Jubelnde Kunden, jammernde Händler

06.05.2011, 9:05

Händler und Konsumenten sind in Sachen E-Commerce ganz unterschiedlicher Stimmung, zeigen die aktuellen Konjunkturindizes des ECC-Handel. Während Konsumenten der Auffassung sind, dass sie ihre Onlineausgaben von Monat zu Monat steigern, haben Webshop-Betreiber das Gefühl, dass das Business dieses Jahr noch nicht wirklich rund läuft.

Die Ausgabebereitschaft der Onlineshopper steigt: Zum dritten Mal in Folge steigt der Konjunkturindex s-KIX des E-Commerce Center Handel und erreicht im April mit 95,6 Indexpunkten und einem plus von drei Punkten gegenüber dem Vormonat den bislang höchsten Wert für 2011. Für Händler wäre diese Entwicklung eigentlich ein Grund zur Freude – doch die höheren Ausgaben kommen bei ihnen offenbar nicht an.


Denn der e-KIX, der den Status Quo der aktuellen Umsatzlage im E-Commerce signalisiert, sinkt im April auf 94,3 Indexpunkte. Und auch die Zukunft beurteilen die Webhändler deutlich pessimistischer als im vergangenen Jahr: Mit 92,9 Punkten liegt der Index neun Skalenpunkte unter dem Wert des Vorjahres. "Es scheint, als würden die Onlinehändler ihre Erwartungen temporär an die Entwicklung des stationären Handels anpassen", so die Studienautoren. "Der Handelsverband Deutschland erklärte erst Ende April, dass ein reales Nullwachstum der Umsätze im stationären Handel durchaus realistisch wäre." Dennoch erwartet fast die Hälfte der Befragten, in den kommenden zwölf Monaten deutlich mehr Umsatz zu erzielen als aktuell.

Auch im April wurde im Rahmen des e-KIX die wechselnde Monatsfrage erhoben – diesmal zum Thema Social-Media-Monitoring. Das Ergebnis: Mehr als ein Viertel der Webhändler führt in regelmäßigen oder unregelmäßigen zeitlichen Intervallen Social-Media-Monitoring durch. Weitere 17 Prozent wollen dies in näherer Zukunft auf die Agenda setzen.

An der April-Befragung, die von Tradoria, Trusted Shops, Postbank P.O.S. Transact, EHI Retail Institute, Redcoon und Hermes unterstützt wurde, nahmen rund 700 Webhändler sowie knapp 2.000 Internetnutzer teil. Die kommende Mai-Erhebung läuft vom 23. bis 30. Mai 2011. Teilnehmen können alle Onlinehändler, Dienstleister des Onlinehandels und Onlineshopper.

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Konjunkturindex e-KIX

07.06.2010, 14:28

Rund ein Drittel der deutschen Onlinehändler ist mit ihren aktuell generierten Onlineumsätzen unzufrieden und beurteilt sie als gering. Mehr als die Hälfte blickt dennoch optimistisch in die Zukunft.

Das das Ergebnis des ECC-Konjunkturindex Handel (e-KIX), der in Zusammenarbeit mit Tradoria und Trusted Shops monatlich derzeit rund 1.500 registrierte Teilnehmer zur wirtschaftlichen Lage und der erwarteten Entwicklung des Onlinehandels befragt. Zu 85 Prozent setzt sich die branchenübergreifende Stichprobe aus Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern zusammen.

Im Mai bewerteten 36 Prozent der Studienteilnehmer ihren im Web erzielten Umsatz als “gering” oder sogar “sehr gering”, 36,7 Prozent stuften ihn als “neutral” und 27,3 Prozent als “hoch” oder “sehr hoch” ein.

Mehr als die Hälfte der Händler, nämlich 57,5 Prozent, gehen jedoch davon aus, dass ihr Umsatz in den nächsten zwölf Monaten steigen wird. Mit gleichbleibenden Umsätzen rechnen 35 Prozent der Befragten, nur 7,5 Prozent gehen von sinkenden oder stark sinkenden Zahlen aus.

Auffällig ist jedoch, dass die Erwartungen der Onlinehändler zum Verlauf des nächsten Geschäftsjahres seit Jahresanfang stetig leicht gesunken sind. Mit einem durchschnittlichen Rückgang von 2,7 Skalenwerten pro Monat hat sich der Indexwert seit Januar 2010 von 137,5 auf die aktuellen 126,8 Skalenpunkte reduziert. Die aktuelle Lage wurde mit 91,9 Punkten leicht besser als im Vormonat (89,0 Punkte bewertet).

Die aktuellen E-KIX-Ergebnisse (Mai 2010)

Ulrich Hafenbrandl, Geschäftsführer von Trusted Shops, geht davon aus, dass der e-KIX für die beiden Bereiche “aktuelle Lage” und “Erwartung” ab Herbst ansteigen wird. “Erfahrungsgemäß sind im Online- wie im Katalogversand die Wochen und Monate vor Weihnachten die absoluten saisonalen Höhepunkte. Damit sollte auch das laufende Geschäftsjahr der Onlinehändler bald wieder mit einem optimistischeren Blick in die Zukunft unterstützt werden.”

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