Apple erobert Börsen-Thron zurück

05.02.2016, 12:23

Alphabet-Aktie sinkt

Apple ist wieder das Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert der Welt. Am Dienstag hatte Alphabet das Unternehmen aus Cupertino an der Börsenspitze kurz abgelöst.

Apple erobert Börsen-Thron zurück

(Quelle: Shutterstock.com/Vytautas Kielaitis)

Nach einem Kurssturz der Alphabet Aktie um fast fünf Prozent auf 726,95 US-Dollar und einem leichten Anstieg der Apple-Aktie um zwei Prozent auf 96,35 US-Dollar ist der iPhone-Konzern wieder das Unternehmenmit dem höchsten Börsenwert der Welt. Apple wird an der Börse nun mit 534 Milliarden US-Dollar bewertet. Googles Mutterkonzern Alphabet hat derzeit hingegen einen Börsenwert von knapp 500 Milliarden US-Dollar.

Am Dienstag hatte Apple seinen ersten Rang an der Börse kurzfristig verloren. 2012 löste der Konzern Exxon an der Spitze ab und war seitdem ununterbrochen das Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert. Im vergangenen Jahr verlor die Apple-Aktie allerdings erheblich: Erreichte man Anfang 2015 noch einen Wert von 760 Milliarden US-Dollar, lag er Anfang 2016 „nur“ noch bei 535 Milliarden US-Dollar.

Trotz eines mehr als dreimal so hohen Umsatzes im gleichen Zeitraum verlor die Apple-Aktie nach der Verkündung der Quartalszahlen. Ein Grund ist die Angst der Anleger, dass das Wachstum von Apples Gewinnbringer Nummer eins, dem iPhone, stagnieren könnte.

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Alphabet stößt Apple vom Thron

02.02.2016, 12:15

Paradigmenwechsel?

Alphabet hat erstmals Zahlen veröffentlicht – und damit alle Erwartungen von Analysten übertroffen. Der Google-Mutterkonzern ist nun das Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert der Welt – und stößt Apple vom Thron.

Gründer Larry Page kann sich über saftige Gewinne freuen

(Quelle: Google)

Vier Monate nach seiner Gründung hat Googles Mutterkonzern Alphabet seine Quartalszahlen veröffentlicht. Die Holding erzielte einen Umsatz von 21,3 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 8,7 US-Dollar. Der Konzernumsatz konnte damit um 18 Prozent zulegen.

Die Gewinnsteigerung kam überraschend deutlich und übertraf die Erwartungen von Finanz-Analysten. Experten hatten mit einem Umsatz von 20,8 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 8,1 US-Dollar pro Aktie gerechnet.

YouTube, Mobile, Programmatic

Verantwortlich für das starke Umsatzwachstum im letzten Quartal 2015 ist besonders Mobile sowie Programmatic Advertising und YouTube, so CFO Ruth Porat. Und, dass man frühzeitig in diese Bereiche investiert hatte. Auch neue Zahlen von Google-Bereichen wurden veröffentlicht: So vermeldete das Unternehmen, dass Gmail jetzt eine Milliarde aktive Nutzer hat.

Larry Pages „Moon Shots“ wie selbstfahrende Autos und mit mobilem Internet ausgestattete Drohnen erzielten allerdings einen Verlust von 1,2 Milliarden US-Dollar allein im Schlussquartal. Über das ganze Jahr gerechnet war der Betriebsverlust in diesem Bereich bei 3,6 Milliarden US-Dollar. Trotzdem überzeugten der Gewinn und die deutliche Umsatzsteigerung im Kerngeschäft mit Software und Werbung die Anleger und sorgten dafür, dass die Alphabet-Aktie nachbörslich stark zulegen konnte.

Software löst Hardware ab

Mit diesem Ergebnis hat Alphabet nicht nur alle Erwartungen übertroffen, sondern auch Apple als Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert abgelöst. Alphabet ist nun 558 Milliarden US-Dollar wert. Der iPhone-Konzern ist nach einem schlechten Börsenjahr „nur“ noch 535 Milliarden US-Dollar wert. Anfang des letzten Jahres lag Apples Börsenwert noch bei 760 Milliarden US-Dollar. Das liegt auch an den stagnierenden Absatzzahlen des wichtigsten Gewinnbringers iPhone. Außerdem geht der Absatz mit iPads und Macs zurück.

