Apple übertrumpft alle

28.01.2015, 9:46

Rekordquartal

So viel hat noch nie zuvor ein Unternehmen in einem Quartal verdient: Apple erreichte im ersten Geschäftsquartal 2015 einen Gewinn von 18 Milliarden Euro.

Apple-Chef Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook
(Quelle: Apple.com)

Einmal mehr kann Apple mit exzellenten Quartalszahlen glänzen und überflügelte dieses Mal sogar alle anderen Unternehmen. Im abgelaufenen ersten Quartal des Geschäftsjahres erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 74,6 Milliarden US-Dollar sowie einen Netto-Quartalsgewinn von 18 Milliarden US-Dollar – Weltrekord. Noch zuvor war es einem Unternehmen gelungen, einen derart großen Gewinn innerhalb von drei Monaten zu erzielen.

Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal erreichte Apple einen Umsatz von 57,6 Milliarden US-Dollar sowie einen Netto-Gewinn von 13,1 Milliarden US-Dollar. Verantwortlich für den enormen Gewinn sind einmal mehr die Verkaufszahlen beim iPhone – hier wurden zwischen September und Dezember 2014 insgesamt 74,5 Millionen Stück verkauft. Aber auch die übrigen Hardware-Sparten schnitten gut ab, ebenso wie der App Store.

Für das gerade laufende Quartal gibt Apple-Chef Tim Cook folgende Prognose: Der Umsatz wird zwischen 52 und 55 Milliarden US-Dollar liegen, ferner peilt der Konzern eine Bruttogewinnspanne zwischen 38,5 und 39,5 Prozent an.

Im Zuge der Präsentation der Quartalszahlen hat Tim Cook außerdem den Vorstellungstermin der Apple Watch genannt. Bislang war nur „das Frühjahr“ als vager Termin bekannt, nun fiebern alle Apple-Fans dem April entgegen. Dann soll laut Cook die Auslieferung beginnen.

Bei starker Beanspruchung könnte der Akku der Apple Watch nur zweieinhalb Stunden durchhalten. Das will das Magazin 9to5Mac von Besitzern der im Umlauf befindlichen Entwicklermodelle erfahren haben.

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Apple Watch nach 2,5 Stunden wieder aufladen?

26.01.2015, 12:26

Schlechte Ausdauer

Bei starker Beanspruchung könnte der Akku der Apple Watch nur zweieinhalb Stunden durchhalten. Das will das Magazin 9to5Mac von Besitzern der im Umlauf befindlichen Entwicklermodelle erfahren haben.

Apple Watch nach 2,5 Stunden wieder aufladen?

(Quelle: apple.com)

Ein großes Manko fast aller Smart Wearables – egal ob Fitness Tracker oder echte Smart Watch – ist die geringe Ausdauer des verbauten Akkus. Aufgrund des beschränkten Platzes können nur Akkus mit wenigen hundert Milliamperestunden verbaut werden, sodass viele Geräte bereits am Ende eines Tages wieder an den Strom müssen.

Wie das Portal 9to5Mac erfahren haben will, soll es um die Leistungsfähigkeit des Akkus in der kommenden Apple Watch sogar noch schlechter bestellt sein. Von Besitzern der derzeit im Umlauf befindlichen Entwicklermodelle hieß es, dass die Uhr bei aufwändigen Apps bereits nach 2,5 Stunden aufgeladen werden muss.

Bei Games sind demnach rund 3,5 Stunden Dauerbetrieb möglich, wird die Apple Watch als Fitness-Tracker eingesetzt, ist nach etwa vier Stunden Schluss. Als Standby-Zeit bei gemischter Nutzung nannten die Besitzer etwa 19 Stunden, der reine Standby ohne zusätzliche Nutzung von Apps soll bei bis zu drei Tagen liegen.

Grund für die teilweise mageren Laufzeiten ist zum einen der leistungsstarke Prozessor, der etwa so stark wie der seinerzeit im iPhone 4S verwendete A5-Chip sein soll. Zum anderen dürfte die Bildwiederholrate von 60 FPS beim Display den Akku sehr schnell leer saugen.

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Smartphone-Hersteller und ihre Perspektiven

22.01.2015, 14:54

Marken-Check 2015

Der Weltmarkt für Smartphones wandelt sich: Neue lokale Anbieter gewinnen an ­Volumen, während die Platzhirsche Samsung und Apple Anteile einbüßen.

Smartphone-Hersteller und ihre Perspektiven

(Quelle: Samsung.com)

Bisher setzten die entwickelten Märkte, zu denen auch Deutschland gehört, die Trends für das globale Geschäft mit Handys und Smartphones. Das erste gewaltige Wachstum mit Handys als neuem Massenprodukt startete dort um die Jahrtausendwende, und auch der Smartphone-Boom nahm nach dem Erscheinen des iPhone dort vor rund fünf Jahren seinen Ausgang.

Doch während in Europa und Nordamerika auch immer wieder Marktschwächen in Phasen von weniger Innovation existierten, fand parallel ein kontinuierlicher Aufstieg des Handys in Ländern wie China, Indien oder Indonesien, in denen die Menschen zum ersten Mal mobil telefonieren konnten, statt.

Jetzt setzen diese Konsumenten einen neuen Trend, indem sie per Smartphone das Internet entdecken. Sie sind dafür verantwortlich, dass der aktuelle Smartphone-­Boom immer noch anhält: Im dritten Quartal wurden laut Juniper Research weltweit 316,6 Millionen Geräte verkauft, das waren immer noch 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Damit gibt es weniger Wachstum als in den Vorquartalen, zudem geht dieses auf Kosten der einfachen Handys, der sogenannten Feature Phones, was dem weltweiten Gesamtmarkt für Mobiltelefone nur noch ein sehr geringes Wachstum beschert.

