Google kauft Start-up Polar

12.09.2014, 14:25

Google investiert in sein soziales Netzwerk Google+. Das Unternehmen legt sich jetzt Polar zu, ein Start-up, das Umfrage-Technologie entwickelt, die dem Netzwerk zu Gute kommen könnte.

(Quelle: Shutterstock.com/Twin Design)

Ist es ein Versuch, an Facebook anzuschließen? Google hat das Developer-Start-up Polar übernommen, das Technologie zum Erstellen von Umfragen via Mobile bereitstellt. Über den Kaufpreis wurde bisher noch nichts bekannt, aber nach Informationen des Wall Street Journals handelt es sich vor allem um eine Talentübernahme, die den Gründer von Polar, Luke Wroblewski, und sein Team zu Google+ bringen wird.

Bei Google sollen die Polar-Entwickler im Google+-Team dafür sorgen, das soziale Netzwerk mobil zu optimieren. Polar selbst dagegen soll bis Ende des laufenden Jahres den Support für sein Programm abstellen. Es dürfte interessant werden, welche Impulse die neuen Teammitglieder dem Social Network geben können. Der Kauf von Polar deutet immerhin darauf hin, dass Google sein soziales Netzwerk noch nicht aufgegeben hat und nach wie vor bereit ist, in die Weiterentwicklung zu investieren.

Nach dem Weggang von Google+-Chef Vic Gundotra im Frühjahr 2014 hatte es bereits so ausgesehen, als ob Google sein Netzwerk aufgegeben habe. Gestern hatte Google bereits die Einführung von kostenlosen Anrufen über seine Google+ Hangouts bekannt gegeben.

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Der Heiratsmarkt im Internet

12.09.2014, 13:30

Auf rund 17.500 Euro summiert das Statistische Bundesamt die Durchschnittskosten einer Hochzeit: Mit dem schönsten Tag im Leben machen Händler und Portalbetreiber beste Geschäfte.

(Quelle: Shutterstock.com/Ukraine Sonechko)

Kieselsteine, auf die Gäste Glückwünsche schreiben, Wunderkerzen in Herzform, Kristalle für die Tafel, Aufmerksamkeiten für die Gäste, Einladungs-, Tisch-, Menü-, Dankes- und andere Karten, Blumen, Kerzen und Servietten: Damit der Hochzeits- zum schönsten Tag des Lebens wird, gibt es vieles, was ein Paar bedenken – und noch mehr Dinge, die es kaufen sollte: “Auf diesem Tag lastet ein enormer Druck, bei einer Hochzeit darf nichts schiefgehen”, sagt Sylke Mann, Mitgründerin des Portals Weddix.de. Konkurrent Mathias Krüger, Geschäftsführer von Hochzeitsplaza, ergänzt: “Bei allen positiven Emotionen – Heiraten ist ein ernstes Thema.”

Weil sie nichts falsch machen wollen und um sich perfekt gemeinsam zu präsentieren, sind Paare sehr empfänglich für Vorschläge zu Kleidung, Ausstattung und Abläufen – und investieren immer mehr Geld und Zeit in ihr Fest: Auf rund 17.500 Euro summiert das Statistische Bundesamt die Durchschnittskosten einer Hochzeit. Bei etwa 380.000 Eheschließungen im Jahr kommen so gut sechs Milliarden Euro zusammen: Ein Markt, den Dienstleister und Händler zunehmend auch im Internet bedienen. Zumal sie online ohne größeren Aufwand noch die rund 150.000 bis 200.000 Hochzeiten in Österreich und der Schweiz ausstatten können. “Es gibt einige Hochzeits-Shops online”, sagt Christian Heumann, der Anfang 2014 den Deko-Shop Flairelle startete. “Noch wird wenig bestellt, aber das ändert sich gerade sehr schnell.”

Die meisten Online-Hochzeitsangebote setzen auf eine Mischung aus Handel, Community und Inhalten, die sie für die Werbevermarktung und die Vermittlung von regionalen Händlern und Dienstleistern nutzen. Marktführer ist Weddix.de, das die ehemalige Otto-Managerin Sylke Mann mit ihrem Mann Thoralf im Jahr 2000 als Portal aufbaute und um einen Shop für Papierwaren und Dekoartikel ergänzte. “Eine reine Informationsplattform reichte damals nicht aus”, erzählt sie. “Die Branche wird von Familienunternehmen getrieben, bei denen das Werbegeld nicht locker sitzt und die anfangs nicht bereit waren, neben der Homepage auch noch in Online-Werbung zu investieren.”

Das Geschäftsmodell aus Verkauf und Partnerprogrammen zahlt sich aus – und wird daher auch gern imitiert. Flairelle ist gerade dabei, sein Angebot aus Dekoartikeln und Papeterie um redaktionelle Inhalte und Affiliate-Programme zu ergänzen. Laut Similarweb zieht Weddix pro Monat rund 300.000 Besucher an, nach Schätzungen des EHI Retail Instituts aus Köln erwirtschaftete das Hochzeitsportal mit Handelseinnahmen, Werbevermarktung und Vermittlungsprovisionen 2012 einen Umsatz von knapp 14 Millionen Euro. Weddix beschäftigt am Stammsitz Haar bei München inzwischen 30 Mitarbeiter: “Der Eintritt in den Hochzeitsmarkt ist nicht so einfach, er braucht Zeit und Erfahrung”, so Sylke Mann, “aber die Zielgruppe ist extrem spannend, weil sie hohe Ansprüche an Liefertreue und Service hat.”

