3D XPoint ist 1.000-mal schneller als Flash-Speicher

30.07.2015, 9:08

Intel und Micron

Mit 3D XPoint haben Intel und Micron eine neue Speichertechnik entwickelt, die bis zu 1.000 Mal schneller sein soll als heutige Flash-Lösungen.

3D XPoint ist 1.000-mal schneller als Flash-Speicher

1989 wurde erstmals nichtflüchtiger Flash-Speicher vorgestellt. Der in NAND-Technik gefertigte Non Volatile Memory (NVM), der heute beispielsweise in USB-Sticks, Speicherkarten und SSDs zum Einsatz kommt, entpuppte sich als kleine Revolution der Halbleiterbranche. Mehr als 25 Jahre später präsentierten Intel und Micron gestern in einem Live-Webcast die nächste Revolution: 3D Xpoint soll die Vorteile nichtflüchtiger Speicher mit den Vorteilen von flüchtigem DRAM-Speicher vereinen.


3D XPoint: Der neue Speicher ist 1.000-mal schneller als herkömmlicher Flash-Speicher in NAND-Technik und hat eine zehnmal höhere Speicherdichte als flüchtiger DRAM-Speicher.

(Quelle: Intel)

Die neue Speichertechnik für Server und Storage-Systeme arbeite bis zu 1.000-mal schneller als heutiger, nichtflüchtiger Flash-Speicher und sei zudem deutlich haltbarer, da sich die Speicherzellen 1.000-mal häufiger überschreiben lassen als aktuelle NAND-Flash-Zellen. Verglichen mit flüchtigem DRAM-Speicher, der beispielsweise im PC als Arbeitsspeicher zum Einsatz kommt, ist 3D Xpoint zwar langsamer, erreicht aber eine bis zu zehnmal so hohe Speicherdichte.

Wie revolutionär der Geschwindigkeitsgewinn der neuen Technik ist, zeigt ein kurzer Vergleich: Würden die Ingenieure von Boing und Airbus einen ähnlichen Geschwindigkeitsvorteil erringen, dann würde ein Flug von San Francisco nach Peking nicht mehr 12 Stunden, sondern nur noch 43 Sekunden dauern.

Erste im 20-nm-Verfahren gefertigte 3D-XPoint-Speicherchips mit einer Kapazität von 16 GByte wollen Intel und Micron noch in diesem Jahr in als Musterstücke an ihre Partner ausliefern. Konkrete Speichermedien mit 3D XPoint haben die beiden Entwicklungspartner bislang aber noch nicht angekündigt.

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Microsoft kauft Cloud-Security-Spezialist Adallom

20.07.2015, 13:17

Redmond in Kauflaune

Microsoft bezahlt rund 320 Millionen US-Dollar für den israelischen Cloud-Security-Anbieter Adallom. Die Lösung des Unternehmens soll unerwünschte Zugriffe auf Cloud-Dienste erkennen und blockieren.

Microsoft kauft Cloud-Security-Spezialist Adallom

(Quelle: Shutterstock.com/Nata-Lia)

Für etwa 320 Millionen US-Dollar übernimmt Microsoft den israelischen Cloud-Security-Spezialisten Adallom, berichtet das Online-Magazin Globes.
Adallom wurde im Jahr 2012 von mehreren ehemaligen Angehörigen der israelischen Armee gegründet und bietet SaaS-Dienste (Software-as-a-Service) an. Laut Globes hat sich auch Hewlett-Packard erst vor ein paar Monaten mit rund 30 Millionen US-Dollar an Adallom beteiligt.


Zugriffsschutz für Cloud-Dienste

(Quelle: Adallom)

Die Anwendungen des Unternehmens sollen einen sicheren Zugriff auf Cloud-Dienste gewährleisten, egal von welcher Plattform aus. Gerade für Enterprise-Nutzer ist dies wichtig, weil sie trotz aller Unkenrufe immer mehr bislang intern genutzte Anwendungen in die Cloud auslagern.

Ähnlich wie technische Maßnahmen zum Kreditkartenmissbrauch soll die Adallom-Lösung außerdem erkennen, wenn ungewöhnliche Zugriffe auf einen Cloud-Dienst erfolgen.

Das Hauptquartier von Adallom befindet sich in Palo Alto, Kalifornien. Die Entwicklungsabteilung des Unternehmens ist aber immer noch in Tel Aviv zu finden und soll dort laut Globes auch bleiben. Die Adallom-Gründer Assaf Rappaport, Ami Luttwak und Roy Reznik waren laut Wikipedia früher für die israelische Unit 8200 tätig, die dem Militärgeheimdienst Aman unterstellt ist und ein ähnliches Aufgabenfeld wie die amerikanische NSA (National Security Agency) haben soll.

