer waren, ich ein noch wirklich unprofessionell anmutenden Shop-Auftritt hatte und und und! Dann nahm ich die Kleidung wieder aus dem virtuellen Laden und begann, nur noch die viel günstigeren Accessoires anzubieten. Mit der Idee des Schnullerbandes kamen dann auch immer mehr Verkäufe…! Nun war man ja, was die Stoffauswahl angeht, irgendwie auf die so üblichen Designs angewiesen, die man dann auch überall bei Produkten auf DaWanda & anderen Märkten wiedersah. Ich wollte daher irgendetwas Eigenes, etwas Wiedererkennbares…und so kam es zu meinen Motiven.
Der Elefant war das erste meiner Tiere…daher bekam er einen Ehrenplatz: in meinem Logo. Weiterlesen

Im Interview: Danny Bruchmann

08.07.2010, 10:06

Danny BruchmannDanny Bruchmann (36), ist erfahrener Digital Artist im Bereich Visual Effects, CGI und Compositing. Er gestaltet mit großer Leidenschaft computergenerierte Bilder und Animationen zum Anfassen. Wir haben ihm deshalb einige interessante Fragen für Euch gestellt:

Wolltest Du schon immer in dieser Branche arbeiten oder hattest Du vorher andere Pläne?
Bereits als Kind war es mein Traum später einmal mit Computern zu arbeiten. Schon während meiner Schulzeit hatte ich dann Kontakt zu den ersten Rechnern. Damals waren diese noch so groß wie Kleiderschränke, hatten lustige Anzeigen in Form von blinkenden Lämpchen und wurden mit Lochbändern gefüttert. Wahnsinn wie sich seitdem alles entwickelt hat :) .

Wann oder wie hast Du Deine Begeisterung für diese berufliche Richtung entdeckt?
Nach meiner Schulzeit kristallisierte sich relativ schnell heraus, dass ich einen kreativen Job im Medienbereich machen wollte. Da waren zum Anfang C64, Atari und Co., die mich begeisterten und natürlich das Internet und die Modemszene nicht zu vergessen, die damals noch in den Kinderschuhen steckte.

Was magst Du am meisten an Deiner Arbeit und gibt es etwas was Du gerne ändern würdest?
Ich mag am meisten die Abwechslung und die niemals enden wollende Entwicklung in dieser Branche. Außerdem liebe ich es, außergewöhnliche Bilder und Animationen zu kreieren und mich ständig auf dem Laufenden zu halten. Wenn ich etwas ändern könnte, dann wären das die Arbeitszeiten.

Was inspiriert Dich und woher nimmst Du Deine Ideen?
Mich inspirieren die unterschiedlichsten visuellen Einflüsse. Das können Bilder in Galerien sein, Street-Art, aber oftmals auch Strukturen und Farben in der Natur sowie die Welt, die uns umgibt. Das Internet ist ebenso eine unerschöpfliche Quelle für visuellen Input.

Was kann man sich eigentlich genau unter StillinMotion.de vorstellen und wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
StillinMotion ist ein Zusammenschluss von sehr erfahrenen Freelancern aus der Visual Effects- und CGI-Branche. SiM wurde ursprünglich von zwei Freunden gegründet, die bereits seit mehreren Jahren computergenerierte Bilder für den Print/Still- als auch im Motionbereich erstellen – daher auch der Name. Nachdem ich die Jungs 2009 kennengelernt habe, freue ich mich, seit Anfang 2010 ein Teil von SiM zu sein. Der Name ist Programm – StillinMotion bedeutet für uns, sich permanent zu fordern, ständig besser zu werden und unseren Kunden eine außergewöhnliche Qualität zu liefern.