Es sind vorwiegend Frauen, die eine Hochzeit vorbereiten. Sie schätzen persönliche Beratung, den Austausch in Foren und Chats – für die Portale eine Quelle für neue Ratgeber- und Trendthemen – und die Empfehlung von Dienstleistern online oder vor Ort. Hochzeitsplaza, eines der wenigen reinen Informationsportale, stellt für die Planung ein gutes Dutzend Online-Tools bereit, etwa zum Erstellen einer Hochzeits-Site, von Wunsch-, Check-, Gästelisten oder zur Koordination von Dienstleistern.

Dreh- und Angelpunkt sind wie bei allen Portalen Branchenbücher, in denen stimmungsvolle Lokalitäten für den schönsten Tag, aber auch Fotografen, Kosmetikerinnen, Floristen, Musiker und Brautmodestudios verzeichnet sind. “Wir suchen bekannte Partner, die Qualität und Markenimage auch regional bieten können”, erklärt Krüger. Einzelhändler und Dienstleister können sich auf den Portalen kostenlos eintragen, für eine bevorzugte Darstellung und für die Vermittlung von Interessenten und Kunden werden danach Provisionen fällig.

“Der Hochzeitsmarkt ist sehr stark regionalisiert”, berichtet Mann. Paare buchen Dienstleister fürs Fest am liebsten dort, wo dieses stattfindet. Anzug und Brautkleid werden vor Ort gekauft. “Die Kleider werden nach individuellen Maßen gearbeitet, das ist viel zu aufwendig online zu organisieren”, sagt Heumann. Brautmode- und Designstudios organisieren daher das Anpassen der Traumroben als Event unter Freundinnen oder mit Müttern, und so beschränken sich die Portale auf die Empfehlung von und die Terminvermittlung bei ihren regionalen Partnern.

Doch auch hier beginnen sich Traditionen aufzulösen: Preisbewusste Frauen bestellen ihr Abend- wie auch das Brautkleid online. Für 75 bis 300 Euro bietet Lightinthebox Dutzende Modelle an – inklusive der Anpassung auf persönliche Maße. Das Unternehmen mit Sitz in Seattle und Peking verkauft in 26 Ländern und erreicht knapp 31 Millionen Besucher pro Monat.

Junge Familien – die lukrative Perspektive

Interessante Kunden sind Brautleute jedoch nicht nur, weil sie ein aufwendiges Fest planen. Es geht danach noch lange weiter mit dem Bedarf an Konsumgütern: The Knots, das US-amerikanische Vorbild vieler Hochzeitsportale, weist den lukrativen Wachstumspfad. 1997 gestartet, erwuchs aus dem Portal ein börsennotiertes Unternehmen, die XO Group, nach eigenem Bekunden ein “Lifestage-Konzern”. Dieser widmet sich der Hochzeit und den folgenden Lebensphasen des Paares: Für The Bump wurde das Modell aus Ratgeber, Anbietervermittlung und Handel auf das Thema Schwangerschaft, Kinder, Erziehung und Bildung übertragen, für The Nest auf die Felder Hausbau, Wohnen und Leben.

2013 setzte das Unternehmen mit seinen Portalen, Magazinen, Apps und Shops rund 134 Millionen Dollar um. Ein großer Batzen aus den Erlösen entfällt auf Werbung und Vermittlungen. Der Erfolg von The Knots, die Ausbauchancen sowie der wachsende Milliardenmarkt rund um die Ausrichtung des ersten Familienfestes zieht auch Investoren an: Bauten die Manns Weddix ohne Fremdkapital auf, entstand Hochzeitsplaza 2010 bei der Beteiligungsgesellschaft Hanse Ventures in Hamburg. Sie baute das Angebot von Wedding.de des Suchmaschinenspezialisten Artaxo zum Informationsportal aus. Beim vorerst jüngsten Branchenspross Shopandmarry ist die Porsche-Tochter Mieschke Hofmann und Partner beteiligt, ein IT-Dienstleister des Autoherstellers aus Stuttgart.

Sevenventures, Investment-Arm von Pro Sieben Sat1, hat gerade in Flairelle investiert und den Aufbau des Start-ups aus Hannover mehrere Monate begleitet. Über Partnerschaften mit dem Event-Portal des Münchner Senders Mydays sowie dessen Reiseangeboten Weg.de, Ferien.de oder Tropo.de kann der Shop sein Angebot um Reisen für die Flitterwochen anreichern.

Seit dem Start im Januar wachsen die Einnahmen stetig, zurzeit liegen sie bei 30.000 Euro im Monat. “Unsere Kunden sind im Schnitt 30 Jahre alt, wohnen mehrheitlich in kleineren Städten oder auf dem Land”, berichtet Mitgründer Heumann. „Fast die Hälfte von ihnen kauft inzwischen mobil ein.“ Das ist die nächste Herausforderung der Online-Hochzeiter: die langweiligen, statischen Seiten zu mobilisieren und endlich so opulent und stimmungsvoll zu gestalten wie ein unvergessliches Hochzeitsfest.

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Facebook hört bei Werbung auf Nutzer-Feedback

12.09.2014, 12:49

Welche Anzeigen welchem User in Facebook angezeigt werden, bestimmen Algorithmen. Diese verändert das Network nun so, dass User-Feedback einen stärkeren Einfluss auf die Werbeeinblendungen bekommt.