Denn in Deutschland und anderen entwickelten Märkten macht sich eine zunehmende Sättigung bemerkbar: Die meisten Menschen besitzen inzwischen ein Smartphone und verspüren angesichts mangelnder technischer Innovationen, die ihnen einen echten Mehrwert bei einem Neukauf bieten könnten, wenig Bedarf, es zu ersetzen.

Außerdem verändert sich der Charakter des Geschäfts, denn immer weniger spielen subventionierte Geräte der Netzbetreiber, die meist nach einem festen Zweijahreszyklus erneuert werden, eine Rolle. Stattdessen nehmen die Verkäufe von „Hardware only“ zu, also von Smartphones ohne Vertragsbindung, die der Kunde je nach Wunsch behalten und nutzen kann.

Von dieser Entwicklung profitieren vor allem kleinere Hersteller, die mit attraktiven Preisen antreten. Der Preis steht für die Kunden zunehmend im Vordergrund, denn er erscheint bei sofortiger Vollzahlung viel transparenter als bei subventionierten Produkten. Dieser Trend ist auf anderen Märkten noch stärker zu erkennen, etwa in Frankreich, wo Wiko praktisch von null auf den zweiten Platz im Smartphone-Markt geschossen ist, oder in China, wo mit Xiaomi gar ein hierzulande völlig unbekanntes Unternehmen jüngst sogar Marktführer wurde.

Diese „Local Champions“ lassen ihre Smartphones oft nach Standard-Designs in China von OEMs im Auftrag fertigen und sparen so Entwicklungskosten. Außerdem nutzen viele die günstigen Chipsets von Mediatek, die es inzwischen möglich machen, für 300 Euro voll ausgestattete Octacore-Geräte zu verkaufen.
Wir haben untersucht, wie sich die wichtigsten Player auf dem deutschen Smartphone-Markt diesen neuen Herausforderungen stellen, und bewerten deren Konzepte.

Samsung

Die Koreaner sind seit einigen Jahren Marktführer sowohl weltweit als auch in Deutschland. Auf dem Weltmarkt rutschte ihr Anteil bei den Smartphones allerdings im dritten Quartal laut Juniper Research im Jahresvergleich von 33 auf 24 Prozent – so wenig wie seit Ende 2011 nicht mehr.

Vor allem die Galaxy-S5-Flaggschiff-Serie verkauft sich weniger gut als die Vorgänger und die einfachen Modelle leiden unter dem starken Kostendruck im unteren Preissegment durch die neuen Anbieter vor allem in den wichtigen Märkten China und Indien.

Dringend nötig wären wieder innovative Modelle, die zudem das in letzter Zeit zunehmend kritisierte Design sowie die Materialauswahl auf eine neue Ebene bringen. Dann könnte Samsung wieder voll von seinen Stärken profitieren, die vor allem in Deutschland in einer breiten Präsenz auf allen Kanälen und einem sehr guten Ruf im Fachhandel liegen. Auch das Image der Marke ist – unterstützt durch massive Marketing-Maßnahmen in den letzten Jahren – ausgezeichnet.

Fazit: Zum ersten Mal seit Jahren kriselt es bei den so erfolgsverwöhnten Koreanern. Vor allem müssen jetzt schnell neue attraktive Modelle her, damit die Krise nicht zum Dauerproblem wird. Das Beispiel des Abstiegs von Nokia sollte in Seoul die Alarmglocken laut schrillen lassen – das Potenzial, dagegenzuhalten, haben sie sicher.

Apple

Auch wenn manche Analysten der Kultmarke gern eine Krise andichten würden, sprechen die Verkaufszahlen der iPhones wieder einmal eine andere Sprache: Im dritten Quartal waren es 39,3 Millionen Geräte, und darin waren noch nicht die neuen 6er-Modelle eingerechnet, die erst Ende September ausgeliefert wurden.
Apple konnte seinen zuletzt leicht eingebrochenen Marktanteil wieder bei zwölf Prozent stabilisieren. Die meisten Marktforscher prognostizieren für das vierte Quartal wieder einen deutlichen Anstieg der Verkäufe durch die neue Modellgeneration, die dank der vor allem von asiatischen Kunden vehement geforderten großen Displays punkten wird.

Zudem haben die US-Amerikaner noch immer die treueste Gefolgschaft, die zudem Untersuchungen von Analysten zufolge auch wenig preissensibel ist und damit kaum anfällig für die günstigen Angebote der neuen Marken.

Eine Gefahr für Apple besteht vor allem in einem Nachlassen der Innovation, die es bei der nächsten iPhone-Generation geben könnte. Die einbrechenden Marktanteile des iPad bei den Tablets sollten hier eine Warnung sein.

Auch sollten sich Probleme wie die gravierenden Software-Bugs bei der Einführung von iOS 8 nicht wiederholen, denn die Klientel der Kalifornier ist höchst anspruchsvoll und schätzt gerade die Problemlosigkeit der Hard- und Software. Doch zur Not hat Apple ja immer noch genug Spielraum, neue Kunden durch Preissenkungen zu locken.

Fazit: Die neuen iPhones werden die Verkäufe noch einmal vor­antreiben und Apple auch in Deutschland weiter vorn mitspielen lassen. Als einzige Marke auf dem deutschen Markt dürfte man zudem immun gegen den einsetzenden Preiskampf sein.

