Facebook bringt Abo-Button für Events

31.03.2015, 9:42

Konzerte in der Nähe

Ein neuer Event-Button auf Facebook dürfte nicht nur für Musiker und Bands, sondern auch für Unternehmen interessant sein. Er zeigt Usern in ihrer Chronik alle Events in der Nähe an.

Facebook bringt Abo-Button für Events

Keine Veranstaltung mehr verpassen – und das, ohne dass Nutzer gezwungen sind, eine Unternehmensseite auf Facebook zu abonnieren. Facebook macht dies durch die Einführung eines neuen Abo-Buttons möglich, über den die Nutzer automatisch Events, die in ihrer Nähe stattfinden, in ihrer Chronik eingeblendet bekommen. Auf den Unternehmensseiten ist der Button jetzt sowohl in der mobilen als auch der Desktop-Version von Facebook zu finden, berichtet Techcrunch.

Der neue Abo-Button ist vor allem an Bands und Musiker gerichtet, die damit ihre Gigs promoten – und mehr Konzertkarten verkaufen können. Doch auch außerhalb des Musik-Business können Unternehmen wie Marken oder Händler über den Abo-Button lokale Veranstaltungen bewerben. Abonnierte Veranstaltungen erscheinen im Veranstaltungskalender der User. Wie andere “Likes” werden auch die Event-Abos den Kontakten angezeigt – eine weitere Verbreitungsmöglichkeit für die Veranstaltungsdaten.

Im vergangenen Jahr hatte Facebook mit seinem Veranstaltungskalender experimentiert: Mit “Events for you” werden den Nutzern Veranstaltungen angeboten, zu denen sie zwar nicht eingeladen sind, aber die zu ihren Interessen passen.

Neu ist auch, dass Facebook in drei Monaten die Like-Box abschaltet. Das “Fanfeld” wird durch das Page Plugin ersetzt, das sich in einem neuen Design präsentiert.

Multichannel-Commerce noch nicht ausgereift

31.03.2015, 8:39

Shopping über alle Kanäle

Wie können Webshop-Betreiber ihren Kunden ein Einkaufserlebnis bescheren? Und wie lässt sich die Shopping-Tour kanalübergreifend inszenieren? Eine aktuelle Studie gibt Antworten aus Händlersicht.

Multichannel-Commerce noch nicht ausgereift

(Quelle: Shutterstock.com/gpointstudio)

Eine emotionale Ansprache und die Vermittlung eines wahren Shopping-Erlebnisses spielen beim Einkaufen seit jeher eine bedeutende Rolle – das gilt heutzutage auch für den Online-Handel. Für Shop-Betrteiber wird es zudem immer wichtiger, den Konsumenten über alle Kanäle hinweg ein einheitliches Erlebnis zu vermitteln: 81,2 Prozent der befragten Händler sind der Meinung, dass die Bedeutung der Erlebnisvermittlung in Online-Shops künftig zunehmen wird. Rund 48 Prozent gehen sogar von einer starken Relevanzzunahme aus. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Kurzstudie “Einkaufserlebnisse über alle Kanäle – Erfolgskriterien und Auswirkungen”, die das ECC Köln in Zusammenarbeit mit CoreMedia, T-Systems Multimedia Solutions und IBM durchgeführt hat.

Durchschnittsnote 2,4 in der Eigenwahrnehmung

Demnach sind die Online-Händler durchaus zufrieden damit, wie ihnen die Erlebnisvermittlung gelingt: Im Schnitt geben sich die Befragten die Schulnote 2,4 für die bislang umgesetzten Maßnahmen. Während rund 61 Prozent die aktuelle Situation als sehr gut oder gut einstufen, sehen allerdings 39 Prozent noch erheblichen Handlungsbedarf.