(Quelle: Facebook.com)

Eigentlich nichts Neues: Ob ein Nutzer bereits einmal eine Anzeige ausgeblendet hat oder nicht, war auch bisher schon bei Facebook ein Kriterium dafür, ob eine Ad den entsprechenden Nutzern eingespielt wurde. Doch das Netzwerk will künftig nicht nur berücksichtigen, ob ein User eine Anzeige bereits einmal versteckt hat, sondern auch warum. Dazu fragt das Unternehmen seine Besucher ab sofort nach der Motivation, nachdem diese Anzeigen verdeckt haben.


So fragt Facebook nach Feedback

(Quelle: Facebook.com)

Nutzer-Feedback bekommt somit einen praktischen Nutzen für die User. Facebook will außerdem solchen Rückmeldungen mehr Gehör schenken, die von Nutzern kommt, die nur selten Feedback geben. Anzeigen, die als anstößig oder unpassend markiert werden, sollen ganz von der Webseite und aus der App veschwinden.
Mit den Anpassungen des Algorithmus will Facebook dafür sorgen, dass mehr relevante Ads in den Newsfeed kommen – und insgesamt weniger Anzeigen verborgen werden. Die Werbekunden beruhigt Facebook in seinem Blogbeitrag: “Die meisten Advertiser werden keine Veränderungen in der Auslieferung ihrer Anzeigen oder der Performance auf Facebook wahrnehmen.”

Im Juli 2014 hatte Facebook die Kampagnenbearbeitung für Anzeigen im Netzwerk mobil gemacht. Daneben bemüht sich das Unternehmen derzeit verstärkt um die Weiterentwicklung von Video-Werbung in seinem Social Network.

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Paradigmenwechsel in der Medienwelt

12.09.2014, 11:44

Werbungtreibende wollen unabhängiger von externen Dienstleistern werden und bauen sich Kompetenzen inhouse auf. Was dabei mit klassischen Agenturen passiert, diskutierte der dmexco Media Summit.

(Quelle: Fotolia.de/sdecoret)

“Früher war nicht alles besser, aber alles anders” stellte Moderator und Geschäftsführer von tk one Thomas Koch zu Beginn des National Media Summits auf der dmexco fest. Das zeigt sich vor allem im Kampf um die Media-Milliarden in einer zunehmend digitalisierten Medienwelt. Vor allem beim Thema automatisierter Werbeeinkauf wollen Unternehmen und Advertiser unabhängiger von Mediaagenturen werden und bauen sich entsprechende Kompetenzen inhouse auf. Wie sich die Machtverhältnisse verschieben, diskutierten dabei Georg Berzbach, COO GroupM, Matthias Dang, Managing Director IP Deutschland, Peter Würtenberger, CMO Axel Springer SE, Alwin Mahler, Managing Director DACH Partner Business Solutions bei Google, und Andreas Nassauer, Head of Group Media bei der Deutschen Telekom.

Für Koch existiert dabei das alte Media-Dreieick – Werbungtreibender, Mediaagenturen, Publisher – nicht mehr. Ersetzt wurde es durch ein “Viereck”, neu mit dabei Google und soziale Netzwerke, die zu eigenständigen Operateuren werden und sich als Agenturen und Publishern anbieten und einen nie dagewesenen Zugang zu Nutzern ermöglichen. Für Koch verlieren in dieser Konstellation die Medien Einfluss und Mediaagenturen werden überflüssig.

Dem widerspricht naturgemäß GroupM-COO Berzbach. Für ihn müssen sich die Agenturen umorientieren. Diejenigen, die sich dem automatisierten Werbehandel anpassen, werden für ihn weiter Bestand haben. Laut Berzbach werden sich allerdings die Arbeitsaufgaben wandeln, weniger manuelle Arbeit, dafür mehr Beratung. Agenturen werden zu Sychronisatoren, die Daten intepretieren und sie dem Kunden erklären. Mediagenturen sind für ihn künftig diejenigen, die den Überblick behalten werden und die bestmögliche Kommunikationsstrategie für Kunden erarbeiten.

Als “Zahlmeister der Nation” sieht sich in diesem Gefüge der Werbekunde Telekom, vetreten durch Andreas Nassauer, nicht. Seiner Meinung nach bestimmt derjenige, der zahlt und so ist es das Ziel der Telekom, entsprechend Reichweite und Qualität für das eingesetzte Geld zu bekommen. Dazu gilt es, die Kanäle und Gattungen zu wählen, die das bieten können und dem Content sowie der Marke das passende Umfeld garantieren können. Laut Nassauer ist Mobile zum Beispiel für die Telekom in Sachen Marketing dabei noch verhälltnismäßig wenig relevant. Die Telekom selbst setzt inzwischen aber auch nicht mehr nur auf externe Kompetenz und hat beispielsweise erst jüngst eine eigene Agentur für Content Marketing, “The Digitale”, gegründet.

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Yahoo drohten 250.000 Dollar Strafe täglich

12.09.2014, 11:15

Mit der Androhung einer millionenschweren Geldbuße haben US-Behörden den Portal-Betreiber Yahoo angeblich dazu gezwungen, Nutzerdaten preiszugeben. Selbst der Gang vor Gericht half dem Konzern nichts.

