Obst und Gemüse sind Mangelware im Web

18.08.2015, 8:11

Dem deutschen Online-Lebensmittelhandel fehlt die Frische. Wer seinen Einkauf vom Sofa aus tätigt, sucht Produkte wie Obst und Gemüse häufig vergeblich.

Eine Rarität im Online-Handel: Obst und Gemüse

(Quelle: Shutterstock.com/monticello)

Kein Schlange stehen, kein Suchen nach dem richtigen Regal: Der Kauf von Lebensmitteln im Netz ist bequem, aber das dort angebotene Sortiment reicht oft nicht aus, besonders wenn es um frische Lebensmittel geht – maximal ein Drittel der untersuchten deutschen Online-Lebensmittelhändler hat diese im Angebot. Zu dem Ergebnis kommt die Studie „Lebensmittel E-Commerce 2015“ des Forschungsinstituts EHI Retail Institute.

Obst und Gemüse haben demnach nur 21 Prozent im Angebot. Auch verderbliche Waren wie Käse (35 Prozent, Fleisch und Wurstwaren (33 Prozent) und frische Backwaren (24 Prozent) liefern weniger als die Hälfte der untersuchten Shops. Am rarsten sind frische Fische (14 Prozent) und Tiefkühlprodukte (10 Prozent), welche stationäre Supermärkte zu fast 100 Prozent im Angebot haben.

Haltbare Produkte liefert dagegen der Großteil der Lebensmittelhändler (63 Prozent). Auch Süßwaren und Snacks (59 Prozent) liefert über die Hälfte, Getränke immerhin 48 Prozent. Dabei beauftragen die meisten Shopbetreiber einen Logistikpartner, um ihre Waren an den Endkunden zu bringen. Mit Abstand beliebtestes Logistikunternehmen ist DHL, mit dem 77 Prozent der untersuchten Shops kooperieren. Mit großem Abstand folgen UPS (13 Prozent) und DPD (zehn Prozent). Die Anbieter Hermes (vier Prozent), Kurier (drei Prozent) oder GLS (zwei Prozent) nutzen nur wenige.

Insgesamt 250 Onlineshops hat EHI untersucht, die wurden in die Kategorien Fachhändler, Abohändler und Supermärkte eingeteilt. Der Händlertyp (Feinkosthändler, Süßwarenhändler, Biohändler etc.) wurde für jeden Shop definiert. Des Weiteren wurden die Warengruppen für jeden Shop bestimmt und viele weitere Merkmale zum Thema Lieferung und Kühlung untersucht.

Oft teuer, selten schön: Der Online-Lebensmittelhandel tut sich nach wie vor schwer, die stationäre Konkurrenz zu ersetzen. Ein Test der Redaktion zeigt: Eine wirklich funktionierende Alternative gibt es noch nicht.

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eBay optimiert Suchergebnisse

18.08.2015, 7:22

Intelligente Suche

eBay will seine Search-Funktion verbessern. Dazu entwickelt das Unternehmen eine intelligente Suche, die in der Lage ist, anhand der Suchanfrage genau zu wissen, was der Kunde will.

eBay optimiert Suchergebnisse

(Quelle: shutterstock.com/Radu Bercan)

Der Entwickler Hassan Sawaf ist Teamleiter der Entwicklungsabteilung bei eBay, die an einer intelligenten Suche arbeitet. Damit sollen Kunden mit einer Suchanfrage auch genau das finden, was sie suchen, erklärt Sawaf in einem Video. Hierfür nutzt eBay „maschinelles Lernen“ und künstliche Intelligenz, womit der Kunden und dessen Verhalten besser analysiert werden soll.

Die Herausforderungen für einen Marktplatz wie eBay sind enorm, denn die Bilder und Produktbeschreibungen werden von den Händlern verfasst und können somit nicht kontrolliert werden. Aus diesem Grund kombiniert eBay alle Informationen, angefangen vom Bild über die Beschreibung, bis zum Titel und dem User-Verhalten. Hierdurch sollen zum Beispiel Flips Flops, die in den USA verkauft werden, deutschen Kunden angezeigt werden. eBay möchte somit auch Suchanfragen ermöglichen, die unabhängig von Land oder Sprache sind.

