Adform startet “Guaranteed Viewable“-Lösung

26.02.2015, 9:58

Sichtbarkeit von Werbung

Der Werbetechnologie-Anbieter Adform garantiert mit der Lösung “Guaranteed Viewable“ die Sichtbarkeit von Werbeeinblendungen, die automatisiert gehandelt werden.

Adform startet

Warum sollen Werbekunden für Werbung zahlen, die zwar vom Adserver ausgeliefert, vom Nutzer aber nicht gesehen wurde? Diese Frage und die Frage, wie die Sichtbarkeit (Viewability) von Werbeflächen genau gemessen wird, bewegen die digitale Werbebranche schon seit einigen Jahren. Der Adserver-Anbieter Adform misst seit drei Jahren, ob die ausgelieferten Werbemittel auch die Chance hatten, von einem Webseiten-Besucher gesehen zu werden. Diese Technologie wendet Adform jetzt auch für die neue Lösung “Guaranteed Viewable“ an, die beim automatisierten Handel von Werbeflächen zum Einsatz kommt.

Adform verspricht, dass Agenturen, die über Private Marketplaces Werbeflächen von Vermarktern oder Publishern einkaufen, mit “Guaranteed Viewable“ nur für die Werbung zahlen, die sichtbar war. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Vermarkter vorher zugestimmt hat, dass Agenturen oder Werbungtreibende über einen Private Marketplace unter “Guaranteed Viewable“-Bedingungen Werbeflächen einkaufen dürfen.

Sichtbarkeit wird dabei nach den Vorgaben des amerikanischen Interactive Advertising Bureaus (IAB) definiert: 50 Prozent der Fläche eines Werbemittels muss für mindestens eine Sekunde lang sichtbar sein. Im August 2014 hatte Adform die Zertifizierung des amerikanischen Media Rating Councils erhalten, die ausdrückt, dass Adforms Technologie den Vorgaben der US-Werbeverbände zur Sichtbarkeitsmessung entspricht.

Der Großteil der Brand-Advertiser bewege sich aktuell weg von “ausgelieferten Impressions“ hin zu “Viewable Impressions“, beobachtet Adform. Hendrik Kempfert, Commercial Director Deutschland, Österreich, Schweiz bei Adform, sagt: “Unsere Kunden möchten genau wissen, ob und wie lange ihre Werbung wirklich gesehen wurde.“ Guaranteed Viewable ergänzt eine weiter Adform-Messung namens “Bearskin“, die untersucht, ob Werbung in angemessenen Umfeldern und betrugsfrei ausgeliefert wird.

Der Ruf des programmatischen Handels hat im vergangenen Jahr durch Berichte über Online-Werbebetrug gelitten. Die Einführung von Guaranteed Viewable soll die Akzeptanz des automatisierten Handels von Werbeinventar erhöhen. Die Media-Agentur Pilot präsentierte auf der dmexco 2014 ebenfalls eine Lösung für die Qualitätssicherung für das auf Bietplattformen gehandelte Inventar.

Doch die Diskussion um die Sichtbarkeit von Werbung betrifft generell auch Werbeflächen, die auf herkömmlichen Weg direkt gebucht werden.

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Paypal bietet sicheren Rechnungskauf an

26.02.2015, 8:49

Neues Produkt Paypal Plus

Deutsche Shopper bezahlen am liebten per Rechnung. Jetzt will sich Paypal ein Stück von diesem Kuchen sichern: Der Payment-Anbieter bietet vier Zahlarten aus einer Hand – darunter den Rechnungskauf.

Paypal bietet sicheren Rechnungskauf an

(Quelle: Shutterstock/Ken Wolter)

Paypal Plus heißt das neue Produkt, mit dem Paypal in den Payment-Markt drängt. Es soll künftig die vier beliebtesten Bezahlverfahren der deutschen Online-Shopper unter einem Dach vereinen: Kauf auf Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte und – natürlich Paypal. Für alle Zahlungen gilt der Paypal Verkäuferschutz, so dass der Händler auch beim Rechnungskauf vor Zahlungsausfällen geschützt ist. Zum Start steht allerdings ausgerechnet der Deutschen liebste Zahlart – der Rechnungskauf – noch nicht zur Verfügung. Er soll erst im Laufe des Jahres folgen.

Gedacht ist Paypal Plus vor allem für kleine und mittelständische Online-Händler. Sie sollen mit nur einer Integration alle vier Zahlarten einfach und sicher anbieten können, so das Versprechen von Paypal. Alle eingehenden Zahlungen werden sofort auf dem Paypal-Händlerkonto gutgeschrieben – auch wenn der Kunde seine Rechnung erst zwei Wochen später begleicht. Bezahlt der Kunde per Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte muss er nicht bei Paypal registriert sein. Lediglich für eine herkömmliche Zahlung über die Paypal Wallet braucht er ein Paypal-Konto.

Die Kosten für die Händler entsprechen zum Start von Paypal Plus denen der Paypal Wallet: 35 Cent je Transaktion und – je nach Volumen – 1,2 bis 1,9 Prozent der Warenkorbsumme.

Zusätzlich zu den vier Zahlarten kann der Shop-Betreiber nach Belieben weitere Bezahlverfahren in Paypal Plus integrieren. Zudem kann der Händler die Zahlungsseite teilweise an sein Shop-Design anpassen, etwa bei der Farbe. Die Reihenfolge der Top-Vier-Zahlarten – mit Paypal an erster Stelle – kann er allerdings nicht verändern. Die Lösung wird als iFrame eingebunden, die Integration erfolgt entweder direkt oder über die jeweilige Shop-Software. Für die Shop-Systeme Oxid und Shopware stehen die entsprechenden Module bereits zur Verfügung, weitere sollen laut Paypal in Kürze folgen.

“Die Konsumenten präferieren den Rechnungskauf ja noch immer stark, das belegen Studien immer wieder. Was bislang fehlt, ist ein Angebot für die große, breite Masse an Händlern”, sagt Arnulf Keese, Geschäftsführer von Paypal Deutschland, “damit schreiben wir ein neues Kapitel im deutschen E-Commerce-Markt”. Paypal zählt nach eigenen Angaben mehr als 50.000 Händler zu seinen Kunden, mehr als 16 Millionen Nutzer verfügen in Deutschland über ein Paypal-Konto.