(Quelle: Shutterstock.com/Ken Wolter)

Daten her – oder es wird richtig teuer: Die US-Regierung soll Yahoo in den Jahren 2007 und 2008 unter Druck gesetzt haben, mit der Androhung einer Geldstrafe in Höhe von 250.000 US-Dollar – pro Tag. Der Konzern gab schließlich nach und lieferte Daten für das NSA-Spähprogramm Prism. Das zitiert die “Washington Post” aus Gerichtsunterlagen, die bislang unter Verschluss gehalten und nun freigegeben wurden.

Demnach versuchte Yahoo, sich gegen die Überwachungsmaßnahmen der US-Regierung zu stemmen und die Gesetze dazu vor dem Geheimgericht Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) anzufechten. Ohne Erfolg – und mit weiteren Folgen: Die Niederlage des Konzerns führte dazu, dass sieben andere Firmen beim Spähprogramm Prism des Geheimdienstes NSA mitmachen mussten. Damit wurden Millionen von Nutzerdaten gesammelt.

Die Öffentlichkeit erfuhr im Juni 2013 durch den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowdon von dem Spähprogramm, mit dem die US-Behörden FBI und NSA auf Serverdaten großer Konzerne – neben Yahoo unter anderem auch Apple, Facebook, Google und Microsoft – zugegriffen haben. Laut den Behörden wurde das Prism-Programm 2011 eingestellt.

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Amazon erweitert Trade-In-Service

12.09.2014, 10:58

Der Online-Marktplatz Amazon hat seinen Trade-In-Service für Endkunden erweitert und nimmt jetzt auch gebrauchte Mobilfunk-Hardware wie Smartphones, Tablets oder Feature Phones in Zahlung.

(Quelle: Amazon)

Amazon hat sein bereits bestehendes Trade-In-Programm, das bisher für Bücher, DVDs, Spiele und Blu-rays gilt, erweitert und nimmt ab sofort auch gebrauchte Mobilfunk-Hardware wie Feature Phones, Smartphones und Tablets in Zahlung.

Endkunden des Online-Marktplatzes erhalten dabei je nach Zustand des Geräts eine Gutschrift auf ihr Kundenkonto – für Amazon-Student-Mitglieder gibt es noch einmal 20 Prozent auf den Wert ihres Gebrauchtgeräts on top. Die Altgeräte müssen zuvor zur Prüfung durch das Unternehmen eingeschickt werden, die Versandkosten hierfür trägt Amazon.

Erst Anfang August hatte der Online-Händler seine Regelung für die Versandkosten geändert – nach zwölf Jahren. Künftig fallen bis zu einem Bestellwert von 29 Euro Gebühren an, bislang lag die Grenze bei 20 Euro.

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Nestlé auf der dmexco

12.09.2014, 10:11

Die Digitalisierung zwingt Unternehmen dazu, sich von alten Denkmustern zu verabschieden. Dennoch gibt es zeitlose Grundsätze, die eine Marke nicht aufgeben sollte, meint Tom Buday von Nestlé.

Was macht der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern auf einer Digital-Messe? Tom Buday, Global Head of Marketing an Consumer Communication, erklärte auf der dmexco in Köln, welche Bedeutung das Internet für das Unternehmen hat und welchen Grundsätzen der Konzern beibehalten muss, um eine starke Marke zu bleiben.

1. Es geht um Menschen und Haustiere

Nicht Konsumenten oder Produkte stehen im Mittelpunkt. Vielmehr gehe es um einen “ganzheitlichen Ansatz”, so Buday, eine “einfache Vision”, um das Leben von Menschen und Tieren – sofern diese das Glück haben, Haustiere zu sein – mit Nahrung zu verbessern. Der Schokoriegel “Kitkat” etwa habe die Aufgabe, Konsumenten während ihrer Pausen ein “großes Lächeln” zu bringen. Zudem sei der Riegel in jeder Hinsicht ein “sehr mobiles Produkt”: Kitkat dient auch als Namenspate für eine Version des Google-Betriebssystems Android, Nestlé ist dazu eine Markenpartnerschaft mit dem Internetkonzern eingegangen.

2. Die Qualität der Message ist am wichtigsten

Je ausgereifter die Technologien seien, desto wichtiger werde es für Firmen, auf die Qualität zu achten, mit der sie eine Message verbreiten wollten. Als ein gelungenes Beispiel nennt Buday die Marketing-Kampagne “Face to Friends”, in der ein Mann Facebook-Freunden, die er schon lange nicht mehr gesehen hat, eine Tasse Kaffee im “Real Life” vorbeibringt. Das Online-Video hat es auf über acht Milllionen Views geschafft und mehrere Tausend Nachahmer gefunden.

3. Engagement ist ein Ermöglicher, kein Ergebnis

“Content ist nicht King für uns”, sagt Buday, aber er helfe dem Unternehmen bei seinem Ziel, “das Leben einfacher und besser zu machen”. Cat Content geht immer, dachte sich da wohl auch Nestlé, und erarbeitete gemeinsam mit der Onlineplattform BuzzFeed das Werbevideo “Dear Kitten” für den Katzenfutterhersteller Friskies. Das Video hat es auf mehr als 15 Millionen Views auf Youtube geschafft.

4. Sicher ist nicht mehr sicher

Bei Marketingverantwortlichen gebe es eine Tendenz, Kreativität zugunsten der Sicherheit zu opfern, so Buday. Für Nestlé zähle aber alleine die “relevante Kreativität”. Diese zeichne sich durch “emotionale Kraft” und Überraschungseffekte aus. Zu viel Sicherheit führe dagegen zu langweiligen und tristen Ergebnissen.