Seit Juli straft eBay Verkäufer, die identische Produkte mehrfach auf dem Marktplatz online stellen, härter ab. Wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilte, werden solche Händler in der Kategorie „Beste Ergebnisse“ schlechter gerankt. Durch diese Maßnahme möchte der Online-Marktplatz erreichen, „dass die Artikelsuche bei eBay für Nutzer nicht durch identische Angebote erschwert wird“.
Im Herbst dieses Jahres bringt eBay sein Treueprogramm eBay Plus für Online-Händler an den Start. Die Anmeldung dafür ist nun gestartet. Dabei gibt es jedoch einige Voraussetzungen, die ein Händler erfüllen muss, um das Programm für sich nutzen zu können.

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Internetnutzung wird immer mobiler

17.08.2015, 14:17
Internetnutzung wird immer mobiler

(Quelle: Shutterstock.com/Stokkete)

Die Internetnutzung in Deutschland nimmt weiter leicht zu. In diesem Jahr informieren sich bereits 92 der deutschen Bevölkerung über das Internet. Im vergangenen Jahr waren es noch 90 Prozent, im Jahr davor 87 Prozent. Während die Internetnutzungsrate also nur noch langsam wächst, gibt es doch starke Veränderungen bei der Art der Nutzung. Notebook und PC, die früher am wichtigsten waren, verlieren immer mehr an Boden. Dafür werden Smartphone und Tablet wichtiger für den Zugriff auf das Internet, hat TNS Infratest herausgefunden.


Online-Wandel: Die Internetnutzung nimmt nur noch leicht zu, aber die Art der Nutzung ändert sich.

(Quelle: TNS Infratest)

Mittlerweile besitzen zwei von drei Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren ein Smartphone. Im Vorjahr waren es noch 59 Prozent, 2013 sogar erst 43 Prozent. 29 Prozent besitzen darüber hinaus auch ein Tablet. 2014 waren es 17 Prozent. Dadurch wird auch der Gerätepark in deutschen Haushalten immer umfangreicher: Aktuell sind dort 2,2 „Gerätetypen“ zu finden, also Smartphones, Notebooks/PCs beziehungsweise Tablets. 2011 waren es durchschnittlich 1,3 Gerätetypen.

Eine weitere Veränderung hat sich auch bei der Online-Zeit ergeben: 33 Prozent wird mit dem Smartphone verbracht und 9 Prozent mit dem Tablet. Mit Notebook beziehungsweise PC sind es nur noch 52 Prozent – im Vorjahr waren es noch 63 Prozent. Wenig erstaunen dürfte die Tatsache, dass es vor allem jüngere Menschen sind, die immer stärker auf Computer verzichten. Sie verbringen 50 Prozent ihrer Online-Zeit mit dem Smartphone und nur 39 Prozent auf PC/Notebook. Bei den 50- bis 64-Jährigen sind es dagegen 19 respektive 64 Prozent.

Die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte führt auch dazu, dass die im Internet privat verbrachte Zeit weiter wächst. Sie beträgt nun rund 106 Minuten täglich. Im vergangenen Jahr waren es noch 93 Minuten.
Für die repräsentative Studie hat TNS Infratest nach eigenen Angaben 1.502 Personen in Privathaushalten befragt.

Der User ist Mobile, Werbung muss es auch sein: Den Status Quo von mobiler Werbung, was die richtigen Formate sind und warum bei Mobile Adblockern gilt: „Viel Lärm um nichts“, erklärt Dirk Kraus, Gründer und Vorstand der Yoc AG.

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Apple will Zugang auf Testgelände für selbstfahrendes Auto

17.08.2015, 13:07

Nicht nur Google, auch Apple fokussiert sich zunehmend auf ein eigenes Auto. Neuen Berichten bewirbt sich der Konzern nun um den Zugang zum GoMentum Station – dem größten Testgelände der Welt.

Apple will Zugang auf Testgelände für selbstfahrendes Auto

(Quelle: shutterstock.com/with God)

Bereits seit Längerem investiert Apple jede Menge Geld und Personal in ein Projekt aus dem Bereich Elektrofahrzeuge. Dazu soll der Konzern von diversen Autobauern hunderte Mitarbeiter abgeworben haben, die gemeinsam an einem Elektro-Auto, Projektname „Titan“, arbeiten. Nun befeuern neu entdeckte Dokumente die Gerüchte.

Dem Guardian liegt offenbar ein Schreiben vor, in dem Apple sich um den Zugang zu einem Testgelände bewirbt. Das Areal namens GoMentum Station liegt in einer früheren Militärbasis in der Nähe von San Francisco und wurde bereits von einigen anderen Autoherstellern wie Mercedes und Honda genutzt. Diese hatten mit selbstfahrenden Autos experimentiert.

