Barrierefreiheit oft ein Fremdwort

14.06.2012, 10:31

Menschen mit Behinderung stoßen nicht nur im realen Leben auf Hindernisse. Auch im Internet sind die meisten Seiten nicht an spezielle Bedürfnisse angepasst, obwohl es teilweise sogar laut Gesetz so sein müsste, wie der Guardian berichtet. Einfache Änderungen könnten die Situation schon stark verbessern, der höhere Aufwand hält Webdesigner aber oft davon ab, sich an gewisse Grundregeln zu halten. Da ein immer größerer Teil des Lebens der Menschen sich im Netz abspielt, führen mangelnde Zugangsmöglichkeiten heute zu ernsthaften Benachteiligungen, sowohl im Berufs- als auch im Privatleben.

Foto: Frank Rumpenhorst (dpa)

“In den letzten Jahren ist die Bedeutung von Barrierefreiheit im Webdesign stark gestiegen. Es gibt verschiedene Abstufungen von freiem Zugang. Ein wichtiger Punkt ist die Maschinenlesbarkeit, die es entsprechender Software erlaubt, den Inhalt einer Seite vorzulesen. Das erfordert, den Text entsprechend sauber zu strukturieren und auszuweisen“, sagt PION-Websystems-Gründer Georg Pirker. Diese Maschinenlesbarkeit ist auch ein Kriterium für das Seiten-Ranking von Suchmaschinen, was die Situation in den vergangenen Jahren verbessert hat.

“Öffentliche Webseiten sind durch den Gleichheitsgrundsatz eigentlich dazu verpflichtet, entsprechende Maßnahmen zu setzen. Private Sites bieten entsprechende Angebote vor allem, weil Maschinenlesbarkeit Vorteile beim Suchmaschinen-Ranking bietet. Trotzdem berücksichtigen viele Entwickler diesen Punkt nicht. Bei uns wird das bei jedem Projekt berücksichtigt“, erklärt Pirker. Problematisch ist in diesem Zusammenhang etwa die Verwendung von Flash. „Eine Flash-Seite ist für ein Vorlese-Programm ein leeres Blatt Papier. Die Technologie sollte nur für Inhalte wie Videos genutzt werden“, so Pirker.

Hier verspricht die Einführung von HTML5 Abhilfe. Das textbasierte Format ist für Maschinen besser zu lesen. „Derzeit werden viele Seiten ohne saubere Struktur im Quelltext konstruiert, weil das teurer und schwieriger wäre. Oft fehlt auch das Know-how oder es wird schlicht einfach nicht bedacht“, erklärt Pirker. Auch die Verwendung von Videos auf barrierefreien Seiten erfordert einen Mehraufwand. So müssen die Menüknöpfe so gestaltet werden, dass sie von Hilfsprogrammen erkannt werden können. Ob Untertitel in die Videos integriert werden, hängt von den jeweiligen Produzenten ab.

YouTube versucht teilweise, Untertitel automatisch mit Spracherkennungssoftware zu generieren, was bisher aber nur begrenzt erfolgreich ist. „Technisch sollte eine automatische Lösung in Zukunft durchaus machbar sein. Aber auch hier fehlt oft das Bewusstsein für das Problem“, sagt Pirker. In den sozialen Netzwerken formiert sich derzeit Widerstand gegen die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung. Unter dem Hashtag #subtitlesnow haben sich jüngst Tausende Menschen dafür eingesetzt, dass Webdesigner stärker auf spezielle Bedürfnisse eingehen.

“Das Thema gewinnt an Bedeutung. Es gibt leider noch zu wenige Anbieter, die komplett saubere Strukturen erstellen, um barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Die Anforderungen bei öffentlichen Aufträgen verlangen mittlerweile zwar immer Barrierefreiheit, bisher wurde dieser Punkt aber oft vernachlässigt. Es gibt definitiv Raum für Verbesserungen“, sagt Pirker.

(Quelle: pressetext.com)

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axaio MadeToTag Beta 2 verfügbar

21.03.2012, 13:25

axaio software, Entwickler von Automatisierungs-Lösungen für Ausgabe-, Druck- und Redaktions-Workflows für den Publishing- und Print-Markt, gibt die sofortige Verfügbarkeit von MadeToTag Beta-Version 2 bekannt – ein Update des neuesten Tools aus dem Hause axaio, zur einfachen und schnellen Vorbereitung von InDesign-Dokumenten als Tagged PDF.