LG

Für die Koreaner waren die letzten Jahre im Smartphone-Geschäft ein stetes Auf und Ab, wobei sich der Marktanteil immer im einstelligen Bereich bewegte, was zweitweise den dritten Platz brachte. Die aktuellen Zahlen aus dem dritten Quartal zeigen auf dem Weltmarkt wieder einen deutlichen Trend nach oben, mit dem das Unternehmen nicht zuletzt für seine klarere Modellpolitik und einfallsreiche Geräte belohnt wird.

Vor allem die höherwertigen Smartphones und Phablets der G-Serie sind ein Erfolg, dazu kommt die Tatsache, dass LG auch im Niedrigpreissegment mit den L-Modellen besser als früher mithalten kann. Eine Baustelle aber ist noch immer das Image der Marke, die deutlich hinter Samsung zurückliegt und noch immer etwas billig klingt.

Fazit: LG hat sich stabilisiert und ist auch in Deutschland eine feste Größe am Markt. Die Koreaner müssen weiter an ihrem Markenimage arbeiten, wenn sie diese Position gegen die neue Konkurrenz verteidigen wollen. Die Fähigkeit, attraktive Smartphones zu bauen, haben sie längst bewiesen.

Sony

Auch wenn die Position in Deutschland deutlich besser ist als auf dem Weltmarkt, wo sich der Elektronikkonzern nur knapp mit einem Marktanteil von rund drei Prozent in den Top Ten der Smartphone-Schmieden halten kann, zeugen die letzten Zahlen von großen Problemen: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres, das am 30. September 2014 endete, verkaufte Sony 9,9 Millionen Smartphones, was trotz eines gewachsenen Volumens des Gesamtmarkts nur in etwa dem Vorjahresquartal (10 Millionen) entspricht.

Der von Sony-Chef Kazuo Hirai nach der Übernahme der Ericsson-Anteile von der Mobile-Sparte erwartete deutliche Schritt nach vorn bleibt deshalb weiter aus. Dabei bringen die Japaner eine durchaus attraktive Modellpalette und einen Top-Markennamen mit, allerdings konkurrieren die Xperia-Z3-Modelle im Highend-Segment hart mit Apple und Samsung, während bei den Einsteigergeräten der Preiskampf und die neue Konkurrenz gerade in den Wachstumsmärkten spürbar werden.

Möglicherweise ist Sony als Smartphone-Hersteller inzwischen auch nicht mehr groß genug, um bei den Lieferanten und den Herstellern der Geräte günstigere Preise durchzusetzen.

Fazit: Sony kommt einfach nicht vor­an, die hoch gesetzten ­Ziele des Managements bleiben weiterhin unerreicht. An Deutschland liegt das weniger, vor allem der gesättigte Heimatmarkt und andere asiatische Länder müssen verstärkt ins Visier genommen werden.

Microsoft

Ein halbes Jahr nach der Übernahme der Hardware-Sparte von Nokia macht Microsoft Ernst: Mit Stellenstreichungen und dem jüngst angekündigten Entfernen des Markennamens Nokia von seinen Lumia-Smartphones geht der Konzern im Hardware-Geschäft ein hohes Risiko ein.

Wenn die Verkäufe nicht bald signifikant gesteigert werden, droht endgültig ein Versagen im Mobility-Bereich für Windows als Betriebssystem. Die im letzten Quartal verkauften 9,3 Millionen Geräte entsprechen einem Marktanteil von knapp drei Prozent und können kaum der Anspruch des Software-Riesen sein.

Doch erste Steigerungen im letzten Quartal brachte Microsoft bereits eine Preisoffensive, die schon für knapp 100 Euro attraktive Modelle wie das Lumia 530 umfasst. Bis auf den absoluten Highend-Bereich ist das Smartphone-Portfolio damit gut positioniert und bietet zudem nun auch IT-Produkte wie das Surface-Tablet. Auch die verstärkte Ansprache von Geschäftskunden, die meist Windows-Umgebungen im IT-Bereich verwenden, kann damit erfolgen.

Fazit: Für die ehemalige Gerätesparte von Nokia steht jetzt der Neustart im Microsoft-Konzern an. Wenn die US-Amerikaner dabei nicht leichtfertig alle vorhandenen Werte von Nokia über Bord schmeißen und aus dem übersteigerten Selbstbewusstsein der Vergangenheit gelernt haben, könnte das gelingen.

Huawei

Der TK-Gigant aus Shenzhen ist als Spätstarter in der Smartphone-Welt angekommen und auch in Deutschland sehr präsent: Im dritten Quartal konnten weltweit knapp 17 Millionen Geräte ausgeliefert werden, was einem Marktanteil von rund fünf Prozent entspricht.

Für weitere Zugewinne und die Rückeroberung des dritten Platzes auf dem Weltmarkt muss nun allerdings die Marke eine größere Bekanntheit erreichen, so dass für die technisch guten Modelle der Oberklasse auch entsprechende Preise erzielt werden können.

Zu größeren Stückzahlen soll jetzt auch in Europa die Marke „Honor“ beitragen, die sich mit einem reinen Online-Vertrieb vor allem an jüngere Käufer richtet und vorerst zwei Smartphones mit aggressivem Preis-Leistungs-Verhält­nis an den Start bringt.

Fazit: Der rasante Aufstieg der Chinesen ist erst mal ins Stocken geraten, denn gegenüber der neuen Billigkonkurrenz, die vor allem auf dem chinesischen Heimatmarkt attackiert, fehlt der Marke die nötige Strahlkraft. Dass Huawei aber technisch und beim Design mit seinen Smartphones ganz oben mitspielen kann, steht außer Zweifel.

