Das rasante E-Commerce-Wachstum ist vorbei

21.10.2014, 13:17

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz der Top-1000-Webshops in Deutschland im Jahr 2013 nur um 4,1 Prozent. Im Jahr zuvor lag die Steigerungsrate noch bei 16,1 Prozent.

(Quelle: Shutterstock.com/Rrraum )

Der Online-Handel hierzulande wird offenbar erwachsen – und hat die Jahre der enormen Wachstumsschübe fürs Erste hinter sich gelassen. Nach der zweistelligen Umsatzsteigerung um 16,1 Prozent im Jahr 2012, konnten die Top-1000-Webshops in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch um 4,1 Prozent zulegen im Vergleich zum Vorjahr. Das ergab die Studie “E-Commerce-Markt Deutschland 2014″, die das EHI Retail Institut gemeinsam mit Statista erhoben hat.

Doch auch wenn die Zuwachsraten bei den Top-1000-Webshops 2013 im Vergleich zum Vorjahr nur noch ein Viertel betragen, in Panik sollte die Branche nicht verfallen: “Trotz des deutlich verlangsamten Wachstums des E-Commerce ist dessen Boom noch nicht vorbei”, sagt Lars Hofacker, Leiter Forschungsbereich E-Commerce beim EHI. “Es beschreibt lediglich die Symptome eines mit den Jahren erwachsen werdenden Marktes.”

Konzentration und Segmentbildung


Die umsatzstärksten Webshops Deutschlands

(Quelle: EHI/Statista)

Dabei hat die Konzentration der Branche weiterhin zugenommen: Mehr als ein Drittel (37,1 Prozent) des Gesamtumsatzes erwirtschaften inzwischen die zehn umsatzstärksten Unternehmen, im Jahr 2012 lag der Anteil der Top Ten noch bei 32,3 Prozent. An der Spitze des Rankings mit den umsatzstärksten Webshops in Deutschland steht amazon.de, gefolgt von otto.de und zalando.de, das erstmals auf Platz drei steht (siehe Grafik).

Die Generalisten wie der führende Anbieter Amazon generieren beinahe 40 Prozent und damit den größten Anteil am E-Commerce-Markt. An zweiter Stelle folgt das Segment “Bekleidung, Textilien, Schuhe”, das 18,6 Prozent erwirtschaftet, mit “Computer, Unterhaltungselektronik, Handys, Zubehör”, werden 12,8 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt. Alle anderen Segmente liegen mit ihren Marktanteilen unter vier Prozent.

Shopping everywhere

Bemerkenswert ist darüber hinaus die Wachstumsraten bei Verkäufen über Smartphones und Tablets: Bei mobilen Webseiten mit Shop-Funktion liegt die Wachstumsrate bei 95,9 Prozent. Der Anteil der Einkäufe, die Konsumenten über solche Seiten tätigen, stieg von 19,6 Prozent im Jahr 2012 auf 38,4 Prozent im vergangenen Jahr. Dem Trend “Alles wird mobil” folgen demnach auch viele Webshops, die zudem immer mehr Apps mit Shop-Funktion anbieten, wobei die Anteile von Android- (15,9 Prozent) und iPhone-Apps (16,7 Prozent) sich nahezu die Waage halten.

Als Verkaufsförderer nicht mehr weg zu denken, ist den Studienautoren zufolge Facebook. Das Social Network wird von 88,9 Prozent der Webshop-Anbieter genutzt, die meisten davon freuen sich laut EHI und Statista über 10.000 bis 50.000 Likes.

Die erfolgreichsten Marktplätze


Die stärksten Online-Marktplätze in Deutschland

(Quelle: EHI/Statista)

Neben den umsatzstärksten Webshops in Deutschland untersuchten EHI und Statista in diesem Jahr zum ersten Mal auch die größten Online-Marktplätze hierzulande. Die Nase vorn hatte hier 2013 – mit großem Abstand – eBay.de, dessen Umsatz im vergangenen Jahr bei 1,4 Milliarden Euro lag. Auf Rang zwei mit rund einer Milliarde Euro Umsatz folgt amazon.de – mit enormem Vorsprung auf hood.de, das auf lediglich 41 Millionen Euro kam (siehe Grafik). Die weiteren Plätze belegen rakuten.de (16,5 Millionen Euro) und de.dawanda.com (7,7 Millionen Euro).

