Online-Shop in der Cloud eröffnen

13.05.2015, 11:00

E-Commerce-Software

Mit der richtigen Plattform ist der neue Webshop in wenigen Wochen online. Eine Auswahl an cloud-basierte E-Commerce-Lösungen sowie deren Vor- und Nachteile.

Online-Shop in der Cloud eröffnen

(Quelle: Fotolia/Sashkin)

Der Online-Handel boomt. Umsatzsteuerbereinigt prognostiziert der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland, kurz bevh, für 2015 ein Volumen von 39 Milliarden Euro. Dennoch haben viele Firmen, die Waren oder Dienstleistungen vertreiben, die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt.

Laut ibi research nutzen bisher nur 30 Prozent aller stationären Händler auch das Internet als Abverkaufskanal. Dabei macht es ein großes Angebot an cloudbasierten E-Commerce-Plattformen so einfach wie nie, eine virtuelle Filiale zu eröffnen.


E-Commerce in Deutschland

(Quelle: bevh)

Es spricht viel dafür, diese Angebote wahrzunehmen, statt selbst eine Shop-Software zu implementieren und zu betreiben: “Die größten Vorteile von E-Commerce-Plattformen lassen sich mit drei Schlagwörtern beschreiben: Reduzierung, Flexibilität und Effizienz”, sagt Tijen Onaran, Pressesprecherin beim Händlerbund, dem nach eigenen Angaben größten Online-Handelsverband Europas.

Die Auslagerung in die Cloud reduziere den eigenen IT-Aufwand, das Angebot an Speicher und Rechenkapazität lasse sich flexibel an den Bedarf anpassen und die ständige Aktualisierung der Systeme mache teure Updates oder Upgrades unnötig, so Onaran.

Pro und contra Cloud-Lösung
In der Flexibilität sieht auch Jan Griesel, Geschäftsführer beim Anbieter der E-Commerce-Plattformen plentymarkets, den größten Vorteil: “Cloud-Lösungen sind dann sinnvoll, wenn starke Skalierungseffekte zu erwarten sind. E-Commerce-Projekte haben im Regelfall genau diese Herausforderung.”

Aber nicht nur das schwer zu prognostizierende Wachstum stelle Eigenentwicklungen vor Herausforderungen, ergänzt Ingmar Böckmann, E-Commerce-Experte beim bevh, sondern auch die extremen saisonalen Schwankungen, die für den Handel typisch sind: “Zur Abdeckung von Spitzen lassen sich Ressourcen zukaufen, die später an den Dienstleister wieder zurückgegeben werden können.”

Die Auslagerung eines Online-Shops in die Cloud
Die Auslagerung der IT und die flexible Ressourcennutzung bieten erhebliche Einsparpotenziale, kalkuliert Lars Schmoldt, Audience Marketing Manager bei Microsoft Deutschland: “Verglichen mit einer On-Premise-Installation lassen sich durch eine cloudbasierte Lösung zirka 40 Prozent der Betriebskosten einsparen.” Durch die Flexibilität bei den Ressourcen, die in handelsarmen Zeiten einfach heruntergefahren werden können, ergäben sich weitere Kostenreduzierungen von 25 bis 30 Prozent.

Bedenken gegen eine Cloud-Lösung bestehen häufig, wenn es um die Datenhaltung geht. Bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, wie sie in einem Webshop anfallen, sind die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) sowie der europäischen Datenschutzrichtlinie einzuhalten. Laut § 11 (1) des BDSG ist der Auftraggeber für die Einhaltung der Vorschriften verantwortlich, wenn er durch andere – etwa einen Cloud-Provider – personenbezogene Daten erhebt, verarbeitet oder nutzt.
Ein heikles Thema, vor allem wenn die Daten bei US-amerikanischen Providern lagern. Diese können nämlich prinzipiell dazu gezwungen werden, auch die Daten europäischer Kunden an US-Behörden herauszugeben. Ein solches Vorgehen wäre ein Verstoß gegen deutsches und EU-Recht, für den der Auftraggeber und nicht der Cloud-Betreiber verantwortlich gemacht würde. Nicht umsonst nennt E-Commerce-Experte Böckmann vom bevh den Ort der Datenhaltung und -verarbeitung, neben Ausfallsicherheit, Aufwänden für Anpassungen und Betriebskosten als eines der wesentlichen Kriterien für die Auswahl einer E-Commerce-Plattform.