Es besteht aus einer abgeschirmten Fläche mit rund 32 Kilometern an Straßen und Autobahn-Abschnitten. Nach eigenen Angaben ist es das größte Testgelände der Welt. GoMentum Station hat laut der Financial Times die Anfrage von Apple bestätigt.

Connected Cars hieß auch eins der heißesten Themen der Elektronikshow CES im Frühjahr 2015: Autos, die via Mobilfunk mit dem Internet verbunden sind und dem Nutzer eine Vielzahl von digitalen Services bieten. Jetzt erfüllt der Volkswagen-Konzern seinen Part: Im Modelljahr 2016 sollen nahezu alle neuen VWs mit einemIn-Car-Entertainment-System ausgestattet werden, das sowohl mit Android Auto als auch mit Apple Car Play kompatibel ist.

Auch die User scheinen gegenüber den neuen Autos aufgeschlossen zu sein: Denn warum sich noch selbst ans Steuer setzen, wenn man sich auch fahren lassen kann? Jeder dritte Deutsche hält es für vorstellbar, sich von einem selbstfahrenden Auto kutschieren zu lassen.

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Abstimmung: Routerzwang wird abgeschafft

17.08.2015, 12:13

Strittige Regelung

Das Bundeskabinett hat einen vom Wirtschaftsministerium vorgelegten Gesetzentwurf beschlossen, der Kunden in Zukunft zur freien Wahl bei ihrem Breitband-Router verhelfen soll.

Abstimmung: Routerzwang wird abgeschafft

(Quelle: JacobST Shutterstock)

Bereits seit Jahren läuft zwischen Herstellern und Breitbandanbietern eine hitzige Debatte über den sogenannten Routerzwang, bei dem die Anbieter ihren Kunden vorschreiben dürfen, welchen Router sie verwenden müssen. Nun hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf abgesegnet, der eben das künftig verhindern soll.

Der vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegte Entwurf sieht vor, dass künftig ein sogenannter passiver Netzabschlusspunkt definiert wird, ab dem die Kunden ihr Wunschgerät einsetzen können. Zusätzlich werden die Anbieter verpflichtet, die für die Einrichtung des Internetanschlusses erforderlichen Daten uneingeschränkt dem Kunden zur Verfügung zu stellen.
Hält sich ein Breitbandanbieter nicht an diese Vorgaben, so kann er mit Geldbußen bis zu 10.000 Euro belegt werden, heißt es weiter. Noch ist es aber längst nicht so weit, denn zunächst muss auch der Bundesrat seine Zustimmung erteilen, und nach Inkrafttreten des Gesetzes soll es außerdem eine sechsmonatige Übergangsfrist für die Netzbetreiber und Provider geben.

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Comcast arbeitet an „Watchable“

17.08.2015, 11:05

Neue Video-Plattform?

Mit einer Video-Plattform will Comcast Facebook und Google etwas entgegen setzen – und eine Alternative zu Youtube im digitalen Werbebereich anbieten. Mit dabei sind bekannte Publisher.

Comcast arbeitet an

(Quelle: Fotolia.com/Thomas Jansa)

Mit seiner Set-Top-Box Xfinity streamt Comcast Filme und Fernsehprogramme auf Nutzerbildschirme. Nun will das Unternehmen sicher stellen, dass Facebook und Youtube in Sachen Video-Advertising nicht konkurrenzlos bleiben: Für seine geplante Video-Plattform Watchable holt sich Comcast namhafte Publisher an Bord. Darunter sind unter anderem bekannte Sender wie NBC Sports, aber auch Publisher wie The Onion oder Buzzfeed, sowie die Nachrichtenseiten Mic und Vice, berichtet Business Insider.

Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen Publisher ihre Videoinhalte über Watchable zum Streaming an Nutzer zur Verfügung stellen. Zunächst werden die Inhalte kuratiert und den Xfinity-Nutzern zugänglich gemacht; später soll jedoch das Videomaterial auch über IOS- und Android-basierte Geräte ausgeliefert werden. Für Publishers interessant: Watchable ist eine weitere Marketing-Plattform, mit der Online-Marken sich auch auf dem TV-Bildschirm präsentieren – und ihre Umsätze verbessern können.
Eine offizielle Bestätigung zu seinen Plänen mit Watchable hat Comcast bisher noch nicht ausgegeben. Der Kabelnetzbetreiber Comcast zählt zu den zehn erfolgreichsten Medienunternehmen der Welt laut einer Untersuchung von Mai 2015.