Microsoft scheint momentan in Kauflaune zu sein. Erst vergangene Woche wurde die Akquisition von FieldOne bekannt. Die Anwendungen des Außendienst-Spezialisten sollen in Microsoft Dynamics CRM, Office 365 und SharePoint integriert werden.
Auf der WPC-Konferenz kündigte Microsoft neue Dienste und Produkte rund um Cloud, Big Data und Analytics an. Ende des Jahres soll außerdem eine neue Version der Office 365 Enterprise-Suite erscheinen.

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Google stellt eigenes Beacon-Format vor

16.07.2015, 8:18

Eddystone

Neue Konkurrenz für Apples iBeacons: Google hat mit Eddystone ein eigenes Beacon-Format vorgestellt. Händler können Beacons dazu nutzen, um Kunden in der Nähe auf ihre Angebote aufmerksam zu machen.

Mit Beacons lassen sich Push-Nachrichten auf das Smartphone schicken

Mit Beacons lassen sich Push-Nachrichten auf das Smartphone schicken
(Quelle: Fotolia.com/Maksim Kostenko)

Google hat auf seinem Entwicklerblog ein eigenes Beacon-Format vorgestellt. Dabei handelt es sich um batteriebetriebene Minisender, die es beispielsweise Ladenbesitzern ermöglichen, die Position von Smartphones zu orten und an Nutzer in der Nähe Push-Nachrichten mit aktuellen Angeboten zu versenden.

Anders als Apples iBeacons ist das offene Beacon Format plattformübergreifend und kann nach eigenen Angaben für Android, iOS sowie jede Plattform, die Bluetooth-LE-Beacons unterstützt, verwendet werden. Eddystone bietet zwei Schnittstellen, die es Entwicklern ermöglichen sollen, ihre Apps mit Beacons aus der näheren Umgebung kommunizieren zu lassen oder Daten mit einem Ort zu verknüpfen. Die Daten werden dabei in der Cloud gespeichert. Google arbeitet bereits mit verschiedenen Beacon-Herstellern zusammen, wie zum Beispiel estimote, bluvision oder Radius Networks.

„Google kann mit Eddystone die Beacon-Technologie nochmals auf ein neues Level heben, auch wenn es bereits viele Systeme am Markt gibt, die bereits plattformübergreifend funktionieren“, meint Anna Langenbach, Principal bei beaconsmind, einem Schweizer Dienstleister für beaconbasierte Kommunikation: „Für Werbungtreibende sollte Eddystone den Einsatz von Beacons für Marketing-Kampagnen zugänglicher machen und vereinfachen.“ Inwieweit Unternehmen dann allerdings tatsächlich bereit sind, POS-Daten mit Google zu teilen, sei allerdings fraglich.

Aber wie reagieren die Verbraucher auf die Beacon-Technologie? Nachdem im vergangenen Jahr einige Testanwendungen in verschiedenen Firmen starteten, liegen nun die ersten Resultate vor. Bislang erreichen die kleinen Sender nur sehr wenige Konsumenten mit Werbung.

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Microsoft verstärkt Cloud-Bestrebungen

15.07.2015, 8:13

Partnerkonferenz in Orlando

Auf der WPC-Konferenz kündigte Microsoft neue Dienste und Produkte rund um Cloud, Big Data und Analytics an. Ende des Jahres soll außerdem eine neue Version der Office 365 Enterprise-Suite erscheinen.

Microsoft verstärkt Cloud-Bestrebungen

(Quelle: 45602048)

Auf der derzeit stattfindenden Worldwide Partner Conference (WPC) in Orlando, Florida, hat Microsoft zahlreiche Neuigkeiten vorgestellt, die vor allem für Unternehmen interessant sind. Nach Angaben von Microsoft nehmen an der nicht-öffentlichen Veranstaltung mehr als 10.000 Partner aus mehr als 130 Ländern teil. Sie dauert noch bis zum 16. Juli 2015.


Satya Nadella auf der WPC 2015:

(Quelle: Microsoft)

Das neue „Project GigJam“ bezeichnet Redmond als „Meilenstein auf dem Weg des Unternehmens“. Die Projekt-Management-Plattform soll Business-Anwendern dabei helfen, „Daten über verschiedene Geräte, Anwendungen und Plattformen zu aggregieren und mit anderen zu teilen“. Entscheidungen sollen sich dadurch schneller und besser treffen lassen. Ein Release-Termin steht noch nicht fest. Bald werde aber eine erste Preview erscheinen.