Trotz des erklärten Anspruchs Nestles, das Leben von Menschen und Haustieren zu verbessern, warfen Kritiker dem Konzern unter anderem “Ausbeutung und Kindersklaverei” sowie die Durchführung von Tierversuchen vor. Zu einem Social-Media-Skandal hatte ein Greenpeace-Angriff auf die Facebook-Fanseite von Kitkat wegen der Verwendung von nicht nachhaltig produziertem Palmöl geführt.

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eBay will mobiles Werbenetzwerk starten

12.09.2014, 9:01

Mit 4,6 Millionen aktiven Usern täglich verfügt eBay über eine große Nutzergemeinde seiner App. Und sieht darin ein gute Basis für ein eigenes Werbenetzwerk. Noch dieses Jahr soll es damit losgehen.

(Quelle: eBay.com)

Werbung ist eigentlich nicht eBays Kernprodukt. Doch aus der Beliebtheit seiner Seiten und Apps will das Unternehmen jetzt einen weiteren Nutzen ziehen – mit In-App Mobile Advertising. Im vierten Quartal 2014 will eBay mit seinem mobilen Werbenetzwerk an den Start gehen. Das kündigte das Unternehmen jetzt auf einer eigens eingerichteten Webseite an.

“Zum ersten Mal geben wir euch die Gelegenheit, mit eBay-Nutzern während ihrer gesamten Customer Journey in Kontakt zu treten”, so eBay. Das Unternehmen verspricht, Anzeigen auf allen mobilen Geräten einzublenden und Werkzeuge zum zielgenauen Einstellen von Werbeeinblendungen bereit zu stellen. Der Vorteil für die Werbekunden sei, dass sich die Nutzer der mobilen eBay-App einloggen müssen – und eBay daher genau weiß, welche Nutzer welche Kaufinteressen bisher verfolgt haben. Daraus können Schlüsse für das Targeting gezogen werden.

Verschiedene Statistiken auf der Webseite geben einen Einblick in die Nutzungsdaten von eBays mobilen Apps. So sind nach Firmenangaben mobile Geräte an 40 Prozent aller eBay-Kaufvorgänge beteiligt. Nutzer verbringen im Monat durchschnittlich 150 Minuten mit der eBay-App.

Zuletzt hatte der US-Konzern die Ausweitung seiner Kooperation mit dem Shopsoftware-Developer Prestashop angekündigt. In Deutschland wurde außerdem Anfang September 2014 Stefan Wenzel zum Geschäftsführer der eBay-Tochter brands4friends ernannt.

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Customer Journey Tracking

12.09.2014, 8:27

Welche Wirkung hat Fernsehwerbung auf das Verhalten der Nutzer im Internet? Tools für TV-Tracking verfolgen die Customer Journey vom Fernseher ins Web.

Der Fernseher läuft, der Laptop liegt auf den Knien. Im TV wird eine Werbung ausgestrahlt. Der Zuschauer gibt in sein mobiles Gerät die URL des Werbungtreibenden ein oder sucht bei einer Suchmaschine nach der Marke. Ein Szenario, das heute keine Seltenheit, sondern fast Alltag geworden ist. Doch welcher TV-Spot, zu welcher Zeit, auf welchem Kanal, in welchem Umfeld erzielt die beste Wirkung? Wie viele Suchanfragen nach Marke, Produkt oder Aktion löst ein TV-Spot aus? Veranlasst die Werbung die Zuschauer zu bestimmten Aktivitäten im Web?

Antworten auf diese Fragen versprechen die TV-Tracking-Lösungen verschiedener Anbieter. Webanalyse-Dienstleister und Performance-Spezialisten haben diverse Tools entwickelt, die vor, während und nach der Ausstrahlung eines TV-Spots das Nutzerverhalten auf Websites messen und vergleichen.

So unterschiedlich die technischen Lösungen der Anbieter auch sind, so sehr ähneln sie sich in ihren Anwendungsszenarien. Wer TV-Tracking nutzt, will in erster Linie seine eigenen TV-Werbeaktivitäten optimieren. Eine weitere Möglichkeit ist die digitale Verlängerung von TV-Kampagnen, Stichwort Second Screen. So könnte beispielsweise eine Marke in den ersten Minuten nach Ausstrahlung des Fernsehspots im Internet punktuell besonders präsent sein – in Suchmaschinen oder auf Facebook. Hier ein Überblick über die Ansätze für TV-Tracking und die Verlängerung von Kampagnen ins Web:

AT Internet

AT Internet arbeitet mit verschiedenen Technologien zur Erkennung von Daten. Eine davon ist die Automated-Audio-Recognition-Technologie, die in Kooperation mit dem Münchner Spezialisten Wywy angewendet wird. Die über den TV-Audiokanal gewonnenen Erkennungsdaten – welches Programm läuft gerade, welcher Spot hat begonnen – überträgt Wywy an die Webanalyse-Lösung von AT Internet. In die Analyse fließt dann ein, wie eine Fernsehwerbung in den entsprechenden digitalen Kanälen wirkt.

Das Tool misst und vergleicht etwa Klicks, Pfade und Customer Journeys, Suchmaschinenanfragen, Brand Traffic und direkten Traffic. Möglich wird das über eine Datensegmentierung. Besucher sind über Browser-Cookies wiederzuerkennen, sobald sie die Website erneut besuchen. Kauft der Besucher zu einem späteren Zeitpunkt auf der Website etwas ein, kann das System diese Conversion einem TV-Spot zuordnen.