Beschreib doch mal ungefähr, wie Dein hier vorgestelltes Video entstanden ist. Was für Einflüsse oder eigene Ideen haben da eine große Rolle gespielt, um es umzusetzen?
Die in meinem Showreel gezeigten Animationen sind ein kleiner Querschnitt meiner Arbeiten der letzten Jahre. Da dieses Video eher an potentielle Kunden gerichtet ist, soll es einfach die mögliche Bandbreite bzw. einen Eindruck meines Könnens vermitteln.

http://print24.com/de/blog/wp-content/uploads/2010/06/RealFX_Showreel.flv

Wie lange dauert ein Projekt durchschnittlich, wie beispielsweise das virtuelle Studio für den MDR Sachsenspiegel Extra?
Die Länge von Projekten ist sehr verschieden. Das kann von ein bis zwei Tagen bis zu mehreren Monaten gehen. Das Projekt des virtuellen Studios war in seinem Umfang von ca. 4 Tagen eher gering. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber. Mein Anteil daran war, nachdem ich das anfängliche Konzept erhalten habe, lediglich das Design in 3D umzusetzen und eine angenehme Farb- und Lichtstimmung zu erzeugen. Im Gegensatz dazu war mein damaliges Projekt der Porsche Technikvisualisierung um ein Vielfaches höher. Diese Animation ist über einen Zeitraum von ca. 5 Monaten bei Pixomondo in Frankfurt entstanden. Meine Aufgabe als 3D Artist und Generalist bestand damals ursprünglich nur darin, eine Motoranimation zu visualisieren. Die besondere Herausforderung entstand jedoch während des Projektes, welches mir die Möglichkeit gab, von der Lookentwicklung, der 3D über Partikeleffekte bis zum finalen Compositing meinen Shot zum größten Teil komplett zu übernehmen. Durch die Komplexität der Animation konnte ich mein Knowhow aus den unterschiedlichsten Bereichen einfließen lassen und andere Artists bei Ihrer Arbeit damit unterstützen. Es war eine sehr spannende Zeit, in der ich viele außergewöhnliche Talente und Artists kennen gelernt habe.

Gibt es ein Projekt, was Dir am besten gefallen hat und wenn ja, welches war das und warum gefällt es Dir so sehr?
Wie bereits oben erwähnt, war die Motoranimation sowohl vom Umfang, als auch dem Gesamteindruck für mich mit Abstand die spannendste. Die Möglichkeit, in einem der größten Studios Europas wenn nicht sogar der Welt, an so einem Projekt mitzuarbeiten und Teil eines so großen Teams zu sein, hat mein Leben verändert.

Gibt es ein Vorbild mit dem Du gerne mal arbeiten würdest?
Ein Vorbild in dem Sinne habe ich nicht. Es gibt aber natürlich schon mehrere außergewöhnliche Talente mit denen ich sehr gern arbeiten würde, aber die meisten davon leben nicht in Deutschland ;) .

Warst Du für bestimmte Projekte schon in anderen Städten unterwegs oder planst Du international tätig zu sein?
Obwohl mein Job mir die Freiheit gibt, national wie international zu arbeiten, versuche ich doch so weit es möglich ist, in der Nähe meiner Familie und Freunde zu bleiben. Ein großer Traum wäre es vielleicht eines Tages für ein Filmprojekt mal den Kontinent zu wechseln und einige Monate im Ausland zu arbeiten.

Was für Ziele hast Du für Deine Zukunft?
Mehr für meine Familie und Freunde da zu sein und ein gesundes Mittelmaß zwischen Job und Freizeit zu finden, auch wenn das manchmal sehr schwer ist. Mit guten Freunden einen gemeinsamen Traum zu leben und mit unserem Studio StillinMotion-Postproduktion, CGI und visuelle Effekte auf einem sehr hohen Level Kunden weltweit anzubieten.

Welche Programme sind für Dich am attraktivsten und was würdest Du unseren Lesern empfehlen?
Man darf nie vergessen, dass Programme nur Werkzeuge sind. Unterschiedliche Studios benutzen unterschiedliche Programme. Letztendlich kommt es auf die Kreativität, den Ehrgeiz und das Können des Einzelnen an.

Wenn Euch das Interview gefallen hat und Ihr Euch die tollen Arbeiten von Danny Bruchmann genauer ansehen wollt, dann schaut doch mal auf seinen Webseiten www.realfx.de oder www.stillinmotion.de vorbei!