Die Cortana Analytics Suite soll Big-Data- und Cloud-Techniken mit Werkzeugen für „Perceptive Intelligence“ verknüpfen. Dabei handelt es sich um eine intelligente Datenverarbeitung, zum Beispiel im Rahmen von Text- oder Sprachanalysen. Die Suite soll eine Vorhersage von Trends und Geschäftsentwicklungen ermöglichen und Anwender mit einer „weitgehend automatischen Entscheidungsfindung“ unterstützen.

Ende des Jahres soll ferner eine neue Version der Office 365 Enterprise-Suite erscheinen. Laut Microsoft wird sie unter anderem neue Dienste in Skype for Business, Analytics und Business Intelligence enthalten. Redmond verspricht zudem die Sicherheitsfunktionen zu erweitern und zum Beispiel eine Customer Lockbox einzuführen. Diese Lockbox soll Kundendaten vor Missbrauch schützen, wenn etwa ein Support-Mitarbeiter auf in der Cloud gespeicherte Informationen zugreifen muss.

Microsoft-Chef Satya Nadella kündigte in seiner Keynote außerdem an, das Cloud-Solution-Provider-Programm (CSP) zu erweitern und den Vertrieb der Surface-Geräte anzukurbeln. Diese seien ein „integraler Bestandteil der Windows-Strategie“ des Unternehmens.

Wer seine Daten oder Anwendungen in eine Cloud auslagert und einem Cloud-Anbieter anvertraut, muss sich der möglichen Risiken bewusst sein. Cloud-Anbieter feilen an der Datensicherheit.

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Amazon bringt mobile Apps für Cloud Drive

08.07.2015, 8:32

Cloud-Dienste

Dropbox aufgepasst: Amazon verstärkt den Druck auf seine Cloud-Service-Konkurrenten mit Apps, die den mobilen Zugriff auf seinen Cloud Drive und das Nutzen der gespeicherten Daten ermöglichen.

Amazon bringt mobile Apps für Cloud Drive

(Quelle: shutterstock.com/Melpomene)

Mit der Android-Version der Apps ging es bereits vor ein paar Wochen los, doch nun sind auch die Cloud-Drive-Anwendungen für iOS-Nutzer da: Cloud-Drive-Abonnenten können über die neuen mobilen Apps nicht nur Dateien ansehen oder weiterleiten, sondern beispielsweise auch gespeicherte Musik und Videos abspielen. Die alleinstehenden Cloud-Drive-Apps ergänzen damit die Zugänge vom stationären Computer, sowie den Zugriff auf Streaming-Material über den Amazon Cloud Player. Das berichtet Techcrunch.

So reflektiert die Cloud-Drive-App die von den Nutzern aufgesetzen Datei-Anordnungen: Innerhalb der Ordner können die Nutzer Dateien öffnen und ansehen, jedoch nicht bearbeiten. Die Dateien lassen sich aber als Links oder Anhänge weiterleiten; auch das öffentliche Teilen als Link über soziale Medien wurde berücksichtigt.

Mit der Erweiterung des Angebots auf die mobile Cloud dürfte sich Amazon endgültig in Konkurrenz zu Dropbox, Google und Apple begeben, zudem sich Amazon bei seinen Preisen deutlich zu Gunsten der Nutzer von den Angeboten von Dropbox und Google Drive absetzt. Dafür sind jedoch bei Amazon bisher einige Grundfunktionen wie das mobile Hochladen und Verschieben von Dateien oder die automatische Synchronisation über mehrere Geräte hinweg noch nicht abgedeckt.

Speicherplatz für Fotos im Amazon Cloud Drive gibt es seit März 2015 unlimitiert für einen Jahresbeitrag von 11,99 US-Dollar.

Erst kürzlich dehnte Amazon seine Cloud-Computing-Plattform Amazon Web Services auf Indien aus und erschloss damit einen neuen Markt.

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Cloud-Anbieter feilen an Datensicherheit

07.07.2015, 7:41

Datenschutz

Wer seine Daten oder Anwendungen in eine Cloud auslagert und einem Cloud-Anbieter anvertraut, muss sich der möglichen Risiken bewusst sein. Ein verantwortungsvoller Umgang sorgt für Sicherheit.

Cloud-Anbieter feilen an Datensicherheit

(Quelle: Fotolia.de/Natalia Merzlyakova)

Das Versprechen der Cloud-Anbieter ist verlockend: Egal ob einzelne Dokumente, umfangreiche ­Datenbankanwendungen oder ganze Server-Installationen: Alles kann in virtuelle Rechnerinfrastrukturen verlagert werden.