Die Angaben der Erhebung “E-Commerce-Markt Deutschland 2014” beruhen auf einer Händler-Befragung des EHI sowie Hochrechnungen von Statista auf Basis einer Regressionsanalyse und Firmenangaben.

Die Entwicklung der M-Commerce-Umsätze in Deutschland hat vor Kurzem das “Zanox Mobile Performance Barometer” untersucht. Ein Ergebnis: Besitzer von Apple-Geräten sind besonders spendabel beim Einkauf per Smartphone und Tablet.

Und welche Shops in einzelnen Kategorien die besten Karten bei den Konsumenten haben, analysiert der “ServiceAtlas Online-Shops 2014″. Demnach haben qvc.de, zooplus.de und reifendirekt.de die zufriedensten Kunden.

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eBay führt Click & Collect in Deutschland ein

21.10.2014, 8:05

eBay bietet seinen Händlern an, statt Versand auch Abholung in einer Filiale als Option anzugeben. Zudem startet der Marktplatz ein Pilotprojekt mit taggleicher Lieferung in Berlin.

(Quelle: Shutterstock.com/elwynn)

Mit seinem neuen Click-und-Collect-Service bietet eBay stationären Händlern eine zusätzliche Möglichkeit, das Sortiment ihrer lokalen Filialen online verfügbar zu machen. Kunden kaufen Artikel bei eBay.de, die mit dem entsprechenden Symbol gekennzeichnet sind, und wählen im Rahmen des Kaufprozesses statt der Versandart eine Filiale zur Abholung aus.

Sobald der Artikel bereit ist, erhalten die Käufer eine E-Mail oder SMS und können die Ware dann im Ladengeschäft abholen. Zu den ersten Partnern des neuen Services, der ab heute verfügbar ist, gehören Butlers, Gravis, Porta, Möbel Boss, Atelco und Motoo.

Für alle, die Artikel nicht nur geliefert haben möchten, sondern das auch noch am selben Tag, testet eBay mit DHL Paket in Berlin “Same Day Delivery“. Das Pilotprojekt wird von Anfang November bis mindestens Ende 2014 laufen – allerdings nur mit fünf bis zehn Händlern, darunter Fashion For Home und MAPCO. Auf einer speziellen Seite werden jene Artikel, die am gleichen Tag geliefert werden können aufgeführt. Wer bis 14 Uhr bestellt, erhält die Ware zwischen 20 und 22 Uhr.


Kauf auf Rechnung

(Quelle: ebay.de)

eBay erweitert seine Zahlungsoptionen außerdem um den Kauf auf Rechnung. Wählt der Kunde diese Option aus, bezahlt Paypal den Verkäufer direkt und dieser verschickt die Produkte mit der Rechnung. Der Käufer hat dann 14 Tage Zeit, den Betrag an Paypal zu überweisen. Seit August 2014 führt eBay in Deutschland schrittweise den Warenkorb ein, der es Käufern ermöglicht, gleichzeitig Artikel von einem oder mehreren Verkäufern zu kaufen und zu bezahlen.

Mit der Markenkampagne “Shop the World” will der Marktplatz vor dem Weihnachtsgeschäft in den Köpfen der Verbraucher präsent sein. Ab heute ist die Werbung auch in Deutschland zu sehen. Sie zeigt, wie Momente der Inspiration unmittelbar in Kauferlebnisse umgesetzt werden.

Im vergangenen Quartal bewegte eBay ein Handelsvolumen von 63 Milliarden US-Dollar, dies sind 27 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, der Umsatz aus dem Marktplatzgeschäft lag mit 2,2 Milliarden US-Dollar sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt steigerte der Konzern seinen Umsatz um zwölf Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn lag mit 848 Millionen (plus ein Prozent) nur knapp über dem Wert des Vorjahresquartals. An dem Plus hatte Paypal großen Anteil: Der Umsatz des Bezahldienstes, der im kommenden Jahr abgespaltet wird, betrug zwei Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 20 Prozent im Jahresvergleich.