Im Interview: Stephan Böhlig

17.06.2010, 10:12

Heute möchten wir Euch den begabten Fotografen Stephan Böhlig (26) aus Dresden vorstellen, der die schönsten „Livemomente“ festhalten kann. Ob Promotionfotos, Fotos von Pressearbeiten oder mal etwas andere Städtefotos. Seine Motive bringt er mit einer gewissen witzigen und charmanten Art zur Geltung, sodass man beim Betrachten der abgebildeten Personen oder Objekte denken könnte, man wäre genau mittendrin im Geschehen. Besonders seine vielfältigen Portraitnahaufnahmen oder seine außergewöhnliche Aktion „Ich fotografiere meine follower“ auf seinem Webblog haben uns begeistert. Deshalb möchten wir ihn Euch gerne mal persönlich vorstellen!

Bilderrechte: Stephan Böhlig

Was hat Dich im Alter von 20 Jahren dazu inspiriert mit dem fotografieren anzufangen?
Ich bin da durch reinen Zufall dazu gekommen und habe vorher nie fotografiert. 2003 bekam ich eine kleine digitale Kompaktkamera geschenkt und habe damit wie ein Wilder herumgeknippst. Weit weg von jeglicher Fotografie. Danach kaufte sich mein Vater eine der ersten digitalen Spiegelreflexkameras. Tja, die bekam er relativ wenig zu sehen. Dann kamen schon die ersten Anfragen von Bekannten und so ging es dann auch weiter. Insgesamt gesehen entwickelt sich die Geschichte jedes Jahr weiter oder in eine andere Richtung.

Widmest Du Dich der Fotografie hauptberuflich oder ist es eher eine Art Hobby?
Ich würde es mittlerweile schon als meinen Beruf bezeichnen, da ich damit versuche mein Geld zu verdienen. Allerdings möchte ich die Waage halten und fotografiere immer noch viele private Projekte, die einfach nur Spaß machen sollen. Denn das muss Fotografie machen, sonst verliert man recht schnell die Lust. Ich zumindest.

War es schon immer Dein Traum Fotograf zu werden oder hattest Du früher andere Ziele?
Wenn man meiner damaligen Kunstlehrerin erzählen würde, dass ich jetzt als Fotograf arbeite, würde sie wohl vom Stuhl fallen. ;) Also eher nicht, ich habe in geisteswissenschaftliche Richtungen studiert, irgendwann aber gemerkt, dass es nicht das ist, was ich machen möchte.

Was inspiriert Dich und woher nimmst Du Deine Ideen?
Primär inspirieren mich Menschen und Musik. Ich fotografiere gerne ungewöhnlich. Also viele Künstler, viele Menschen die auch etwas anders leben etc. Die Ideen sind so gut wie immer Zufallsprodukte, die mit Freunden ausgeheckt werden. Ich bin kein Mensch, der seine Fotos komplett durchplant, auch wenn es das nicht immer einfach macht.

Wie wir Deiner Website entnehmen können, bist Du in den Bereichen „Portrait“, „Presse“, „Promo“ und „Konzert“ aktiv – welcher Bereich reizt Dich dabei am meisten und warum?
Mein Lieblingsbereich ist die Konzertfotografie. Damit habe ich begonnen zu fotografieren und mache es immernoch unglaublich gern. Es ist einfach sehr reizvoll, da alles in Bewegung ist, ständig andere Lichtverhältnisse herrschen und man nie so richtig weiß was passiert. Außerdem bewege ich mich gern im Rock’n'Roll-Umfeld, da gibt es nicht so viele festgeschriebene Gesetze, man kann sich auch fotografisch einfach mal ausleben. Allerdings hat dieses Jahr die Portraitfotografie in meiner Rangliste stark aufgeholt. Es macht mir wahnsinnig Spaß mit Menschen umzugehen, sie ins rechte Licht zu rücken und auch Ihren Blick zu sehen, wenn sie dann das Endergebnis sehen, welches auch mal ungewöhnlich ausfallen kann. Aber insgesamt bin ich natürlich für jeden Spaß zu haben, man kann mich in so gut wie jede Richtung jederzeit anfragen.