Gerade auch für Shop-Betreiber bietet die Cloud Vorteile: flexible Kapazitäten, ortsungebundene Zugriffe, kalkulierbare Kosten, um nur einige zu nennen. „Erwartet beispielsweise ein Online-Shop aufgrund einer Rabattaktion einen Besucheransturm am Wochenende, kann er im Vorfeld einen Job definieren und das System passt die Ressourcen zur festgelegten Uhrzeit automatisch an“, sagt Claus Boyens, Geschäftsführer von Host Europe.

Cloud-Dienste legen dementsprechend in der Gunst der Anwender stetig zu. Die Unternehmensberatung KPMG stellt in ihrem „Cloud-Monitor 2015″ fest, dass die Zahl der Befürworter in Unternehmen in den vergangenen vier Jahren von 28 Prozent auf 40 Prozent gewachsen ist. Gleichzeitig lehnen der Studie zufolge noch immer 35 Prozent der Befragten die Nutzung von Cloud-Anwendungen ab. Grund ist vielfach die Sorge um die Sicherheit der eigenen Daten. „Cloud Computing wird von vielen Unternehmen als Einfallstor für neue Angriffsmöglichkeiten wahrgenommen“, stellt Alexander Geschonneck, Head of Forensic bei KPMG, in der Studie fest.

„Sie befürchten, dass Schwachstellen in solchen Technologien ausgenützt werden, da noch keine ausreichenden Schutzmechanismen zur Verfügung stehen.“ Ein Anlass hierfür ist, dass sich die Rechenzen­tren der Cloud-Anbieter an jedem beliebigen Ort der Welt befinden können. Gesucht werden oft wirtschaftlich besonders vorteilhafte Standorte, etwa auf Island, weil dort Energie billig ist, oder in Irland, weil auf der grünen Insel die Datenschutzrichtlinien im europäischen Vergleich vergleichsweise locker sind.

Sichere Datenhaltung ist Pflicht

Viele Unternehmen stellen sich vor allem die Frage: Sind meine Daten an diesen Orten sicher aufgehoben? Für 98 Prozent der Befragten ist der Standort des Rechenzentrums entscheidend bei der Wahl des Cloud-Anbieters. 85 Prozent der von KPMG Befragten erwarten, dass ihr Cloud-Anbieter seine Serverfarmen ausschließlich in Deutschland betreibt.

Grundvoraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Kunden und Dienstleistern ist daher nach wie vor eine sichere Datenhaltung. Bestimmend für den Sicherheitsgedanken sind hier die Grundwerte Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten.

Oberste Pflicht des Cloud-Anbieters ist deswegen, seine technische Infrastruktur ständig aktuellen Sicherheitsstandards ­anzupassen. Das umfasst zum einen die physische Sicherheit seiner Anlage. Dazu zählen eine permanente Überwachung der Zugänge, etwa durch Video-Über­wachung, Bewegungssensoren, Alarmsysteme und geschultes Sicherheitspersonal. Zudem sollten Versorgungskomponenten wie Stromversorgung, Klimatisierung, ­Internet-Anbindung und Brandschutz ­redundant ausgelegt sein.

Zum anderen gilt es, kriminelle ­Angriffe aus dem Internet erfolgreich abzuwehren. Dazu gehören vor allem Denial-of-Service-Attacken (DDoS-Attacken), bei denen Kriminelle den Server einer Website ­gezielt durch massenhafte Seitenaufrufe in die Knie zwingen, sodass der Auftritt nicht mehr erreichbar ist.

Eine im vergangenen Herbst von der Allianz für Cyber-Sicherheit veröffentlichte Umfrage ergab, dass 2014 in Deutschland über 32.000 DDoS-Angriffe auf IT-Systeme nahezu aller Branchen stattfanden.
Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen verlangen ein hohes Maß an Wissen. „Host Europe setzt in seinen Rechenzentren DDoS-Filter und Firewalls ein. Besonderen Schutz vor Angriffen von außen bietet beispielsweise das Cloud Server Virtual Network, wodurch Kunden sensible Shop-Datenbanken vom Internet isolieren und den Zugriff auf ein internes Netzwerk beschränken können“, so Claus Boyens.