MadeToTag (Quelle: axaio.com)

Vor mehreren Wochen hat axaio das offizielle MadeToTag Beta-Programm eröffnet und seither konstant daran gearbeitet, das PlugIn zu verbessern und um praktische Funktionen zu ergänzen. Diese Verbesserungen können Sie ab sofort in der Beta-Version 2 ausprobieren.

Tagged PDFs sind Voraussetzung für PDF-Barrierefreiheit. Basierend auf Tags werden, u.a. auf Bildschirm-Lesegeräten für Sehbehinderte oder Vorlese-Software für Menschen mit Lernbehinderung, die nötigen Informationen bereit gestellt, um einen umfassenden und logischen Zugang zum Inhalt einer PDF-Datei zu ermöglichen. Darüber hinaus tragen Tagged PDFs effektiv dazu bei, die Suchmaschinenoptimierung zu verbessern.

Mithilfe der zahlreichen und qualifizierten Beiträge der MadeToTag Beta-User in Zusammenarbeit mit unseren Entwicklern, ist es gelungen, einige neue, sehr praktische Funktionen einzubauen bzw. Verbesserungen am PlugIn vorzunehmen. Eine der Haupt-Verbesserungen in der Beta 2 Version ist ein Feature zur farbigen Hinterlegung von bereits mit Tags versehenem Text. Die Farbhinterlegung dient zur besseren Übersicht und Spezifizierung der verschiedenen Text-Inhalte in einem Textfluss. Diese Vorgehensweise macht das Taggen eines Dokuments umso einfacher und schneller.

Ausserdem beinhaltet das Update folgende Erneuerungen/Verbesserungen:

• Fixes bei den ‘Problem Locators’
• verbesserter Export von Tags für ‘Paragraph Styles’
• verbessertes Tagging von ‘Artifacts’

MadeToTag Beta-Programm

Mit der öffentlichen Beta-Version von MadeToTag haben Sie die Möglichkeit, bei der Realisierung des finalen Produkts aktiv mitzuwirken, indem Sie sich für das Beta-Programm anmelden. Jeder hat die Gelegenheit, sich im MadeToTag-Forum mit Ideen und Kommentaren einzubringen. Die Beta-Version von MadeToTag ist auf Englisch verfügbar und kann kostenlos von der axaio-Website heruntergeladen werden. Als Dankeschön für Ihre Mithilfe bei der Verbesserung von MadeToTag wird allen aktiven Beta-Testern ein Rabatt von 50 % auf MadeToTag gewährt, sobald das Produkt offiziell lieferbar ist.

Systemvoraussetzungen

Für die öffentliche Beta-Version von MadeToTag benötigen Sie Adobe InDesign CS5.5. Die Beta-Version ist sowohl für Mac (10.5/10.6/10.7) als auch Windows (Vista und Windows 7) verfügbar. Die endgültige Version von MadeToTag, lieferbar ab Sommer 2012, wird mit Adobe InDesign CS5.5 und höher kompatibel sein und auf Deutsch, Englisch und Französisch erhältlich sein.

(Daniel Mittendorf | Quelle: axaio.com)

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DPK: Thema Barrierefreiheit

21.03.2012, 9:16

Das Thema Barrierefreiheit hat in den vergangenen Jahren zunehmend seinen Weg in das Bewusstsein der Publisher gefunden, auch wenn an vielen die Thematik bis dato noch vorbeigegangen ist. Nicht zuletzt neue gesetzliche Regelungen , haben hierfür den Ausschlag gegeben und eine Auseinandersetzung mit der Materie erforderlich gemacht. Die Grundintention des Gesetzgebers war und ist die Gleichstellung aller Bürger beim Zugang zu digitalen Medien.

Quelle: www.dynamicbooks.com

Und was steckt eigentlich hinter Barrierefreiheit?

Die bei vielen vorherrschende Begriffsunsicherheit ist in meinen Augen auf die etwas unglückliche Übersetzung vom englischen Begriff Accessibility herzuleiten – in meinen Augen wäre Zugänglichkeit der treffendere Ausdruck. Letztendlich verbirgt sich hinter Barrierefreiheit nichts anderes, als allen Nutzern einen gleichberechtigten, uneingeschränkten Zugang zu Inhalten zu ermöglichen.

