GQ mit multimedialer iPad-App

10.10.2012, 9:42

Mit der November-Ausgabe hat Condé Nast eine eigens fürs iPad-optimierte digitale Ausgabe seines Männermagazins GQ in Apples Newsstand veröffentlicht. Mit Hilfe von Adobes DPS wird der Print-Content nicht nur mit multimedialem Zusatzmaterial angereichert – auch das Layout ist entsprechend an den Umgang mit Tablets angepasst.

GQ gab es auch bisher schon fürs iPad – allerdings nur als digitales ePaper, basierend auf dem Layout und Inhalt des Printheftes. Zur November-Ausgabe testet der Verlag nun eine individuelle Umsetzung für Tablets, besser gesagt für das iPad. Condé Nast testet damit unterschiedliche Umsetzungen seines Verlagscontents für mobile Endgeräte. „GQ ist aufgrund der technologieaffinen Zielgruppe in besonderer Weise ein Showcase für unsere crossmediale Markenführung.“ betont Moritz von Laffert, Herausgeber Condé Nast Deutschland.

Das man sich über einen sinnvollen Einsatz multimedialer Features Gedanken gemacht hat, zeigt die neue, für 4,99 Euro in Apples Newsstand erhältliche Ausgabe. Beim Öffnen begrüßt Magazin-App Chefredakteur José Redondo-Vega die Leser mit einem gesprochenen Audio-Editorial. Zum Interview mit Robbie Williams kann man sich einen zusätzlichen Ton-Mitschnitt anhören und die einzelnen Themen-Strecken werden jeweils durch eigene Übersichts-Seiten eingeleitet. Zu vielen Bildern lassen sich Zusatzinfos einblenden oder auf der für Tablet optimierten Internetseite abrufen.

Überhaupt verleitet die Umsetzung zum Erkunden des Magazins, lädt zum interagieren mit den Inhalten ein und setzt die Möglichkeiten der Adobe Digital Publishing Suite, mit der die Umsetzung erfolgte, geschickt und unaufdringlich um. Zwar lässt die App eine Nutzung im Querformat vermissen, besonders im Zusammenhang mit Bildstrecken wünschenswert, der Gesamteindruck kann aber als gelungen bezeichnet werden. Erfreulich ist der Trend, dass die Verlage nach und nach lernen, die Tabletgeräte richtig zu bespielen und die Inhalte an die Möglichkeiten anpassen – ob über Web-Apps wie der Playboy mit der HTML5-Ausgabe oder über die Möglichkeiten, die Adobe, Quark, Aquafadas und andere Anbieter bereitstellen.

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Kommentar: Adobe DPS & das neue iPad

14.03.2012, 15:07

Das „neue iPad“ ist da. Mit dabei ein hochauflösendes Display, welches weit über 200 dots per inch (dpi) darstellen kann – genauer 264 Bildpunkte pro Zoll. 2048×1536 Pixel auf nur 9,7 Zoll, damit dürfte Apples neues iPad als erstes Tablet den Hochglanzmagazinen mit 300 dpi den Kampf angesagt haben. Ein Problem dürfte aber die hohe Auflösung der neuen Tablets mit sich bringen. Aktuelle Magazine sind als iPad oder Android App bereits jetzt riesig. Wie soll das erst beim neuen iPad sein?

Digital Magazine Solution
(Quelle: Adobe YouTube Video)

Noch nie dagewesene Bild- und Textschärfe dürften in Zukunft auch auf den Geräten der Konkurrenten Einzug erhalten. So soll Samsung an einem 11,6 Zoll Gerät mit 2560 x 1600 Pixel Auflösung arbeiten.

Der Download einer Magazin-Ausgabe beläuft sich meistens auf 200 bis 500 Megabyte. Nun bringen die neue Tablets eine viermal größere Anzahl an Pixel mit. Klar, dass Fotos und Videos jetzt ebenfalls hochauflösende in die Folio-Dateien der Adobe Digital Publishing Suite eingebunden werden. Doch alte iPad und Tablets können mit diesen Dateien wenig anfangen und so müssen auch Tablets mit niedrigerer Auflösung unterstützt werden. Bei Adobe sollen die Verleger den Weg gehen und zwei Arten von Auflösungen in eine Folio-Datei schreiben: Einmal für die Auflösung 1024×768 und einmal für 2048×1536. Da auch Textseiten als gerasterte Bilddateien gespeichert und mitgeliefert werden, wird sich die Dateigröße der Magazinausgaben mindestens vervierfachen. Statt wie bisher 500 MB könnte eine einzelne Ausgabe dann 2 GB an Dateien herunterladen. Bei einem iPad mit nur 16 GB Speicher ist da Platz für 8 Ausgaben, wenn nicht noch andere Dateien wie Musik, E-Books etc. gespeichert sind. Auch die Flatrates der Mobilfunkanbieter sind bei diesen Datenmengen schnell erschöpft.

Klar, dass sich hier die Entwickler bei Adobe und auch Quark Gedanken darüber machen. Klare Aussagen gibt es bisher aber nur Seitens Quark. Dort werden die meisten Inhalte (hauptsächlich Text) als Vektor gespeichert. Die Textseiten werden also entsprechend hoch- oder herunterskalierbar sein. Bei Adobe will man das neue iPad nach bestem Können unterstützen. Laut einem Adobe-Foren-Beitrag will man hier womöglich auf PDF als Seitenbeschreibungssprache setzen, statt wie bisher auf einem rasterbasierten System. Konkrete Details dazu gibt es aber noch keine.

(Daniel Mittendorf)

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