HTC

Es gab in der Dauerkrise bei HTC in letzter Zeit durchaus positive Zeichen, so schreibt der Smartphone-Pionier zumindest wieder schwarze Zahlen. Dafür ist vor allem das One verantwortlich, das als Flaggschiff echte Zeichen am Markt gesetzt hat und die Marke im Highend-Bereich zum Apple-Herausforderer macht.

Zudem baut HTC das nächste Nexus-Tablet für Google. Leider fehlen aber noch immer die Stückzahlen im Massengeschäft, wo der Preiskampf die Taiwanesen weiterhin stark herausfordert. Mit der neuen Marke „RE“ für Accessoires wie die Kamera soll nun ein neues Standbein geschaffen werden.

Fazit: Es ist bemerkenswert, dass HTC als Einzelkämpfer weitermacht. Die Zukunft könnte mit Modellen wie dem One in der Nische eines Edelanbieters liegen. Wenn man indes mit den vielen No-Name-­Billiganbietern mithalten will, wird es schwer.

Lenovo/Motorola

Seit einigen Wochen ist die Übernahme von Motorola Mobility durch Lenovo vollzogen. Offenbar soll die Traditionsmarke auf Märkten wie den USA oder Deutschland nun im Smartphone-Bereich den Türöffner für den IT-Giganten aus China spielen.

Mit erfolgreichen Markenstrategien nach Übernahmen hat dieser bei Computern durchaus Erfahrung, wie die Beispiele ThinkPad und Medion zeigen. Dazu kommt eine Expansion der eigenen Smartphone-Aktivitäten auf dem Heimatmarkt in China.

Die von Google übernommene Motorola zeigte zudem in den letzten Monaten interessante Ansätze im Vertrieb mit dem Online-Smartphone-Baukasten Motomaker und vor allem in den USA auch wieder eine positive Tendenz bei den Verkäufen.

Fazit: Das könnte was werden: Mit dem Zugang von Motorola zu den entwickelten TK-Märkten und den technischen Fähigkeiten der Lenovo-Ingenieure gibt es eine starke Kombination, die den erst einmal „zusammengekauften“ dritten Platz auf dem Weltmarkt sogar ausbauen könnte.

Weitere Kandidaten

Neben diesen Playern tummeln sich weltweit und auch auf dem deutschen Smart­phone-Markt viele weitere Anbieter. Das sind als Verfolger ambitionierte Aufsteiger wie Kazam, Wiko, Alcatel One Touch, Archos oder Phicomm, die ihre Präsenz teilweise stark ausbauen oder auch nur auf bestimmte Vertriebskanäle wie Online oder die Großfläche setzen.

Weitere Firmen wie NGM aus Italien, Telefunken aus Deutschland, Haier und Hisense aus China, Prestigio aus Zypern oder Yezz aus den USA stehen in den Startlöchern. Spezialisten wie CAT Phones oder RugGear bedienen mit dem Outdoor-Segment eine Nische, wie auch Doro oder Emporia bei den Senioren-Smartphones, die langsam ihren Weg auf den Markt finden.

Die IT-Konzerne Acer und Asus versuchen sich seit Jahren hierzulande immer wieder im TK-Geschäft, während der Pionier BlackBerry eine große Vergangenheit, aber praktisch keine Verkäufe mehr hat. Es ist also eine sehr spannende Frage, wer bald in die erste Liga aufsteigen kann.

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Apple und Co zahlen 415 Millionen US-Dollar

16.01.2015, 13:26

Apple, Google, Intel und Adobe wollen nach einem Vorwurf über illegale Absprachen in einem Vergleich insgesamt 415 Millionen US-Dollar zahlen. Angestellte hatten Klage eingereicht.

Apple und Co zahlen 415 Millionen US-Dollar

(Quelle: Shutterstock.com/Jerry Sliwowski)

Mit einem neuen Vergleich wollen Apple, Google, Intel und Adobe einen Rechtsstreit nun beilegen.

Die vier US-amerikanischen Technologie-Konzerne wollen demnach insgesamt 415 Millionen US-Dollar zahlen, schreibt die Wirtschaftswoche.

Zum Hintergrund: Die Unternehmen sollen sich abgesprochen haben, sich gegenseitig keine Angestellten abzuwerben.

Mehr als 64.000 Mitarbeiter hatten daraufhin 2011 eine Sammelklage gegen den Abwerbestopp eingereicht.

Konkret ging es um illegale Absprachen aus den Jahren 2005 bis 2009.
Die Mitarbeiter forderten drei Millionen US-Dollar Schadenersatz.

Die zuständige Richterin im US-Bundesstaat Kalifornien hatte im Sommer 2014 die Summe von 324,5 Millionen US-Dollar als zu niedrig abgewiesen.
In einer Entscheidung forderte sie mindestens 380 Millionen US-Dollar.

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Neue Details zur Apple Watch enthüllt

15.01.2015, 12:03

Vorabversion von iOS 8.2

In einer Entwicklerversion von iOS 8.2 finden sich neue Einzelheiten zur Apple Watch, die im März auf den Markt kommen soll, sowie zur App, die für die Interaktion mit dem iPhone nötig ist.

Neue Details zur Apple Watch enthüllt

(Quelle: Apple.com)

Zwar hat Apple seine Smart Watch bereits im September der Öffentlichkeit präsentiert, damals gab es allerdings nur erste Prototypen mit wenigen Basisfunktionen zu sehen.