Gibt es ein Vorbild mit dem Du gerne mal arbeiten würdest?
Eigentlich gibt es keine Vorbilder im fotografischen Sinne. Ich hatte nie einen Lehrer, eine fotografische Ausbildung, habe nicht einmal ein theoretisches Buch gelesen. Ich wollte einfach immer nur fotografieren. Praxis macht mir schon immer mehr Spaß. Wenn ich aber mal jemand über die Schulter schauen dürfte, dann wäre das Sebastian Niehoff (http://www.propeller-images.de/), durch den ich meine Liebe zur Fisheye-Fotografie entdeckt habe. Oder auch Sascha Hüttenhain (http://www.huettenhain.com/), ein verdammt guter Studio- und Aktfotograf. Spontan fällt mir auch noch Todd Owyung (http://ishootshows.com/) ein, der wirklich atemberaubende Konzertfotos am Fließband produziert.

Was ist für Dich der „perfekte livemoment“?
Den suche ich noch. ;) Aber ein wirklich guter Moment zeigt einfach, dass er spontan entstanden ist. Das Foto muss einfach rocken, einen sofort in seinen Bann ziehen. Vielleicht darf es auch nicht so einfach reproduzierbar sein. Wenn ich ein Foto von mir auswählen dürfte, dann ist es wohl das Foto, auf dem ich mit meinem Bruder in einem Cabrio durch einen Tunnel fahre. Das kommt einem perfekten Moment in meinen Augen am nahsten.

Gibt es bestimmte Personen, die Du gern unbedingt mal vor Deine Linse bekommen möchtest?
Megan Fox! – Spaß beiseite, ich habe da noch so einige Sachen im Kopf, die ich irgendwann mal realisieren möchte. Portraitprojekte mit eher ungewöhnlichen Models. Warum nicht mal nur Punks von der Straße ablichten. Bestimmte Personen spielen da eine untergeordnete Rolle, auch wenn es natürlich immer interessant ist auch bekanntere Menschen zu fotografieren.

Welche Ausrüstung nutzt Du für Deine verschiedenen Projekte und was würdest Du unseren Lesern weiterempfehlen?
Ich fotografiere selbst seit einiger Zeit mit einer Canon EOS 1D Mark II und einem kleinen Arsenal an Objektiven. Generell habe ich gar nicht so viel Equipment, darum sollte es auch nicht gehen. Meine Studioportraits entstehen zum Beispiel mit ganz normalen Aufsteckblitzen, da diese einfach mobiler sind und ich ja sowieso kein Studio angemietet habe, sondern dankenswerterweise in der Kunstgalerie Treibhaus fotografieren darf. Wer sich stärker mit der Fotografie beschäftigen möchte, der sollte sich eine Einsteigerspiegelreflex kaufen. Welche Marke ist da wahrscheinlich eher egal, man muss halt mit dem Handling zurecht kommen. In Zeiten der modernen Bildbearbeitung kommt es meiner Meinung nach sowieso nicht mehr auf die Kamera an, das ist schon alles sehr stark zusammengerückt.

Erzähl uns doch mal von Deinem Projekt „Ich fotografiere meine follower“ – was hat es damit auf sich und wie kamst Du zu der Idee?
Das ist eher zufällig entstanden. Ich bin ein recht begeisterter Twitter-Nutzer und binde die Menschen, die meine Nachrichten lesen, auch gern in mein Leben oder meine Projekte ein. Ich habe mir im Frühjahr ein bisschen Blitzequipment gekauft. Als dann die Lieferung da war, wollte ich natürlich sofort loslegen. Problem war allerdings so schnell auch Modelle zu finden. Also schrieb ich kurz per Twitter, dass ich gern Leute empfange und kostenlos Portraitfotos von ihnen mache. Daraufhin meldeten sich dann ein paar Leute und schon war die Idee geboren. Ein wenig abgeschaut natürlich von Michaela von Aichberger, die ihre Follower malt. (http://ich-male-meine-follower.de/) Sie gab mir allerdings am Anfang ihr Einverständnis zu der ganzen Aktion. Mittlerweile sind über 70 Portraits entstanden, zum Großteil Menschen aus Dresden. Die Aktion hat bisher kein Ende gefunden und jeder darf sich gern bei mir melden und auch vorbeikommen, um sich ablichten zu lassen.