Frank Piotraschke, Country Manager von AT Internet, erklärt den Nutzen des Systems: “In unserem Webanalyse-Tool ‘Analyzer III’ sehen Werbungtreibende, welche Sendezeiten, Sender und Werbemotive die meisten Besucher auf die Seiten bringen.”

Der Babybedarf-Versender Windeln.de hat beispielsweise mit AT Internet den Return-on-Investment einzelner TV-Spots gemessen und daraufhin den eigenen Mediaplan in puncto Sender, Spot-Version und Sendezeit optimiert. Auch das österreichische Angebotsportal Wogibtswas.at hat kürzlich seine erste Fernsehkampagne mit der TV-Tracking-Lösung analysiert. Wogibtswas.at wollte herausfinden, ob der Werbespot “funktioniert” und wie seine Wirkung verbessert werden kann.

“Durch die Echtzeitanalyse wusste das Portal zum Beispiel, welche Sendeplätze sowie welche Wochentage und Uhrzeiten die besten Traffic-Zahlen zur Folge hatten”, sagt Andreas Schroeter, Gründer und CEO von Wywy. Seiner Erfahrung nach greifen etwa 80 Prozent aller Besucher, die durch einen Werbespot generiert werden, innerhalb der ersten 90 Sekunden nach dem Spot auf die Webseite des Werbungtreibenden zu.

etracker

Die Lösung von etracker heißt “TV Ad-Analyse”. Das Prinzip: Die Data Scientists der Etracker Data Labs ermitteln den sogenannten Uplift durch TV-Kampagnen – also den Anstieg der Besucherzahlen auf der Website. Olaf Brandt, Director Product Management, erklärt: “Um eine akkurate Messung der Wirkung von TV-Werbung vornehmen zu können, müssen fortschrittliche statistische Verfahren eingesetzt werden.”
Einfache zeitliche Zuordnungen seien wenig aussagekräftig. Unter Berücksichtigung der relevanten Stellschrauben in den Mediaplänen wie Sender, Umfeld oder Tageszeit könnten hingegen konkrete Optimierungen abgeleitet werden.

Die etracker-Lösung rechnet Traffic-Quellen heraus, die nicht durch das Fernsehen beeinflusst wurden. Dazu zählen beispielsweise Newsletter- oder Display-Kampagnen. Weiterhin werden Mediapläne und Besucher per Datenabgleich gegenübergestellt. Außerdem rechnet das Tool laut etracker sowohl Trend-, als auch Tageszeit-, Wochentag- und saisonale Effekte heraus.

Das Uplift-Monitoring schließlich bestimmt die Ausstrahlungszeitpunkte und berechnet den Uplift. Durch die Erfassung der Website-Daten liegen in der Regel vollständige Besuchersequenzen vor. Auf diese Weise wird ersichtlich, ob Nutzer die Produktseite angesehen und Produkte in den Warenkorb gelegt oder bestellt haben.

Booming

Die Performance-Marketing-Agentur Booming verknüpft mit ihren Produkten “TV triggered Search” und “TV synchronized Display” Online- und TV-Werbung. Die Search-Lösung erkennt die Ausstrahlung von TV-Spots und reagiert darauf unmittelbar mit automatischen Geboten auf relevante Suchbegriffe. Das von Booming eingesetzte TV-Monitoring arbeitet mit einem kombinierten Audio- und Video-Fingerprint und unterscheidet sich dadurch nach Angaben des Unternehmens vom TV-Monitoring anderer Anbieter.

Sobald ein Spot im TV läuft, wird ein Signal an das Google-Adwords-Konto gesendet, das eine Anpassung der Gebotsstrategie auslöst. Nach Ablauf des festgelegten Zeitfensters werden die Gebote wieder auf das Ausgangsniveau zurückgesetzt.

Bei “TV synchronized Display” kann per Real-Time Advertising die TV-Werbung ins Netz verlängert werden und erscheint als Display-Werbung zum Beispiel auf Facebook oder innerhalb des Google-Netzwerks. Mit definierten Erfolgskennzahlen wie Traffic oder Sales lässt sich analysieren, wie sich die einzelnen Faktoren einer Spot-Schaltung – beispielsweise Wochentag, Zeitschiene und Umfeld – auf den Erfolg auswirken.

hurra

Ähnlich wie Booming bietet die Performance-Agentur hurra Communication die Verbindung der TV-Werbung mit Online-Marketing-Maßnahmen an. Die “TV Ad Detection” der Stuttgarter erkennt in Echtzeit alle TV-Spots, die auf TV-Sendern laufen. In einem zweiten Schritt wird im Moment der Ausstrahlung ein digitaler Steuerimpuls an die Campaign-Tools von hurra gesendet. Diese lösen eine Verlängerung der Werbung ins Netz aus. Unter anderem über Real-Time Advertising wird dann Display-Werbung beispielsweise bei Facebook oder im Google-Netzwerk geschaltet.

Möglich ist auch die digitale Verlängerung in Form von Keyword Advertising in Google Adwords. Außerdem bietet hurra einen Uplift-Report, der die Effektivität der TV-Schaltung zum Beispiel auf Google oder Youtube misst und aufzeigt, welche Spots am effektivsten waren. Den Unterschied zur Booming-Lösung beschreibt Markus Schindler, Head of Sales und Marketing bei hurra: “Wir erheben, speichern und analysieren sämtliche Daten selbst und kaufen sie nicht von Drittanbietern.”