Neben der Differenzierung vom Wettbewerb verbinden die Webshop-Betreiber insbesondere hinsichtlich Verweildauer und Kundenbindung positive Erfahrungen mit den erlebnisorientierten Features in ihren Shops. Etwa die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie eine längere Verweildauer der Kunden beobachten, knapp 49 Prozent verbuchen zudem eine verbesserte Kundenbindung beziehungsweise erhöhte Zahl an erneuten Bestellungen.

“Händler, die heute schon auf erlebnisorientierte Funktionalitäten setzen, können Kunden emotional an sich binden und den Freizeitcharakter des Shoppers auch online bedienen”, so Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln, zu dem das ECC gehört.

Aufwand vs. Conversion


Umgesetzte Maßnahmen: Aufwand versus Conversion-Rate-Steigerung

(Quelle: ECC Köln)

Grafik Realisierungsaufwand vs. Conversion-Rate-Steigerung
Umgesetzte Maßnahmen: Aufwand versus Conversion-Rate-Steigerung
(Quelle: ECC Köln)

Ein wichtiger Gradmesser für den Erfolg der umgesetzten Maßnahme bleibt indes – auch beim Thema Erlebniseinkauf – die Conversion Rate. Themenwelten, ein probates Mittel zur Erlebnisvermittlung, sind beispielsweise nur mit großem Aufwand umzusetzen. Den befragten Händlern zufolge weisen Newsletter mit Hinweisen auf Events im stationären Laden sowie eine emotionale Bildsprache ein besonders gutes Verhältnis von Aufwand zu Conversion-Rate-Steigerung auf. Dagegen werden Online-Magazine als sehr aufwendig angesehen, zumal sie nur geringen Einfluss auf die Conversion Rate haben (siehe Grafik).

Dass Markenerlebnisse beim E-Commerce immer wichtiger werden, war auch Thema auf dem Internet World Kongress 2015. Wie man es schafft, dadurch Kunden an sich zu binden, erläuterte beispielsweise Stefan Sobczak, Geschäftsführer von Netshops Commerce, in seinem Vortrag. Und der Berliner Online-Modehändler Zalando plant bereits Änderungen im Mobile-Bereich und in der Customer Experience. Der Tenor: “Wir möchten ein Shopping-Erlebnis schaffen.”

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Book a tiger kooperiert mit ImmobilienScout24

31.03.2015, 7:31

Neue Partnerschaft

Der Online-Vermittler von Reinigunskräften book a tiger kooperiert mit ImmobilienScout24, Online-Marktplatz für Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Das Management Team von book a tiger

(Quelle: Book a tiger)

Der Online-Vermittler von Reinigungskräften book a tiger arbeitet ab sofort mit ImmobilienScout24, Online-Marktplatz für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Deutschland, zusammen. Im Zuge der Kooperation wird die Dienstleistung der Reinigungskräfte-Vermittlung von book a tiger auf der Website von ImmobilienScout 24 beworben. Die User erhalten im Gegenzug bei einer Buchung einen Vorteilsrabatt. Die Partnerschaft ist zunächst für ein Jahr angeplant.

Das Start-Up book a tiger verspricht sich mit dieser Kooperation neue Kunden zu generieren. Es soll eine neue Zielgruppe angesprochen werden sowie Menschen, die in eine neue Gegend ziehen und eine neue Reinigungskraft suchen, als Neukunden gewinnen, erklärt Claude Ritter, Mitgründer von book a tiger, im Interview. Zudem fällt bei einem Umzug stets die Endreinigung an, die viele Leute im Umzugsstress gerne an Dritte abgeben möchten.

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Uber will legalen Service für Deutschland

30.03.2015, 13:16

Chauffeur-Dienst

Das Start-up Uber trotzt gerichtlichen Verboten und plant für den Sommer einen legalen Fahrdienst-Service in Deutschland. Für die Fahrer schafft das Unternehmen zahlreiche monetäre Anreize.