Einen technischen Nachteil kann die bereits erwähnte Flexibilität mit sich bringen. “Bei automatischer, also einer der Nachfrage entsprechenden Skalierung der IT-Ressourcen kann es zum Verlust von Session-Daten kommen”, so Carsten Schütte, Software Architect .NET bei der team-neusta-Unternehmensgruppe, einem IT-Dienstleister, der unter anderem das Design und die Integration von Webshops anbietet. So könnte etwa ein laufender Checkout-Prozess vorzeitig abgebrochen werden, wenn der Kunde sich bis zum Abschluss einer Bestellung zu lange Zeit lasse. Für dieses Problem gibt es Lösungen wie den Session-Load-Balancer von team neusta, der dafür sorgt, dass eine Instanz erst dann heruntergefahren wird, wenn alle Kunden-Sessions abgeschlossen sind.

Auch einer der wesentlichen Vorteile der Cloud – die kontinuierlichen Updates und Upgrades – kann sich in seltenen Fällen in einen Nachteil verwandeln, warnt Felix Kaiser, Senior Principal Consultant beim E-Commerce-Dienstleister Namics: “Genau wie ein Anwender von der Weiterentwicklung des Produkts profitiert, ist er auch zu einem gewissen Grad von dieser abhängig.” Das könne problematisch werden, wenn man vergeblich auf eine dringend benötigte Funktion warten müsse oder sich das Produkt in eine Richtung entwickle, die eher schade als nütze, so Kaiser.

Die umfangreiche E-Commerce-Suite plentymarkets
Das Angebot an E-Commerce-Plattformen aus der Cloud ist groß, weshalb hier nur wenige Lösungen beispielhaft herausgegriffen werden können. Weitere Anbieter finden sich in der Tabelle “E-Commerce-Plattformen (Auswahl)”.
Eine umfangreiche E-Commerce-Suite ist plentymarkets. Die Lösung, die der Hersteller als E-Commerce-ERP bezeichnet, verbindet Warenwirtschaft mit Shop-System und Multichannel-Vertrieb. Neben dem Webshop ermöglicht sie über eine SOAP-API (Simple Object Access Protocol – Application Programming Interface) die Anbindungen an diverse Marktplätze sowie Payment- und Logistikanbieter. Mit der Warenwirtschaft lassen sich Warenströme überblicken und das Bestellwesen sowie die Lagerwirtschaft managen. Ein Prozess-Editor bietet die Möglichkeit, ohne Anpassungen an der Software unternehmensspezifische Workflows im System abzubilden und zu automatisieren. Die Kundenkommunikation lässt sich mit dem integrierten CRM abwickeln.
Alle Daten speichert plentymarkets in Deutschland. Ab Juni 2015 bietet das Unternehmen plentymarkets aber auch in den Rechenzentren von IBM SoftLayer und Amazon Web Services (AWS) an. “Diese Option ist besonders für interna­tionale Online-Shops sehr interessant”, sagt plentymarkets-Chef Griesel. Der Anwender kann immer selbst entscheiden, welches Rechenzentrum in welchem Land verwendet werden soll. Datensicherheit, so Griesel weiter, sei aber an allen Standorten gegeben. Die plentymarkets-Cloud habe erst vor Kurzem das TÜV-Zertifikat für geprüfte Cloud-Sicherheit erhalten.

Beim Leistungsumfang kann der Kunde zwischen den Varianten Basic, Silber und Gold wählen. Sie unterscheiden sich vor allem im Support, den Benutzerlizenzen, der Zahl einstellbarer Artikel und den Transaktionskosten. Die Preise beginnen bei netto 99 Euro im Monat. Hinzu kommen Transaktionsgebühren. Pro Auftrag sind dies 25 Cent, im 500er-Paket fallen 49 Euro an. Darüber hi­naus bietet der Hersteller eine Enterprise-Lösung sowohl zur Miete als auch zum Kauf, die zusätzlich Consulting-Dienstleistungen, Service Level Agreements (SLA) und individuelle Anpassungen enthält.

Wer sich für das Angebot des Unternehmens aus Kassel entscheidet, kann ohne lange Vorlaufzeiten ins Online-Business starten, verspricht Geschäftsführer Griesel: “plentymarkets verfügt bereits im Standard über einen sehr großen Funktionsumfang und weitreichende Konfigurationsmöglichkeiten. Individuelle Software-Anpassungen und damit verbundene Wartezeiten sind die Ausnahme.” Die Systemeinrichtung kann entweder das Consulting-Team des Herstellers oder ein externer Partner übernehmen. Die Gestaltung des Webshops erfolgt im Regelfall über eine Agentur aus dem Partnernetzwerk des Anbieters. Für Einrichtung und Gestaltung sollte man inklusive Vorlauf einen Zeitraum von etwa sechs Wochen einplanen, so Griesel: “Die eigentliche Installation von plentymarkets Cloud ist binnen weniger Minuten erledigt.”