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Die Reiseplanung wird mobil

26.02.2015, 7:45

Urlaubsportale

Anbieter von Reiseportalen verzeichnen einen immer höher werdenden Anteil an Smartphone- und Tablet-Nutzern. In diesem Jahr könnten die mobilen Seitenaufrufe erstmals klassische Webseiten überholen.

Die Reiseplanung wird mobil

(Quelle: Fotolia.com/Sashkin)

Mobile-Commerce wird auch für die Reisebranche immer wichtiger: Die Reiseplanung findet zunehmend auf dem Handy oder dem Tablet statt. Online-Reiseportale wie weg.de oder Dreamlines stellen dreistellige Zuwachsraten bei mobilen Seitenaufrufen fest, wie eine Branchenumfrage der PR-Agentur Wilde & Partner anlässlich der Reisemesse ITB Berlin 2015 zeigt.

Bei weg.de etwa hat sich der Anteil der mobilen Nutzer innerhalb von zwei Jahren beinahe vervierfacht – 2014 riefen bereits mehr als ein Drittel der User das Portal mit dem Mobiltelefon oder dem Tablet-Computer auf. Eine ähnliche Entwicklung stellt Wimdu fest: Die Plattform für Privatunterkünfte haben im Jahr 2014 40 Prozent der User mobil besucht – mehr als doppelt so viele als im Jahr 2013. Beim Kreuzfahrtportal Dreamlines sind die mobilen Seifenaufrufe 2014 sogar um fast 300 Prozent gestiegen, verglichen mit 2013.

Last Minute am Smartphone, Inspiration am Tablet

“Wir erwarten, dass in naher Zukunft die mobilen Seitenaufrufe erstmals die am Desktop übersteigen werden”, prognostiziert Stadler Damisch, Managing Director Deutschland und Schweiz bei der Reisesuchmaschine Kayak. Je nach Gerät gibt es allerdings auch innerhalb des mobilen Kanals deutliche Nutzungsunterschiede. So werden Handys vor allem für die schnelle SUche und spontane Buchungen von unterwegs verwendet, Tablets hingegen dienen eher der Inspiration und langfristigen Planung. Bei Kayak etwa sind nur 15 Prozent der Tablet-Buchungen “last minute”, also 48 Stunden im Voraus.

Während sich die Nutzer mobil vor allem Informieren, buchen sie ihre Reise allerdings nach wie vor am liebsten am Desktop-Computer. “Bisher finden noch 88 Prozent der Buchungen unserer Kunden am klassischen Desktop statt“, stellt Timo Beyer fest, Geschäftsführer von weg.de. “Zehn Prozent haben bereits am Tablet gebucht, am Handy waren es lediglich zwei Prozent.” Die befragten Anbieter erwarten, dass die die mobile Nutzung auch in Zukunft stark zunehmen wird – nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Verbreitung sogenannter Phablets, also Smartphones mit besonders großen Bildschirmen.

Bislang galten Apple-Nutzer als wesentlich kauffreudiger verglichen mit Besitzern von Android-Geräten. Auch hier zeichnet sich ein neuer Trend ab. “Die Dominanz von Apple bei den mobilen Umsätzen ist vorbei. Die Bereitschaft der Android Nutzer, am Smartphone Geld auszugeben, ist stark gewachsen”, meint Regiondo-Geschäftsführer Oliver Nützel: “Schon jetzt generieren sie mehr Umsatz als die iOS-Nutzer, Tendenz weiter steigend.“ Bei Tablets dominiere hingegen nach wie vor Apple mit rund zwei Drittel des Umsatzes, der durch mobile Käufe generiert wird. Zum ersten Mal hat Google Play in Deutschland den Apple App Store beim Umsatz im Bereich Apps überholt. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahresreport 2014 zum App-Markt in Deutschland von App Annie.

Trotz der zunehmenden Bedeutung des mobilen Kanals haben Reiseportale in diesem Bereich – insbesondere in Sachen Usability und Performance – offenbar noch großen Nachholbedarf: Laut einer Studie von Sevenval Consulting in Zusammenarbeit mit der Agentur Anstrengungslos erreicht keines von zwölf untersuchten Online-Reiseportalen die Gesamtwertung “gut” oder gar “sehr gut”, wenn es um die mobilen Internet-Angebote geht.

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Amazon verschärft Retouren-Richtlinien

25.02.2015, 14:18

Für Marktplatz-Händler

Shopbetreiber, die auf dem internationalen Amazon-Marktplatz verkaufen, müssen ab dem 12. März 2015 neue Richtlinien für Retouren akzeptieren. Andernfalls droht ihnen der Verlust der Verkaufslizenz.

Amazon verschärft Retouren-Richtlinien

(Quelle: Shutterstock/wavebreakmedia)

Online-Händler, die auf dem internationalen Amazon-Marktplatz verkaufen müssen sich mit neuen Richtlinien für Rücksendungen anfreunden. Von Shopbetreibern fordert der E-Commerce-Riese nun, dass sie Kunden entweder eine lokale Rücksende-Adresse anbieten oder die Retourenkosten übernehmen, berichtet textilwirtschaft.de.

Die neuen Regeln betreffen alle Verkäufer, einschließlich diejenigen, die von einem Land außerhalb der Marketplace-Site, bei der sie verkaufen, versenden. Werden diese Anforderungen bis zum 12. März 2015 nicht erfüllt, kann das, wie Amazon erklärt, “zur Aufhebung Ihrer Verkaufsberechtigung führen”.

Amazon empfiehlt Händlern, die Rücksendekosten in ihre Preiskalkulation mit einzubeziehen. Zudem sei es ratsam Dienstleister einzuschalten, die die grenzübergreifende Retouren-Abwicklung übernehmen. Die Firma Sales Supply etwa reagierte auch darauf und hat den “Amazon International Return Service” eingeführt.

Die Bestellung ist abgeschickt, die Lieferung wird erwartet. Doch wohin mit der Ware von Amazon, Zalando und Co? Ein Paketkasten ist eine Lösung für die bequemere Lieferung, die auch dann funktioniert, wenn der Konsument nicht daheim ist.

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Docdata bietet “Click and Collect”-Service an

25.02.2015, 12:33

Omnichannel-Handel

Der Fulfillment-Dienstleister Docdata hat den Service “Click and Collect” entwickelt. Er soll die Abläufe vereinfachen, wenn Kunden Ware online bestellen und in der Filiale abholen wollen.