Uber will legalen Service für Deutschland

(Quelle: shutterstock.com/View Apart)

Der Chauffeur-Dienst Uber will im Sommer den deutschen Markt erobern – und zwar legal. Dafür will der Fahrdienst-Vermittler in Zukunft Fahrer engagieren, die über einen gültigen Personenbeförderungsschein verfügen. Diesen Schein will Uber seinen Chauffeuren bezahlen. Er kostet zwischen 100 und 200 Euro.

Außerdem will das US-Start-up sein Angebot noch schmackhafter machen, erklärt Uber-Deutschland-Manager Fabien Nestmann gegnüber der Wirtschaftswoche: “Auch bezahlen wir unseren Partnern die 150 bis 200 Euro Kosten für die Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer, wenn sie sich als Taxi- und Mietwagenunternehmer lizenzieren lassen wollen.” Der Name des neuen Dienstes ist noch unbekannt. Wahrscheinlich ist jedoch “UberX”.

Gericht verbietet Uber Pop in Deutschland

Eine Entscheidung des Landgerichts Frankfurt bedeutet wahrscheinlich das Aus von Uber Pop in Deutschland. Dem Urteil nach darf das Unternehmen keine Fahrten anbieten, bei denen die Fahrer nicht im Besitz einer behördlichen Genehmigung sind. Das Urteil ist jedoch noch nicht vollstreckt, weil der Kläger noch nicht die Sicherheitsleistung in Höhe von 400.000 Euro hinterlegt hat.

Ende Februar gab es für Fahrdienst-Vermittler wie Uber & Co ungewohnten Gegenwind. In Kalifornien bereiten Fahrer eine Sammelklage auf Festanstellung vor. Sie könnte die Firmen Millionen kosten.

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Weitere Streiks bei Amazon vor Ostern

30.03.2015, 12:31

verdi-Aufruf

Überraschend kommt die Meldung nicht, gerade zu E-Commerce-Großereignissen wird bei Amazon gestreikt. Nun hat die Gewerkschaft verdi auch vor Ostern an vier Standorten zu Streiks aufgerufen.

Weitere Streiks bei Amazon vor Ostern

(Quelle: Shutterstock.com/s-ts )

Nachdem in der vergangenen Woche schon am Standort Graben bei Augsburg Mitarbeiter von Amazon ihre Arbeit niedergelegt hatten, hat die Gewerkschaft verdi die Beschäftigten in Deutschland zu weiteren Streiks aufgerufen: Die Arbeitsniederlegung ist für 30. und 31. März geplant, in den vier Amazon-Logistikzentren Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen), Koblenz (Rheinland-Pfalz) sowie im größten deutschen Standort in Bad Hersfeld (Hessen).

In Leipzig traten ebenfalls Mitarbeiter des Online-Marktplatzes in den Ausstand, damit befinden sich fünf der acht Versandhandelszentren im Streik. Der US-Konzern, der vom 23. bis 30. März eine Osterwoche mit mehr als 3.000 Blitzangeboten gestartet hatte, sicherte seinen Kunden unterdessen eine pünktliche Lieferung zu, sofern die Bestellung bis Dienstagabend (31. März) eingeht.

“Die Beschäftigten beweisen auch im Ostergeschäft einen langen Atem und verlangen mit Nachdruck ihre Rechte”, erklärt Stefanie Nutzenberger, Mitglied des Bundesvorstands bei verdi. “Amazon hat es in der Hand, Beschäftigten und Kunden Sicherheit zu bieten, indem es endlich seine feindliche Haltung gegenüber seinen Arbeitnehmern ablegt und mit uns einen Tarifvertrag abschließt.”

Seit zwei Jahren wird gestreikt

Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sind regelmäßig in der Diskussion, verdi will den Konzern zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen. Seit rund zwei Jahren kommt es deshalb immer wieder zu Ausständen an den deutschen Standorten, an der bislang größten Streikwelle vor Weihnachten 2014 beteiligten sich laut verdi hierzulande zeitweise bis zu 2.700 Beschäftigte pro Tag in sechs von acht Amazon Versandzentren.