Sphere.IO als Basis für eigene E-Commerce-Projekte
Anders als plentymarkets ist Sphere.IO der Münchner commercetools GmbH weniger ein vorgefertigtes Baukastensystem als vielmehr die Basis für eigene E-Commerce-Projekte. “Die meisten Cloud-Lösungen sind eher standardisiert und daher eingeschränkt. Bei uns kann man alles komplett individuell und nach eigenen Präferenzen programmieren”, betont Gründer und Geschäftsführer Dirk Hörig. Sphere.IO bietet dafür eine schnelle API mit Antwortzeiten unter 100 Millisekunden sowie SDKs und Templates für Programmiersprachen wie Java, PHP oder Ruby. Eine garantierte Verfügbarkeit von 99,98 Prozent und die nach eigenen Angaben “höchsten SLAs” der Branche sind weitere Pluspunkte. Ein integriertes Content-Delivery-Netzwerk (CDN) von Akamai und eine automatische Skalierung, die bei Lastspitzen Hardware ohne Extrakosten zuschaltet, sollen für hohe Performance sorgen.

Was die Datenhaltung angeht, so setzt commercetools auf Hosting-Partner wie Rackspace UK, verspricht aber maximale Datensicherheit. “Sämtliche Daten werden stets nur lokal vorgehalten und verlassen niemals den jeweiligen Rechtsraum beziehungsweise das Rechenzen­trum, ohne den ausdrücklichen Wunsch unserer Kunden”, sagt Hörig. Ein interner Datenschutzbeauftragter sowie externe Gutachter stellten kontinuierlich sicher, dass deutsches Datenschutzrecht eingehalten würde, so Hörig weiter.

Sphere.IO lässt sich 60 Tage lang kostenlos testen, danach fallen je nach Paket monatliche Gebühren zwischen 99 und 2000 Euro an. Die Pakete unterscheiden sich in der Zahl einstellbarer Produkte und Medien sowie in der Bandbreite. Auch die zusätzlich fälligen Transaktionskosten variieren. Sie liegen zwischen 1,25 und 2,5 Prozent des Umsatzes. “Für Enterprise-Kunden verhandeln wir individuelle Preise, bieten Premium-Support, Trainings sowie Professional Services an”, ergänzt Hörig. Die Implementierung geschieht entweder direkt durch den Kunden oder einen Agenturpartner.

Obwohl Sphere.IO-Projekte vergleichsweise anspruchsvoll sind und Programmierkenntnisse erfordern, verspricht Hörig eine schnelle Umsetzung: “Der Einarbeitungszeitraum ist für Entwickler extrem kurz. Klassische Webshops können so bereits in vier bis acht Wochen ausgerollt werden.” Für komplexe internationale Projekte bei Großkunden veranschlagt der commercetools-Geschäftsführer weniger als sechs Monate: “Das ist im Vergleich zu anderen Lösungen wesentlich schneller.”

Wer Sphere.IO wieder verlassen möchte, dem legt commercetools keine Steine in den Weg: “Alle Daten können jederzeit exportiert werden. Die API ist ohnehin öffentlich dokumentiert. Zudem können Daten mittels CSV und XML importiert oder exportiert werden. Zu verschiedenen Systemen wie ERP, Payment, CRM, CMS und andere gibt es vorkonfigurierte Schnittstellen”, erklärt SphereIO-Chef Dirk Hörig.

Elastic Path Java-Framework mit Shop-Funktionen
Elastic Path ist ein Java-Framework, das E-Commerce-Funktionen in Content-Management-Systeme (CMS) integriert. Der Anbieter hat sich dabei vor allem auf CMS-Varianten spezialisiert, die dynamisch interaktive und stark personalisier­bare Webseiten über verschiedene Kanäle ausspielen können.
Zu den unterstützten Produkten gehören OpenText WEM, Hippo CMS und Magnolia. Für die Adobe Marketing Cloud gibt es eine eigene Version, die den Adobe Experience Manager (AEM) um E-Commerce-Tools erweitert. Über eine REST-API (Representational State Transfer) sammelt die Integrationsplattform von Elastic Path Daten aus dem CMS, aus Marketing-Tools, ERP-Programmen oder dem CRM, analysiert diese und stellt darauf basierend Services wie Cross- und Up-Selling, personalisierte Angebote oder kanalübergreifende Warenkörbe zur Verfügung. In Kombination mit Adobe gibt es Elastic Path auch als Managed-Cloud-Lösung.
Hoster ist das bereits erwähnte Rackspace. Der 1998 in San Antonio, Texas, gegründete Provider betreibt Rechenzentren in den USA, Australien, Großbritannien und Hongkong.