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Zalando setzt auf Fotosuche

20.10.2014, 12:56

Nach erfolgreicher Testphase will Zalando seine Fotosuche ausbauen. Mit dieser können Kunden ein Kleidungsstück per Handy ablichten und bekommen anschließend passende Kaufvorschläge angezeigt.

(Quelle: Shutterstock.com/Linda Moon)

Zalando setzt auf den Will-ich-auch-haben-Effekt: Jemand sieht an einem anderen Menschen ein schickes Kleidungsstück, fotografiert es ab und bekommt daraufhin ähnliche Produkte angezeigt, die er sofort kaufen kann. Auf diesem Prinzip basiert die Shopping-App, die der Online-Händler im Sommer testweise gestartet hat. Nach erfolgreicher Testphase wolle Zalando diesen Service nun ausbauen, schreibt die Wirtschaftswoche.

Denn inzwischen würden Kunden auf der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück täglich mehrere hundert Fotos hochladen. Die Testphase für die iOS App hat Zalando zufolge bereits mehrere tausend Suchläufe in den ersten Tagen verzeichnet. Jetzt können auch Android-Nutzer auf Kleidungssuche gehen. Außerdem wolle das Unternehmen den Erkennungsservice auch international einführen, entsprechende Tests sollen noch in diesem Monat starten. Die Software dafür stammt derzeit noch von dem Londoner Start-up Cortexica, Zalando prüfe aber die Entwicklung einer eigenen Software.

Mit 24,10 Euro ist die Zalando-Aktie am 01. Oktober 2014 zwölf Prozent über dem Ausgabepreis gestartet. Zur Erstemission lieferte der Modehändler an der Börse eine große Schau.

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Im Web wird am liebsten geshoppt

16.10.2014, 13:26

Das Internet ist bei den Online-Usern in Deutschland, Österreich und der Schweiz das meistgenutzte Medium – noch vor dem TV. Beliebteste Aktivität ist das Einkaufen.

(Quelle: Shutterstock.com/Bacho)

Das Internet hat in Deutschland, Österreich und der Schweiz klar die Nase vorn: Sowohl bei der Mediennutzung als auch bei der Nutzungsdauer liegt es in diesen Ländern auf Platz eins. In Deutschland und Österreich sind 92 Prozent der Befragten täglich per PC oder Laptop im Netz unterwegs, in der Schweiz sind es 88 Prozent. Auf Platz zwei folgt das Fernsehen, das 72 Prozent der Deutschen, 63 Prozent der Österreicher und 61 Prozent der Schweizer jeden Tag konsumieren. Auf Platz drei rangiert in Deutschland und Österreich das Radio und in der Schweiz das Smartphone. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Mediennutzungsstudie in der DACH-Region des Bundesverband Digitale Wirtschaft und des Internet Advertising Bureau (IAB) Österreich und IAB Schweiz.

Auch bei der wöchentäglichen Nutzungsdauer hat das stationäre Internet die Nase vorn: in allen drei Ländern sitzen die Online-Nutzer am längsten vor dem PC oder Laptop (Deutschland: 195 Minuten, Österreich: 200 Minuten, Schweiz: 179 Minuten). Auf Platz zwei folgt in Deutschland das Fernsehen (163 Minuten), auf Platz drei das Radio (130 Minuten). Zeitschriften (34 Minuten) und Zeitungen (30 Minuten) liegen bei der Nutzungsdauer noch unter Smartphones (95 Minuten), Tablets (93 Minuten) und Smart-TVs (70 Minuten).

40 Millionen haben online eingekauft

Beliebteste Aktivität im Web ist in Deutschland (83 Prozent) und Österreich (75 Prozent) das Online-Shopping. 40 Millionen der 58 Millionen Onliner zwischen 16 und 69 Jahren haben im vergangenen Monat per Laptop oder PC eingekauft, 13 Millionen per Smartphone oder Tablet. Ein Drittel der Onliner in der DACH-Region hat im Schnitt mindestens 151 Euro im vergangenen Monat für Einkäufe ausgegeben. 17 Prozent der deutschen Onliner haben im vergangenen Monat mehr als sechs Online-Käufe getätigt (Österreich und Schweiz: zehn Prozent). Mobil sind sechs Prozent der Deutschen und Schweizer und fünf Prozent der Österreicher mehr als sechs Mal auf Einkaufstour gegangen.