Dennoch lehnt der Marktplatz-Betreiber Verhandlungen bisher ab – mit dem Verweis, die Bezahlung der Mitarbeiter orientiere sich am oberen Bereich der Logistikbranche. Laut verdi-Gewerkschaft, die eine Bezahlung nach den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels fordert, hält sich Amazon jedoch an keinerlei Tarife.

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Tumblrs mobile App mit “Buy”-Button

30.03.2015, 11:59

Mobile Kaufaufforderung

Tumblr will seine Nutzer zum Geldausgeben animieren, Stichwort Social Commerce: Der Microblogging-Dienst erlaubt ausgewählten Seiten Buttons einzufügen, die zum Kaufen auffordern.

Tumblrs mobile App mit

(Quelle: Tumblr.com)

In der jetzt aktualisierten mobilen App von Tumblr wird umgesetzt, was das Unternehmen Ende 2014 bereits getestet und angekündigt hatte: Beiträge mit Links zu ausgewählten Seiten enthalten automatisch Buttons, die die Leser zum Kaufen, Spenden oder anderen karitativen Engagement animieren.

Die Schaltflächen erscheinen unterhalb des jeweiligen Beitrags. Ein Klick auf den Button führt den Nutzer direkt auf die verlinkte Webseite. Im Falle des Kauf-Buttons ist im Originalbeitrag bereits der Preis des beworbenen Produkts angegeben.

Zunächst sind die Aktions-Buttons nur bei den Testunternehmen im Einsatz, berichtet Techcrunch. Dabei handelt es sich um den Marktplatz Etsy, das Crowd-Funding-Portal Kickstarter und das Kampagnenportal DoSomething.

Mit dem direkten Link zum Shoppen ist auch Twitter bereits ans Netz gegangen. Facebook testet seit Dezember 2014 ebenfalls einen Buy-Button.

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Facebook schaltet Like-Box ab

30.03.2015, 10:05

Neues Page Plugin

Facebook schaltet in drei Monaten die Like-Box ab. Das “Fanfeld” wird durch das Page-Plugin ersetzt, das sich in einem neuen Design präsentiert.

Facebook schaltet Like-Box ab

(Quelle: Shutterstock/Annette-Shaff)

Das Ende des “Fanfelds”: Auf seiner Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook bekannt geben, dass in drei Monaten die Like-Box abgeschaltet wird. Ersetzt wird diese durch das neue Facebook Page-Plugin. Die Like-Box gibt es seit mehr als sechs Jahren und gehört zu den populärsten Plugins auf der Social-Media-Plattform. Über sie lässt sich die Facebook-Seite auf der eigenen Webseite abbilden.

Das neue Page-Plugin ist in seiner Funktionalität sehr ähnlich. Auch hier kann man das Plugin bei Facebook selbstständig konfigurieren. Der Nutzer kann entscheiden, ob er ein Titelbild haben möchte oder nicht. Grundsätzlich ist es ab sofort innerhalb der Box, die Darstellung soll so ansprechender für den Nutzer sein. Des Weiteren kann man Posts und Freunde abbilden sowie die Größe definieren.

Mit dem Page-Plugin lassen sich Facebook-Pages auf einer Website einfach bewerben. Ähnlich der Facebookseite können die Nutzer die Seite liken oder teilen. Allerdings hat das neue Page-Plugin nun ein aktualisiertes Design.

Die jährliche Konferenz F8 von Facebook ist inzwischen nicht mehr nur für Entwickler interessant. Auch Online-Marketern, Firmen und Publishern bietet die Veranstaltung einige nützliche Learnings.

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Auctionata erhält 42 Millionen Euro

30.03.2015, 9:40

Online-Auktionshaus

Das Online-Auktionshaus Auctionata sammelt in einer weiteren Finanzierungsrunde 42 Millionen Euro ein. Mit dem Geld will das Start-up bestehende Auktionskategorien ausbauen und neue einführen.