Über Preise schweigt sich das Unternehmen aus, dafür sind die Produkte wohl zu individuell. Dennoch soll eine Elastic-Path-Integration auch nur wenige Wochen dauern, verspricht Felix Kaiser vom Elastic-Path-Partner Namics: “Wenn es bereits eine Website mit Produkten gibt, dann kann man diese mit Elastic Path durchaus in vier bis acht Wochen um Shop-Funktionalitäten ergänzen.” In der Regel dauerten E-Commerce-Projekte von Konzept bis Live-Gang aber eher zwischen sechs und zwölf Monaten, so der Experte weiter.

Auch Elastic Path legt laut Kaiser Kunden keine Fessel an: “Elastic Path ist so gebaut, dass es Informationen aus vielen Umgebungssystemen integrieren kann. Dementsprechend sind ausnahmslos alle Informationen auf demselben Weg auch wieder migrierbar.”

Die Omnichannel-Commerce-Lösung hybris
Die SAP-Tochter hybris bezeichnet ihr Produkt als Omnichannel-Commerce-Lösung und verspricht, Kunden über alle Kanäle hinweg ein konsistentes Kauferlebnis zu bieten.

Die hy­bris Commerce Suite ist keine vorgefertigte Lösung, sondern eine flexible Plattform, die Shop-Betreibern weitreichende Anpassungen an eigene Anforderungen ermöglicht – von der Bedienoberfläche über die Integration von Prozessen und Schnittstellen bis hin zur Abbildung eines firmenindividuellen Domänenmodells.

Mit hybris lassen sich sowohl schlüsselfertige Webshops für B2B oder B2C erstellen als auch aus Modulen zusammengesetzte individuelle Lösungen. Für Letzteres gibt es eine Vielzahl an Optionen, zum Beispiel ein Print-Modul, die Anbindung von Asset-Management-Systemen, ein Order-Management oder die Integration in Enterprise-CMS-Systeme wie Adobe AEM, OpenText und FirstSpirit.

hybris lässt sich im eigenen Rechenzentrum installieren, wird aber unter dem Namen hybris Cloud for Commerce auch als Managed Service angeboten. Microsoft bietet alternativ die Möglichkeit, hybris in seiner Cloud Azure zu betreiben. Es hat dazu eigens den Hybris Deployment Accelerator entwickelt. “Damit sind Implementierungspartner und Kunden in der Lage, komplexe Shopsysteme auf Knopfdruck bereitzustellen, inklusive verteiltem Konfigurationsmanagement und einer zentralen Verwaltung der hybris-Installation”, verspricht Microsoft-Manager Schmoldt. Der Accelerator soll demnächst als Open Source auf Github zur Verfügung stehen.

Eines der ersten Unternehmen, das diese Möglichkeit der hybris-Bereitstellung in Anspruch genommen hat, ist die Beate Uhse AG. Der Erotika-Vertrieb hat 2014 rund 60 Millionen Euro im Versandhandel umgesetzt, 80 Prozent davon im E-Commerce. Er will im Online-Handel weiter wachsen, und das nicht nur im Inland. Mit seinen Marken Pabo, Christine le Duc und Adam & Eve will das Unternehmen auch in den Benelux-Staaten, Großbritannien und Frankreich Marktanteile gewinnen. “hybris auf Azure hat unseren Bedürfnissen entsprochen – auch in Hinsicht auf unsere Expansion”, sagt Marco Vis, Managing Director bei Beate Uhse.
Die Implementierung dauerte ein Jahr, ein weiteres ging mit der Optimierung ins Land. “Wir mussten nach der Umstellung auf hybris in eine Phase des Feintunings gehen, die etwas länger dauerte als geplant”, erinnert sich Vis. Jeder Webshop wurde für jedes Land separat auf die neue Lösung umgeschaltet. “Jetzt merken wir, dass die Optimierung nahezu abgeschlossen ist und Früchte trägt.”

Fazit
Angesichts der Vielzahl unterschiedlichster E-Commerce-Plattformen verwundert die Zurückhaltung deutscher Unternehmen beim Online-Handel sehr. Vielleicht ist es jedoch gerade diese Fülle, die eine Orientierung verhindert und die Entscheidungsfindung schwierig macht. Aber auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, die teuren Abmahnungen Vorschub leisten, bremsen ein noch stärkeres Wachstum im E-Commerce.