Docdata bietet

(Quelle: Dodata)

Wollen Händler ihren Kunden die Möglichkeit bieten, Produkte online zu bestellen und diese in der Filiale abzuholen, muss auch die Software entsprechend verzahnt sein. Für die Verzahnung dieser Prozesse bringt der niederländische Fulfillment-Dienstleister Docdata die “Docdata Click & Collect“ auf den Markt.

Damit wird der komplette Abhol-Prozess vor Ort im Geschäft automatisiert. Die Barcodes ankommender Pakete werden am Abholpunkt in den Filialen von den Angestellten mit einem iPod gescannt. Im nächsten Schritt kann ihnen ein Lagerort zugewiesen werden. Mit demselben iPod scannen die Angestellten den QR-Code auf der Abholbenachrichtigung der Kunden. Daraufhin erscheint der genaue Lagerort des jeweiligen Pakets auf dem Display, so dass die Angestellten das Paket leicht finden können.

Die Applikation ist web-basiert und wurde speziell für den iPod entwickelt. Das macht das System laut Angaben von Docdata skalierbar, da es mit geringem Investment um weitere iPods erweitert werden kann. Das System hält Kontakt mit dem Order Management System des Online-Shops, dem Warehouse Management System von Docdata und den Systemen der Paketdienste.

Erster Kunde dieser neuen Docdata-Dienstleistung ist die niederländische Kaufhauskette de Bijenkorf. Der Händler kann Kunden künftig mithilfe von Status-Updates genau darüber informieren, wann die Bestellung in der Filiale abgeholt werden kann. Ein weiterer Vorteil von “Docdata Click & Collect” ist, dass die Abholfrist verlängert werden kann, beispielsweise in der Ferienzeit. Denn bei den meisten Händlern gehen heute im Normalfall Pakete nach zwei Wochen automatisch zurück in das Distributionszentrum. Zudem wird auch die Übersicht über den Paketinhalt verbessert, die Angestellten wissen nun genau, welche Artikel das Paket enthält.

Pieter Heij, Director Multichannel & IT bei de Bijenkorf, geht davon aus, dass die Zahl der Pakete, die abgeholt werden, zunehmen wird: „In unserer Filiale in Utrecht haben wir einen ausgiebigen Test durchgeführt und die Reaktionen unserer Mitarbeiter wie unserer Kunden waren ausgesprochen positiv. Am 1. März wird Docdata Click & Collect in sämtlichen Filialen eingeführt sein.“

Jack Heijkans, Geschäftsführer Docdata Fulfilment B.V., erläutert die Strategie hinter der neuen Dienstleistung: “Wir hatten uns das Ziel gesetzt, für unsere Omnichannel-Kunden eine Lösung für die zunehmende Menge von Bestellungen und Retouren über Abholpunkte in Filialen zu finden. Mit Docdata Click & Collect machen wir aus den Abholpunkten tatsächlich kleine Fulfilment-Center.”

Wenn es gut läuft, sparen Nutzer, die online bestellen und ihre Ware dann im Geschäft abholen, gegenüber dem traditionellen Einkauf 96 Sekunden. Es kann aber auch schlecht laufen, zeigt eine Click & Collect-Studie des US-Customer-Service-Performance-Analysten Stella Service.

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Paketkasten: Briefkasten für Pakete

25.02.2015, 10:02

Online-Shopping

Wohin mit der Ware von Zalando und Co? Ein Paketkasten ist eine Lösung für die bequemere Lieferung, die auch dann funktioniert, wenn der Konsument nicht daheim ist.

Paketkasten: Briefkasten für Pakete

(Quelle: Locumi)

Der Paketbote klingelt, doch der Kunde ist nicht zu Hause, um sein Päckchen in Empfang zu nehmen. Muss der Bote ein zweites oder gar ein drittes Mal kommen, verursacht das für die Logistiker hohe Kosten. Und die Kunden ärgern sich, dass es so umständlich ist, die bestellte Ware zu erhalten. Im schlechtesten Fall müssen sie doch noch zur Postfiliale oder zum Paket-Shop gehen, um ihre Bestellung nach ­Hause zu bringen. Vielen ist das zu lästig, sie verzichten deshalb aufs Shopping im Web. Auch der sich entwickelnde Online-Lebensmittelhandel benötigt ein flexibles und zuverlässiges Zustellsystem.

Deshalb beschäftigt sich eine ganze ­Reihe von Unternehmen mit einer Lösung für die bequemere Lieferung, die auch dann funktioniert, wenn der Konsument nicht daheim ist. Im Moment beschreiten verschiedene Marktteilnehmer unterschiedliche Wege. Spannend ist, welches System sich am Ende durchsetzen wird.

Vorreiter war DHL mit dem Paketkasten. Er ist seit Mai 2014 bundesweit verfügbar. Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern können ihn kaufen oder mieten. Großer Kritikpunkt der Wettbewerber ist, dass es ein geschlossenes System ist. Das heißt, dass nur DHL-Lieferungen akzeptiert werden. Die großen Post-Wettbewerber Hermes, DPD, UPS und GLS arbeiten an einem ­eigenen Konzept für einen Paketkasten. Dieser soll als “offenes” System verschiedenen Logistikdienstleistern die Möglichkeitbieten, Paketsendungen darin abzuliefern.

DPD antwortet auf Nachfrage, wie weit die Entwicklung fortgeschritten ist: “Bis Ende letzten Jahres wurde ein marktfähiges Konzept entwickelt. Es soll nun ­gemeinsam umgesetzt werden. Nach ­einem erfolgreichen Pilotprojekt werden die Paketkästen voraussichtlich Mitte 2015 erhältlich sein.” Eine offizielle Bezeichnung für die Lösung ist noch nicht bekannt. Dienstleister sollen das System mit oder ohne IT-Anbindung nutzen können. Und es soll mittelfristig auch Retouren abwickeln können.

Onebox: digitales Schloss

Die Firma Onebox hat eine elektronische Lösung für ein Code-gesteuertes Paketkasten-System entwickelt. Onebox tritt als unabhängiger Anbieter auf, der Dienst kann von jedem Versanddienstleister lizenziert werden. Hersteller von Post- und Paketkästen wie Renz können ihre Produkte mit diesem digitalen Schließmechanismus ausstatten.