Weitere wichtige Tätigkeiten sind das Verfolgen des aktuellen Tagesgeschehens (Deutschland und Schweiz: 74 Prozent; Österreich: 73 Prozent) und die Kommunikation mit Freunden und Bekannten (Deutschland: 71 Prozent; Österreich: 73 Prozent; Schweiz: 75 Prozent).

Die Münchner Forschungsagentur d.core hat im Auftrag des BVDW, IAB Österreich und IAB Schweiz repräsentativ insgesamt 3.120 Internetnutzer zwischen 16 und 69 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen eines Online-Panels befragt. Zeitraum der Befragung war vom 21. Mai bis 04. Juni 201.

Auch im Urlaub will die Mehrheit der Deutschen nicht auf Internet-Nutzung verzichten und nimmt vor allem mobile Geräte mit – unter anderem, um damit auf Einkaufstour zu gehen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie ” Urlaub 2014 – Reisen im Multiscreen-Zeitalter”, die das Online-Marktforschungsinstitut Fittkau & Maaß Consulting im Auftrag der Internet World Messe

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Rückzug aus französischem Reisemarkt

16.10.2014, 8:23

Verkaufsgespräche mit möglichen Investoren sind gescheitert – jetzt beendet Tomorrow Focus die Finanzierung von Ecotour.com und zieht sich damit aus dem französischen Reisemarkt zurück.

(Quelle: Fotolia.com/Sashkin)

Der Internetkonzern Tomorrow Focus stellt die Finanzierung an dem französischen Online-Reiseportal Ecotours.com ein, an dem das Unternehmen über seine Tochtergesellschaft TF Digital mit 55 Prozent beteiligt ist. Der Schritt erfolgt, nachdem Verkaufsgespräche mit potenziellen Investoren vorerst gescheitert sind und die Minderheitsgesellschafter RPC Voyages SAS kein weiteres Geld in das Portal stecken wollen.

Der Vorstand von Tomorrow Focus rechnet zudem mittelfristig mit keiner Verbesserung der Geschäftsentwicklung der Betreiberin RPC Voyages SAS. Ein französisches Gericht hat daraufhin ein Gläubigerschutzverfahren eingesetzt. Die Vermögens- und Geschäftswerte in Höhe von 13,2 Millionen Euro sollen per 30. September vollständig abgeschrieben werden. Tomorrow Focus rechnet nun mit einer Ergebnisbelastung von insgesamt bis zu zehn Millionen Euro im Geschäftsjahr 2014.

Dank eines guten zweiten Quartals konnte Tomorrow Focus in den ersten sechs Monaten des Jahres 2014 sowohl beim Umsatz als auch beim Konzernergebnis zulegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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orderbird erhält zehn Millionen US-Dollar

14.10.2014, 11:35

Über ihr Gemeinschaftsunternehmen ConCardis investieren die deutschen Banken und Sparkassen in orderbird. Mit dem Kapital will das Start-up seine Marktposition bei mobilen Kassensystemen ausbauen.

(Quelle: orderbird )

Rund zehn Millionen US-Dollar – den höchsten Betrag, den ConCardis bislang jemals investiert hat – erhält das Berliner Start-up orderbird vom Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen sowie weiteren Investoren. Mit dem Kapital, das der Anbieter für bargeldlosen Zahlungsverkehr dem jungen Unternehmen überweist, will der Betreiber eines mobilen Kassensystems vor allem seine Marktposition ausbauen.