Die Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Daten für die Wirtschaft. Mit Werbung, Cloud-Diensten und mobilem Betriebssystem lässt sich mittlerweile mehr verdienen als mit der Herstellung von Computern, Smartphones und Tablets.

Damit überholt Software-Hersteller Alphabet den Hardware-Hersteller Apple. Und ist der erste teuerste Konzern der Welt in der Börsengeschichte, der sein Kerngeschäft nicht mit haptischen Produkten macht – vielleicht ein Paradigmenwechsel in der Wirtschaft.

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Verbraucherverband mahnt Google ab

08.01.2016, 12:49

Datenschutz

Der vzbv hat Google abgemahnt. Die Verbraucherschützer werfen dem Konzern vor, die E-Mails von Internetnutzern mitzulesen, um maßgeschneiderte Werbung einblenden zu können.

Verbraucherverband mahnt Google ab

(Quelle: Shutterstock.com/www.BillionPhotos.com)

Der Verbraucherverband Bundeszentrale (vzbv) hat erneut zwei Klauseln in der Datenschutzerklärung von Google abgemahnt. Die Nutzungsbedingungen enthalten nach Ansicht des vzbv, „Formulierungen, die die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher unzulässig einschränken“. Der Konzern nehme sich heraus, „automatisiert Inhalte der Nutzer, zum Beispiel E-Mails zu analysieren, um etwa personalisierte Werbung zu platzieren“.


TNS-Emnid-Studie

(Quelle: vzbv)

Der Verband hält diese Klauseln für rechtswidrig, weil es seiner Ansicht nach, „an einer wirksamen Einwilligung in diese intensive Art der Datenauswertung fehlt“. Immerhin enthielten viele E-Mails sehr private Informationen. Diese stammten nicht nur vom Google-Nutzer selbst, sondern auch von allen Personen, mit denen er E-Mails austauscht.

Mitlesen ohne „spezifische Einwilligung“

„Es kann nicht sein, dass Google die E-Mails seiner Nutzer ohne spezifische Einwilligung mitliest, um diesen dann maßgeschneiderte Produktinformationen anzuzeigen“, so Heiko Dünkel, Referent im Team Rechtsdurchsetzung beim vzbv. Für die Erhebung und Nutzung personenbezogener Daten zu Werbezwecken müsse es immer eine gesonderte Einwilligung geben.

Die Praxis werde zwar in den einzelnen Klauseln der allgemeinen Datenschutzerklärung von Google „allgemein angekündigt“, die Verbraucher würden allerdings nicht um eine Zustimmung zur konkreten Datenerhebung und Datennutzung gebeten. „Auf welchen Kanälen und für welche Produktgruppen geworben werden soll, ist für den Verbraucher nicht klar erkennbar“, so Dünkel. Eine weitere Klausel, bei der es um die Weitergabe „sensibler Kategorien“ gehe, sei ebenfalls nicht mit den deutschen Datenschutzvorschriften vereinbar.

Der Verband hatte bereits 2012 gegen 25 Klauseln der damaligen Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen von Google geklagt und im November 2013 vor dem Landgericht Berlin gewonnen. Der Konzern ist jedoch in Berufung gegangen. Ein Termin für die neue Verhandlung ist noch nicht bekannt.
Google hat nun bis zum 25. Januar dieses Jahres Zeit, auf die neue Abmahnung zu reagieren. Handelt das Unternehmen nicht, will der vzbv eine Unterlassungsklage einreichen.

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Google – Year In Search 2015 | Video der Woche

28.12.2015, 11:55

Das haben wir 2015 gesucht ... und gefunden

Google - Year In Search 2015

Wieder geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. In unserem Video der Woche blicken wir zusammen mit Google auf das Jahr 2015 zurück und lassen die verschiedenen Eindrücke auf uns wirken. Welche Fragen stellen wir? Welche werden beantworten? Wie kann man die Welt besser begreifen und vor allem: Wie können wir uns selbst besser verstehen?

Außerdem zeigen wir euch unsere Top 5 der beliebtesten Videos dieses Jahr!

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Rückblick auf 2015: Was für ein Jahr!

22.12.2015, 12:39

Digital-Branche

Amazon testet Drohnen, Axel Springer kämpft gegen Adblocker, Google heißt jetzt Alphabet und Yapital hat es nicht geschafft. Ein Blick zurück auf 365 spannende Tage.

Rückblick auf 2015: Was für ein Jahr!