Und abschließend: Wo bist Du sonst noch im Netz zu finden?
Primär natürlich bei Twitter. Ansonsten gibt es noch einen Alltags-Blog in dem so einige Fotos mehr landen als im Portfolio.

Wenn Euch das Interview neugierig gemacht hat und Ihr Euch die tollen Fotos von Stephan Böhlig genauer ansehen wollt, dann könnt Ihr auf seiner Website http://www.livemoment.de bzw. bei seinem aktuellen Projekt http://ichfotografieremeinefollower.livemoment.de weiterstöbern…

Im Interview: Alexander Mader

03.06.2010, 11:18
Alexander Mader

Bildrechte: Alexander Mader

Seit 2009 mit der Agentur weissmatt selbstständig, gestaltet er zahlreiche Kommunikationsmittel für kleine und mittelständische Unternehmen, sowie Privatleute. Zu seinem Repertoire gehören Logos, Geschäftspapiere, Flyer, Getränkekarten und einiges mehr. An dieser Stelle beantwortet er uns einige Fragen zu seiner Arbeit und gibt hilfreiche Tipps für Einsteiger.

Sind Ihrer Ansicht nach für Unternehmen unterschiedlicher Größe auch unterschiedliche Werbemittel empfehlenswert? Wenn ja, unterliegen diese speziellen Kriterien?
Ja, auf jeden Fall. Die Werbemittel richten sich zunächst nach Art der Unternehmensform und -größe und deren Zielgruppe, aber natürlich auch, und das nicht zuletzt, nach dem Budget des zu bewerbenden Unternehmens. So muss man mittelständische Unternehmen oft erst vom Nutzen der Werbung überzeugen und davon, einen gewissen Etat für Werbung anzulegen, zu investieren. In meinem Bereich werden dann nach dem Gestaltungsprozess oftmals Printmedien in Form von Flyern, Plakaten und natürlich den klassischen Geschäftspapieren (Briefpapier, Visitenkarten, Blöcke, etc.) produziert.

Nach welchen Prinzipien gehen Sie bei Ihren Arbeiten vor und wie erfassen Sie das Kundenanliegen am ehesten?
Zuerst einmal ist es wichtig, zu wissen, worum es geht. Das klingt einfacher als es ist. Darum ist es sehr wichtig, dass die Kommunikation zwischen Kunden und Dienstleister stimmt. So muss man sich viel Zeit für den Kunden nehmen und wichtige Fragen stellen. Das ist Übungssache. Wenn man soweit ist, dass man weiß, in welche Richtung die Sache steuert, kann man Empfehlungen aussprechen und mehr beratend wirken. So kommt man eigentlich sehr effektiv zu einem geistigen Entwurf, der für beide Seiten sehr gut funktioniert und den Werbenutzen voll ausschöpft. Je mehr Fragen oder Ungereimtheiten im Vorhinein geklärt sind, desto fließender läuft die eigentliche Produktion, der Gestaltungsprozess, etc.

Bildrechte: Alexander Mader

Durch welche Projekte haben Sie einen besonderen Fortschritt Ihrer Fähigkeiten feststellen können?
Eigentlich durch Projekte, die etwas Neues fordern, also Bereiche, in denen man noch nicht so routiniert vorgeht. Da kommen dann ganz tolle Dinge zustande. Projekte dieser Art kosten deutlich mehr Zeit, da man sich viel informieren muss, aber bringen einen auch dementsprechend weiter im Beruf. Für ein Kaffeehaus z.B. musste ich die komplette Werbung zur Firmengründung selbst organisieren. Da kam dann alles zusammen, von den Standardsachen wie Geschäftspapieren, Flyern für Eröffnungsaktionen, Etiketten, aber auch Außenbeschriftung, Tragetaschen, Anzeigen, Innentextilien und und und…

Haben die Projekte zu Beginn Ihrer Karriere Ihren Stil besonders beeinflusst?
Ich denke schon, dass diese Projekte einen gewissen Einfluss auf meine Vorgehensweise und vielleicht auch den Stil haben. Allerdings entwickle ich mich bei jedem Projekt auch weiter und wachse an den Herausforderungen. Das spiegelt sich auch im Stil wider. So gewisse Grundideen, oder auch Herangehensweisen (z.B. bei der Logoentwicklung) sind jedoch in meinem Stil fest verankert.