Auctionata erhält 42 Millionen Euro

(Quelle: Shutterstock/elysart)

Auctionata erhält im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde (Series C) mehr als 42 Millionen Euro. Angeführt wird die Finanzierung von MCI Management aus Warschau. Ebenfalls neu dabei sind Kreos Capital aus London, Hearst Ventures aus New York, und Yuan Capital aus Hongkong. Zudem haben sich bereits bestehende Investoren wie Earlybird, e.ventures, Kite Ventures, Raffay Group, TA Ventures, Bright Capital, REN Invest und Holtzbrinck Ventures an der Runde beteiligt.

Mit dem frischen Geld will das Berliner Start-up bestehende Auktionskategorien, wie Uhren, Classic Cars, Wein, Kunst und Schmuck ausbauen. Zudem sollen einige neue Kategorien wie Musikinstrumente, Diamanten und Edelsteine vorbereitet werden.

Darüber hinaus will Auctionata das im Mai 2013 gestartete Format der Livestream-Auktionen weiterentwickeln.

Bisher generiert Auctionata den größten Teil seines Umsätzes im Preissegment 2.000 bis 5.000 Euro. Ein Rekordergebnis erzielte Auctionata mit der Versteigerung eines Bildes des österreichischen Malers Egon Schieles. Schieles “Liegende Frau” wurde für 1,8 Millionen Euro live im Internet versteigert.

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Yahoo und Microsoft verlängern Verhandlung

30.03.2015, 8:07

Search-Partnerschaft

Geht es weiter mit der Search-Partnerschaft von Yahoo und Microsoft? Die beiden Unternehmen haben die Verhandlungsphase vorerst noch einmal verlängert.

Yahoo und Microsoft verlängern Verhandlung

(Quelle: Shutterstock.com/Angela Waye)

Offenbar ist die Verlängerung der Yahoo-Microsoft-Zusammenarbeit in Sachen Suche keine Selbstverständlichkeit. Die beiden Unternehmen haben jetzt die festgelegte Zeit zur Neuverhandlung einer Fortführung des bestehenden Vertrages ausgeweitet. Das berichtet Reuters. So wurde die Verhandlungszeit auf insgesamt 60 Tage nach der vorgegebenen Vertragsneuverhandlung am 23. Februar 2015 verlängert.

Ob die beiden Unternehmen mehr Zeit zur Neuverhandlung brauchen, weil Uneinigkeit über die Vertragskonditionen besteht, ist bisher unklar. Doch beide Firmen werden mittlerweile von CEOs vertreten, die die Suchpartnerschaft ihrer Firmen “geerbt” haben: Die Search-Zusammenarbeit war ein Deal, den die ehemalige Yahoo-Chefin Carol Bartz mit dem damaligen Microsoft-CEO Steve Ballmer ausgeklügelt hatte.

Die Zusammenarbeit zwischen Yahoo und Microsoft war im Jahr 2010 gestartet. Die beiden Internetunternehmen hatten damals gehofft, gemeinsam der Übermacht von Google in Sachen Suche etwas entgegensetzen zu können. Bisher hat die Kooperation jedoch dem Erfolg der Konkurrenz keinen Abbruch bereitet: Google kontrolliert im Stammland USA über zwei Drittel des Marktes.

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TLD: Gefahren und Chancen für die Online-Strategie

30.03.2015, 7:32

Neue Domain-Namen

Seit 2014 gibt es weltweit neue generische Top-Level-Domains. Für Unternehmen bieten diese viele Chancen, aber auch Gefahren. Vier Tipps, um die Online-Strategie darauf abzustimmen.

TLD: Gefahren und Chancen für die Online-Strategie

(Quelle: shutterstock/GrandeDuc)

Von Sebastian Reichel, Corporate Sales Manager Northern Europe bei NetNames GmbH.