Für Rollstuhlfahrer baut man Aufzüge als Alternative für Treppen. Ähnlich funktioniert es auch bei digitalen Dokumenten, nur das hier die Zugangserleichterung über digitale Hilfsmittel erfolgt – beispielsweise die semantisch korrekte Auszeichnung von Navigationpunkten und Hyperlinks, sowie das Schaffen einer alternativen, simplen Fließtextansicht als Ersatz für komplexe Layouts.

Eine sehr gute in den Alltag übertragene Erklärung stammt von Olaf Drümmer, Geschäftsführer der axaio software GmbH: „Stellen Sie sich einfach vor Sie müssen Ihr komplettes Dokument am Telefon erklären – hier kommt eine Überschrift, dann ein Text, gefolgt von einem Bild mit einem spielenden Kind,… .“ Das Layout ist dabei völlig irrelevant. Es ist auch völlig irrelevant, ob Buchstaben auf dem Kopf stehen. Es muss eine logische sequenzielle Inhaltsabfolge vorhanden sein.

Für die meisten Webprogrammierer, mindestens für die öffentliche Hand oder große Unternehmen, ist eine barrierefreie Umsetzung von Projekten schon seit geraumer Zeit Gang und Gäbe. Denn sofern es keine für alle zugängliche digitale Alternative zum analogen Vorbild gibt, muss weiterhin ein Mitarbeiter inklusive Büroarbeitsplatz zur Verfügung stehen, um das Anliegen bearbeiten zu können. Von daher ist der Druck hier entsprechend groß, das Optimierungspotential zu nutzen, zumal gerade bei Behördengängen für den Dienstleistungsnutzer selbiger Gang entfallen kann.

Im Kreise der Publisher ist man für dieses Thema teilweise noch sehr wenig sensibilisiert. Momentan ist vielerorts noch das Denken verbreitet: ein Blinder liest meine Zeitung oder Zeitschrift nicht, er gehört somit nicht zu meiner Zielgruppe und kann daher nicht zu Umsatzsteigerungen beitragen. Allen die inzwischen auch in die digitale Vermarktung eingestiegen sind – sei es über PDF-Abos oder Tablet-Editionen Ihrer Werke – werden diesem Denkansatz hoffentlich widersprechen.

Aus drei Gründen würde das vollständig barrierefreie Arbeiten neue Möglichkeiten für digitale, aber eben auch nicht digitale Publisher erschließen:

1.) Digitale, barrierefreie Publikationen vergrößern Ihre Zielgruppe. Nicht nur Blinde und Sehbehinderte können via Screenreader Ihre Publikationen konsumieren, auch Analphabeten und viele andere körperlich oder geistig eingeschränkte Personen können die Inhalte durch barrierefreie Publikationen konsumieren.

Wenn Sie erkennen, dass Sie bei einer nicht barrierefreien Umsetzung Ihrer digitalen Publikationen mehr als 5% der deutschen Bevölkerung und damit ein Millionenpublikum ignorieren, dann sollte dies für Sie Grund genug sein, einmal intensiv über Ihre Wachstumschancen nachzudenken.

2.) Digitale, barrierefreie Publikationen erschließen neue Zielmärkte. Eine PDF-Edition einer Zeitung ist auf einem Tablet nicht ohne Weiteres barrierefrei konsumierbar – permanentes Scrollen und Zoomen mindern das Konsumerlebnis erheblich. Barrierefreiheit ist nicht nur auf Personen bezogen, auch auf Geräte!

Im Gegensatz zum Papier sind die digitalen Endgeräte jedoch inhomogen. Amazons Kindle beherrscht nur eine Schwarz-Weiß-Darstellung, ein iPhone hat eine andere Bildschirmgröße als ein GalaxyTab, welches eine andere Auflösung hat als ein iPad 3. Für jedes Endgerät eine separate Publikation anzufertigen, ist ein nicht zu bewältigender Arbeitsaufwand. Die Publikation auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners aller Endgräte – wenig Auflösung, Schwarz/Weiß – würde von den meisten Kunden nicht toleriert werden.