Haben bestimmte Printmedien, wie Flyer, für Unternehmen unterschiedlicher Größe einen höheren Nutzen für die Promotion?
Einerseits sind Flyer Wegwerfprodukte. Die ersten paar Sekunden, in denen man einen in die Hand nimmt, entscheiden, ob er in die Tonne fliegt oder in die Tasche wandert. Ich achte bei der Flyergestaltung immer auf eine ansprechende Optik und ebenso auf eine wertige Haptik. Der Nutzen eines Flyers ist stark von dessen Inhalt abhängig. Geht es darum nur Informationen (z.B. Neueröffnung) weiterzugeben, oder will man jemand zu einer Aktion einladen (z.B. Einladung kulturelles Event). Außerdem ist der Erfolg davon abhängig, inwieweit die Zielgruppe definiert und bekannt ist.

Bildrechte: Alexander Mader

Welche Programme sind Ihrer Ansicht nach für Anfänger, die keine Vorkenntnisse besitzen, autodidaktisch sehr sinnvoll, um in die Mediengestaltung einzusteigen?
Ich denke für Anfänger sind, auch aus finanzieller Sicht, Opensource Programme wie Gimp (Bildbearbeitung), Scribus (Layout & Satz) und Inkscape (Vektorgestaltung) eine sinnvoller Weg in die Mediengestaltung einzutauchen. Allerdings ist meiner Meinung nach eine Ausbildung klare Voraussetzung für diese Branche. Man muss sehr viele theoretische Grundlagen erlernen. Dazu gehören z.B. Typografie, Farbgestaltung/-psychologie, Gestaltungskonzepte, etc. Ich sehe leider viel zu häufig grobe gestalterische Patzer in der Werbung, vor allem bei einfacheren und günstigeren Printprodukten wie Faltblättern und Flyern.

Ist es auch Anfängern möglich, mit Standardprogrammen Werbemittel, wie etwa ein ansehnliches Plakat, zu entwerfen, das die nötigen Voraussetzungen erfüllt?
Ich denke von der technischen Seite betrachtet ist es möglich. Man muss sich auf der einen Seite mit den jeweiligen Programmen auseinandersetzen, auf der anderen Seite anhand von Fachbüchern Grundlagen erlernen. Das reicht sicher für ein Abi-Plakat oder eine , aber ist deutlich zu wenig für einen Firmenkunden.

Können Sie uns ein Beispiel geben, bei dem Sie selbst starke technische Fortschritte bei sich bemerkt haben?
Technische Fortschritte habe ich bei längeren Produktionen welche mit viel Zeitaufwand verbunden sind erlebt, z.B. bei einer Produktion für einen Reisekatalog, den ich komplett selbst gestaltet und gesetzt habe. Dabei lernt man die spezielleren Funktionen eines professionellen Layoutprogramms kennen und weiß diese umso mehr zu schätzen. Man arbeitet zudem von Tag zu Tag immer effizienter und sicherer.

Bildrechte: Alexander Mader

Sind Fortschritte stark von der vorhandenen Ausrüstung abhängig und würden ohne diese womöglich nicht zustande kommen?
Die Ausrüstung entscheidet sicher nicht, ob etwas gelingt oder nicht. Aber sie unterstützt einen ungemein dabei, ein Projekt komfortabel und sauber zu realisieren. Beim Arbeiten mit professioneller Software z.B. versteht man verschieden technische Aspekte erst richtig und deren Bedeutung. Letztendlich macht man aber nur Fortschritte wenn man sich viel mit dem Thema auseinandersetzt, d.h. viele Projekte erarbeitet und mitentwickelt. Da gehört es natürlich dazu auch den einen oder anderen Fehler zu machen und daraus seine Schlüsse zu ziehen.

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