Weiterer Effekt: Die Tracking-Lösung verbindet Besuche auf der Seite mit Einkäufen innerhalb der Session sowie den Einkäufen, die in einer anderen Session stattgefunden haben.

intelliAd

Der Algorithmus für das TV-Tracking von intelliAd berechnet den Einfluss von TV-Spots auf die verschiedenen Online-Kanäle und legt dafür sekundengenau die echten Sendezeiten zugrunde. Neben den Klicks und Conversion Rates können über das TV-Tracking auch Umsatz und Return on Investment pro Werbespot und Sendezeit erfasst werden – nach Aussagen von intelliAd noch Tage nach der Ausstrahlung.

Die TV-Tracking-Software lässt außerdem Rückschlüsse auf die Wirkung von TV-Spots in der Customer Journey zu. So kann gemessen werden, wie ein TV-Spot den Gesamt-Traffic beeinflusst und welcher Uplift an Klicks und Conversions erzeugt wird. Der Unterschied zu anderen Lösungen: intelliAd gewichtet nach TV-beeinflussten Kanälen, Kampagnen oder Ad Groups sowie nach Kanälen, die nicht von TV beeinflusst wurden.

Der Münchner Technologiedienstleister hat mit dem Touristikanbieter Berge & Meer im Dezember 2013 eine Kampagne gefahren. Dabei wurde ersichtlich, dass die Einblendung der URL im TV-Spot allein oft nicht reicht. Vielmehr muss dem User der Nutzwert aufgezeigt werden, wenn er nach dem Anschauen des Spots online geht. Weiterhin sollte sichergestellt sein, dass der Nutzer die im TV-Spot gestartete Kommunikation direkt online wiederfindet.

Beispiel: Der TV-Spot bewirbt eine Indienreise, die aber in den Suchmaschinen oder auf der Homepage des Anbieters nicht sofort sichtbar ist. intelliAd-COO Mischa Rürup betont: “Mit TV-Tracking lässt sich genau errechnen, ob sich die Kosten für TV-Werbung lohnen beziehungsweise ob der ROI stimmt.” Nutzer-Tracking und der Einkauf von Display-Werbung in Echtzeit ermöglichen das Zusammenspiel von TV und Internet. Künftig dürfte die Abstimmung beider Kanäle noch ausgefeilter werden.

Wie sich der Medienbruch zwischen TV und Online beim Marketing überbrücken lässt, darüber hat sich auch die Media- und Kommunikationsagentur D.C. Media Networks Gedanken gemacht – und fünf Tipps erarbeitet, wie sich Werbewirkung und Media-Effizienz durch die Verzahnung von TV und Online deutlich steigern lassen.

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Mit Amazon der Konkurrenz voraus

12.09.2014, 7:42

Als Marktplatzpartner von Amazon erhalten Webhändler einige Hebel für mehr Erfolg. INTERNET WORLD Business erklärt, was Online-Händler bei der Artikelbeschreibung beachten müssen.

(Quelle: Shutterstock.com/Frank Gaertner)

Viele Versuche, auf Amazon erfolgreich zu verkaufen, scheitern bereits beim Einstellen des ersten Produkts. Dabei verbirgt sich dahinter keine Raketenwissenschaft. Sobald der Anmeldeprozess erfolgreich abgeschlossen ist, erhalten die Händler den Zugang zum persönlichen Amazon Seller Central. Existieren Produkte, die ein Händler auf Amazon verkaufen will, bereits auf dem Marktplatz, hat er die Wahl, seine Produkte manuell einzeln anzulegen oder in Form einer Textdatei aus der Warenwirtschaft zu importieren. Für Produkte, die es noch nicht bei Amazon gibt, muss der Händler allerdings eigenhändig Artikelbeschreibungen anlegen, die einer sogenannten ASIN zugeordnet werden.

Da der Amazon-Marktplatz EAN-Code-gesteuert ist, um eine Mehrfachlistung von Artikeln zu verhindern, sind für eine Neueinstellung auf Amazon EAN-Codes zwingend notwendig. Sollte der Händler diese für seine Produkte noch nicht besitzen, muss er sie sich über GS1 Germany besorgen. 1.000 solcher EAN-Codes kosten einmalig rund 230 Euro zuzüglich Mehrwert steuer. Darüber hinaus wird eine umsatzabhängige Nutzungsgebühr von 150 bis 450 Euro pro Jahr fällig. Jeder EAN-Code kann frei einem Produkt zugeordnet werden, ohne dass dies der Vergabestelle gemeldet werden muss. Die Händler müssen aber selbst den Überblick behalten, damit EAN-Codes nicht doppelt vergeben werden.

Ist der EAN-Code besorgt, geht es um die Produktdarstellung. Als Erstes muss ein aussagekräftiger und informativer Produkttitel gefunden werden, der in den Suchergebnislisten stärker zum Klicken einlädt als derjenige der Konkurrenz. Dabei sollten alle wichtigen Attribute (Marke, Produktbeschreibung, Produktlinie, Material, Farbe, Größe, Menge) klar und deutlich kommuniziert werden. So ist der Produkttitel “Bench Damen-Fleecejacke Funnelneck, schwarz” deutlich besser als die Variante „Total modische Jacke in vielen Farben von Bench mit 4 Taschen und Kapuze bei uns jetzt kaufen im Winter-Sale“.