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NMG: Saskia Müller leitet Messen und Kongresse Internet

17.08.2015, 10:29

In eigener Sache

Neue Leitung im Event-Bereich: Saskia Müller wird Leiterin Messen und Kongresse Internet bei der Neuen Mediengesellschaft Ulm. Auch für die Weiterentwicklung neuer Formate wird sie zuständig sein.

NMG: Saskia Müller leitet Messen und Kongresse Internet

Saskia Müller übernimmt den Bereich „Messen und Kongresse Internet“ bei der Neuen Mediengesellschaft Ulm (NMG).
Die 39-jährige Kommunikationsexpertin leitet ein Team von zehn Mitarbeitern, mit dem sie die Internet World Messe, Social Media Conference, Online B2B Conference, ecommerce conference, das Online Marketing Forum und den Smart Data Summit umsetzt.

Außerdem soll Müller neue Veranstaltungsformate und Konferenzthemen für die Zielgruppe Internet Professionals weiterentwickeln. Die Diplom-Medienwissenschaftlerin berichtet direkt an Dr. Günter Götz, Geschäftsführer der NMG.

„Saskia Müller bringt einen großen Erfahrungsschatz aus dem Kommunikations- und Eventmanagement mit und kennt sich in der Onlinebranche hervorragend aus.
Mit der personellen Besetzung der Bereichsleiterin für unsere Messen und Konferenzen Internet sind wir gut für die Zukunft aufgestellt“, so Dr. Götz.

Müller hat über viele Jahre Erfahrungen in den Bereichen Marketing, Eventmanagement und Public Relations gesammelt. Seit 2004 ist sie im Online-Geschäft tätig: Nach beruflichen Stationen beim Online-Buchhändler ZVAB.com baute sie für Specific Media/Myspace in Deutschland die Kommunikationsabteilung auf und leitete dort das Marketing-Team.
Zuletzt war sie als selbständige PR-Beraterin von Barcelona und München aus tätig.
Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich als Mitglied des Charity-Unternehmens Educación sin Fronteras / Educo für Bildung von sozial benachteiligten Kindern weltweit.

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Online-Lebensmittelhandel: Oft teuer, selten schön

17.08.2015, 9:29

Web-Supermärkte

Der Online-Lebensmittelhandel tut sich nach wie vor schwer, die stationäre Konkurrenz zu ersetzen. Ein Test der Redaktion zeigt: Eine wirklich funktionierende Alternative gibt es noch nicht.

Online-Lebensmittelhandel: Oft teuer, selten schön

(Quelle: www.shutterstock.com/3dmask)

Diese Zahl ist für den deutschen Online-Lebensmittelhandel eine verdammt harte Nuss: 3,5 Lebensmittelgeschäfte sind für jeden deutschen Haushalt im Schnitt zu Fuß erreichbar. Und sie buhlen mit Supersonderpreisen darum, dass sich der Kunde bei ihnen und nicht der Konkurrenz an die Kasse stellt.

Wer sich da im Online-Handel in die Customer Journey des Kunden mogeln will, muss in ­Sachen Sortiment, Preis und Service richtig schweres Geschütz auffahren. „Nur wer bei Qualität, Frische und Service optimal aufgestellt ist, ein ­umfangreiches Sortiment bietet, das weiter geht als das stationäre Angebot, und eine gute Usability aufweist, wird im Online-Lebensmittelhandel Erfolg haben“, bringt es Joosten Brüggemann, ­Geschäftsführer des Mytime.de-Betreibers Bünting E-Commerce, auf den Punkt.

Amazon Fresh sorgt für hektischen Aktionismus im Online-Lebensmittelhandel

Klingt nach viel Arbeit für im Moment noch wenig Umsatz: Lediglich rund einen der 247 Milliarden Euro, die deutsche Verbraucher jährlich für Lebensmittel ausgeben, investieren sie im Web. 2016 könnten es einer Studie des niederländischen Spezialisten für Produktdaten, Syndy, zufolge ungefähr drei Milliarden Euro sein. Bislang lehnten sich die fünf großen Player, die in Deutschland 72 Prozent des Lebensmittelmarkts abdecken, in Sachen E-Commerce-Strategie abwartend zurück. Doch seit Amazon durchblicken ließ, mit ­Amazon Fresh nicht nur Großbritannien, sondern auch den Online-Lebensmittelhandel in Deutschland erobern zu wollen, bricht in der Branche hektischer Aktionismus aus.
„Am Ende des Tages könnten sie unsere Shops komplett unnötig machen. Und ­unsere Shop-Manager könnten Ausstellungsmanager von Museen werden“, skizziert Rewe-Digitalstratege Jean-Jacques van Oosten die düsteren Folgen von Amazon Fresh für seine Branche.