(Quelle: shutterstock.com/vjom)

Als Arne Bergmann Ende 2014 gefragt wurde, welche Entwicklungen er mit Sorge betrachte, da musste der Managing Director Marketing & Sales bei Axel Springer Marketing Services nicht lang über­legen: „Große Sorgen bereiten uns die ­Adblocker und das dahinterliegende Geschäftsmodell.“ Der Kampf der Publisher gegen die Adblocker war eines der prägenden Themen des Internet-Jahres 2015 – und Axel Springer gehörte zu den energischsten Streitern wider die Werbeverhinderer.

Über weite Strecken sah es so aus, als würden die Publisher den Kampf verlieren. Drei große Medienhäuser klagten 2015 gegen Eyeo – und dreimal sahen die Gerichte keinen Grund, die Software zu verbieten. Begründung der Richter: Schließlich treffe ein mündiger Nutzer mit der Installation eines Adblockers die ­Entscheidung, keine Werbung sehen zu wollen. Axel Springer reagierte – und stattete sein News-Portal Bild.de mit einem Adblocker-Blocker aus.

Wer Bild.de nutzen will, so die Ansage, müsse entweder seinen Werbeblocker ausschalten oder ein Abo abschließen. Das Modell fand Nachahmer. Auch RTL sperrte den Zugang zu seinen Videos, Yahoo zog nach. Schnell rüsteten die Adblocker-Anbieter ihre Produkte so auf, dass sie die Sperren umgehen konnten. Doch dagegen erwirkte Axel Springer im Oktober 2015 wenigstens eine einstweilige Verfügung. Kurz: Der Kampf geht weiter – und er bleibt spannend.

Amazon treibt die Branche ohne Rast vor sich her

Der Angstgegner für Online-Händler hieß auch im abgelaufenen Jahr nicht Eyeo, sondern Amazon. Zunehmend lehrt der Konzern auch die Logistikbranche das Fürchten. Scheinbar völlig unbeeindruckt von häufigen Arbeitskämpfen mit Verdi lieferte der Konzern seine Bestellungen an die Kundschaft aus und setzte Benchmarks bei der Zustellgeschwindigkeit.

Technologisch trieb Amazon die gesamte Branche vor sich her und scheute dabei auch nicht vor spektakulären Ansätzen zurück. Als der Konzern im April 2014 ein Video zeigte, in dem eine Helikopterdrohne ein Paket ­auslieferte, hielt das jeder für einen gelungenen Aprilscherz. Doch Jeff Bezos ist es ernst damit, beständig nervt der Amazon-Chef die US-Luftfahrtbehörde FAA und fordert Ausnahmeregeln, die einen praxisnahen Test von „Prime Air“ erlauben.

Technisch hat sich das fliegende Gerät im Verlauf des Jahres merklich weiterentwickelt: Ein Video vom Oktober 2015 zeigt eine Drohne, die ihre Rotoren nur noch zum Starten und Landen braucht. Dazwischen fliegt sie wie ein Flugzeug. Auch Google experimentiert mit Drohnen, ­sogar die DHL setzt auf unbemannte Posthubschrauber.

Ob all dies in absehbarer Zeit praktisch eingesetzt wird, ist keine technische, sondern eine juristische Frage: In Zeiten zunehmender Terrorangst sind fliegende Geräte in den Städten, die etwas abwerfen können, nicht jedem geheuer. Doch auch ganz irdisch, mit Lieferwagen, setzt Amazon die Konkurrenz unter Druck. Hieß das Logistik-Buzzword 2014 noch Same Day Delivery, so können Prime-Kunden in Manhattan inzwischen ihre ­Bestellungen bereits nach einer Stunde in den Händen halten.

Same Day Delivery auch bald in Deutschland


Mobile Lieferung direkt in den Kofferraum

(Quelle: Amazon/DHL)

Diesen Service plant Amazon auch in Deutschland. Ein entsprechendes Logistikzentrum im Westen von München ist bereits in Betrieb. Zur schnellen Lieferung gehört auch eine schnelle ­Bestellung: In den USA startete Amazon im Sommer mit dem Dash-Button, einem Knopf, der wie eine Türklingel aussieht, aber einem bestimmten Produkt zugeordnet ist. Der Button lässt sich überall aufkleben, etwa an einer Waschmaschine. Geht das Waschpulver aus, reicht ein Knopfdruck, und Nachschub ist unterwegs.