Kriminelle nutzen jede Sicherheitslücke sofort aus

Eine andere Variante, derer sich ­Kriminelle bedienen, sind sogenannte Zero-Day-­Attacken. Bei diesen machen sich Hacker neu auftretende Sicherheitslücken zunutze, die beispielsweise bei der Programmierung von Software-Updates entstehen. Die Entwickler haben dadurch kaum Zeit, den Fehler auszubügeln.

Zudem liegen Sicherheitsrisiken darin, dass Zugangsdaten zu Cloud-Anwendungen in fremde Hände geraten können, wenn ein lokaler Rechner mit Viren oder Trojanern verseucht ist oder Anwender dazu gebracht werden, ihr Kennwort an ­einen Unberechtigten weiterzugeben.

Regelmäßig sind auch schwache Passwörter die Ursache, dass Hacker Zugriff auf ein System bekommen und sich dann von ­innen weiter vorarbeiten. Schützen können Vorgaben über die Länge des Kennworts und die Häufigkeit des Wechsels, aber auch Verschlüsselungssysteme und spezielle Datentunnel zwischen lokalem Arbeitsplatz und Server.

Der erste Schritt für einen Cloud-Kunden sollte sein, sich ein Bild von der Schutzbedürftigkeit der eigenen Daten und Anwendungen zu machen. Davon hängt im Wesentlichen ab, ob und unter welchen Rahmenbedingungen geschäftsrelevante Daten und Anwendungen in die Cloud verlagert werden können. Denn sowohl die Public als auch die Private und die Hybrid Cloud haben unter Sicherheitsaspekten einige Vor- und Nachteile. Public-Cloud-Dienste wie beispielsweise Google Docs oder Dropbox sind meist hochstandardisiert und in der Regel nur sehr begrenzt an individu­elle Anforderungen anpassbar.

Im Gegenzug kann der Anbieter solche Dienste leichter durch automatisches Backup und ­redundante Systeme gegen Ausfälle schützen. Da aber viele Nutzer Zugriff auf die gleiche Infrastruktur haben, gilt es, die eigenen Daten gut gegen fremde Zugriffe abzusichern.

Größeres Mitspracherecht für Kunden

Eine Private Cloud erlaubt dem Kunden hingegen größeres Mitspracherecht und damit auch mehr Kontrolle. Er kann seine Private Cloud individuell nach seinen ­eigenen Bedürfnissen und Wünschen einrichten. Gleichzeitig muss er aber mehr Verantwortung übernehmen und sich auch selbst um sicherheitsrelevante Fragen kümmern.

„Es empfiehlt sich, zuerst eine Testumgebung der gewünschten Lösung in der Cloud aufzusetzen, um den Anbieter und dessen Leistungsfähigkeit auf Herz und Nieren prüfen zu können“, sagt Alexander Vierschrodt, Head of Commercial Product Management Server, 1&1 Internet AG.

Fällt eine Entscheidung für die Lösung, lässt sich diese Testumgebung in der Cloud zu einer Komplettlösung aufstocken. Wie viel Erfahrung und Wissen sollte ein Kunde mitbringen? ­“Sofern der Kunde auf eine gemanagte, also vom Cloud-Anbieter verwaltete Lösung setzt, sind Kenntnisse hinsichtlich der verwendeten Shop-Lösung meist vollkommen ausreichend. Sofern der Kunde einen Server mit vollständiger Konfigurationsfreiheit bevorzugt, sollten Administrationskenntnisse vorhanden sein“, betont Vierschrodt.

Datenschutzrechtliche Aspekte spielen ebenfalls eine zunehmend große Rolle bei der Datenhaltung. Große, internationale Cloud-Anbieter im Markt wie Amazon, Akamai, Google, Microsoft, IBM, Apple oder Dropbox kennen keine nationalen Grenzen. Sie werben mit den Vorteilen internationaler Datenspeicher, etwa den zeit- und ortsunabhängigen Zugriffsmöglichkeit. Doch auch Daten, die nicht mehr auf den eigenen Servern liegen, sind nicht automatisch aus dem Verantwortungsbereich entschwunden, sondern unterliegen noch immer der nationalen Gesetzgebung.

Durch die Geheimdienstskandale der letzten Jahre aufgerüttelt, sind viele Unternehmen in den sicheren Rechtshafen der EU oder sogar Deutschlands zurückgekehrt. Deutsche Cloud-Anbieter haben diesen Vorteil nach dem NSA-Skandal schnell für sich erkannt. Telekom, 1&1, Host Europe, Strato und viele andere verweisen stolz auf ihre in Deutschland stationierten Rechenzentren und garantieren die Einhaltung der strengen deutschen Datenschutzgesetzgebung.