„Also müssen wir noch schneller werden.“ Auch die Unternehmensberatung McKinsey kam in ihrer jüngsten Studie zum Online-Lebensmittelhandel zu dem Schluss: „Das Wagnis eines Einstiegs in den Online-Handel mit Lebensmitteln ist zwar teuer, aber nichts zu tun (oder nur ein bisschen) wird noch teurer.“

Allerdings dürften Player, die gar nichts tun, für die Fortentwicklung der Branche vermutlich gewinnbringender sein als solche, die den Online-Lebensmittelhandel nur halbherzig betreiben. Denn sie hinterlassen beim Kunden den Eindruck, dass der stationäre Supermarkteinkauf zwar Zeit, der virtuelle allerdings erheblich Nerven und Geld kostet.

INTERNET WORLD Business testet Online-Lebensmittelhandel

Die Redaktion der INTERNET WORLD Business machte die Probe aufs Exempel und tätigte Bestellungen bei Online-­Lebensmittel-Vollsortimentern, die nach München und den die Stadt umgebenden Speckgürtel liefern. Getestet wurden All­youneed Fresh, Bringmeister, Edeka-­lebensmittel.de, Freshfoods, Lebensmittel.de/Gourmondo und Rewe Online.

Das Fazit in Kürze: Wirklich kundenorientiert präsentieren sich die wenigsten Anbieter. Die meisten Online-Supermärkte wirken, als seien sie technisch und organisatorisch in ein Korsett gequetscht, das angesichts der speziellen Anforderungen des Online-Lebensmittelhandel an diversen Stellen erheblich zwickt und zwackt. Der Internet-affine Kunde akzeptiert entweder das Online-Schaufenster Einzelhandel – ein zuweilen grotesk wirkendes Work-around – oder schleppt seine Einkaufstüten doch wieder selbst aus dem örtlichen Supermarkt nach Hause.

Ein paar Beispiele: Wer bei der Tengelmann-Online-Tochter Bringmeister.de Ziegen-Gouda oder Bananen bestellt, muss damit mindestens eine Großfamilie ernähren, denn die Bestellung kann nur kiloweise getätigt werden. Gramm sind in der Mengenangabe des Shops nicht vorgesehen.

Für den Kunden ist dabei irrelevant, ob das Shop-System die Mengenangabe nicht beherrscht oder es im Fulfillment zu komplex wäre, Produkte in kleineren Mengen zu picken. Zurück bleibt der fade Beigeschmack, dass der Einkauf im realen ­Supermarkt irgendwie näher am Alltag ist als im Online-Lebensmittelhandel.

Kaum anders verhält es sich bei der ­Suche nach einer leckeren Frühstücksmarmelade. Beim Online-Händler Edeka-lebensmittel.de wird die Suche nach dem Fruchtaufstrich aufgrund einer zu detaillierten sekundären Navigation fast zur Detektivarbeit.

Beim Online-Lebensmittelhandel-Konkurrenten Freshfoods indes wirkt das entsprechende Marmeladenregal, als hätte es der Auszubildende am ersten Arbeitstag ­eingeräumt. Unterschiedliche Produkte der gleichen Marke – beispielsweise Schwartauer Erdbeer- und Aprikosenmarmelade – stehen kunterbunt durch­einandergewürfelt neben, über und unter Produkten anderer Marken. Ein schneller Überblick, welche Sorten es von Schwartauer überhaupt gibt, ist im realen Supermarkt eine Sache von Sekunden. Im Web-Supermarkt wird dies zur Geduldsprobe.
Insgesamt, so zeigt der Test der Redaktion, benötigt ein Streifzug durch die virtuellen Gänge eines Online-Supermarkts nicht wesentlich weniger Zeit als der reale Besuch im Supermarkt. Und die Minuten, die der stationäre Käufer genervt in der Warteschlange an der Kasse verbringt, schlägt der Online-Kunde mitunter mit verzweifelten Checkout-Versuchen tot.

So waren allein für die Anmeldung bei der DHL-Tochter Allyouneed Fresh zunächst mehrere Versuche nötig. Anschließend merkte sich der Online-Supermarkt zwar den Warenkorb und übernahm ihn in die nächste Sitzung, stellte aber erst ganz am Ende mitten im Bezahlprozess fest, dass ein Großteil der Produkte im virtuellen Einkaufswagen gar nicht mehr verfügbar war. Auch Alnatura hat einen Online-Verkauf für Bio-Lebensmittel gelauncht.