Auf jeden Fall ist vor der Entscheidung für oder gegen eine Shop-Lösung eine gründliche Planung notwendig. Ein Unternehmen muss nicht nur wissen, was und wie es zum gegenwärtigen Zeitpunkt verkaufen will, sondern auch, wie die Perspektive für die kommenden Jahre aussieht. Stellt man nämlich nach einiger Zeit fest, dass die gewählte Shop-Lösung nicht die richtige ist, weil sie zum Beispiel mit dem Wachstum an Produkten, Zugriffen und Transaktionen nicht mithalten kann, wird ein Umzug nicht nur teuer, er ist auch kaum ohne Ausfall und Lieferprobleme zu bewerkstelligen. Sinkende Kundenzufriedenheit und -loyalität kann dabei wesentlich mehr Geld kosten als die reinen Aufwendungen für die Migration.
So viel ist sicher: Für den Eigenbetrieb eines Webshops gibt es kaum mehr gute Argumente.

Ausfallsicherheit, Verfügbarkeit, Bandbreite und Flexibilität in einer Qualität bereitzu­stellen, die es mit der Leistungsfähigkeit der Cloud-Plattformen aufnehmen kann, das dürfte nur Unternehmen mit sehr großen, bereits weitestgehend virtualisierten Rechenzentren gelingen.

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Facebook und IBM: Marketing-Partnerschaft

06.05.2015, 12:26

Werbe-Superpack

Facebook und IBM wollen ihre Plattformen in einer Partnerschaft kombinieren. Dazu tauschen die Unternehmen Daten und Tools aus.

Facebook und IBM: Marketing-Partnerschaft

Werbekunden können ab sofort Facebook-Werbung schalten, die auf die kombinierten Daten des sozialen Netzwerks sowie der IBM Marketing Cloud beruht. Damit wird die Targeting-Technologie von Facebook in IBMs Marketingangebote und -dienstleistungen integriert, was – so die Hoffnung der Unternehmen – stärker personalisierte und damit effektivere Werbekampagnen ermöglicht. Das berichtet Wired.
So soll es beispielsweise für Werbekunden möglich werden, Anzeigen für Produkte, die ein Nutzer auf einer Webseite angeschaut hat, direkt in den Facebook-Nachrichten-Feed einzufügen. Das wird zwar im Web dank Cookies schon länger praktiziert, soll aber dank der Kooperation von Facebook und IBM nun noch relevantere Werbeeinspielungen ergeben.

Im April 2015 hatte IBM auch seine Kooperation mit Apple vertieft.

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EU-Kommission startet Cloud-Initiative

04.05.2015, 15:45

Europäische Cloud

Die geplante “Initiative für eine europäische Cloud” soll einheitliche Regelungen für Cloud-Angebote in der EU bringen. Auch soll der Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern erleichtert werden.

EU-Kommission startet Cloud-Initiative

(Quelle: Shutterstock.com/jules2000)

Cloud in Europa: Am kommenden Mittwoch wird die EU-Kommission ein Strategiepapier zur Entwicklung einer europäischen Cloud für Unternehmen und Bürger vorstellen, berichtet die FAZ in ihrer Montagsausgabe.

Die “Initiative für eine europäische Cloud” soll den europäischen Cloud-Markt voranbringen. Bislang sei dieser zu zersplittert. Wie die FAZ berichtet, kritisiert die EU-Kommission unter anderem abweichende Datenschutzstandards und Schwierigkeiten bei der Kündigung bestehender Cloud-Verträge.
Ein Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern soll erleichtert werden. Des Weiteren plane die Kommission die Einführung eines Gütesiegels für Cloud-Dienste. Dieses soll die Einhaltung bestimmter Sicherheitsstandards garantieren.

Ein geplantes Gesetzespaket solle für Erleichterungen beim Binnenhandel sorgen und auch Regeln für Big Data enthalten. Außerdem müsse sich Google auf neue Vorgaben einstellen. Überprüft werden solle, wie Suchergebnisse zustande kommen und wie bezahlte Ergebnisse platziert werden.

Digitale Marketing-Lösungen gibt es einige. Doch was bietet mehr Vorteile, ein “Universalkonzept” bei einem großen Cloud-Provider oder der Aufbau einer eigenen Marketing Cloud?

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Salesforce.com drängt in den HR-Markt

28.04.2015, 8:45

Human Resource Management

Der Cloud-Anbieter Salesforce.com steigt in das Personalmanagement ein. Die neue Lösung “Salesforce for HR” soll die Verwaltung der Mitarbeiter in die Cloud bringen.

Salesforce.com drängt in den HR-Markt

(Quelle: shutterstock/wavebreakmedia)

Business-IT auf dem Weg in die Cloud: Die Verwaltung der Mitarbeiter verlagert sich immer mehr in die virtuelle Wolke. Diesen Trend greift nun auch Salesforce.com auf, einer der erfolgreichsten Anbieter von Enterprise- und CRM-Lösungen (Customer Relationship Management) in der Cloud.
Das neue Produkt namens “Salesforce for HR” (Human Resources) soll Unternehmen dabei helfen, ihre Mitarbeiter zu verwalten, aber auch Bereiche wie Recruiting stärken und die Abwanderung von Top-Performern verhindern.