Vom strategischen Hauptinvestor ConCardis, neben dem sich auch private Geldgeber aus den USA und Luxemburg sowie Altinvestoren an der Finanzierungsrunde beteiligen, kommen indes nicht nur rund sechs Millionen Euro an frischem Kapital: Das Unternehmen, das im Juli 2014 mit ConCardis OptiPay eine eigene Mobile-Payment-Lösung vorgestellt hat, will in Zukunft gemeinsam mit orderbird an der Produktentwicklung arbeiten. Mit der strategischen und operativen Partnerschaft wollen die Beiden ihre Marktposition bei mobilen POS-Lösungen ausbauen.

Während ConCardis europaweit mehr als 400.000 Akzeptanzstellen betreut, ist orderbird in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Großbritannien und Irland in der Gastronomiebranche mit seinem System vertreten. Das Start-up konnte seine Kundenzahl seit Jahresbeginn verdoppeln, für 2014 erwartet der Anbieter ein Transaktionsvolumen von rund einer halben Milliarde Euro, das über die orderbird-Plattform abgewickelt wird.

Das Berliner Start-up, das mit 60 Mitarbeitern rund 2.700 Kunden – Restaurants, Cafés, Bars, Biergärten, Eisdielen und Clubs – seines iPad-Kassensystems betreut, arbeitet seit November 2013 auch mit Paypal zusammen. Im Rahmen eines Pilotprojekts integriert die Payment-Tochter, die 2015 vom eBay-Konzern abgespalten werden soll, eine mobile Bezahllösung in Gastronomiebetrieben rund um den Rosenthaler Platz in Berlin.

Im Mai 2014 hatte sich iZettle, ein weiterer Mobile-Payment-Anbieter, in einer Finanzierungsrunde 40 Millionen Euro gesichert. Daneben bieten eine Reihe von Dienstleistern wie Wirecard, SumUp, Payleven, Streetpay Lösungen fürs mobile Bezahlen an. Wie attraktiv der Markt ist, zeigt unter anderem das Engagement eines großen Internetkonzerns: Zuletzt hatte Amazon ein Kartenlesegerät für Smartphones namens Local Register gelauncht.

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Rocket Internet liefert aus dem Supermarkt

14.10.2014, 8:15

Mit dem neuen Lebensmittel-Lieferservice Shopwings eifert Rocket Internet dem US-Vorbild Instacart nach. Doch noch hapert es an Unterstützung durch die Supermärkte vor Ort.

(Quelle: Shopwings.de)

Oliver Samwer will nicht nur spielen: “Wir glauben ganz fest an Supermärkte, wir glauben ganz fest an Lebensmittel, vor allem in Bereichen, die der E-Commerce bislang noch nicht erschlossen hat”, untermauerte der Rocket-Internet-Gründer jüngst im Rahmen einer Rede an der WHU.

Derartige Bereiche spürt die Start-up-Schmiede gezielt auf. Seit Dezember 2011 experimentiert das Unternehmen mit dem Koch-Abo-Lieferservice Hellofresh, der eigenen Angaben zufolge bereits 81.000 Abonnenten regelmäßig Kochrezepte samt Zutaten frei Haus liefert und einen Börsengang in Australien plant. Im September ging in Berlin mit “Eat First” ein Lieferdienst für gesunde Mittagsgerichte an den Start. Jüngstes Baby im Beteiligungsportfolio ist nun Shopwings, der heute offiziell in München an den Start geht.

Shopwings ist, wie man es aus dem Samwer-Reich kennt, ein Klon des US-Vorbilds Instacart, das im Juni 2014 erst mit Andreessen Horowitz eine Finanzierungsrunde über 44 Millionen US-Dollar abschloss. Das Unternehmen will Kunden Lebensmittel aus ihren benachbarten Supermärkten zwischen 9.00 und 21.00 Uhr innerhalb von zwei Stunden durch Profieinkäufer nach Hause bringen lassen. Im Münchner Testraum finden sich mit Edeka, V-Markt und Lidl drei Supermärkte im Online-Sortiment des Start-ups.