Seit letztem Jahr werden weltweit neue generische Top-Level-Domains (gTLDs) eingeführt. Die neuen Domain-Namen mit Endungen wie .berlin, .hotel und .bank werden das Verhalten von Internetnutzern erheblich verändern. Und die meisten großen Unternehmen reagieren bereits: Laut einer Studie aus dem letzten Jahr haben 92 Prozent der großen Unternehmen bereits in neue Domain-Namen investiert oder planen, das zu tun. Gründe dafür sind die Chancen und Gefahren, die mit den gTLD verbunden werden. Auch mittelgroße und kleinere Unternehmen sollten sich damit befassen. Wer beides kennt, kann seine Online-Strategie darauf abstimmen.

Möglichkeiten: “Spartenendungen” und optimierte Zielgruppenansprache

Eine der größten Chancen, die die neuen gTLD eröffnen, ist die Möglichkeit für Unternehmen, unabhängiger von Suchmaschinen zu werden: 80 Prozent, der für den Internet 2020-Report befragten Internetnutzer sagten, dass sie aufgrund der neuen Domain-Namen eher die Web-Adresse eines Unternehmens direkt in ihren Internetbrowser eingeben als eine Suchmaschine verwenden werden. Außerdem gab über die Hälfte von ihnen (59 Prozent) an, neue Domain-Namen würden es ihnen leichter machen, Dinge online zu finden. Gleiches erwarten laut Umfrage auch viele Unternehmen: Fast die Hälfte der befragten Betriebe (42 Prozent) sehen als größten Vorteil der neuen Domain-Namen eine bessere Suche und Identifizierung.

Nachdem die Phase der Marken-Domain-Registierung à la .apple oder .barclays beendet ist, gibt es immer noch einen guten Weg, um besser gefunden zu werden: Unternehmen sollten sich für neue Domain-Endungen registrieren lassen, die ihr Angebot spezifizieren. Mit .luxury, .game oder .technology, .hotel oder .bank etwa wird Nutzern und Suchmaschinen auf Anhieb verraten, um welche Art von Produkten oder Dienstleistungen es geht. Darüber hinaus bietet diese Art der Endungen einen noch ganz anderen Vorteil: Ähnlich wie beim Fernsehen mit seinen Spartenkanälen wird es durch die neuen gTLD auch im Internet zu einer wachsenden Fragmentierung kommen. Und das wiederum bedeutet, dass sich mit solchen “Spartenendungen” bestimmte Zielgruppen sehr viel effektiver ansprechen lassen werden als mit Standardendungen wie .com oder .de.

Gefahren: Cybersquatting, Betrug, Imageverlust und finanzielle Folgen

Neben den neuen Möglichkeiten sind mit den neuen gTLD auch erhebliche Gefahren verbunden. Die amerikanische Bundeshandelskommission beispielsweise erklärte schon vor einiger Zeit, dass “die Ausbreitung des bereits vorhandenen Betrugs, wie Phishing, wahrscheinlich eine ernsthafte Herausforderung werden wird, die unendliche Möglichkeiten für Betrüger bringt”. Diese Einschätzung teilt auch die große Mehrheit der Unternehmen: In der Internet 2020-Studie gaben 87 Prozent der befragten Betriebe an, sie seien zu einem gewissen Grad besorgt, ob ihre Marke und das Markenzeichen geschützt blieben. Im Cybersquatting sieht dabei über ein Drittel die größte Gefahr (36 Prozent).

Cybersquatter registrieren Namen oder Marken als Domain, die ihnen eigentlich nicht zustehen – oft, um sie später vielfach überteuert an die jeweiligen Namens- oder Markeninhaber zu verkaufen. Sind diese nicht zum Kauf bereit, tauchen mitunter rufschädigende Inhalte unter den besetzten Domains auf, um “nachzuhelfen”. In anderen Fällen nutzen Kriminelle die Domain-Namen, die ja scheinbar zu einem seriösen Unternehmen oder einer angesehenen Marke gehören, um darüber Fälschungen anzubieten oder Phishing zu betreiben.