Im April 2015 startete Amazon mit DHL und Audi einen Modellversuch im Großraum München: Fahrer eines entsprechend ausgestatteten Autos können sich ihre Sendungen in den Kofferraum legen lassen. Der DHL-Kurier ortet den Standort des Wagens und öffnet die Heckklappe per Fernzugriff auf die Bordelektronik. Volksnäher erscheinen da Initiativen ­mehrerer Logistikanbieter, die Haustüren und Häuserfronten von Privatwohnungen mit Schließfächern oder anderen Sicherungsmechanismen ausstatten, damit ein tagsüber abgelegtes Paket noch dort ist, wenn der Empfänger am Abend aus dem Büro kommt.


 Google selbstfahrendes Auto

(Quelle: Google)

Selbstfahrende Autos wurden bislang vorwiegend als exzentrisches Bastelprojekt von Firmenmitgründer Sergey Brin gehandelt. Doch was Google im Mai 2015 zeigte, beflügelte die Fantasien im Silicon Valley: ein Auto, das so selbstständig fährt, dass es weder Lenkrad noch Pedale braucht. Es könnte Personen von A nach B bringen – und natürlich auch Bestellungen ausliefern. Es muss nur noch jemand die Pakete aus dem Auto holen, doch Google besitzt ­inzwischen mehrere Roboterfirmen.

Aus Google wird Alphabet

Wobei das mit dem Besitzen seit dem 10. August 2015 so auch nicht mehr stimmt, denn an diesem Tag gab Google-CEO Larry Page die größte Umstrukturierung seit der Firmengründung im Jahr 1998 bekannt. Aus Google wurde an diesem Tag Alphabet, eine Holding, die sämtliche Aktivitäten des Konzerns kontrolliert. Page übernahm die Leitung von Alphabet und übergab Google an seinen Vertrauten Sundar Pichai. Innerhalb der Alphabet Inc. steht Google jetzt gleichberechtigt ­neben den vielen anderen Unternehmen, die der Konzern in den vergangenen Jahren gekauft hat – auch den Roboterfirmen.

Am Montag, den 24. August, konnte ­Facebook ein denkwürdiges Ereignis vermelden: Erstmals hatte das Social Network mehr als eine Milliarde aktive Nutzer – gleichzeitig an einem Tag. In Deutschland stand die Zuckerberg-Company dagegen heftig in der Kritik: Das Netzwerk entwickle sich immer mehr zur Plattform für fremdenfeindliche, rassistische Kommentare, so der Vorwurf. Facebook versprach nachzubessern. Und auch in puncto Datenschutz stand Facebook quasi permanent am Pranger.

Ein Urteil des Bundes­gerichtshofs vom Oktober bringt US-Unternehmen allgemein in Zugzwang: Das Safe-Harbor-­Abkommen wurde für ungültig erklärt, weil sich das US-Verständnis von Datenschutz mit dem der EU beißt. Derweil nahm Firmenchef Mark Zuckerberg im Dezember die Geburt seiner Tochter Max zum Anlass, eine Stiftung zu gründen, in die er 99 Prozent seines immensen Privatvermögens von 45 Milliarden US-Dollar einbringen will. Echte Wohltätigkeit oder nur ein Steuersparmodell?

Hartes Pflaster Online-Payment

Auf Druck seiner Großaktionäre spaltete sich im Frühjahr Paypal von seiner Mutter Ebay ab – und entwickelt sich immer mehr zum Universaldienst, wenn es ums Bezahlen geht. Die deutsche Finanzbranche übt sich in Rückzugsgefechten und musste 2015 einige Niederlagen einstecken. Die Otto-Gruppe zog im Spätherbst bei ihrem mit großen Ambitionen gestarteten Payment-Dienst Yapital die Reißleine, und zum Jahresende stellt die Telekom-Tochter Clickandbuy ihr Erscheinen ein – einst einer der Pioniere auf dem deutschen Markt. Im Moment ruhen die Hoffnungen der deutschen Banken auf Paydirekt, einer Lösung, die immerhin einen Vorteil hat: Ein Großteil aller deutschen Kreditinsti­tute will mitmachen.

Internet World und Dmexco feiern Rekorde


Rekord auf der Internet World

(Quelle: Internet World Messe)

Die Internet-Wirtschaft sei ein People Business, lautet eine Branchenweisheit, die schwer nach Bullshit Bingo klingt. Doch die Internet World im März und die Dmexco im September zeigten eindrucksvoll, dass persönliche Kontakte durch nichts zu ersetzen sind. Mit einer Rekordbeteiligung von 14.700 Teilnehmern festigte die 19. Internet World in München ihren Ruf als führende E-Commerce-Messe.