So funktioniert es: Die Empfänger und die Zusteller registrieren sich bei Onebox. Per mobiler App oder über die Scan-Ge­räte der Zusteller wird das digitale Schloss bedient. Zusteller und Empfänger öffnen die Paketkästen mit einem Code, der per Smartphone App über die zentrale Onebox-Plattform erstellt wird. Die Paketkästen selbst sind nicht vernetzt. Ihr digitales Schloss wird mit einer Batterie gespeist.

Das System ist noch nicht im Einsatz, erklärt Sven Bornemann, Mitgründer und Geschäftsführer von Onebox. Wahrscheinlich werde es ab Sommer 2015 angeboten. Onebox plant eine flexible Nutzung, sodass beispielsweise auch der Bäcker am Sonntagmorgen darin frische Brötchen ablegen kann.

Locumi: Pakete an der Tür

Eine elegante Alternative zu klobigen ­Paketkästen hat das Münchner Unternehmen Locumi Labs entwickelt. Locumi ist eine gefaltete Tasche aus Filz. Sie wird nicht am Boden vor der Haustür abgestellt, sondern mit einer Halterung an der Haustür befestigt.

Öffnet der Zusteller die ­Tasche, entfaltet sie sich und das Paket oder online bestellte Lebensmittel finden darin Platz. Verschlossen wird Locumi mit einem Reißverschluss, an dessen Ende ein Schloss befestigt ist. Der Paketbote schließt das mechanische Schnappschloss, der Besitzer öffnet es mit einem Schlüssel. Die Filztasche mit Halterung kostet 129 Euro. Sie kann auch gemietet werden. Dann beträgt die Startgebühr 29,90 Euro und die Monatsmiete 9,90 Euro. Beim Bestellen der Tasche muss der Kunde eine Abstellgenehmigung ausfüllen, die Locumi Labs an die Versanddienstleister übermittelt. Ihr Zweck: Der Empfänger muss für den Erhalt eines Pakets keine Unterschrift mehr leisten, allerdings geht dann auch bei Verlust die Haftung auf ihn über.

Locumi funktioniert mit allen Versanddienstleistern. Zielgruppe ist die Stadtbevölkerung, die in Mehrfamilienhäusern lebt, in denen kein Platz für große Paketkästen ist. Als Alleinstellungsmerkmal sieht Christoph Baumeister, Gründer und Geschäftsführer von Locumi Labs, die Anbringung der Tasche: Da sie nicht auf dem Boden vor der Tür abgestellt wird, gebe es keinen Konflikt wegen der Hausordnung, in der das üblicherweise verboten ist.

Lockbox: Auslieferservice

Die Lockbox steht hingegen auf dem ­Boden. Der Dienst bezeichnet sich als “temporäre Packstation für die Wohnungstür”. Bestellt ein Kunde online in ­einem Shop, gibt er seine Lockbox-Nummer als Lieferadresse an. Die Bestellung trifft dann bei Lockbox ein. Dort wird sie in eine Kiste gepackt und geht laut Lockbox-Geschäftsführer Thomas Kraker von Schwarzenfeld noch am gleichen Tag zum Kunden raus. Für den eigenen Auslieferservice kooperiert Lockbox mit lokalen Kurierdiensten.

Wichtige Komponente der Lösung ist ein “Anker”, den der Konsument erhält, nachdem er sich auf Lockboxsystem.com angemeldet hat. Wird die Lieferung einer Online-Bestellung erwartet, schiebt der Lockbox-Kunde diesen Anker unter die Haustür.

Die Lockbox wird mit einem ­Sicherungsseil und einem Schloss daran befestigt. Sobald der Kunde seine Haustür öffnet, kann er das Sicherungsseil entfernen und den Lockbox-Paketkasten öffnen. Bei der nächsten Bestellung wird die Box vor die Tür gestellt und der Lockbox-Kurier tauscht die leere mit der neuen Box aus.

Seit September 2014 wird der Dienst in Berlin angeboten. Dort arbeiten acht Partner-Shops mit Lockbox zusammen, vorwiegend aus dem Lebensmittel- und ­Getränkebereich. Die Partner-Shops versenden die bestellte Ware direkt in der Lockbox.

Selbst Getränkekästen können mit dem Lockbox-Service geliefert und an die Tür “gekettet” werden. Für die Bestellung bei den Partner-Shops müssen die Kunden keine zusätzlichen Gebühren an Lockbox zahlen. Ordern sie bei anderen Shops, verlangt Lockbox eine Gebühr von 2,90 Euro. Dieser Betrag wird zusätzlich zu den Versandkosten des Shops fällig. Auch Retouren sind über die Lockbox möglich.

Lockbox-Chef Kraker von Schwarzenfeld hebt hervor, dass Kunden keine Investitionskosten oder monatlichen Gebühren haben. Zurzeit startet Lockbox Pilotprojekte in Wien und Graz sowie demnächst auch in Hamburg. Bis zum Sommer will das Unternehmen den Dienst auf fünf deutsche Ballungsräume ausweiten.

Der Paketbutler als faltbare Box

Und noch ein Dienst nimmt gerade in Berlin den Testbetrieb auf: Paketbutler. Vermarkter des von der Telekom entwickelten Produkts ist die Hamburger Feldsechs Service Gesellschaft. Der Paketbutler ist eine faltbare Box. Der Empfänger befestigt sie am Tag der erwarteten Zustellung an der Wohnungstür.
Der Zusteller entriegelt die Box mit einem Sicherheitschip, legt das Paket auf die Bodenplatte und zieht die faltbare Stoffummantelung nach oben. Schließt er den Deckel, ist das Paket gesichert. Eine SIM-Karte im Deckel des Paketbutlers kommuniziert dazu mit einer Datenbank. Das erklärt, warum die Telekom beteiligt ist.

Entstanden ist Paketbutler im Rahmen einer Initiative für die Machine-to-Machine-Kommunikation. In der Pilotphase ist DHL der einzige beteiligte Logistiker. Ob danach auch andere Versanddienstleister mit an Bord sein werden, ist offen. Im dritten Quartal 2015 soll der bundesweite Marktstart sein. Auch Retouren können über den Paketbutler angestoßen werden.

