Der Last Cookie gewinnt noch immer

10.02.2015, 12:38

Customer Journey Tracking

Die Ansicht, dass im Verlauf der Customer Journey mehrere Kontaktpunkte die Kaufentscheidung der Kunden beeinflussen, hat sich durchgesetzt. Trotzdem gilt nach wie vor das Prinzip: „Last Cookie wins“.

Den Last Cookie fest im Blick

Den Last Cookie fest im Blick

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung, aber noch lange kein Garant für eine Veränderung: Obwohl der Markt inzwischen einige technische Lösungen hervorgebracht hat, anhand derer die einzelnen Kontaktpunkte der Kunden während des Kaufentscheidungsprozesses ermittelt werden können, lässt die flächendeckende Verwendung der alternativen Erhebungsmethoden auf sich warten. Die Online-Händler mögen die anderen Methoden kennen – doch die deutliche Mehrheit von ihnen setzt weiterhin auf das Prinzip „Last Cookie wins“, wenn es um die Vergütung geht.

Auch wenn der Konsument durchaus Tage oder sogar Wochen benötigen kann, um sich für ein bestimmtes Produkt und einen geeigneten Händler zu entscheiden, ignorieren viele Web-Händler das Zusammenspiel der verschiedenen Advertiser und Kanäle, das zum Kauf bei einem bestimmten Anbieter geführt hat. Einer Händlerumfrage von Become Europe zufolge, an der rund 1000 deutsche Webshop-Betreiber teilgenommen haben, ist das aber kein größeres Problem: Weniger als 30 Prozent der Befragten sind mit dem bestehenden System unzufrieden und wollen künftig alle an einer Transaktion beteiligten Parteien belohnt sehen.

Große Unsicherheit

Grund für die Zurückhaltung ist offenbar eine gewisse Unsicherheit: Die Hälfte der Händler gaben an, nicht recht zu wissen, wie sie dem Thema gegenüberstehen sollen. Während 29 Prozent eine gerechte Verteilung auf alle Beteiligten, die zur Kaufentscheidung beigetragen haben, befürworten, wollen 21 Prozent keine Änderung am etablierten System. Von den Befürwortern einer Veränderung nutzen bereits 50 Prozent ein anderes Tracking-System – oder arbeiten derzeit daran, in Kürze eine Alternative einzusetzen.

„Die Customer Journey liefert für jeden werbungtreibenden Händler wichtige Informationen über das Kaufverhalten seiner Kunden“, erklärt Michael Rausch, General Manager Europe and North America bei Become Europe. „Nur so lassen sich die einzelnen Werbekanäle effektiv vergleichen und auch bewerten.“ Das Prinzip „Last Cookie wins“ liefere jedoch kein brauchbares Bild, um eine effektive Werbeplanung durchzuführen: „Es lässt Rückschlüsse zu, die bei genauerem Betrachten so gar nicht stimmen und letztendlich zu Fehlentscheidungen führen.“

Auch beim Thema Kundenbindung spielt die Customer Journey eine entscheidende Rolle. Zufriedenheit allein reicht nicht aus, stattdessen gilt es, die Konsumenten emotional zu binden und zu echten „Fans“ zu machen. Wie das in fünf Schritten gelingt, weiß Bernd Schlösser, Senior Client Solutions Professional von IBM ExperienceOne.

Microsoft will Cookie-Alternative

10.10.2013, 10:31

Das Ende der Daten-Kekse?

Nicht nur Google hat sich dem Kampf gegen Third Party Cookies verschrieben. Nun soll auch Microsoft an einer eigenen Technologie arbeiten, um seine Nutzer über ihre Geräte, Betriebssysteme und Online-Dienste verfolgen zu können. Ziel ist es, künftig auf die unliebsamen Datensammler verzichten zu können.

Vor gut einem Monat wurde bekannt, dass Google eine eigene Internet-Tracking-Technologie entwickeln will, um das Surf-Verhalten seiner Nutzern im Netz verfolgen zu können. Mithilfe des Identifizierungsprogramms sei es möglich, Third Party Cookies komplett zu ersetzen. Mit dem Wunsch, allmählich auf die Datensammler verzichten zu können, scheint Google nicht alleine zu sein. Wie Ad Age berichtet, arbeitet jetzt offenbar auch Microsoft an eigenen Technologien, um die Benutzer über ihre Geräte, Betriebssysteme und Online-Dienste verfolgen zu können.