Laut Alex Dayon, President of Products, wird Salesforce for HR Unternehmen ermöglichen, sich mit ihren Mitarbeitern “zu vernetzen wie es früher nicht möglich war”. Dazu bietet die neue “Employee Success Platform” Werkzeuge, um Mitarbeiter-Communities aufzubauen, aber auch einen speziellen Help Desk und Analyse-Tools für die HR-Abteilung.

“Employee Journeys” sollen Unternehmen beim On-Boarding unterstützen und so die Integration neuer Angestellter verbessern. Darüber hinaus sollen die Mitarbeiter die Gelegenheit bekommen, über mobile Apps miteinander in Kontakt zu treten und so besser zusammenzuarbeiten.

Der Software-Hersteller SAP verzeichnete indes ein starkes Cloud-Wachstum: Der Umsatz mit Cloud-Diensten ist bei SAP im ersten Quartal um 131 Prozent gestiegen. Außerdem verzeichnete das Unternehmen in diesem Zeitraum einen Gewinn von über einer Milliarde Euro.

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WhatsApp bekommt Google Drive Backup-Funktion

20.04.2015, 10:36

Android-App

Der WhatsApp-Messenger unter Android erhält eine zusätzliche Backup-Funktion über Google Drive. Dabei sichert die App den Chat-Verlauf im angebundenen Cloud-Speicher.

WhatsApp bekommt Google Drive Backup-Funktion

(Quelle: WhatsApp / Google)

WhatsApp-Chats in der Cloud sichern: Bislang war eine Sicherung des Chat-Verlaufs im WhatsApp-Messenger ausschließlich lokal im Speicher des Smartphones möglich. Jetzt bekommt die App eine Backup-Funktion für den Netzspeicher Google Drive.

Die neue Sicherungs-Option ist in der WhatsApp-Version 2.12.45 enthalten, die aktuell über den Google Play Store verteilt wird – über die offizielle WhatsApp-Webseite ist die Version noch nicht erhältlich. In den Einstellungen der App finden Nutzer im Untermenü Chat-Einstellungen die neue Backup-Funktion.

Standardmäßig sichert WhatsApp den Nachrichtenverlauf lokal. Um das Cloud-Backup zu aktivieren, melden sich Nutzer im Untermenü “Google Drive Einstellungen” mit ihrem Google Account an. Im nachfolgenden Anmeldefenster muss WhatsApp nun noch Zugriff auf den Cloud-Speicher gewährt werden. Anschließend ist die Cloud-Sicherung bereits eingerichtet. Zusätzlich bietet das Google-Drive-Backup die Option, terminierte Sicherungen anzulegen – zur Auswahl stehen hier tägliche, wöchentliche oder monatliche Sicherungen. Darüber hinaus lässt sich der Sicherungsvorgang auf WLAN-Verbindungen beschränken, um das mobile Daten-Volumen zu schonen – speziell die erste Sicherung in der Cloud fällt recht groß aus, die folgenden Backups sind dann inkrementell.

Die neue Backup-Funktion macht vor allem beim Gerätewechsel Sinn, da dadurch das manuelle Kopieren des WhatsApp-Ordners entfällt. Gleichzeitig lässt sich dadurch etwaigen Hardware-Defekten vorbeugen.
Unterdessen feiert WhatsApp einen neuen Nutzerrekord – 800 Millionen User vertrauen der App aus dem Hause Facebook.

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DigitalOcean eröffnet Rechenzentrum in Deutschland

17.04.2015, 9:53

Cloud-­Anbieter

Der amerikanische Cloud-Infrastruktur-Anbieter DigitalOcean eröffnet in Frankfurt am Main sein zehntes Rechenzentrum. Das Angebot richtet sich an Web-Entwickler, Start-ups und Online-Shops.

DigitalOcean eröffnet Rechenzentrum in Deutschland

(Quelle: Shutterstock.com/PGMart)

DigitalOcean, ein Cloud-Infrastrukturanbieter mit Hautpsitz in New York, eröffnet in Frankfurt am Main ein neues Rechenzentrum. Anwender können über den Standort, der das Kürzel FRA1 trägt, in weniger als einer Minute einen Cloud-Server starten und diesen für Softwareentwicklungsprojekte nutzen.