Die Beispiele zeigen: In diesem Jahr wird sich in Sachen Paketboxen viel tun. Sven Bornemann zählt die Faktoren auf, die ein Paketbox-System erfolgreich machen: “Entscheidend sind eine möglichst große Verbreitung, die einfache Bedienung und die flexible Nutzbarkeit.” Sicherheits­aspekte müssen ebenfalls gelöst werden.

Der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP) führte im vergangenen Jahr mehrere Paketbox-Workshops durch. Er will keine eigene Paketbox-Lösung vorantreiben, sondern die Rahmenbedingungen mit den Branchenteilnehmern ausarbeiten. Andreas Schumann, Vorsitzender des BdKEP, geht davon aus, dass sich Paketboxen in den kommenden fünf Jahren flächendeckend durchsetzen werden.

Eine futuristische Lieferungsmöglichkeit, die schon jetzt Anwendung findet, sind Drohnen: Der chinesische Online-Händler Alibaba etwa stellt in Peking erstmals Waren aus der Luft zu. In den USA kämpft Amazon noch immer um eine Genehmigung für Drohnen-Tests.

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Reiseportale: Schlecht gerüstet für Mobile

25.02.2015, 7:09

Mobile Internetnutzung

Man sollte meinen, Reiseanbieter freuen sich über jeden Kunden. Doch Online-Bucher kommen offenbar ungelegen. Laut einer Studie erreicht kein Anbieter die Gesamtnote “gut”, nicht mal Testsieger Tui.

Reiseportale: Schlecht gerüstet für Mobile

(Quelle: Shutterstock.com/Mila Supinskaya)

Die Reisebranche zählt zwar zu den Pionieren des E-Commerce, beim Thema Mobile jedoch herrscht noch erheblicher Nachholbedarf. In Sachen Usability und Performance jedenfalls schneiden die Anbieter nicht gerade berauschend ab. Laut einer Studie von Sevenval Consulting in Zusammenarbeit mit der Agentur Anstrengungslos erreicht keines der zwölf untersuchten Online-Reiseportale die Gesamtwertung “gut” oder gar “sehr gut”, wenn es um die mobilen Internet-Angebote geht. Die Gesamtnote zwei nur knapp verpasst hat immerhin Testsieger Tui, der in vier der sechs erfassten Kategorien eine gute Bewertung ergatterte.
Der Erhebung zufolge treten die ersten Usability-Probleme bereits bei der Google-Suche auf, die im Test mit dem Wörterpaar “last minute” durchgeführt wurde. Viele Anbieter befolgen offensichtlich noch nicht die neuen Google-Richtlinien nach dem Motto “mobile friendly” und müssen beim nächsten Algorithmus-Update ein schlechteres Ranking befürchten.

Mangelhaftes Filter- und Listendesign

Im weiteren Verlauf der Urlaubsrecherche, die im Rahmen der Studie simuliert wurde, fiel insbesondere ein mangelhaftes Filter- und Listendesign auf. Sortierfunktionen sind teilweise überhaupt nicht vorhanden oder im Vergleich zu Desktop-Webseiten eingeschränkt. Zudem erschwert langes Scrollen die Navigation. Und wichtige Informationen wie Kundenbewertungen fehlen oder werden für Smartphones ungünstig dargestellt. Sieben Anbieter haben hier den Studienautoren zufolge “problematisch abgeschlossen”.

Erhebliche Probleme im Buchungsprozess

Fünf der zwölf untersuchten Reiseportale wiesen außerdem im Buchungsprozess erhebliche Usability-Mängel auf. Fehlende mobile Optimierung der Eingabeelemente, unzureichende bis sogar rudimentäre Behandlung von Eingabefehlern und gegenüber der Desktop-Variante fehlende Zusatzangebote wie Versicherungen und Mietwagen waren einige der häufigsten Probleme. Am besten abgeschnitten hat hier HolidayCheck mit einem größtenteils vorbildlichen Buchungsprozess.

Cross-Device-Nutzung wird noch kaum unterstützt

Die Zahl der Nutzer, die mehrere Endgeräte im Einsatz haben, steigt stetig. Bei alltäglichen Aktionen wie Online Shopping wechseln laut einer Google-Studie 90 Prozent dieser Nutzer ganz selbstverständlich zwischen verschiedenen Geräten wie Smartphone, Desktop-Rechner und Notebook hin und her. Nur fünf von zwölf untersuchten Reiseportalen können dieses Verhalten bisher unterstützen – drei davon nur mit gravierenden Mängeln.

Langsame Performance-Zeiten

Im Branchendurchschnitt wartet ein Smartphone-Nutzer mit einer UMTS-Verbindung 8,8 Sekunden, bis er eines der Reiseportale verwenden kann. Expedia hat die kürzeste Ladezeit mit 4,8 Sekunden, erreicht dies aber mit einem recht kargen Informationsangebot. Eine gute Balance zwischen Informationsangebot und Ladezeit erreicht der Zweitplatzierte Check24.

Das Performance-Schlusslicht Bucher Reisen braucht fast 14 Sekunden Ladezeit, bis die mobile Website geladen ist. Hier liegt großes Optimierungspotential, denn die Kundenzufriedenheit und Buchungsrate sinken ab einer Wartezeit von vier Sekunden erheblich, dies wurde in verschiedenen Studien belegt. Die Lösung von Bucher Reisen ist allerdings grundsätzlich richtig: Das Unternehmen bedient alle Nutzer unabhängig vom Endgerät über eine URL.

Dieser sogenannte “One Web”-Ansatz bietet sowohl technisch als auch im Marketing Vorteile und wird sicher weitere Verbreitung finden. Eine Geräteerkennung und eine anschließende optimierte Auslieferung der Inhalte für verschiedene Endgeräte ist dabei natürlich Voraussetzung.

Die passende mobile Strategie

Sascha Langfus, Leiter der Sevenval Consulting, vermisst ein gezieltes Vorgehen, um die Chancen des wachsenden M-Commerce-Marktes zu nutzen: “Wir konnten bei keinem der Anbieter eine mobile Strategie erkennen, die mehr zum Ziel hat, als die Funktionen von Webseiten mehr schlecht als recht für mobile Geräte aufzubereiten. Die Unternehmen versäumen dabei die Chance sich von der Buchung über den Service am Reiseziel bis zum Rückflug als Reisebegleiter auf dem Smartphone anzubieten. Wir sehen hier großes Potential zur Kundenbindung, um sich aus dem homogenen Reiseangebot hervorzuheben.”