Alles in allem drohen Unternehmen durch Cybersquatting also nicht nur erhebliche Ausgaben aufgrund drastisch überhöhter Domain-Preise, sondern auch – bei krimineller Nutzung der besetzten Domains – ein erheblicher Image- und Vertrauensverlust. Das wiederum kann weitere finanzielle Folgen haben, denn der Internet 2020-Report deckt auch auf, dass fast acht von zehn Internetnutzern (78 Prozent) eine Marke meiden würden, wenn sie sich selbst auf einer betrügerischen Website wiederfänden, die vorgibt, diese Marke zu vertreten.

Lösungswege: Kriminellen zuvorkommen und den Ruf wahren

Um die Gefahren durch Cybersquatter zu minimieren, sollten Unternehmen mehrere Domains registrieren, die ihre Markennamen sowie Variationen davon beinhalten. Die Variationen sind nötig, da einige Kriminelle gezielt darauf setzen, dass sich Internetnutzer bei der Suchbegriffeingabe vertippen oder die genaue Schreibweise nicht kennen. Am wichtigsten ist es hier, sich die Rechte für neue Domain-Namen, die helfen, die Marke einem Produkt- oder Dienstleistungsbereich oder einer Branche zuzuordnen wie .haus, .toys oder .tools, .reise oder .versicherung zu sichern. Zudem trägt dies ja auch, wie oben bereits gezeigt, zu einer besseren Auffindbarkeit und einer effektiveren Zielgruppenansprache bei.

Darüber hinaus sollten bei der Registrierung jene neuen gTLDs berücksichtigt werden, die den Ruf des Unternehmens oder der Marke besonders leicht beschädigen können. Entsprechende Gefahr geht zum Beispiel von “Meinungs-gTLDs” aus (z. B. .sucks) und von Erotikendungen (z. B. .porn oder .sex). Außerdem hat sich gezeigt, dass Cybersquatter oft auch Domains nutzen, die zwar bereits vorhanden, aber weniger gebräuchlich sind. Hierzu zählen etwas .asia, .biz, .info, .jobs, .mobi und .pro. Mit einer Registrierung dieser Domains können Unternehmen den Online-Kriminellen zuvorkommen und Schäden abwenden.

Moderne Online-Strategien: Veränderungen erfordern Fachwissen

Die oben angeführten Beispiele zeigen, dass außer der Suchmaschinenoptimierung, die schon schwierig genug ist, auch ein gutes Domain-Namen-Management zu einer modernen Online-Strategie gehört. Nur so können Unternehmen Interessenten und Kunden schneller auf ihre Seiten führen und Eigentumsrechte und Image schützen. Mit den Planungen sollte dabei nicht zu lange gewartet werden, denn die Veränderungen kommen sicher, und Cyberkriminelle werden schnell mehr und mehr der noch freien Domains besetzen.
Bei aller Eile darf die Strategieentwicklung jedoch auch nicht über das Knie gebrochen werden, müssen Chancen und Risiken mit einem Blick auf Kosten und Nutzen abgewogen werden: Welche Namens-Begriffs-Kombinationen sollten als Domain registriert werden? Soll eher in eine aktive oder defensive Strategie investiert werden oder in beides? Wie sieht es mit der Beobachtung relevanter Registrierungstrends aus? Was machen zum Beispiel die Wettbewerber?

Unternehmen, denen die Möglichkeit fehlt, sich selbst fachlich kompetent mit der Thematik auseinanderzusetzen, können sich Expertenwissen ins Haus holen. Dienstleister, die sich auf Online-Markenschutz und Domain-Namen-Management spezialisiert haben, kennen den Markt nicht nur. Sie können ihn auch beobachten und bei relevanten Entwicklungen in Abstimmung mit ihrem Kunden schnell passende Schritte realisieren. In jedem Fall sollten Unternehmen auf die Chancen und Risiken der neuen gTLD reagieren.

Im Geschäft mit den neuen Top-Level-Domains (TLD) sind vor allem große US-Firmen aktiv. Die Zahl der deutschen Bewerber ist überschaubar. Ein Überblick.

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