Die Cookie-Alternative von Microsoft soll User auf allen PCs, Tablets und Smartphones tracken können, die das Windows-Betriebssystem nutzen. Dazu gehören auch die Xbox-Videospiele und Online-Dienste wie Internet-Explorer und Bing. Die Nachricht verstärkt die aktuelle Diskussion um die in Verruf geratenen Third Party Cookies, also kleine Software-Schnipsel, die Unternehmen nutzen, um auslesen zu können, auf welchen Seiten Nutzer unterwegs waren. Ziel ist das gezielte Aussteuern von Werbung im Web. Kritiker sehen in ihnen eine Verletzung der Privatsphäre. Sie könnten nun allmählich wirklich vom Aussterben bedroht sein, auch wenn ein großer Teil des Online-Werbegeschäfts nach wie vor auf sie angewiesen ist. Zahlreiche neue Browser, wie zum Beispiel Apples Safari Browser oder die aktuelle Version von Mozillas Firefox, blockieren sie inzwischen, wenn der Nutzer es nicht ausdrücklich anders haben will. 

Die zunehmende Abwendung von den kleinen Datensammlern ist vor allem durch die Zunahme der Nutzung von Mobilgeräten beschleunigt worden. In den Apple-Geräten gibt es gar keine Cookies und die Android-Varianten verwenden sie nur im Web-Browser, was bedeutet, dass Android-Nutzer nicht getrackt werden, während sie Apps nützen.

Microsofts Bemühungen sind ein weiterer Schritt in Richtung eines Szenarios, in dem Third-Party Cookies zunehmend von unternehmenspezifischen Anwendungen großer Internet-Riesen wie Apple, Google und Facebook verdrängt werden. Neben den Tracking-Systemen, die von Microsoft und Google entwickelt werden, verfolgt auch Facebook das Surf-Verhalten seiner Nutzer während sie in dem sozialen Netzwerk angemeldet sind. Apple trackt iPhone und iPad Benutzer mit einem System namens IDFA – ID for Advertisers.

Ein "Untergang" der Cookies wäre fast so etwas wie ein Sieg für Microsoft, nachdem der Konzern überall im Netz belächelt wurde, als er im vergangenen Jahr angekündigt hatte, sein Internet Explorer 10 würde über eine "Do Not Track" Standardeinstellung verfügen. Wie Ad Age prognostiziert, werden sich die großen Unternehmen nun dafür einsetzen, einen branchenweiten Tracking-Standard zu etablieren, der ihnen den Zugang zu so vielen Daten ermöglicht, dass Werbekunden keine andere Wahl haben werden, als mit ihnen zu kooperieren. Rivalisierende Plattformen werden dem US-News-Portal zufolge gezwungen sein, den neuen Standard zu unterstützen.

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zanox stellt "TPV Fingerprint Tracking" vor

12.09.2013, 12:34

Ohne Cookies

Tracking ohne den Einsatz von Cookies: Das bietet zanox‘ neues Produkt „TPV Fingerprint Tracking“. Die Technologie ermöglicht das sogenannte Post-View Tracking von Display-Kampagnen. Dabei wird ein digitaler „Fingerabdruck“ des Rechners erstellt.

Das Performance-Advertising-Netzwerk zanox erweitert seine Tracking-Technologie mit einer passiven Lösung für das Verfolgen von Display-Werbemitteln: Das "TPV Fingerprint Tracking" basiert nicht auf der Verwendung von Cookies und soll so eine Alternative bieten, wenn Cookies gelöscht, deaktiviert oder blockiert werden. Die Technologie kann für alle Display-Post-View-Transaktionen verwendet werden. Das Post-View-Tracking ist eine Methode, bei der auch ohne Klick auf ein Werbemittel abgerechnet wird.

Herkömmliche Tracking-Methoden greifen auf den Einsatz von Cookies zurück, also kleinen Textdateien, die Merkmale wie besuchte Seiten, Zugangsdaten und weitere Informationen enthalten. Bei der passiven Fingerprint Tracking-Methode erstellt zanox auf Basis verschiedener Parameter eine digitale Signatur des Benutzer-Rechners – den digitalen "Fingerabdruck". Auf diese Weise können Transaktionen von Klick-Aktivitäten und von Display Post Views auf dem Computer des Endkunden ohne Cookies oder Click IDs gemessen und dem Affiliate-Publisher anschließend vergütet werden.