Auf Anbieterseite tut sich allerdings einiges im Online-Reisemarkt: Während Unister seine Reiseportale im August 2014 in die Betriebsgesellschaft Unister Travel überführte, hat Expedia im Februar 2015 den US-Konkurrenten Orbitz Worldwide gekauft – für einen Milliarden-Betrag.

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Community Life bietet Versicherungen im Web

24.02.2015, 9:37

Neues Start-up

Mit Community Life geht heute ein neues Internet-Portal an den Start. Das Ziel des Start-ups: Die Versicherungsbranche online-tauglich machen.

Community Life bietet Versicherungen im Web

(Quelle: Community Life)

Verträge ohne Juristen-Kauderwelsch, faire Bedingungen und eine transparente Vertragsverwaltung: Das verspricht zumindest das neue Internet-Portal Community Life. Das Start-up geht heute mit seiner Plattform online. Es bietet Versicherungen für “alle, die ihre Absicherung selbst in die Hand nehmen wollen”. Dazu agiert die Plattform als Versicherungsvermittler unter Führung von Claudia Lang und Stefan Keck und entwickelt Absicherungslösungen und Services für Kunden. Community Life bietet Kunden damit Produkte von mehreren Versicherern an. “Jeder Versicherer, der unsere Standards für Transparenz und Fairness erfüllen möchte, ist ein potenzieller Partner”, erklärt Keck.

Kernstück ist eine Online-Community, in der Verbraucher sich über Lebensversicherungen informieren und gegenseitig austauschen können. Das Start-up bietet die Möglichkeit, Versicherungslösungen direkt abzuschließen und eigenständig zu verwalten. Alle Unterlagen stehen nach eigenen Angaben rund um die Uhr digital zur Verfügung. Wer will, kann sich zudem telefonisch, per Live-Chat oder E-Mail beraten lassen. “Unser Ziel ist, dass jeder Interessierte alle nötigen Informationen leicht findet, sofort versteht und einen Vertrag leicht abschließen kann”, so Keck.

Bei den von Community Life angebotenen Produkten steht die regelmäßige Rate von Beginn an fest. Das Start-up selbst finanziert sich aus einem Teil der laufenden Versicherungsbeiträge und einer Beteiligung an den Risikogewinnen. “Unser Ansporn ist es, die Versicherungsnehmer über transparente Produkte und einen Rundum-Service langfristig zu halten. Wir verdienen nur dann Geld, wenn unsere Kunden auf Dauer zufrieden mit uns sind”, sagt Keck.

Konsumenten nutzen insbesondere Twitter und Online-Foren, um ihre Meinung zum Kundenservice verschiedener Marken kundzutun. Welchen Kanal sie dafür nutzen, hängt indes stark von der Branche ab.

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Beliebte Zahlungsmittel im Ausland

24.02.2015, 8:17

Payment

Wer im Ausland Geld verdienen möchte, muss seinen Shop den örtlich bevorzugten Zahlungsmitteln anpassen. Ein Blick auf die Vorlieben in Brasilien, Russland und China.

Beliebte Zahlungsmittel im Ausland

(Quelle: shutterstock.com/marrvid)

Was fällt den Deutschen spontan zu Brasilien ein? Zuckerhut und Karneval, Fußball-WM und ein 7:1-Sieg. Doch wer weiß schon, dass Brasilien die ­sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt ist und zu den Top-Ten-Ländern mit dem höchsten ­E-Commerce-Umsatz gehört? Fast 17 Milliarden US-Dollar setzte die Online-Branche 2014 laut eMarketer um, 2018 sollen es gut 27 Milliarden sein. Ein Grund, warum immer mehr Webhändler ihre Fühler nach Brasilien ausstrecken.

Brasilien kauft auf Raten

Doch wer in dem mit gut 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Land des Kontinents erfolgreich sein will, muss sich zwingend mit den beliebtesten Zahlungsmitteln der Brasilianer vertraut machen. Denn der Umgang mit Geld ist in Brasilien ein anderer als hierzulande.

Bedingt durch das niedrigere Einkommensniveau ist der Kauf auf Raten weitverbreitet. “Ratenzahlungen sind als Zahlungsmittel sehr üblich und so gut wie ein Muss”, erklärt Carlos Hix von der E-Commerce-Agentur Netresearch App Factory. Der gebürtige Brasilianer ist zuständig für das Management der Agentur in Brasilien.

Sehr häufig werden die Ratenzahlungen über die Kreditkarte abgewickelt. In aller Regel erhält der Online-Händler ­dabei ­sofort den kompletten Kaufpreis gutgeschrieben, auch wenn der Kunde die ­Waren in sechs, zwölf oder gar 24 Monatsraten bezahlt. “Bei rund 75 Prozent aller Transaktionen, die über Kreditkarte ­als Zahlungsmittel abgewickelt werden, kommt es zu einer Ratenzahlung”, weiß Ralf Gladis, Gründer und Geschäftsführer des Payment Service Providers Computop.

Der Endkunde zahlt in der Regel keine Zinsen dafür, die Banken und Kreditkartenfirmen decken die Kosten dieses Zahlungsmittels über höhere Gebühren, die sie von den Händlern verlangen. So zahlt ein Shop-Betreiber für eine ­normale Kreditkartenzahlung im Schnitt rund fünf Prozent Gebühren, bei einer Ratenzahlung kann ein Aufschlag von weiteren fünf bis zehn Prozent dazukommen – je nach Laufzeit der Tilgung.

Allerdings hat der Händler gute Chancen, diese Kosten auf den Verkaufspreis draufzuschlagen: “Der Durchschnittsbrasilianer interessiert sich nicht so sehr für den Endpreis des Produkts, das er kaufen möchte. Er schaut vielmehr darauf, ob er sich die monatliche Rate leisten kann”, erklärt Gladis.

Kreditkarten gehören also zwingend in das Zahlungsmittel-Portfolio eines brasilianischen Shops. Am weitesten verbreitet sind Visa- und Mastercard, daneben sind lokale Karten im Einsatz. Aber Vorsicht: Viele brasilianische Banken geben Visa- und Mastercard-Karten aus, die nur auf dem heimischen Markt gültig sind.

