Handlich, mobil, robust – die Zuwächse im Tabletmarkt sind enorm, egal ob iPad oder Android. Zeit also, die Tauglichkeit auch im Schulunterricht genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Uni Mannheim hat nun zusammen mit drei Schulen mit rund 200 Schülern und zwanzig Lehrern ein Pilotprojekt zur Nutzung von Tablets im Unterricht gestartet.
Die These, dass Lernen durch Zuhilfenahme moderner Technik wie iPad & Co durchaus Spaß machen darf und kann, wird in Mannheim vom Lehrstuhl Erziehungswissenschaft I in einem Projekt an drei Schulen nun ausgiebig geprüft. Die vom Gesamtelternbeirat ins Leben gerufene Idee sieht dabei den Einsatz der Tabletgeräte flächendeckend in allen Fächern vor.
Besonders wichtig ist dabei die Akzeptanz, sagt Volker Schweinbenz von der Uni Mannheim, denn nur wenn Schüler wie Lehrer gleichermaßen Spaß bei der Nutzung hätten, würde sich das Projekt auch entsprechend auf das Lernverhalten der Schüler auswirken.
Dass die Schüler hierbei oft mehr Vergnügen beim Hantieren mit den iPads haben, liegt mitunter an den Vorkenntnissen und bereits routiniertem Umgang mit solchen Geräten. Entsprechend motiviert gingen diese auch ans Werk. Fächerübergreifend werden hierbei Lernprogramme (Apps) mit entsprechenden spielerischen Lerninhalten eingesetzt, aber auch das Vorlesen fremdsprachlicher Texte von „native Speakern“, sowie Videobeiträge und Dokumentationen finden Verwendung.
Auch die Lehrer interessieren sich sehr für das neue Medium, jedoch fehlen ihnen bisher noch didaktische Richtlinien und oft auch Erfahrungen im Umgang mit den neuen Medien. Diese Handlungsanweisungen sollen jedoch anhand des Projektes für Mannheimer Schulen erarbeitet werden und später schon während des Studiums den angehenden Lehrkräften vermittelt werden, so Dr. Ifenthaler, Leiter des Forschungsprojektes. „Die Zukunft der Kommunikation liegt in den Mobiltechnologien und das gilt für sämtliche Bereiche, ob im Privaten, im Unternehmen oder in der Schule.“
Dass auch der Bildungsbereich mit dem technologischen Wandel große Schritte machen wird, steht außer Frage. Bereits heute gibt es mit Tablets die Möglichkeit, vernetzt untereinander zu Arbeiten und beispielsweise Hausaufgaben direkt an den Lehrer zu senden. Auch Lösungsanbieter für Digitales Publishing wie etwa die Schweizer Firma Scitix bieten bereits Tools wie tabook-Edu an, mit denen innerhalb eines digitalen Buches Aufgaben und Texte markiert werden können oder direkte Multiple-Choice-Fragen an Artikel angehängt werden können.
Technologien wie Augmented Reality ermöglichen zukünftig über Video- und Audiobeiträge hinaus ungeahnte Lern- und Analysemöglichkeiten im Unterricht. Bereits heute gibt es in den App-Stores eine Vielzahl von guten und schlechten „Lernprogrammen“ für Schüler und Vorschulkinder. Ob im klassischen Bildungsbereich dieses technische Tempo mitgegangen werden kann, ist zu bezweifeln – dass die mobilen Geräte aber auch kurzfristig in der Schule ankommen werden, gilt als sicher.
Quelle: ifenthaler.info | Bildungsklick
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