Der wohl für die meisten einfachste Weg führt über den bewährten de facto-Standard PDF. Der Vorteil des PDF-Formates, absolute layouttreue auf allen Endgeräten, scheint dieses Dateiformat für die Verbreitung auszuschließen, obwohl die günstigen Produktionskosten und bewährte, stabile Workflows einen enormen Vorteil böten. PDFs lassen sich jedoch durch Tagging barrierearm umsetzen und je nach Displaygröße kann der Inhalt dynamisch angepasst oder zumindest in korrekter Reihenfolge vorgelesen werden.

3.) Barrierefreie Publikationen steigern die Effektivität und Effizienz Ihrer Produktion.
Kommen wir also nun zum eigentlichen Kern dieses Textes, der These: Effizienter und effektiver Publizieren dank Barrierefreiheit.

Der ein oder andere mag sich verwundert seine Augen bei dieser provokanten Aussage gerieben haben. Dem Thema Barrierefreiheit haftet eher der Nimbus von komplizierten Arbeitsabläufen und hohen Mehrkosten an, die wenigsten dürften dabei an Effizienz denken. Wie also passt das nun zusammen?

Dazu zunächst ein kleiner Exkurs in die „Geheimnisse“ der barrierefreien Aufbereitung von Dokumenten:
Ein barrierefreies Dokument (aus Publishingsicht nehmen wir das PDF-Format als Referenz) unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht unbedingt von einem nichtbarrierefreien Dokument – der Unterschied liegt meist unter der Oberfläche. Die Grundlage der Barrierefreiheit ist eine im Dokument sinnvoll ausgezeichnete hinterlegte Struktur.

Einzelnen Layoutelementen wird im Satz ein Platz in der Lesereihenfolge und zusätzlich eine Bedeutung via Tag zugewiesen. So erhält die Hauptüberschrift den Tag H1, dies steht für Überschrift 1. Ordnung. Unter- oder Zwischenüberschriften bekämen Tags H2-H6, je nach Hierarchie. Ein normaler Absatz bekommt den Tag P – allen, die bereits Webseiten erstellt haben, ist dieses Prinzip geläufig. Das was der „normale“ Leser wahrnimmt (Stichwort Regenbogenpresse) – also Schriftgrößen, -farben oder -stile – geschieht hier nun über fest hinterlegte Auszeichnungen.

Außer H(x) und P gibt noch erheblich mehr dieser vordefiniertes Tags: für Tabellen, Listen, Hyperlinks und vieles mehr. Eine Übersicht über alle PDF-Tags inkl. Erläuterung finden Sie beispielsweise in der Adobe Acrobat Hilfe.

Bilder und Grafiken müssen besonders gehandhabt werden, denn das bloße Versehen eines Bildes mit dem entsprechenden Tag gibt noch keinen Aufschluss auf seinen Inhalt. Analog zur Webseitenerstellung wird für Bilder ein Alternativtext hinterlegt, welcher den Bildinhalt wiedergeben soll. Eine mögliche Bildbeschreibung könnte lauten: „Zwei spielende Kinder vor einem Haus“.

Der nächste Punkt und mein absolutes Lieblingsthema sind Abstände und Trennungen. Für eine saubere barrierefreie Umsetzung von Dokumenten muss sauber gesetzt werden.

Abstände zwischen Absätzen, im optischen Sinne eine Inhaltstrennung, erfolgen nicht indem man zweimal Enter drückt oder indem man einem Zeichen in der ersten Absatzzeile einen größeren Zeilenabstand gibt. In allen gängigen Programmen steht eine Option für Abstände vor und nach dem Absatz zur Verfügung, welche alleinig hierfür genutzt werden sollten.

Beim Trennen von Wörtern sind der Kreativität von Redakteuren kaum Grenzen zu setzen. Der „Klassiker“ um ein Wort an einer gewünschten Stelle zu trennen, ist die Nutzung von Minuszeichen (-) gefolgt von einem Zeilenumbruch (Enter). In einem Druckprodukt fällt keinem diese Arbeitsweise auf, das eigentliche Wort existiert digital aber nicht mehr in seiner ursprünglichen Form, es wurde „ge-trennt“. Nutzt man hingegen eine Bedingte Trennung, so wird nur dann an der gewünschten Stelle getrennt, wenn es erforderlich ist; Das Wort an sich bleibt im digitalen Sinne intakt.