Wer als Shop-Betreiber ­einen europäischen oder US-amerikanischen Akzeptanzvertrag mit diesen Kreditkartenfirmen hat, kann diesen als Zahlungsmittel nicht über die lokal begrenzten Karten annehmen. Lösen lässt sich das Problem durch eine Zusammenarbeit mit einem Dienst­leister, der entsprechende Akzeptanzverträge anbieten kann.

Ebenfalls weitverbreitet ist die Debitkarte als Zahlungsmittel. Auch diese sollte jeder Shop-Betreiber in seinem Portfolio haben.

Als beliebtestes Zahlungsmittel gilt ­darüber hinaus der Boleto Bancario, den es schon sehr viel länger als den Online-Handel gibt. Dahinter verbirgt sich eine Art Zahlschein, auf dem ein 47 Stellen langer Code aufgedruckt ist. Dieser Nummerncode enthält alle relevanten Bezahldaten wie etwa Wert, Fälligkeits­datum, Bank- und Kontonummer sowie Verwendungszweck.

Das Besondere: Mit dem Boleto Bancario kann bei allen Banken, auch via Online-Banking, in Supermärkten und mittlerweile ­sogar per Smartphone-App bezahlt werden. Für den Händler ist dieses Zahlungsmittel recht günstig: Laut Carlos Hix werden je Transaktion Gebühren von umgerechnet einem Euro fällig – unabhängig von der Kaufsumme.

“Trotz der erheblich niedrigeren Gebühren ist der Boleto Bancario nicht bei allen Händlern beliebt, weil viele Bestellungen letztlich nicht bezahlt werden. Insbesondere bei Impulskäufen nutzt der Kunde oft die Zeit zwischen Bestellung und Bezahlung zum Nachdenken und entscheidet sich dann ­gegen den Kauf”, nennt Hix als Grund. Dennoch darf das Zahlungsmittel in keinem Shop fehlen. Je nach Zielgruppe und Sortiment werden meist zwischen 30 und 50 Prozent der Bestellungen über den Zahlschein beglichen.

Russland liebt Bares als Zahlungsmittel

Ähnlich speziell wie in Brasilien ist der E-Commerce-Markt in Russland. Erste Auffälligkeit: Der Klassiker unter den internationalen Zahlungsmitteln, die Kreditkarte, wird von den Russen sehr viel weniger genutzt. Nur rund 20 bis 30 Prozent der Web-Einkäufe werden damit bezahlt – das gilt vor allem für Waren aus dem Luxussegment. Die “kaufkräftigen Zielgruppen in den großen Städten” setzen sie ein, weiß Gladis. Damit gehören Kreditkarten zwar in das Zahlungsmittel-Portfolio, sie rangieren hier aber am unteren Ende.

Sehr weit verbreitet ist hingegen die Nachnahme. Rund 58 Prozent der Waren werden erst bei Lieferung bezahlt – oftmals bar. Denn viele Russen sind in Sachen E-Commerce noch misstrauisch: Sie nehmen die Ware gern erst in Augenschein, bevor sie sie bezahlen. Die Abwicklung kann ganz unterschiedlich erfolgen. Zum einen kann der Kunde die Ware beim Postboten bezahlen. Da die russische Post aber als langsam und unzuverlässig gilt, setzen immer mehr Händler auf die inzwischen zahlreich im Markt agierenden privaten Anbieter.

Auch diese wickeln in der Regel die Nachnahme als Zahlungsmittel ab. Zum anderen ist es auch üblich, ein Paket in einer Abholstation in Empfang zu nehmen und dort bar zu bezahlen. Statt per Barzahlung begleichen aber immer mehr russische Shopper ihren Einkauf über Zahlungsterminals. Das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel-System heißt Qiwi. “Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Terminals mittlerweile fast an jeder Ecke stehen, selbst in kleinen Dörfern sind sie zu finden”, berichtet Alina Semenyuta, die bei der E-Commerce-Agentur Trust in Time tätig ist.

An diesen Terminals kann der Nutzer sein Qiwi-Konto entweder mittels Bargeld, über sein Bankkonto oder auch über die seit einiger Zeit angeschlossene Visa-Karte aufladen. Beim Online-Kauf oder am Terminal wird die Kaufsumme dann vom Qiwi-Konto abgebucht. Mittlerweile werden gut zehn Prozent der Online-Bestellungen über Terminals bezahlt.

Sehr beliebt als Zahlungsmittel sind bei den russischen ­Online-Shoppern E-Wallets. Rund die Hälfte der Web-Einkäufe wird darüber beglichen. Die meisten Nutzer setzen Yandex Money oder Web Money ein. Erstere ist die Wallet des russischen Suchmaschinenriesen Yandex mit über zehn Millionen registrierten Nutzern.
Web Money hingegen wurde 1998 ­gegründet und ist in etlichen Ländern der Welt tätig. Im April 2014 verzeichnete das Unternehmen weltweit 25 Millionen Nutzer. Gemeinsam halten die beiden Anbieter 90 Prozent Marktanteil bei E-Wallets in Russland.

“Die Nutzung von Online-Zahlungsmitteln entwickelt sich in Russland derzeit ziemlich schnell. Vor allem jüngere Leute sind den Systemen gegenüber sehr aufgeschlossen”, so Semenyuta. Beide Wallets sollte ein Shop-Betreiber in seinem russischen Shop anbieten. Paypal hingegen spielt auch in Russland noch keine große Rolle, weil das Unternehmen erst 2013 eine Erlaubnis für den russischen Markt bekam.

Beliebtestes Zahlungsmittel in China: Alipay

Auch in China stehen E-Wallets sehr hoch im Kurs. Der reife E-Commerce-Markt – er stand laut eMarketer 2014 mit einem Online-Handelsumsatz von rund 426 Milliarden US-Dollar vor den USA an der Weltspitze – hat jedoch ebenfalls seine ­eigenen Systeme ausgebildet.

Marktführer bei den Wallets ist Alipay, das Zahlungsmittel des chinesischen E-Commerce-Giganten Alibaba. Es verdankt seine große Reichweite von rund 800 Millionen registrierten Nutzern der großen Beliebtheit der Alibaba-Marktplätze Taobao, TMall und Ali­express: Alipay gehört hier naturgemäß zum Standard.