Allerdings: Kooperationen mit diesen Supermärkten gibt es nicht. “Derzeit existieren noch keine offiziellen Partnerschaften, aus diesem Grund mussten wir die Produkte aus den Supermärkten einzeln kaufen, abfotografieren und auf unserer Seite anbieten”, erklärt eine Rocket-Sprecherin auf Anfrage von INTERNET WORLD Business. Dauerhaft kann das natürlich keine Lösung sein. “Wir wollen ganz klar Partner des Einzelhandels sein, keine Konkurrenz. Es laufen derzeit Verhandlungen mit dem Ziel, offizielle Partnerschaften herzustellen”, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Um den persönlichen Shopper zu refinanzieren, setzt Shopwings auf eine Mischkalkulation aus Liefergebühr (4,90 Euro) sowie Aufschläge auf die Produktpreise. Man sei sich bewusst, dass die Kunden in Deutschland bei Preisen für Lebensmittel sensibel seien. Daher versuche man natürlich, sie so nah an den Supermarktpreisen zu belassen, wie möglich, so die Sprecherin.

Wie Shopwings funktioniert

Die Einkäufer rekrutiert Shopwings auf Freiberuflerbasis. Sie geben vorab ihre verfügbare Zeit und das verfügbare Postleitzahlengebiet an und erhalten ihre Aufträge denn per App vermittelt. Die Bezahlung richtet sich nach der Größe des Einkaufskorbes. Bis zu 20 Euro pro Stunde sind möglich. Finden die Einkäufer ein Produkt auf dem Einkaufszettel ihrer Auftraggeber nicht, rufen sie diesen an, um sich auf einen Ersatz zu einigen.

In naher Zukunft will Shopwings in andere Großstädte im In- und Ausland expandieren. Dabei dient das Abfragefeld der Postleitzahlen als Indikator dafür, in welchen Regionen für einen solchen Service das größte Interesse besteht. Kunden sollen in der Anfangszeit vor allem über PR-Maßnahmen und Online-Kampagnen, unter anderem in Facebook, generiert werden.

Laut “Consumer Barometer” von IFH Köln und KMPG liebäugeln drei von vier Konsumenten inzwischen mit dem Online-Lebensmittelkauf. Vorbild Instacart ist inzwischen in zehn US-Städten präsent und will bis Ende des Jahres in 17 Städten aktiv sein. Von Anfang Oktober 2013 bis zur Finanzierungsrunde im Juni hat sich der Umsatz fast verfünfzehnfacht. Laut Mitgründer und CEO Apoorva Mehta war das Wachstum in jeder neu erschlossenen Stadt noch schneller als in der Stadt davor.

Bei Rocket Internet tut sich auch jenseits des Börsengangs viel: Das Vermittlungsportal für Putzkräfte Helpling hat heute seine Expansion nach Brasilien, Italien und Spanien bekannt gegeben. Und Westwing startet diese Tage seine neue TV-Kampagne in Deutschland zum Thema “Inspiration”.

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Mit Swipy.de spielerisch nach Mode suchen

13.10.2014, 8:10

Der Name ist Programm: Durch “Swipen” (englisch für Wischen) können User mit der neuen App des Start-ups Swipy mit ihrem Mobilgerät nach Mode suchen – und diese “liken”, vormerken und kaufen.

(Quelle: Swipy.de)

Die Idee gibt es schon etwas länger, das verhehlen die Gründer gar nicht erst: Das Start-up Swipe.de will nach eigener Aussage das “Tinder der Mode” werden. Denn anders als bei der mobilen Dating-App dreht sich bei dem neuen Feature nicht alles um Menschen, sondern um Mode. Mit Swipy können Nutzer – der Name lässt es schon erahnen – durch “Swipen” sprich eine Wischbewegung auf ihrem Smartphone- oder Tablet-Bildschirm spielerisch nach Mode stöbern.

Tinder dagegen präsentiert dem User jeweils die Profilfotos, den Vornamen und das Alter einer anderen Person, die zuletzt in einem vorher vom Benutzer spezifizierten Umkreis eingeloggt war. Anhand dieser wenigen Informationen – in der Regel nur nach einem Blick auf das erste Foto – entscheidet der Benutzer, ob ihn eine Konversation mit dieser Person interessieren würde.