Transparenz wird im Affiliate-Marketing oft gefordert – und ist doch nicht von allen gewünscht. Daniel Woyteczek, bis Februar 2013 Leiter des Zentraleuropa-Kundenservice von Tradedoubler, spricht im Interview über ungerechtfertigte Provisionen, Tricks im Couponing und seine neue Tracking-Software.

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Firefox ärgert Online-Werber

27.03.2013, 10:56

Datenschutzeinstellung im Mozilla-Browser

Die Entwickler von Mozillas Webbrowser Firefox experimentieren mit neuen Datenschutzeinstellungen. Online-Werbern gefällt das gar nicht: Das Sperren von Drittanbieter-Cookies erschwert ihnen die Arbeit deutlich.

In der kommenden Version seines Webbrowsers Firefox plant Mozilla, die Annahme von sogenannten Drittanbieter-Cookies zu verbieten. Damit dürfte nur die Website, die ein Nutzer gerade besucht einen Cookie setzen, nicht aber das Werbenetzwerk, mit dem eine Website zusammenarbeitet. Wie Spiegel.de schreibt, sind davon auch Tools zur Reichweitenmessung betroffen. In den Testversionen, die Mozilla für Entwickler bereitstellt, ist die Annahme der Drittanbieter-Cookies standardmäßig abgestellt.

Der US-Werberverband Interactive Advertising Bureau (IAB) schlägt nun Alarm: Ohne Drittanbieter-Cookies drohe die Gefahr einer Flut durch Spams, weil dann nicht mehr feststellbar sei, ob ein Nutzer eine Werbeanzeige schon gesehen habe. Mit dem Cookie-Verbot könnten tausende kleinere Unternehmen Pleite gehen, warnt der Verband. Die neue Firefox-Version 22 soll in drei Monaten veröffentlicht werden.

In Deutschland ist Firefox der beliebteste Webbrowser. Laut einer Messung des Webanalyse-Anbieters AT Internet hatte er im November 2012 einen Marktanteil von 40,6 Prozent. Der Internet Explorer hatte in dem gleichen Zeitraum 30,4 Prozent der Visits und der Google-Browser Chrome 11,5 Prozent.

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Hat Google auch die Privatsphäre-Einstellungen des Internet Explorers umgangen?

21.02.2012, 12:05

Internetkonzern wird zum Cookie-Monster

Googles Privatsphäreverletzungen

(Foto: fotolia.com/Julian Weber)

Der Verdacht, dass Google die Privatsphäreeinstellungen von Nutzern des Apple-Browsers Safari umgangen haben soll, ist bereits Gegenstand eines Beschwerdebriefs an die US-Handelskommission. Nun stellt auch Microsoft fest, dass der Internetgigant die Datenschutzvorgaben ihrer Internet-Explorer-Nutzer umgangen haben soll.

Google soll auch die Privatsphäreeinstellungen der Nutzer des Microsoft-Browsers Internet Explorer umgangen haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Google hinsichtlich Safari-Nutzern hat das Microsoft-Team die Einstellungen seiner User unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass Google auch beim Internet Explorer die Sicherheitsvorgaben umgehe und das Nutzerverhalten mit Hilfe von Cookies nachverfolge, so das Microsoft-eigene IE-Blog.

„Wir haben herausgefunden, dass Google das P3P Privatsphärenschutz-Feature des Internet Explorers umgeht. Das Ergebnis ist ein ähnliches wie die kürzlich entdeckte Umgehung der Datenschutzeinstellungen in Apples Safari-Browser, obwohl der tatsächliche Umgehungsmechanismus von Google ein anderer ist“, so Dean Hachamovitch, Corporate Vice President, Internet Explorer im Blog.

Das Unternehmen reagierte zunächst mit einer Tracking Protection List, mit deren Hilfe IE-Nutzer die Cookie-Ablage verhindern können. Außerdem arbeite man daran, die Sicherheitseinstellungen zu verfeinern. In den USA haben unterdessen drei Parlamentarier eine Beschwerde über die Privatsphärenverletzung von Google bei Safari-Nutzern an die US-Handelskommission FTC weitergegeben.

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