In einer Vorabversion von iOS 8.2, die der Hersteller an Entwickler verteilt hat, wurden nun aber zusätzliche Details zur Apple Watch sowie zur entsprechenden App namens „Companion“ ersichtlich. Das Portal „9to5mac“ hat die kommenden Features bereits genauer untersucht.

Diese Anwendung dient als Schnittstelle zwischen der Uhr und dem iPhone, das – wie Tim Cook bereits angekündigt hatte – für die Nutzung der Smart Watch zwingend erforderlich ist.

Über das iPhone-Display werden sich so die Anwendungen auf der Apple Watch bearbeiten und anordnen lassen, außerdem soll man darüber das Zifferblatt der Uhr personalisieren können, etwa durch die eigenen Initialen.

Zur Benachrichtigung bei neu eingetroffenen Meldungen soll es neben dem Vibrationsalarm einen dezenten roten Punkt oberhalb der Zeitanzeige geben. Auch automatische Antworten auf Nachrichten werden mit der Apple Watch möglich sein, diese Autoreply-Messages können dann in der iPhone-App erstellt werden.

Des weiteren wird es wohl möglich sein zu bestimmen, von welchen Kontakten oder Portalen man Benachrichtigungen auf seiner Uhr erhalten will.

Da es auf der Smart Watch keine Tastatur geben wird, ist der Nutzer auf die Spracheingabe angewiesen. Mit dieser sollen sich Audio-Nachrichten aufzeichnen und verschicken lassen, alternativ übersetzt die Apple Watch Audio-Files in Text, der sich dann mit einem Klick versenden lässt.

In puncto Sicherheit wird es auf der Apple Watch einen vierstelligen Code geben, dieser soll dann auch bei der Bezahlung via Apple Pay erforderlich sein. Wie auch beim iPhone kann die Uhr sämtliche Daten nach zehnmaliger falscher Code-Eingabe vom Gerät löschen um weiteren Missbrauch zu verhindern.

Befindet sich das Gerät allerdings in der Nähe des gekoppelten iPhone, wird keine Code-Eingabe notwendig sein.

Die Companion-App soll zudem die Nutzung der Apple Watch als Fitness-Instrument erleichtern. So kann der Nutzer hier einstellen, ob sich die Uhr nach einer gewissen Zeit der Inaktivität – beispielsweise nach langem Sitzen im Büro – bemerkbar macht. Ebenso werden sich die individuellen Ziele festlegen lassen, wie etwa die Schritte/Kilometer pro Tag oder das eigene Fitness-Level.

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Apple meldet App-Store-Rekord

09.01.2015, 13:10

Mobile Commerce

Neues Jahr, neuer Rekord: In der ersten Januarwoche haben Apple-Kunden fast eine Milliarde US-Dollar für Anwendungen und In-App-Käufe ausgegeben.

Apple meldet App-Store-Rekord

(Quelle: Shutterstock.com/Bloomua)

Apple hat heute bekannt gegeben, dass in der ersten Januarwoche ein neuer Rekord an Transaktionen im App Store aufgestellt wurde.

Kunden aus der ganzen Welt haben knapp eine halbe Milliarde US-Dollar für Apps und In-App-Käufe ausgegeben. Der Neujahrstag 2015 markierte den bisher erfolgreichsten Tag in der Geschichte des App Stores.

Im vergangenen Jahr waren die Transaktionen um 50 Prozent gestiegen. Entwickler haben durch den Verkauf von Apple-Anwendungen mehr als zehn Milliarden US-Dollar Umsatz verdient – seit Beginn des Stores bis heute waren es mehr als 25 Milliarden US-Dollar.

Der US-Konzern behält pro verkaufter App 30 Prozent des Umsatzes als Provision ein.

Apple hebt unterdessen die Preise bei seinem digitalen Multimedia-Shop iTunes in den EU-Ländern, Norwegen und Kanada an und senkt sie in Island. Das berichtet Appleinsider. Der Grund seien geänderte Wechselkurse und Mehrwertsteuersätze.

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Apple Watch soll im März 2015 kommen

07.01.2015, 12:58

Smart Wearables

Nach der Vorstellung der Smartwatch im vergangenen Herbst will Apple seinen Handgelenkscomputer in diesem Jahr endlich in die Geschäfte bringen. Ab März 2015 könnte es in den USA losgehen.

Apple Watch soll im März 2015 kommen

(Quelle: Apple.com)

Ein konkretes Datum für den Verkaufsstart der Apple Watch gibt es noch nicht, doch Branchenberichten zufolge soll Apple dabei sein, der Entwicklung der Software für seinen Handgelenkscomputer jetzt den letzten Schliff zu verpassen. Damit, so das Blog 9to5mac, könnten Nutzer mit einem Verkaufsstart im März 2015 rechnen. Firmenintern habe Vertriebschefin Angela Ahrendts bereits angekündigt, dass für das US-Verkaufspersonal von Apple ab Februar 2015 Trainingskurse anstünden.

So sollen jeweils mehrere Vertreter der einzelnen Apple Stores in den USA in der Firmenzentrale in Cupertino beziehungsweise in Austin mit der Smartwatch vertraut gemacht werden – und das Produkt gleichzeitig ausgiebig testen. Weiteres Training finde dann in den einzelnen Filialen statt. Angesichts der anvisierten Trainingstermine in der zweiten Februarwoche kann davon ausgegangen werden, dass der mobile Handgelenkscomputer kurz darauf in den Verkauf kommt.