DigitalOcean richtet sich damit an Software-Entwickler, wobei die Palette vom Einsteiger bis zum Profi reicht. Ein laut DigitalOcean einfaches, intuitives Control Panel soll die Bedienung auch Anfängern ermöglichen. Auf den Servern des Anbieters laufen verschiedene Anwendungen, von Hobby-Projekten und Blogs über mobile Anwendungen und Webshops bis zu Online-Start-ups.

Mit dem neuen Rechenzentrum in Frankfurt am Main verfügt DigitalOcean über zehn Standorte weltweit. In Europa unterhält das Unternehmen neben Frankfurt auch in Amsterdam und London Rechenzentren.

Kunden können die Dienste ab fünf US-Dollar pro Monat in Anspruch nehmen, auch eine stundengenaue Abrechnung ist möglich. Bei Fragen können Nutzer sich zudem an eine eigene Community richten, die von Entwicklern moderiert wird. Auf den Seiten der Community finden sich Tutorials zu verschiedenen Themen, die sich sowohl an Anfänger als auch an Profis richten.

Laut einer Bitkom-Umfrage speichert oder teilt jeder fünfte Bundesbürger Daten in der Cloud – damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich allerdings nur im Mittelfeld.

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Box kauft 3D-Anbieter Verold

16.04.2015, 8:03

Inhalte in der Cloud

Der Cloud-Anbieter Box schnappt sich das Start-up Verolt, um interaktive 3D-Inhalte in der Cloud zu ermöglichen.

Box kauft 3D-Anbieter Verold

(Quelle: Shutterstock.com/Oleksiy Mark)

Die Unternehmenssoftware-Plattform Box übernimmt den kanadischen Lösungsanbieter Verold zur Erweiterung seines Porfolios. Damit soll es möglich sein, interaktive 3D-Inhalte in der Cloud darzustellen.
“Somit eröffnen sich Unternehmen in den Bereichen Produktion, Maschinenbau, Konsumgüter, Medien und Unterhaltung brandneue Anwendungsfälle”, meint Aaron Levie, Mitbegründer und CEO von Box.

Marketingesperten oder Lehrende können damit etwa interaktive Inhalte erstellen, um bestimmte Inhalte besser zu präsentieren.

Das Team des 2010 gegründeten Start-ups Verifox wechselt im Rahmen der Übernahme zu Box, um die 3D-Konvertier- und Vorschaufunktion direkt in die Premium-Plattform von Box zu integrieren. Nach eigenen Angaben nutzen bereits 45.000 Unternehmen die Plattform von Box.

Einen Kaufpreis gaben die Unternehmen nicht bekannt. Die Übernahme soll in diesem Frühjahr abgeschlossen werden.

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Tipps zum Aufbau einer eigenen Cloud

07.04.2015, 8:12

Marketing-Technologie

Digitale Marketing-Lösungen gibt es einige. Doch was bietet mehr Vorteile, ein “Universalkonzept” bei einem großen Cloud-Provider oder der Aufbau einer eigenen Marketing Cloud?

Holtzbrinck verkauft Partnerbörse Parship

(Quelle: Shutterstock/Ismagilov)

Von Christoph Rade, Senior Account Executive ASG, Tealium

Das digitale Marketing-Ökosystem in Europa ist im Laufe der letzten zehn Jahre enorm angewachsen, und dieser Trend scheint sich auch künftig fortzusetzen: Zwei Drittel aller leitenden Marketer haben die Absicht, im kommenden Jahr mehr für Marketing-Technologie auszugeben.

Dieses schnelle Wachstum hat zu einem schier überwältigenden Volumen digitaler Marketing-Lösungen geführt, die sowohl von etablierten Cloud- als auch Punktlösungsprovidern angeboten werden. Da jede Marketinganwendung ihre eigene Datensyntax und Sprache verwendet, kann es sich für Marketer als schwierig erweisen, die einzelnen Punkte der Consumer Journey, der Reise des Kunden über die verschiedenen Kontaktpunkte, miteinander zu verbinden und eine Fragmentierung von Daten über das Ökosystem hinweg zu vermeiden. Marketer unterliegen daher der Versuchung, ein “Universalkonzept” bei einem großen Cloud-Provider zu übernehmen, doch gibt es eine Alternative, die Marketern erheblich mehr Selbstbestimmung bietet – der Aufbau einer eigenen, maßgeschneiderten Marketing Cloud.