Online-Lebensmittelhandel: Mehr Mangelwirtschaft als Konsumterror

Auch das Sortiment, das die Supermärkte im Web auffahren, enttäuscht. Erfahrene Online-Shopper – und solche dürften zurzeit primär zur Webkundschaft der Supermärkte zählen – sind daran gewöhnt, im Webshop eines Händlers deutlich mehr Produkte zu finden als in seinen Filialen.
Bei Lebensmitteln gilt das Gegenteil: Ständig stößt man auf Lücken im Sortiment. Gelbwurst? Gibt es nicht. Lieblingspizza? Nicht im Sortiment. Himbeerjoghurt? ­Gerade ausverkauft. Besonders bei frischen Backwaren, Kräutern, Gemüse und Wurst fühlen sich Webshopper eher an das Sortiment einer HO-Kaufhalle in der ehemaligen DDR erinnert als an einen westlichen Konsumtempel des 21. Jahrhunderts.

Den Anspruch, einen kompletten Wocheneinkauf im Online-Lebensmittelhandel abbilden zu können, konnte im Test nicht einmal Allyouneed Fresh erfüllen. Und das, obwohl die DHL-Tochter offensiv damit wirbt, ein doppelt so großes Sortiment zu haben wie ein klassischer Supermarkt.

Defizite gibt es jedoch unter anderem bei frischer Wurst aus der Metzgerei. Der Lachsschinken lässt sich nur 500-Gramm-weise bestellen, der Kochschinken wiederum nur kiloweise. Doch wer seinen Online-Wocheneinkauf ohnehin im Supermarkt an der Ecke ergänzen muss und nicht gerade an einem Bandscheibenvorfall leidet, kann dort auch gleich alles einkaufen und sich das Klicken durchs Web sparen.
Zumal es auch beim Fulfillment in ­Sachen Service noch reichlich Luft nach oben gibt. Wer beispielsweise morgens beim Blick in den Kühlschrank feststellt, dass abends die Milch für die Kinder knapp wird, kann das Problem online nur bei wenigen Online-Lebensmittelhandel-Anbietern lösen. Zwar werben Rewe, Real, Bringmeister, Food.de, Allyouneed Fresh, Mytime und Gourmondo mit Same Day Delivery, der Service jedoch ist bei allen noch auf ­bestimmte Regionen beschränkt.

Wer auf dem Land lebt, hat generell das Nachsehen. So lieferten im Test Freshfoods und Bringmeister zwar taggleich ins Zentrum von München, allerdings nicht ins rund 50 Kilometer weiter entfernte Landsberg. Am Folgetag dorthin zu liefern schaffte nur der Rewe ­Online-Shop, Allyouneed und Mytime lieferten nach zwei Tagen.
Auch was den Regenwald betrifft, sollte nicht zu zart besaitet sein, wer online ­Lebensmittel bestellt. Mit dem Verpackungsmüll, der allein durch den Test anfiel, haben wir unseren CO2-Fußabdruck vermutlich verdreifacht. Mytime lieferte seine Ware in zwei riesigen Kartons, in ­denen wiederum zwei riesige Kühlboxen steckten, die ebenfalls von oben bis unten mit Verpackungs- und Polstermaterial aus Plastik vollgestopft waren.

Ähnlichen Verpackungswahnsinn trieben auch Allyouneed und Lebensmittel.de. Dass Mytime und Allyouneed anbieten, den Verpackungsmüll versandkostenfrei zurückzuschicken, verringert das Problem nur geringfügig. Freshfoods brachte die Ware in drei offenen Kartons, Rewe und Bringmeister lieferten in normalen Supermarkttüten, brauchten von diesen aber dreimal so ­viele wie bei einem selbst getätigten Einkauf.

Die Qualität der Lieferung war bei den meisten Supermärkten in Ordnung. Lediglich bei Lebensmittel.de kam es zum ­Super-GAU, weil der Fahrer die mit Packeis gekühlten Boxen bei 38 Grad Außentemperatur einfach vor die Haustür stellte. Als wir am Abend nach Hause kamen, waren die Bananen durch die nahe Lagerung neben dem Eis schwarz-grün verfärbt, der Lauch welk und das tiefgefrorene Buttergemüse komplett aufgetaut. Immerhin: Auf eine Beschwerde hin erstattete Lebensmittel.de die beschädigte Ware und den Aufschlag für die Kühlung anstandslos binnen 24 Stunden.
Apropos Kosten: Viele Online-Lebensmittelhandel-Anbieter lassen sich die Lieferung nach Hause teuer bezahlen. Versandkosten zwischen drei und fünf Euro, dazu noch ein Kühlzuschlag für tiefgekühlte Produkte sind fast überall zu finden, nur Allyouneed liefert bei Bestellungen mit einem Warenwert von 40 Euro gratis. Nicht selten liegen auch die Preise über denen im stationären Handel, denn anders ist der Service in einer Branche, die von Margen in Höhe von 1,1 Prozent lebt, nicht zu finanzieren.