Der begleitende Fachkongress sprach mit einem internationalen Panel erstmals auch gezielt englischsprachige Besucher an. Die sechste Auflage der Dmexco im September führte das Messekonzept der Koelnmesse an seine Grenzen: Die Organisatoren wollten die Teilnehmer zwar mit ­gestaffelten Eintrittspreisen zu einer frühzeitigen Registrierung bewegen, am Ende waren aber alle überrascht, als die Zählung über 43.000 Teilnehmer ergab – 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Obwohl die Ausstellungsfläche ebenfalls zugelegt hatte, war die Dmexco 2015 vor allem eins: voll.

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So will das Google Car mit Fußgängern kommunizieren

30.11.2015, 14:20

Patent genehmigt

Die Kommunikation zwischen eigenständig fahrenden Autos und anderen Verkehrsteilnehmern ist ein großes Problem. Das amerikanische Patentamt hat einen Antrag von Google zugelassen, der das ändern könnte.

Zeichnung aus dem zugelassenen Patent zeigt möglichen Ansatz für Kommunikation

(Quelle: United States Patent and Trademark Office)

Seit einigen Monaten ist Googles selbsfahrendes Auto, das Google Car, auf den Straßen im kalifornischen Mountain View unterwegs. Der Prototyp des fahrerlosen Wagens soll zunehmend mit Situationen aus dem Alltag im Verkehr konfrontiert werden.

Ein wichtiger Bestandteil davon ist sicherlich die Kommunikation mit anderen Verkehrteilnehmern, egal ob Autos, Fußgänger oder Fahrradfahrer. In einer Zukunft, in der keine Fahrer mehr aktiv eingreifen, ist es unabdingbar, dass Passanten problemlos erkennen können, was das Auto als nächstes macht. Dafür hat Google eine Lösung, die nun vom amerikanischen Patentamt genehmigt wurde.

Warnung über Bild- und Sprachsignale

Daraus geht hervor, dass Google für die Mensch-Maschine-Kommunikation vorwiegend auf Bildschirme setzen möchte. Sensoren im Google Car sollen „Objekte“ erkennen, analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Wenn sich ein Fußgänger in der Nähe des Autos befindet, soll das Auto automatisch abbremsen und dem Menschen über Texte, Zeichen (z.B. Stop-Schilder) oder akustische Warnsignale Botschaften senden. Das Problem an dieser Art der (non)-verbalen Kommunikation liegt darin, dass

  1. der Passant sich zu 100 Prozent auf die Anweisungen des Autos verlassen können muss
  2. es unklar ist, ob und inwieweit die Fußgänger auf die Hinweise der Autos achten und reagieren müssen

Um die Gefahren zu minieren, sind also noch einige, weitere Innovationen notwendig. Die Kommunikation via Screen und Lautsprecher kann nur der Anfang sein.

Auch Googles Konkurrent Apple arbeitet bereits eifrig an einem Konzept für ein selbstfahrendes Auto. Die Wichtigkeit des „Projekt Titan“ wurde unterstrichen, als Apple bekanntgab, das Entwickler-Team deutlich aufzustocken.

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Google Shopping im neuen Look

20.11.2015, 15:11

Redesignt für Weihnachten

Kaum steht Weihnachten vor der Tür, gibt Google seiner Shopping-App auch schon ein neues Gewand. Im Fokus: einfacheres Finden und das lokale Shopping-Erlebnis.

Verbesserte Suche bei Googles Shopping-App

Verbesserte Suche bei Googles Shopping-App
(Quelle: Google.com)

Mit einem Redesign seiner Shopping-App startet Google in die Weihnachtssaison. Die bisher umfassendste Überarbeitung der App soll den Nutzern das Sucherlebnis vereinfachen und vor allem auch die lokalen Angebote stärker in den Vordergrund rücken.

Der Großteil der eingegebenen Suchen, so Google im Inside AdWords-Blog, sind allgemeine Stichwörter. Um die Suche zu verfeinern, bietet die App Kategorien zur Auswahl, die zum gesuchten Angebot führen sollen. Darüber hinaus hilft ein Filter, die angebotenen Produkte beispielsweise nach Marke, Preis oder anderen Differenzierungsmerkmalen zu sortieren. Das dürfte nicht nur für Kunden praktisch sein, sondern auch für die anbietenden Händler die Chance erhöhen, dass die dem Link folgenden Nutzer auf der Händlerseite fündig werden und einen Kauf tätigen.