Cloud-Ressourcen werden indes jetzt an der Börse gehandelt – zum Vorteil der Kunden: die Deutsche Börse Cloud Exchange (DBCE) en détail.

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Salesforce eröffnet deutsches Rechenzentrum

03.07.2015, 14:58

Salesforce World Tour

Salesforce wird im August ein Rechenzentrum in Deutschland eröffnen. Zudem ist die Analytics Cloud ab 15. Juli 2015 auf Deutsch verfügbar und die Marketing Cloud wurde weiterentwickelt.

In der Mitte: Salesforce CEO Marc Benioff

Die Ankündigung, dass T-Systems der Provider des deutschen Rechenzentrums von Salesforce wird, erfolgte bereits im Juni 2014. Nun hat der kalifornische CRM-Anbieter bei der Salesforce World Tour in München mitgeteilt, dass das Rechenzentrum in Deutschland im August 2015 eröffnet wird. Es ist das zweite Salesforce-Rechenzentrum in Europa, das erste befindet sich seit 2014 in Großbritannien.

Neu ist auch, dass die Analytics Cloud ab Mitte Juli auf Deutsch verfügbar ist. Die Analytics Cloud ist eine von sechs Produktsparten des Software-as-a-Service-Anbieters. Die anderen fünf sind die Sales Cloud, die Service Cloud und die Marketing Cloud für die Verwaltung von Kundendaten, die Community Cloud für die Kommunikation im Unternehmen oder mit Kunden sowie die Salesforce1 Platform für Entwickler.

Mit der Salesforce Analytics Cloud auf Basis der „Wave“-Plattform, die erst im Oktober 2014 in den USA gestartet ist, können Unternehmen Daten aus beliebigen Quellen zusammenführen, mobile Analytics-Applikationen entwickeln und die Daten auswerten. Mitarbeiter können mit jedem Endgerät darauf zugreifen, verspricht der Cloud-Software-Anbieter. Wave bereitet Daten in Form interaktiver Dashboards und Charts auf. Da Wave nativ in die Salesforce1-Plattform integriert ist, können Anwender auch externe Quellen wie Partner-Apps nutzen, um neue, individuelle Dashboards zu entwickeln.

Weiterentwicklung der Marketing Cloud

Mitte Juni 2015 hatte Salesforce eine neue Generation der Marketing Cloud vorgestellt. Mit diesem Instrument können Werbungtreibende ihre Kundenansprache über die Kanäle E-Mail, Social, Mobile (SMS und Push-Nachrichten) und Display planen. Dazu verwenden sie ein Tool namens „Journey Builder“, das die Logik festlegt, wann und wie Kunden werblich angesprochen werden sollen. Dieser Journey Builder wurde verbessert. Marketer können nun ereignisgesteuerte Trigger, zum Beispiel ein neues Mitglied im Kundenbindungsprogramm oder das Herunterladen einer App, so weit automatisieren, dass der Kunde eine Nachricht auf jedem beliebigen Kanal erhält. Der Marketer entscheidet, wie lange die Wartezeit zwischen den einzelnen Kontakten sein soll.

Teil der Marketing Cloud ist „Active Audiences“, ein Targeting-Tool für Display-Werbung in Facebook und Twitter. Zudem kooperiert Salesforce künftig mit den US-Werbetechnologieanbietern Liveramp, Liveintent, Neustar und Viant. Liveramp, eine Tochter des Datendienstleisters Acxiom, und Neustar reichern Daten an. Liveintent ist ein Werbenetzwerk und Viant ist die Muttergesellschaft von Vindico, Specific Media und Myspace.

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CeBIT setzt erneut auf das Thema Digitalisierung

02.07.2015, 14:29

Schweiz als Partnerland

Wie bereits 2015 wird die Digitalisierung der Wirtschaft auch im kommenden Jahr wieder eines der Kernthemen der CeBIT sein. Das offizielle Partnerland der Messe ist diesmal die Schweiz.

CeBIT setzt erneut auf das Thema Digitalisierung

(Quelle: Shutterstock/Kotkoa)

Auch im kommenden Jahr wird die Digitalisierung der Wirtschaft eines der Topthemen der CeBIT sein. Wie am Mittwoch außerdem bekanntgegeben wurde, wird die Schweiz 2016 das offizielle Partnerland der CeBIT sein. 2015 war es China.