Einheitliche, standardisierte Sprache
Für eine solche maßgeschneiderte Marketing Cloud wird eine Tag-Management-Lösung (TMS) zum Aufbau einer universellen Datenschicht herangezogen, die eine einheitliche, standardisierte Sprache zwischen allen tag-basierten, digitalen Lösungen einrichtet. So können Marketer ihre unterschiedlichen Marketinglösungen problemlos verwalten und eine echte Integration und gemeinsame Nutzung von Daten zwischen jeder einzelnen Anwendung gewährleisten. Inwiefern bietet der Aufbau einer eigenen Marketing Cloud den Marketern mehr Selbstbestimmung?

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Alibaba: Bezahlen mit einem Lächeln

17.03.2015, 12:13

"Smile to Pay"

Ein Lächeln hat schon immer viel bewirken können – demnächst könnte es auch Bezahlvorgänge ermöglichen. Ein entsprechendes Verfahren hat Alibaba-Chef Jack Ma auf der CeBiT präsentiert.

Alibaba-Chef Jack Ma auf der CeBIT-Eröffnung

Alibaba-Chef Jack Ma auf der
CeBIT-Eröffnung
(Quelle: CeBIT)

Der chinesische Online-Händler Alibaba will das Bezahlen per Gesichtserkennung ermöglichen. Alibaba-Chef Jack Ma hat “Smile to Pay” auf der Messe CeBIT vorgestellt. Die Authentifizierungsmethode für Mobile Payment, die der Alibaba-Partner Ant Financial entwickelte, befinde sich derzeit im Beta-Stadium, schreibt Heise.de.

“Smile to Pay” soll demnach in den Paymentdients Alipay Wallet und den Online-Bezahlservice Alipay integeriert werden. Zur Bestätigung eins Bezahlvorgangs wird statt eines Passwortes das Gesicht des Kunden über die Smartphone-Kamera eingescannt. Anfangs soll “Smile to Pay” nur in China verfügbar sein, eine Auweitung des Services auf andere Länder sei aber denkbar.

Auch im internationalen Cloud-Geschäft will sich Alibaba einen Namen machen. Dafür wolle der Online-Riese zunächst ein Rechenzentrum in Kalifornien eröffnen. Der Markteintritt in Europa könnte folgen.

Zudem will Alibaba gemeinsam mit dem chinesischen Automobilhersteller SAIC ein Auto bauen, mit dem Fahrer im Internet einkaufen und verschiedene Online-Dienste nutzen können.

Im September 2014 hatte Alibaba den größten Börsengang in der Geschichte der Wall Street hingelegt. Nach dem Mutterkonzern soll auch die Finanzsparte des E-Commerce-Unternehmens an die Börse gehen. Geplant ist der Aktienverkauf, der dem Alipay-Betreiber Ant Financial bis zu vier Milliarden US-Dollar einbringen soll, für das Jahr 2017.

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Dropbox kooperiert mit Adyen

04.03.2015, 9:13

Payment-Dienstleistung

Dropbox arbeitet ab sofort mit Adyen zusammen. Mit der Kooperation mit der Payment-Plattform will der Cloud-Speicherdienst internationale Bezahlservices ermöglichen.

Dropbox kooperiert mit Adyen

(Quelle: Shutterstock/Bloomua)

Dropbox arbeitet ab sofort mit Adyen zusammen. Durch die Zusammenarbeit können Kunden für die Bezahlung der Dropbox-Dienste aus mehr als 250 Payment-Möglichkeiten wählen. Das Angebot steht in Deutschland und elf weiteren europäischen Ländern zur Verfügung. Weitere europäische Zahlungsmethoden sollen in den nächsten Monaten hinzukommen. Eine Ausweitung auf weitere internationale Märkte ist im Laufe des Jahres geplant.

“Dropbox hat 120 Millionen Nutzer in Europa und wächst hier schneller als in den USA. Gerade deswegen ist es besonders wichtig, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden, egal ob Einzelperson oder Großunternehmen, in den verschiedenen europäischen Ländern erfüllen”, erklärt Johann Butting, Head of Dropbox in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Adyen bietet für Butting hierbei die Möglichkeit, mehrere Bezahlmethoden über eine einzige Plattform abzuwickeln und es allen Kunden zu ermöglichen, mit ihrer bevorzugten Zahlmethode zu bezahlen.

Laut Forrester sollen mit dem Einsatz von Software-as-a-Service-Technologien wie Cloud-Speicherdiensten, Kollaborations-Tools und E-Mail-Managementdiensten im laufenden Jahr weltweit Umsätze in Höhe von rund 75 Milliarden US-Dollar generiert werden.
Auch Mobile Payment wird immer selbstverständlicher: 29 Prozent aller deutschen Smartphone-Nutzer (immerhin rund 13 Millionen Menschen) wollen in Zukunft gerne mit ihrem Handy für Fahrten in Bus, Bahn, Taxi, Fernbus oder Mitfahrzentrale bezahlen.

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