Mit ihrer Swipe-App, mit der Interessierte angezeigte Artikel auch vormerken oder verwerfen sowie kaufen können, wollen die Jungunternehmer dem mühseligen Suchen in unzähligen Webshops ein Ende bereiten. Über einen Filter lassen sich alle Produkte nach Geschlecht, Preisspannen, Kategorien sowie Shops filtern. Außerdem werden vorgemerkte Produkte in einer personalisierten “Wischlist” gespeichert.

Nur die wichtigsten Informationen

Bei der Entwicklung haben die drei Gründer Benjamin Bilski, Alexander Braune und Björn Scheurich nach eigener Auskunft vor allem Wert auf eine minimalistische Benutzeroberfläche gelegt, erklärt Bilski: “Anders als bei vielen Portalen, bei denen die Seite häufig nicht mobil-optimiert ist und das Produkt zwischen blinkenden Werbeelementen untergeht, fokussieren wir ausschließlich das Produkt und die wichtigsten Grundinformationen.”

Das Geschäftsmodell basiert komplett auf Affiliate-Provisionen. Swipy.de selbst verkauft keine Mode. Für die Zukunft stehen indes zusätzliche Funktionen wie eine Filterung nach Größen und Farben sowie eine Schlagwortsuche auf der Agenda.

Im September 2014 hat der Anbieter Fashionfreax eine mobile Mode-Suchmaschine gelauncht. Mit der App können User den Ausschnitt eines Bildes, der ein bestimmtes Detail zeigt, markieren – und anschließend nach Kleidungsstücken mit diesem Detail fahnden.

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Marken ignorieren Bundeskartellamtsbeschluss

10.10.2014, 12:37

Trotz eines anderslautenden Bescheids des Bundeskartellamts, der als Präzedenzentscheidung angesehen wird, halten Markenhersteller an Vertriebsbeschränkungen für den Online-Handel fest.

Eigentlich ist die Aussage des Bundeskartellamts (BKartA) klar: Die Behörde hatte unter anderem Adidas und Asics für “schwerwiegende Wettbewerbsbeschränkungen” kritisiert, nachdem die Markenhersteller Online-Händlern den Vertrieb ihrer Sportartikel über Marktplätze wie eBay oder Amazon untersagt hatten. Doch der Bescheid des Kartellamts, der als Präzedenzentscheidung angesehen wird, zeigt offenbar keine Wirkung bei den Unternehmen: Laut einer Umfrage des Bundesverbands Onlinehandel (BVOH) gaben 64 Prozent der befragten Internethändler an, es sei kein Unterschied im Herstellerverhalten zu erkennen.

Jedenfalls keines, das der Einschätzung der Behörde entspricht. Mehr als ein Viertel der Befragten machten die Erfahrung, dass die Zahl der Marken mit Beschränkung sogar noch angestiegen ist, seit das BKartA seine Kritik veröffentlicht hat.

Dieses Verhalten kritisiert BVOH-Präsident Oliver Prothmann scharf: “Es kann nicht sein, dass die Hersteller Entscheidungen der obersten Wettbewerbshüter und richtungsweisende Gerichtsurteile ignorieren. Das geht ganz klar zu Lasten der kleinen und mittelständischen Händler.”

So könne es nicht weitergehen, zumal fast 15 Prozent der Webhändler infolge von Vertriebsbeschränkungen bereits Mitarbeiter entlassen mussten. Zudem gaben knapp sechs Prozent der Befragten an, ihnen drohe die Insolvenz. “Jetzt ist die Politik aufgerufen, dafür zu sorgen, dass die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen konsequent umgesetzt werden”, fordert Prothmann.

Bereits im Sommer 2012 hatte Adidas Händlern verboten, die Produkte des Sportartikelherstellers über Online-Marktplätze zu verkaufen. Seit Juli 2014 ist der Verkauf offiziell wieder erlaubt.

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Retargeting fürs Weihnachtsgeschäft

10.10.2014, 10:24

Gut organisierte Online-Händler beginnen bereits jetzt, ihr Geschäft für Weihnachten zu rüsten. Retargeting-Kampagnen können beim Marketing eine wichtige Rolle spielen.