„Es gibt kaum ein Land, das sich so intensiv dem Thema Digitalisierung verschrieben hat – die Schweiz ist daher prädestiniert, das Partnerland der kommenden CeBIT zu werden“, sagt Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG. Laut Messe AG sehen 80 Prozent der Schweizer Unternehmen die Digitale Transformation als Chance für das eigene Geschäft. In anderen Ländern seien es nur 64 Prozent. „Die Schweizer Unternehmen und Institutionen werden mit ihrem exzellenten Knowhow und hoch innovativen Lösungen der internationalen CeBIT-Branche und ihren Anwenderindustrien starke Impulse verleihen“, hofft Frese.

Schweizer Berge: Nach Ansicht der Messe AG ist die Schweiz ein Musterland der Digitalisierung

(Quelle: Shutterstock/Fedor_Selivanov)

Ein Analyst der Deutschen Bank stand der Digitalisierung dagegen vor kurzem deutlich kritischer gegenüber. Für viele Arbeiter würde sie eine „trostlose Zukunft“ bedeuten. Auch Cisco rechnet mit durchaus ernsten Folgen durch die Digitalisierung. Bis zu 40 Prozent aller Unternehmen werde sie zurückwerfen oder gar verdrängen.

Ein Lächeln hat schon immer viel bewirken können – ein Verfahren zum Bezahlen per Lächeln hatte Alibaba-Chef Jack Ma auf der CeBiT 2015 präsentiert.

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Amazon bringt Cloud-Geschäft nach Indien

30.06.2015, 13:21

Amazon Web Services

Der Online-Händler Amazon dehnt seine Cloud-Computing-Plattform Amazon Web Services auf Indien aus und erschließt damit einen neuen Markt.

Amazon expandiert nach Indien

(Quelle: Shutterstock.com/Gil C)

Neuer Standort, neue Aufträge: Amazon plant für sein Cloud-Computing-Geschäft Amazon Web Services (AWS) ein neues Infrastruktur-Zentrum in Indien. Die Eröffnung des Zentrums ist für 2016 geplant, ein genaues Datum ist noch nicht bekannt.

In Indien nutzen bereits Tausende Kunden die Dienste von AWS. Bislang müssen sie jedoch auf die Infrastruktur anderer Standorte zurückgreifen. „Viele Kunden haben uns gefragt, ob wir eine Infrastruktur in Indien aufbauen können, sodass die Wartezeit für Endverbraucher sinkt und Kunden nicht mehr die Datenschutzrichtlinien anderer Länder erfüllen müssen“, erklärt Andy Jassy, Senior Vice President von AWS.

Zu den Befürwortern und Kunden gehören unter anderem Tata Motors, ein international agierender Autohersteller, und NDTV, eines der führenden Medienhäuser Indiens.

Bislang gibt es elf Infrastruktur-Standorte von AWS, einer davon befindet sich in Deutschland. Doch nicht nur die Cloud-Computing-Plattform erfreut sich offensichtlich größter Beliebtheit. Eine kürzlich veröffentlichte Studie belegt, dass Prime-Mitglieder eine Conversion Rate von 74 Prozent haben.

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Deutscher Marktplatz für Cloud-Ressourcen

30.06.2015, 8:35

DBCE

Cloud-Ressourcen werden jetzt an der Börse gehandelt – zum Vorteil der Kunden: die Deutsche Börse Cloud Exchange (DBCE) en détail.

Deutscher Marktplatz für Cloud-Ressourcen

(Quelle: Fotolia.com/ra2 studio)

Auf dem Weg in die digitaleTransformation ist die Cloud ein wichtiger Baustein. Sie liefert Rechenleistung und Speicherkapazität je nach gerade bestehendem Bedarf und skaliert problemlos mit dem Transformationsfortschritt der Unternehmen. Und sie flexibilisiert die Unternehmen hinsichtlich ihrer strategischen Entscheidungen und ihrer Ressourcenplanung.


Schnittstelle: Die Deutsche Börse Cloud Exchange wird zur Schnittstelle zwischen Kunden und Anbietern. Sie vereinfacht den Einkauf, die Vertrags- und die Zahlungsabwicklung sowie den Anbieterwechsel.

(Quelle: Deutsche Börse Cloud Exchange)

Bislang stellen allerdings die Verträge mit den Anbietern von Cloud-Diensten oft ein Hindernis dar. In vielen Fällen müssen sie individuell ausgehandelt werden und sind langfristig bindend. Juristen-Deutsch und Bürokratie absorbieren einen Teil der Flexibilität, noch bevor sie überhaupt genutzt werden konnte.