Manche Shops, ­darunter Rewe und Mytime, lassen sich auch fürs Getränkeschleppen extra bezahlen. Rewe berechnet ab der dritten Getränkekiste einen Euro zusätzlich – kein Wunder, dass die meisten Deutschen ihre Einkäufe im stationären Einzelhandel selbst tätigen und ihre Kisten lieber selbst schleppen. Und um die nächste Ecke gibt es schließlich im Schnitt ja gleich 3,5 ­Supermärkte.

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Storytelling mit Transaktions-Mails

17.08.2015, 8:25

E-Mail-Marketing

Wer an Transaktionsmails denkt, dem kommen zuerst klassische Nachrichten zur Neukunden-Begrüßung oder Konto-Updates in den Sinn. Aber auch diese Mails lassen sich für E-Mail-Marketingaktionen einsetzen.

Storytelling mit Transaktions-Mails

(Quelle: shutterstock/Sergey Nivens)

Wer an Transaktionsmails denkt, dem kommen zuerst klassische Nachrichten zur Begrüßung von Neukunden, Bestellbestätigungen oder Konto-Updates in den Sinn. Dass sich aber auch diese Mails wunderbar für E-Mail-Marketingaktionen einsetzen lassen, ist den wenigsten Marketern bewusst. Nur 69 Prozent der deutschen Marketing-Verantwortlichen – und damit deutlich weniger als bei ihren globalen Kollegen – glauben, dass Transaktions-Mails ein wichtiger Bestandteil der Marketingstrategie sind. Wie sich kreative Aufhänger auf Handlungsimpulse bei den Empfängern auswirken, zeigt Alexis Renard, CEO von Mailjet.

Viele Wege führen nach Rom

Mit einer durchschnittlichen Open Rate von fast 50 Prozent stehlen Transaktions-Mails klassischen E-Mail-Marketing-Kampagnen die Show. Bereits mit wenig Ideen-Reichtum lässt sich das kreative Potential von Transaktions-Mails deutlich steigern. Häufigster Grund sind Registrierungen, der erste Einkauf oder Updates zu Kundenkarten. Doch Transaktions-Mails können noch viel mehr: Aus den unterschiedlichen Aufhängern lassen sich leicht Brücken bauen, um die Aufmerksamkeit des Empfängers auf ein bestimmtes Ergebnis zu lenken und daraus starke Geschichten zu entwickeln, um eine erneute Interaktion des Empfängers auszulösen. Eine Fluggesellschaft könnte so zum Beispiel nach 40.000 erreichten Flugkilometern – was der Umrundung der Erde entspricht – eine Mail mit dem Betreff „Daniel, wussten Sie, dass wir gemeinsam die Welt umkreist haben?“ zusenden und als Bonus ein exklusives Angebot oder eine VIP-Mitgliedschaft vorschlagen. Darüber hinaus können Kunden auch mit Gewinnspielen motiviert werden, ihre Aktionen in sozialen Netzwerken zu teilen.

Seien Sie individuell und dynamisch

Im Gegensatz zu anderen Marketing-Mails erzielen Transaktions-Mails knapp fünf Mal mehr Umsatz, was nicht zuletzt an den für den Empfänger relevanten Inhalten und erwarteten Informationen liegt. Es ist nicht verwunderlich, dass die Klickraten eingebundener Links weit über den Vergleichswerten bei klassischen Werbemails liegen und sich damit für ein gezieltes Cross- und Up-Selling nutzen – und dadurch deutlich mehr Umsatz generieren. Um das volle Potential transaktionaler E-Mails zu nutzen, ist eine umfassende Personifizierung der Inhalte erforderlich. Das bedeutet, die Aktivitäten und Verhaltensweisen (Kaufhistorie, Klickverhalten etc.) der Empfänger sollten sich in den Inhalten widerspiegeln – vorher anonymer, grob zielgruppenbasierte Inhalte werden zu dynamischen, aktuellen und kundenindividuellen Botschaften. Es entsteht damit ein echter Closed-Loop, der sich aus den Erkenntnissen über Klick- und Kaufverhalten im Online-Shop automatisch generiert und wiederum die Inhalte der nachfolgenden E-Mail optimiert. Erhöhte Aufmerksamkeit und steigende Klickraten sind damit garantiert.