(Quelle: Shutterstock.com/Molesko Studio)

Google Trends zufolge beschäftigen sich die Verbraucher ab Mitte Oktober mit ihren Weihnachtseinkäufen. myThings, Spezialist für datengetriebene Performance-Displaywerbung und Programmatic Advertising, gibt sieben Tipps, wie Händler sich mit Retargeting auf die Saison vorbereiten können.

1. Optimierung der Bietstrategien

Es ist natürlich wichtig, das Bidding während Tagen wie dem Black Friday und Cyber Monday zu boosten. Schlüsselstelle ist allerdings das CRM, in dem genau nachvollzogen wird, welche User welche Produkte während der Weihnachtszeit im Vorjahr erworben haben.

2. First-Party-Daten

Eine User-ID und deren Wert kann einfach zu jeder Retargeting-Kampagne hinzugefügt werden, wie es auch bei einer Produkt-ID üblich ist. So wird ein Bidding unter Wettbewerbern für bereits bekannte Nutzer ermöglicht. Auf den User zugeschnittene Werbemittel können schon eingeblendet werden, bevor dieser aktiv mit dem Produkt-Browsing beginnt.

3. Cross-Device-Retargeting

Ein weiterer wichtiger Faktor des CRMs ist es, effizientes Cross-Device-Retargeting mit getaggten Log-in-IDs zu ermöglichen. Da Verbraucher inzwischen ständig zwischen (mobilen) Endgeräten wechseln, ist dies der zuverlässigste Weg, eine effektive User-Experience über alle Kanäle zu ermöglichen und gelichzeitig den ROI zu messen.

4. Kontinuierliches Branding

Eine Online-Kampagne muss in Kreation und Umsetzung saisonal stimmig mit der Marke sein. Da dynamisch aufgebaute Werbemittel einige Limitierungen mit sich ziehen, muss man sich bewusst sein, dass normale dynamische Retargeting-Werbemittel auf Templates basieren, die eine Marke nicht immer unbedingt saisonal widerspiegeln können. Komplexere dynamische Werbemittel-Plattformen ermöglichen es jedoch talentierten Designern, diese Einschränkungen zu überwinden und die Gestaltung der Werbemittel passend zu Branding und Saison zu optimieren.

5. Dynamisch aufgebaute Werbemittel

Der Zeitpunkt der Auslieferung der Werbemittel vor Weihnachten ist ausschlaggebend. Das Anzeigen eines genauen Liefertermins eines Banners kann ein höheres Engagement mit dem Verbraucher erzielen. Ein Produkt-Countdown kann bewirken, dass potenzielle Käufer schneller zugreifen, genau wie die Anzahl der zuletzt gekauften Produkte von anderen Verbrauchern ebenfalls zum Kauf überzeugen kann.

6. Segmentierung

Segmentierte Retargeting-Kampagnen mit individueller Preisgestaltung, Kreation und Messaging sind ebenfalls ein wichtiger Erfolgsfaktor. Das allgemeine Weihnachtsflair kann mit Geschenk- oder Spielzeug-Leitmotiven nochmal betont und an Verbraucher ausgespielt werden, die bereits nach ähnlichen Produkten gesucht haben.

7. Produktempfehlungen

Banner sollten nicht nur individuell angepasste Produkte enthalten, sondern auch Produktvorschläge, die zum Beispiel im Vorjahr während der Weihnachtszeit zu den meist-gekauften Artikeln gehörten.

Das US-Weihnachtsgeschäft steht unterdessen vor einem Logistik-Desaster. 340 Millionen Pakete pro Tag mussten die US-amerikanischen Logistik-Dienstleister in den drei Wochen vor Weihnachten 2013 ausliefern – in Kombination mit einigen Winterstürmen eine unlösbare Aufgabe, die das Web-Weihnachten für viele Konsumenten verdarb: Diverse Pakete kamen nicht pünktlich zur Bescherung an. Das Problem aus dem Vorjahr könnte sich dieses Jahr wiederholen – oder sogar noch schlimmer ausfallen, warnte Forresters Chef-Analystin Sucharita Mulpuru auf der Shop.org in Seattle.

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