Cloud als Handelsware

Eine Lösung will die Deutsche Börse liefern. Ihr Ziel ist es, einen Marktplatz für Cloud-Ressourcen in Form von Rechenleistung, Speicherkapazität und Arbeitsspeicher zu etablieren. Einerseits soll es dadurch einfacher werden, Cloud-Dienste in Anspruch zu nehmen, andererseits soll der Wechsel des Cloud-Anbieters auf Knopfdruck möglich sein – ähnlich wie Privatkunden den Stromanbieter wechseln können.

Deutsche Börse Cloud Exchange lautet der Name dieses Marktplatzes – kurz DBCE. Das vielversprechende Projekt hat eine Testphase von mehr als einem Jahr hinter sich. Die Deutsche Börse Cloud Exchange sieht vor, dass Cloud-Dienstleistungen vergleich- und handelbar werden. Aus den als Dienstleistung angebotenen Cloud-Ressourcen werden Handelsgüter, so wie es bei Strom, Kohle oder Gas bereits der Fall ist. Angebot und Nachfrage regulieren dann den Markt.

Die Cloud-Marktplatz-Idee hatte ein Mitarbeiter der Deutsche Börse AG. Daraus ging ein Joint Venture hervor, an dem unter anderem das Berliner Unternehmen Zimory sowie die Deutsche Telekom beteiligt sind. Zimory liefert dabei die Cloud-Management-Software.

Um die Cloud-Ressourcen überhaupt vergleichbar zu machen, mussten sie zunächst standardisiert werden. Großen Anteil daran haben T-Systems und der TÜV Rheinland. Die Ressourcen wurden auf einen Nenner gebracht: Die kleinste Einheit bei der Rechenkapazität entspricht der Leistung von 10 Hauptprozessoren. Die kleinste Menge Speicherplatz sind 1 TByte. Arbeitsspeicher wird hingegen frei konfigurierbar gehandelt.

Nicht nur die Rechen- und Speicherkapazitäten wurden standardisiert. Auch mussten Zulassungsverfahren für die Provider definiert und die Formalien zum Wechsel des Cloud-Anbieters spezifiziert werden. Gleiches gilt für den Zahlungsverkehr. Zu klären waren ferner Fragen zu Garantien und Gewährleistungen.

Cloud-Marktplatz bringt Entlastung für die Kunden


Vergleichen: Die Cloud-Börse standardisiert die Infrastructure-as-a-Service-Angebote. Sie werden vergleich- und handelbar.

(Quelle: Deutsche Börse Cloud Exchange)

Aus Kundensicht bedeutet der Cloud-Marktplatz, dass sie sich nicht mehr langfristig an einen Cloud-Anbieter binden müssen und komplexe Vertragswerke der Vergangenheit angehören. Das reduziert den Aufwand in den Unternehmen erheblich. Sinken zudem die Preise für Cloud-Ressourcen wegen eines Überangebots, wechseln die Unternehmenskunden einfach zu einem günstigeren Anbieter. Dank der vereinfachten Vertragsabwicklung ist es auch kein Problem, Cloud-Ressourcen von mehreren Anbietern zu beziehen und so das Risiko eines Ausfalls zu streuen.

Die Deutsche Börse Cloud Exchange fungiert also als Schnittstelle zwischen den Kunden und den Anbietern von Infrastructure as a Service. Sie kontrolliert als neutrale Instanz die Qualität und die Einhaltung von Standards, stellt detaillierte Nutzungsauswertungen der Ressourcen bereit und vereinheitlicht den Zahlungsverkehr. Damit nimmt der Cloud-Marktplatz den Kunden gleich mehrere Arbeitsblöcke ab.


Kaufen: Maßgeschneiderte IaaS-Lösungen gibt es auf der DBCE ohne individuell ausgehandelte Vertragswerke.

(Quelle: Deutsche Börse Cloud Exchange)

Finanzieren will sich der Marktplatz durch Handelsprovisionen. Bei jeder Transaktion fallen Gebühren im Promillebereich an. Je mehr Transaktionen über den Cloud-Marktplatz abgeschlossen werden, desto höher der Umsatz der Aktiengesellschaft. Zukünftig sind – in Anlehnung an das Wertpapiergeschäft – auch Derivate geplant.

Entscheidend für den Erfolg der Cloud-Börse sind dabei nicht die Kunden. Sie profitieren in vielerlei Hinsicht, vor allem von der Transparenz.

Es sind die Cloud-Anbieter, die wichtig sind für den Erfolg der Cloud-Marktplatzes. Denn sie müssen sich freiwillig einem harten Preiskampf unterwerfen. Großen Unternehmen fällt das Überleben auf einem solchen Marktplatz dabei sicherlich leichter als den vielen kleinen, stark spezialisierten Anbietern.

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