Im November 2014 hatte Apple seine Fans, die nach der Vorstellung der Apple Watch bereits auf eine Smartwatch unter dem Weihnachtsbaum gehofft hatten, mit der Ankündigung enttäuscht, erst nach dem chinesischen Neujahr den Handgelenkscomputer auf den Markt zu bringen. Entwicklungstools für Software-Developer hatte das Unternehmen schon im November 2014 freigegeben.

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Apple-Zulieferer Pegatron am Pranger

22.12.2014, 8:16

Wegen Arbeitsbedingungen

Undercover-Journalisten der BBC haben beim Apple-Zulieferer Pegatron zum Teil menschenunwürdige Arbeitsbedingungen aufgedeckt.

Apple-Zulieferer Pegatron am Pranger

(Quelle: Fotolia.com/Kwest)

Die Enthüllungen sind erschütternd und zeigen einmal mehr, wie Arbeiter in Entwicklungs- und Schwellenländern mitunter für den Wohlstand der Menschen in Industrienationen ausgebeutet werden. Journalisten der BBC haben undercover beim Apple-Zulieferer Pegatron gearbeitet – und sind dabei auf Produktionsbedingungen gestoßen, die eklatant gegen die Arbeitsvorschriften des iPhone-Herstellers verstoßen.

So soll Pegatron unter anderem zu junge Arbeiter beschäftigt und Arbeitszeiten deutlich überschritten haben. Die Rede ist von 16-Stunden-Schichten, bei denen Arbeiter regelmäßig vor Erschöpfung an ihrem Arbeitsplatz einschliefen.

Den Vorgaben von Apple zufolge sollen Überstunden eigentlich auf freiwilliger Basis erfolgen – angeblich hätten die Arbeiter aber keine Wahl gehabt. In einzelnen Fabriken sollen Arbeiter sogar 18 Tage am Stück gearbeitet haben, zudem seien Schlafstätten völlig überfüllt gewesen.

Die Schilderungen erinnern an die Arbeitsbedingungen beim Apple-Zulieferer Foxconn, die bereits vor geraumer Zeit für Empörung gesorgt hatten. Apple reagierte damals auf die unhaltbaren Zustände und führte Richtlinien für seine Zulieferer ein, welche die Situation der Arbeiter verbessern sollten.

Konfrontiert mit den Enthüllungen, äußerte sich Apple nur indirekt. Man arbeite mit den Zulieferern daran, Nachlässigkeiten anzusprechen. Man wisse aber auch, dass diese Arbeit nie beendet sei. Auch Pegatron will die Missstände untersuchen.

Unterdessen prangern die BBC-Reporter auch die Bedingungen der Arbeiter bei den Rohstofflieferanten an. In einer Zinn-Mine auf der indonesischen Insel Bangka habe man beispielsweise beobachtet, wie ein zwölfjähriger Junge das Material mit bloßen Händen ausgrub. Zudem käme es regelmäßig zu tödlichen Unfällen, da Menschen verschüttet würden.

Besagte Mine wiederum verkauft seine Erträge an eine Schmelzhütte, die auf Apples Liste der fairen Hersteller stehe.

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Das Zalando-Car kommt schneller als gedacht

08.12.2014, 14:52

Connected Cars

Der BVDW hat zehn Thesen zur Zukunft von Connected Cars veröffentlicht. Achim Himmelreich, Vorsitzender der Fachgruppe E-Commerce, erläutert die Folgen für E-Commerce und Marketing.

In spätestens fünf Jahren könnte das Zalando-Car Realität sein

(Quelle: Zalando.com)

Das Auto der Zukunft ist vernetzt. Fahrzeughersteller, Telekommunikationsanbieter und US-Riesen wie Apple oder Google liefern sich eine Schlacht um die Hoheit im Connected Car. Der BVDW hat in einem Positionspapier zehn Thesen zur Zukunft von vernetzten Autos zusammengestellt. INTERNET WORLD Business sprach mit Achim Himmelreich, Vorsitzender der Fachgruppe E-Commerce im BVDW, über die Folgen für Online-Marketing und Handel.

Herr Himmelreich, wo auf dem Weg zum vollständig vernetzten Auto befinden wir uns denn eigentlich gerade?


Achim Himmelreich

(Quelle: internetworld)

Achim Himmelreich: Egal ob Entertainment, Adressbuch oder Verkehrsinformationen – ein immer größerer Anteil der Wertschöpfung im Auto ist digital. Diese Tendenz gab es zwar vor zehn Jahren schon. Doch jetzt sind die OEMS erstmals nicht mehr unbedingt diejenigen, die auch die vollständige Kontrolle über die digitale Entwicklung haben. Kaum ein Konsument will sich für 3.000 Euro ein Extra-Navigations- oder Entertainment-System anschaffen, sondern einfach sein Smartphone mit seinem Auto vernetzen. Damit brechen Branchengrenzen auf, und es stellt sich die Frage, wer die Hoheit über das digitale System im Auto gewinnen wird. Da kämpfen OEMS gegen Telcos und große Internet-Konzerne wie Google oder Apple.

Mir läge da schon fast ein Favorit auf der Zunge.

Himmelreich: Natürlich sind Google und Apple in der Pole-Position, weil sie den Konsumenten hinter sich haben. Trotzdem sehe ich auch Chancen für die Konkurrenz. Den anders als früher, wo die Leute sparten oder einen Kredit aufnahmen, um sich ein neues Auto zu kaufen, fordern sie heute eher Zugang als Besitz. Allein deshalb boomen derzeit Carsharing-Modelle. Doch die neue Mobilität muss irgendwer im Hintergrund vernetzen. Erste Pilotversuche zu Smart Mobility gibt es bereits. Und hier haben nicht Apple und Google automatisch einen Wettbewerbsvorteil. Hier kann man sich auch Konsortien vorstellen, die eine gemeinsame Software-Infrastruktur bauen. Das können dann beispielsweise auch BMW, Sixt, die Telekom und T-Systems sein.