Betrachtet man nun das Thema Barrierefreiheit aus einem anderen Blickwinkel, nämlich als Mittel der Qualitätskontrolle, so erreicht man interessante Nebeneffekte.

Die stringente Anwendung von Absatz- und Zeichenformaten wird, oder zumindest sollte, allen Auszubildenden beigebracht werden. Nachträgliche Anpassungen lassen sich damit mit wenigen Klicks erledigen. Oft habe ich es schon erlebt, dass gerade bei kleineren Projekten schnell gesetzt wurde und gegebenenfalls später ein paar Formate für das Gewissen angelegt werden. Folgen dann die üblichen Kaskaden nicht enden wollender Korrekturzyklen, rächt sich diese Halbherzigkeit im Umgang mit Formaten schnell.

Das konsequente Arbeiten mit Formaten würde auch bei der Produktion der meisten nichtbarrierefreien Publikationen zu erheblichen Vereinfachungen führen, da zeitaufwändige händische Nacharbeit vollständig entfallen kann. Das simple taggen der Inhalte, Überschrift1 = H1 usw., gibt es kostenlos dazu.
Sauberes Trennen und das korrekte Definieren von Abständen sind für all jene, die bereits jetzt oder zukünftig digital produzieren, unerlässlich. Beispielsweise kennen verschiedene Ebook-Validatoren keine Gnade bei doppelten Returns. Inkorrekt getrennte Wörter taugen nicht für die Indizierung von Suchmaschinen, nicht einmal die Desktopsuche funktioniert hier. Bei crossmedialer Verwendung der Inhalte gibt es keine festen Zeilenenden, manuelle Umbrüche führen dadurch zu unansehnlichen Ergebnissen und nebenbei sinkt auch der SEO-Wert.

Bleibt das Versehen von Bildern mit Alternativtext. Das macht doch nun wirklich keinen Sinn, oder?
Ein Szenario: Jeder der seine private Bildersammlung seit ein paar Jahren digital sammelt, sieht sich irgendwann mit dem Problem konfrontiert, den Bestand sinnvoll sortieren zu müssen, einfach um den Überblick zu behalten. Selbst eine ordnerbasierte Sortierung nach Jahreszahlen hilft aber ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr weiter. Hierfür bieten so gut wie alle Fotobearbeitungs- und Sortierungsprogramme die Möglichkeit Bilder mit Schlagworten zu versehen, welche optimaler Weise möglichst detailierte Rückschlüsse auf den Inhalt zulassen. Dadurch kann der komplette Bestand nach diesen hinterlegten Metadaten durchsucht werden und die Daten eignen sich auch für SEO-Kampagnen. In größeren Bildbeständen sind Bilddaten ohne korrekte Auszeichnung nahezu wertlos, da sie schlichtweg kaum auffindbar sind.

Sofern Sie auch noch mit Bildunterschriften arbeiten, können Sie auch diese in den Metadaten hinterlegen und im Satzprogramm automatisch als Textelement weiterverwerten. Auf diese Art bekommen Sie den Alternativtext für barrierefreie Bilder gratis frei Haus.

Fazit

Wie man sieht, ist die barrierefreie Aufbereitung von Daten mit einem auf den ersten Blick nicht unerheblichem Aufwand verbunden.

Betrachtet man jedoch den Gewinn der zu Grunde liegenden Techniken und Arbeitsweisen für den eigenen Workflow und nutzt das Thema Barrierefreiheit als Gradmesser der eigenen Datenqualität, so stellt sich die Situation anders dar.

Sauberes und daraus resultierendes effizientes Arbeiten führt in logischer Konsequenz zur optimalen Grundlage für barrierefreie Publikationen. Dabei führt dies entgegen der landläufigen Meinung nicht zwangsläufig zu höheren Kosten, sondern bietet gar die Chance Ressourcen zu schonen und Arbeitsabläufe optimieren.

Mehr zum Thema Barrierefreiheit und viele weitere spannende Themen können Sie auf der Deutschen Publishing Konferenz 2012 am 27./28. April in München erleben. Weiterführende Informationen finden Sie hier. Ein Screencast zum Thema Barrierefreiheit aus der Reihe DPK-Miniworkshop finden Sie hier.

(Daniel Mittendorf | Quelle: publishing-konferenz.de)

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