“Alipay ist ein Muss für ­jedes Online-Geschäft in und mit China”, lautet denn auch die Empfehlung von Jost Wübbeke vom Mercator Institute for China Studies, “deutschen Unternehmen kommt dabei zugute, dass Alipay zunehmend international expandiert.” Generell ist zwischen der lokalen und der internationalen Variante von Alipay zu unterscheiden, betont Ralf Gladis: Bei der internationalen Version kann der Händler die Zahlungen in Dollar, britischem Pfund oder Euro abschließen, muss dafür aber Transaktionsgebühren für dieses Zahlungsmittel von rund drei Prozent in Kauf nehmen.

Entscheidet er sich für die lokale Variante, muss er seine Einnahmen selbst umtauschen, zahlt aber auch nur ein bis 1,5 Prozent Gebühren. Für die lokale Variante benötigt der Händler ­allerdings ein Konto in China – und dafür in aller Regel einen Partner vor Ort. Doch auch der Riese hat Wettbewerber:

“Mittlerweile trumpft der Alibaba-Konkurrent Tencent mit seinem Zahlungsmittel-System Tenpay auf”, weiß Wübbeke. Tenpay verfügt immerhin bereits über einen Marktanteil von 20 Prozent. Tencent ist nach eigenen Angaben nach Google, Amazon, Alibaba und Ebay der fünftgrößte Internet-Konzern der Welt.

Bekannt ist das Unternehmen unter anderem auch für seine Instant Messaging Services “QQ” und “WeChat”, über die sich auch mobile Zahlungen abwickeln lassen. Neben diesen beiden digitalen Geldbörsen ist in China das ­Online-Überweisen sehr beliebt. “Nahezu jeder in China betreibt Online-Banking, selbst auf dem Land”, ­erklärt Gladis. Rund 13 Prozent der Chinesen nutzen dies als Zahlungsmittel bei Online-Einkäufen. Apple beispielsweise verzichte in China auf die Alipay-Wallet und setze stattdessen auf Online-Überweisungen, so ­Gladis.

Diese Zahlungen müssen über die jeweilige Hausbank abgewickelt werden, deswegen sind prinzipiell Verträge mit den mehr als 100 größten Banken Chinas ­nötig – eine zentrale Vermittlungsstelle gibt es nicht. Doch auch hier spielt Alipay eine Rolle: Das Unternehmen ist weit mehr als nur ein Wallet-Betreiber, es ist vielmehr als umfassender Finanzdienstleister zu verstehen. So verfügt Alipay über Verträge mit ­allen wichtigen Geldinstituten des Landes und bietet seinerseits Online-Überweisungen als Zahlungsmittel an.

Kreditkarten sind in China im E-Commerce bislang wenig verbreitet, denn traditionell ist der Kauf auf Pump eher verpönt. Dennoch besitzt mittlerweile die Mehrheit der Chinesen eine Kreditkarte, meist eine chinesische Unionpay-Karte. Sie kommt im E-Commerce auf einen Marktanteil von rund zehn Prozent. Neben Alipay und Online-Überweisung sollte daher auch sie im Zahlungsmittel-Portfolio vertreten sein.

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SternenGalerie: Feuerwerk per Mausklick

20.02.2015, 14:37

Webshop für Pyrotechnik

Die Feuerwerksbranche ins digitale Zeitalter führen: Diesen Ansatz verfolgt SternenGalerie. Mit Erfolg: Allein im Januar war das Auftragsvolumen des Webshops bereits so hoch wie im gesamten Jahr 2014.

SternenGalerie: Feuerwerk per Mausklick

(Quelle: Sternengalerie)

Firmenfeier, Abiball, Hochzeit, Geburtstag: Genügend Anlässe für Feuerwerke gibt es auch abseits von Silvester. Mit dem Ansatz, die bisherige “intransparente und verstaubte” Branche der Pyrotechnik ins Netz zu bringen, gründeten Simon Hahnkamm, Clemens Kemper und Robert Wittke 2013 die SternenGalerie. Seit Februar 2015 gibt es nun auch einen dazugehörigen Online-Shop, um die Pläne zu verwirklichen.

Kunden können dort für private oder Firmen-Anlässe ein individuelles Feuerwerk zusammenstellen und ordern. “Der Bestellprozess soll so einfach sein wie die Bestellung für eine Pizza”, so die SternenGalerie. Private Feuerwerke auf Hochzeiten oder Geburtstagen kosten in der Regel zwischen 1.000 Euro und 2.500 Euro.

Für Kunden mit besonders exklusiven Ansprüchen gibt es eine “Premium-Linie”, hier entscheidet allein das zur Verfügung stehende Budget. Jedes einzelne Feuerwerk ist eine Maßanfertigung. Bisherige Partner und Auftraggeber sind unter anderem Galeria Kaufhof, Steigenberger Hotel und Flensburger Pilsner, das für eine Jubiläumsaktion auf 25 Feuerwerke setzte, um neue Kunden zu gewinnen.

Monatsumsatz für ein Jahr

Dass das bei den Kunden ankommt, belegen die Zahlen: Der Brutto-Umsatz 2013 betrug etwa 35.000 Euro, insgesamt gab es 36 Aufträge für einen durchschnittlichen Auftragswert von 944 Euro. Ein Jahr später lag der Brutto-Umsatz bereits bei etwa 167.000 Euro, die Anzahl der Aufträge lag bei über 100. Der durchschnittliche Auftragswert in 2014 war 1.641 Euro.

Im vergangenen Jahr wurde zudem das Berliner Pyrotechnikunternehmen X-Plosive Art übernommen. Und das Geschäft hat die nächste Stufe gezündet: Das aus dem Vorjahr bestätigte Auftragsvolumen von 167.379 Euro brutto wurde 2015 bereits am 28. Januar erreicht. Somit konnten im Januar 2015 bereits 103 Prozent des Vorjahresergebnisses als gebucht verzeichnet werden. Für das laufende Gesamtjahr erwarten die Verantwortlichen einen Brutto-Umsatz zwischen 475.000 Euro und 715.000 Euro.

Ein wichtiger Termin für die E-Commerce-Branche ist die Neocom. Der bevh, dem es nicht gelang, erfolgreich eine Konkurrenzveranstaltung dazu zu platzieren, unterstützt die E-Commerce-Messe jetzt wieder.

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