In welchen Segmenten werden sich denn Connected-Car-Anwendungen als erstes durchsetzen?

Himmelreich: Im Auto passiert ja schon einiges. Schauen Sie sich den Opel Adam an: Der wird gezielt als Multimedia-Spaß-Auto positioniert. Vernetzung ist viel wichtiger als Verbrauch oder Motorleistung. Auch Mercedes macht das so mit der A- und B-Klasse. Außerdem gibt es schon Pilot-Regionen, die mit Smart Mobility experimentieren. Hier sind vor allem Schwellenländer mit neuen großen Mega-Metropolen wie Shanghai oder Sao Paolo aktiv. Die müssen derartige Konzepte aus schierer Not vorantreiben, weil ihnen sonst ein Verkehrskollaps droht. Und alle großen deutschen Konzerne wie T-Systems oder die Telekom, aber auch IBM, sind dort vor Ort präsent. Die in Deutschland traditionell starken Automobilhersteller müssen sich zudem darauf einstellen, dass sie ihre Kalkulation für Innovationsmanagement neu aufsetzen müssen. In der Vergangenheit wurden neue Innovationen wie Airbag oder Seitenaufprallschutz erstmal für teures Geld in die Topmodelle eingebaut und wanderten von dort peu à peu auch in Mittelklasse- und Kleinfahrzeuge. Heute funktioniert dieses Modell, hohe Forschungskosten durch hohe Preise zu refinanzieren, nicht mehr ohne weiteres. Denn der 60-jährige S-Klasse-Fahrer legt auf Vernetzung nicht soviel Wert wie der 20- bis 30-jährige Opel-Adam-Fahrer. Mercedes hat schon reagiert, hier starten die digitalen Innovationen in der A-Klasse.

Wir haben bislang viel von Entertainment und Infotainment geredet. Sehen Sie auch für die Chancen für Marketing und E-Commerce?

Himmelreich: Auf jeden Fall. Indirekt ergeben sich Potenziale dadurch, dass Daten gesammelt werden. Hier muss allerdings erst noch an einem geeigneten Regulierungsrahmen gearbeitet werden, denn noch ist völlig ungeklärt, unter welchen Umständen welche Daten von wem erhoben und genutzt werden dürfen. Aber wenn ein Dienst, sei es Google oder eine Mercedes-Tochter, weiß, wo ich herumfahre, sind das natürlich wichtige Daten. Das ist dann wie ein Indoor-Tracking im Ladengeschäft oder Einkaufszentrum. Im nächsten Schritt können dann auf Basis der Daten, die man gesammelt hat, beispielsweise Marketing-Botschaften im Head-Up-Display ausgespielt werden. Allerdings muss auch hier die Politik aktiv werden und erst einmal die Sicherheitsaspekte klären.

Unfall dank Sonderrabatt

Allerdings, ich kann mir schon vorstellen, dass man vor Aufregung über einen Sonderrabatt bei H&M im nächsten Straßengraben landet. Es gibt ja auch Studien, die belegen, dass RMS-Radios die Unfallgefahr steigern.

Himmelreich: Damit das nicht passiert, experimentieren die Autohersteller in Wolfsburg, Ingolstadt und anderswo alle schon mit Sprach- und Gestensteuerung, um Steuerung und Kommunikation im Fahrzeug so zu gestalten, dass sie den Fahrer nicht behindern. Das heißt dann auch, dass Sie den H&M-Gutschein vermutlich nicht im Head-Up-Display angezeigt bekommen, sondern dass das Auto mit Ihnen spricht. Beim A8 ist es ja ein offenes Geheimnis, dass das neue Modell erstmals mit Gestensteuerung kommt. Und spätestens mit dem Google-Self-Driving-Car ist dann quasi alles möglich. Aber das wird wohl noch ein wenig dauern.

Wenn ich Online-Händler oder Online-Marketer bin und mir frühzeitig ein gutes Plätzchen im vernetzten Auto sichern will, mit wem spreche ich denn da jetzt?

Himmelreich: Bei den Automobilfirmen anzuklopfen, ist wohl noch zu früh. Am besten aufgehoben ist man bei den drei großen Telekommunikationsunternehmen hier in Deutschland. Die haben alle eine eigene Abteilung für Connected Cars, denn aus Telco-Sicht ist ein Auto ja auch nichts anderes als eine neue SIM-Karte. Dafür gilt es, neue Geschäftsmodelle zu generieren – angefangen von B-to-B-Sicherheitssystemen bis zu Commerce-Anwendungen.

Gibt es schon Händler oder Marketer, die bereits Anwendungen konzipiert haben?

Himmelreich: Autoscout wäre ein Beispiel. Die haben ein Dongle gebaut, das sich Kunden ins Auto stellen können und das dann bestimmte Daten ausliest: Wer fährt wann wo hin und so weiter. Dazu gibt es eine offene Schnittstelle, über die Dritte über ein Revenue-Sharing-Modell die Daten von Autoscout nutzen können. Das haben sich Händler schon angeschaut, inwiefern sie da Apps aufspielen können, die dann die von Autoscout gesammelten Daten nutzen.

Ich schätze, jedem Datenschützer stehen spätestens jetzt die Haare zu Berge.