Auch die Produktfotos entscheiden darüber, ob sich die Kunden einen Artikel näher anschauen. Als Faustregel gilt, dass die Fotos nichts zeigen sollten, was vom Produkt ablenkt. Dazu zählen zum Beispiel Hintergründe, Wasserzeichen, überflüssige Gegenstände oder Personen. Die Größe der Bilder sollte bei mindestens 500 x 500 Pixel liegen, die Auflösung bei 96 dpi.

Dieselbe Sorgfalt wie bei den Produktfotos sollten Händler auch bei der Produktbeschreibung anwenden. Vollständige, sachliche und überzeugende Produktbeschreibungen in ganzen Sätzen kombiniert mit Stichwortaufzählungen der wichtigsten Produktmerkmale sollen zum Kauf animieren. Mit einfachen HTML-Codes lassen sich Texte fetten, kursiv setzen oder Abstände gestalten, um Texte lesefreundlicher zu strukturieren. Und: Um in dem riesigen Sortiment von Amazon überhaupt gefunden zu werden, muss das Eingabefeld “Allgemeine Schlüsselwörter” als wichtig für den Erfolg erkannt werden. Händler sollten sich dafür in die Lage ihrer Kunden versetzen und überlegen, nach welchen Begriffen ein Kunde, der das von ihnen angebotene Produkt sucht, tatsächlich recherchieren würde.

Händler, die im Nachhinein keine bösen Überraschungen erleben wollen, sollten darauf vorbereitet sein, dass die Artikellistung auf Amazon auch einige rechtliche Probleme und Abmahnpotenziale birgt. So schreibt Amazon vor, dass die verschickten Produkte in allen Details den angelegten ASINs entsprechen müssen. Gleichzeitig gibt es Händler, die ASINs eigenmächtig abändern dürfen, ohne dass andere Händler, die ihre Produkte ebenfalls unter der ASIN führen, darüber informiert werden. Das hat zur Folge, dass diese dann Produkte verschicken, die den Artikelbeschreibungen nicht mehr ganz entsprechen.

Auch Produktbilder können Probleme bereiten: Wenn beispielsweise ein Händler, der das Produktbild hochgeladen hat, dafür überhaupt keine Berechtigung hat oder das Foto dem angebotenen Artikel nicht entspricht, können alle Händler, die ebenfalls dieses Produkt anbieten, unter Umständen sogar wegen Urheberrechtsverletzungen belangt werden.

Alle wollen in Amazons Buybox


Positive und negative Beispiele für Produkttitel auf Amazon

Sind alle Produkte auf den Amazon- Marktplatz geladen, haben Marktplatzpartner im Grunde nur ein Ziel: Sie wollen in Amazons sogenannte “Buybox”. Darunter versteht man die direkte Anzeige des Verkäufers beim Aufrufen eines Produkts. Doch wie genau der Algorithmus für diese Buybox funktioniert, ist eines der bestgehüteten Geheimnisse von Amazon. Grundsätzlich gilt, dass Händler 90 Tage nach der Anmeldung auf dem Marktplatz einige Verkäufe realisiert und überwiegend positiv abgewickelt haben sollten, um sich für das Einkaufswagenfeld überhaupt zu qualifizieren.

Darüber hinaus entscheidet auch der günstigste Preis inklusive Versandkosten über die Aufnahme in die Box. Allerdings erzielen Händler keinen Erfolg, wenn sie den Preis ihres Mitbewerbers nur um einen Cent unterbieten, da der Algorithmus dann noch nicht greift. Bei mehreren Anbietern mit demselben Preis entscheidet die Performance darüber, wer erscheint und wer nicht. Hier zeigt die Erfahrung, dass Händler bei Punkten wie Kundenzufriedenheit, Stornorate, Quote an verspäteten Lieferungen und Kontaktreaktionszeit zwei bis vier Prozent besser sein sollten als die Konkurrenz, um beim Amazon-Algorithmus berücksichtigt zu werden. Auch haben Händler, die ihre Produkte von Amazon verschicken lassen, eine bessere Chance auf die Top-Platzierung als Händler, die den Versand in Eigenregie abwickeln.

Um in Sachen Performance besser zu sein als die Konkurrenz, sollten Händler nur Produkte anbieten, die sie selbst auf Lager haben. Auch bei der Angabe der Stückzahlen in den Produktlisten empfiehlt es sich, Sorgfalt walten zu lassen. Wer sich darauf verlässt, dass Lieferanten im Notfall Lagerengpässe schnell beheben, ist unter Umständen verlassen.

Das Thema Kundenservice spielt für den Verkaufserfolg auf Amazon ebenfalls eine große Rolle. Der Abruf der Kundenzufriedenheitsstatistiken mehrmals täglich zählt daher zum täglichen Brot eines Amazon- Marktplatzpartners. Negative Bewertungen sollten die Händler zum Anlass nehmen, um aus einem unzufriedenen Kunden wieder einen zufriedenen zu machen. So besteht die Chance, dass ein Kunde seine negative Bewertung bei Amazon wieder zurückzieht.

Wenn Kunden bei Amazon einen sogenannten “A-bis-Z-Garantieantrag” gestellt haben, weil Ware vermeintlich nicht angekommen ist, Artikel in einem anderen Zustand als beschrieben geliefert wurden und eine Einigung mit dem Händler nicht herbeigeführt worden konnte, gilt es, sich schnell mit Amazon kurzzuschließen. Die Erfahrung zeigt, dass Amazon hier meist unparteiisch arbeitet. Wer als Händler einen funktionierenden Ablauf vorweisen kann, muss nicht befürchten, vom Marktplatz verstoßen zu werden.

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