Aber bitte in Echtzeit

Mit dem Einsatz spezieller Tracking-Techniken im Shop kann schnell und effektiv eine zuverlässige Basis für individualisierte Inhalte geschaffen werden. Alle relevanten Informationen fließen durch intelligente Algorithmen in eine umfassende Datenbasis ein, die ereignisbezogene und relevante Inhalte für den Einzelnen im Moment des Öffnens berechnet und automatisiert ausspielt.

Bei der Aussteuerung der passenden Produktempfehlungen empfiehlt es sich, nicht nur klassische Faktoren wie Klick- und Kaufhistorie, bevorzugte Marken oder Preissegmente zu sammeln, sondern auch kausale Zusammenhänge zu bestimmten Ereignissen herzustellen, wie zum Beispiel Jubiläen, Geburtstage, saisonale Aspekte, Vorlieben für Farben, Modelle oder auch Berufs- und Freizeitaktivitäten.

Fazit

Transaktions-Mails bieten weitaus mehr Potential für echte und wirkungsvolle Geschichten als das bloße Integrieren von Logo und Bildern. Kreative Aufhänger lassen sich für nahezu alle Bereiche finden – eine gute Basis bildet die Zusammenführung von Geschäftskern, Serviceangebot und den Bedürfnissen der Kunden, die sich gezielt aus den Transaktionen ableiten lassen.
Und zu guter Letzt: Transaktions-Mails enthalten weitaus empfindlichere Daten als Newsletter. Vergessen Sie nicht, die E-Mails mit DKIM und SPF-Technologie richtig zu authentifizieren. Dies ermöglicht nicht nur einen effektiveren Kampf gegen Phishing, sondern garantiert auch eine bessere Zustellbarkeit.

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Karstadt verabschiedet sich von Omnichannel

17.08.2015, 7:02

Karstadt hat eine neue E-Commerce-Strategie: Um nicht wie die meisten Händler im Internet Geld zu verbrennen, streicht E-Commerce-Chef Klaus Haensch Sortimente und entlässt Mitarbeiter.

Karstadt verabschiedet sich von Omnichannel

(Quelle: Shutterstock.com/360b)

„Wir verfolgen zwar kein klassisches Omnichannel-Konzept mehr, aber Warenhaus und Onlineshop haben natürlich denselben Absender: Karstadt.“ Mit diesen Worten skizziert der neue E-Commerce-Chef Klaus Haensch gegenüber der „Lebensmittelzeitung“ die neue Internet-Strategie des angeschlagenen Warenhauses.

Der ehemalige Chief Retail Officer Omnichannel, Terry von Bibra, war Anfang des Jahres auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausgeschieden, um sich neuen Herausforderungen zu widmen. Die neue strategische Ausrichtung der Warenhauskette könnte die Frage nach dem „Warum“ beantworten.

Weil Kinderspielzeug im Web nicht profitabel zu verkaufen ist und Mode zu hohe Retourenquoten hat, werden die Sortimente im Web deutlich zusammengestrichen. Im Gegenzug sollen Artikel rund um Haushaltsführung unter dem Oberbegriff „Living“ zusammengeführt und verstärkt werden. Auch im Elektronikbereich will Haensch erweitern. Außerdem will Karstadt.de Produktkategorien wie Gesundheitsgeräte ausbauen, die im Web besser beschrieben und gezeigt werden können als real in den stationären Filialen.

Insgesamt wird das aktuell noch 140.000 Produkte umfassende Online-Sortiment laut „Lebensmittelzeitung“ nach dem noch für 2015 geplanten Relaunch aber deutlich verkleinert sein. Auch im E-Commerce-Team gibt es Einschnitte. Weil Haesch statt der ursprünglich avisierten 300 Millionen Euro Online-Umsatz nur mehr mit Umsätzen im mittleren zweistelligen Millionenbereich rechnet, wurde in den vergangenen Monaten unter anderem die Zahl der Mitarbeiter auf 43,5 Stellen mehr als halbiert. Auch an anderen Stellen wird saniert. Der rigide Rotstift-Einsatz zeigt dem Pressebericht zufolge bereits Wirkung: Die Kosten wurden halbiert und die Effizienz erhöht, so Haensch.

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