Himmelreich: Naja, solche Daten gibt es ja ohnehin schon. Jeder Mobilfunkanbieter weiß ganz genau, wann Sie wo waren und theoretisch auch, wie oft Sie zu schnell gefahren sind. Hier brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens, wie wir damit umgehen wollen, und ggfs. einen angepassten Regulierungsrahmen.

Zalando hat ja vor einigen Jahren mit großem Pressegetöse sein Konzept vom Zalando-Car präsentiert. Ist das alles wirklich noch Zukunftsmusik?

Himmelreich: Das kann schneller kommen als man denkt. Vor zehn Jahren war jeder der festen Überzeugung, dass niemand mehr eine neue Automobilfirma gründen kann. Aber seit es Tesla gibt, weiß man, dass auch Startups Autos bauen können und dann auch noch eine neue Schlüsseltechnologie wie in diesem Fall Batterietechnik beherrschen. Wenn jetzt eine Firma wie Zalando oder Amazon in den USA zu Tesla geht und von Elon Musk einen Whilte-Label-Tesla bekommt, den er zum E-Commerce-Auto umbaut, ist das technisch durchaus möglich. Ob der Konsument das dann will, steht auf einem anderen Blatt. Aber, dass man solche Innovationen in den kommenden fünf Jahren sehen wird, ist so gut wie sicher.

Glauben Sie denn überhaupt an ein Potenzial für den Online-Handel oder geht es Verbrauchern im Auto eher um Entertainment?

Himmelreich: Es wäre fatal, wenn Händler und Marketer das Auto nur als weiteren Kanal sehen, der dann entsprechend bespielt wird. Aber der Commerce muss den Konsumenten dahin folgen, wo sie hinschauen. Er ist ihm auf sein Laptop gefolgt und auf sein Smartphone. Das Auto wäre da nur der x-te Screen, wobei der Screen vermutlich eher ein Lautsprecher ist. Im neuen Denglisch ist das Auto einfach ein Touchpoint, den der Kunde nutzt. Und weil das Auto ein Touchpoint ist und Daten generiert, wird es genauso Teil der Customer Journey werden wie in der Vergangenheit das Smartphone oder Tablet. Händler müssen da präsent sein, wenn sie eine unterbrechungsfreie Customer Journey bieten wollen.

Wo sehen Sie denn aktuell den größten Handlungsbedarf?

Himmelreich: Die Politik muss aufwachen. Wir sind zu Recht stolz darauf, dass die deutsche Automobilindustrie weltweit führend ist. An keiner Branche hängen mehr Arbeitsplätze. Deswegen ist es entscheidend, dass wir auch in einer sich wandelnden Automobilbranche die Kontrolle behalten. Wenn die Kontrolle nach Kalifornien geht, gehen auch die Margen nach Kalifornien. Wenn die Margen nach Kalifornien gehen, ist die Automobilproduktion in Deutschland nicht mehr rentabel. Und dieses Damokles-Schwert über unserer Schlüsselindustrie könnte durchaus noch mehr Aufmerksamkeit vertragen. Die Politik muss deutsche Unternehmen schneller unterstützen, Regularien anpassen, Innovationen fördern. Wenn die Kontrolle über die Branche mal irgendwo anders liegt, wird es schwer, sie zurückzuholen.

Sprechen Sie als BVDW denn mit den zuständigen Politikern?

Himmelreich: Wir sprechen permanent mit Politikern, aber im Bereich Connected Cars sind wir noch nicht so weit vorgedrungen wie bei Datenschutz oder Netzpolitik. Wir bemühen uns, aber die technologische Entwicklung ist nachvollziehbarerweise eben schneller als politische Prozesse.

Intelligente Autos, vernetztes Wohnen, Smart Wearables: Wie denken die Deutschen über die digitalen Zukunftstrends – und können sie sich ein Leben ohne Internet überhaupt noch vorstellen?

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Apple plant Produktionsstopp des iPhone 5C

01.12.2014, 9:27

Gerücht

Medienberichten zufolge wird Apple sein Smartphone-Einsteigermodell iPhone 5C ab Mitte 2015 nicht mehr herstellen.

Apple plant Produktionsstopp des iPhone 5C

(Quelle: apple.com)

Das iPhone 5C bietet einen vergleichsweise günstigen Einstieg in die Smartphone-Welt von Apple. Nun kursieren Gerüchte, wonach der kalifornische Elektronikkonzern die Produktion Mitte 2015 einstellen wird.

Damit würde der Hersteller relativ früh aus der Produktion einer Modellgeneration aussteigen – in diesem Fall bereits nach zwei Jahren. Üblicherweise sind die Geräte drei Jahre verfügbar.

Ein Grund könnte sein, dass sich das iPhone 5C von Anfang an nicht besonders gut verkauft hat. Zur Markteinführung bot es – zu relativ hohen Preisen – eher technisch solide Hausmannskost, weshalb die meisten Nutzer gleich zum besser ausgestatteten und hochwertiger aussehenden iPhone 5S griffen, das auch nur 100 Euro teurer war.

Mit der Einführung des iPhone 6 und 6 Plus hatte Apple dann im September auch die Preise für die Vorgängermodelle iPhone 5C und 5S gesenkt, die weiterhin angeboten werden.

Das iPhone 5C ist seitdem nur noch als 8-GB-Version für 399 Euro (vorher 549 Euro) erhältlich. Für das iPhone 5S verlangt Apple jetzt jeweils 100 Euro weniger, nämlich 599 Euro für die 16-GB-Ausführung und 699 Euro für das 32-GB-Modell.

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