Mit Karte zum lokalen Geschäft

Mit Karte zum lokalen Geschäft
(Quelle: Google.com)

Dabei müssen die Nutzer zum Preisvergleich oder für detailliertere Empfehlungen nicht einmal auf der Händlerseite weitersurfen. Die Shopping-App zeigt auf einen Beschreibungen. Zum Kauf geht es dann auf die entsprechenden Online-Shops – oder zur Auflistung, welche lokalen Geschäfte das gewünschte Produkt ebenfalls anbieten.

Vor allem letztere dürften davon profitieren, dass die Shopping-App einen Filter eingebaut hat, der nun auch anzeigt, ob und wo das Produkt auf Lager ist. Wer dann noch den Weg zum Laden sucht, bekommt von Google die Wegbeschreibung und Landkarte angezeigt.

Mit dem Redesign reagiert Google nach eigener Aussage auf den Wandel bei den Shopping-Suchen vom Desktop hin zu mobilen Geräten. Mit Biethilfen für Google Shopping-Kampagnen hatte das Unternehmen im August 2015 die Werbekunden erfreut.

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Mit dieser Hilfe können Start-ups durchstarten

16.11.2015, 12:13

Initiativen und Tricks

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit von Google mit Start-ups? Und welche Initiativen gibt es, die Jungunternehmen nutzen können? Antworten hierauf gibt Dirk Primbs, Developer Relations bei Google.

Mit dieser Hilfe können Start-ups durchstarten

(Quelle: shutterstock.com/bloomua)

„Der beste Weg seine Zukunft vorherzusagen ist, sie selbst zu erschaffen“, sagte der österreichische Ökonom Peter Drucker. Er würde sich in der heutigen Zeit sicher wohl fühlen, glaubte er doch fest daran, dass der Einzelne es ist, durch den Innovation entsteht.

Und wenig steht in unserer immer schneller drehenden Welt so hoch im Kurs wie unternehmerisches Denken, große Ideen und den Markt neu sortierende Geschäftsmodelle. Die Schlagworte dazu sind: Entrepreneurship, Moonshot thinking und Disruption. Im Kern geht es jedoch immer um das gleiche Prinzip: Eine Idee bis hin zu einer Lösung zu entwickeln, den Markt damit erfolgreich zu beleben, und vielleicht die Welt zu verändern. Dabei können moderne Mittel Einzelnen oder kleinen Teams Zugang zu globalen Märkten verschaffen.

Kleine Unternehmen mit großer Idee

Die Urzelle dieses Gedankens ist was gemeinhin als Start-up bezeichnet wird: Kleine Unternehmen, in denen eine große Idee mit Hilfe moderner Technik und potenten Partnern entwickelt, bereitgestellt und verbreitet wird.

In jedem Fall sind Start-ups heutzutage verantwortlich für Technologien, die unser aller Leben nachhaltig verändert haben. Ein Alltag ohne Kartennavigation am Smartphone, Austausch mit Freunden via Chat App und über Social Media Plattformen, Restaurantsuche via Mobile, Online-Bestellungen im eShop, Entertainment via Movie-Plattform oder Musik-Streaming Dienst und so weiter, sind kaum noch vorstellbar.

Erfolgs- oder Misserfolgsfaktoren

Es gibt viele gute Ideen. Die Realisierung dieser Ideen hängt jedoch von vielen Faktoren ab. Über Erfolg und Misserfolg können entscheiden: Der Zugang zu Infrastruktur oder Wissensträgern, die praktische Hilfe bei der Produktentwicklung, die Finanzierung oder auch ganz einfach der Arbeitsplatz mit WLAN. Außerdem sind lokale, oft auch kulturelle Gegebenheiten nicht zu vergessen. Jede Region hat darüber hinaus spezifische Stärken und Schwächen. So sind bestimmte Regionen besser aufgestellt, um Innovationen in Sektoren wie Finanzen und Logistik voranzutreiben, andere – etwa durch ihre Nähe zur Industrie gefördert – beschäftigen sich mit Mobilität oder Fertigungstechnologien. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Diese Mischung an Bedingungen, Ressourcen und lokalen Gegebenheiten sorgt auch dafür, dass anders als oft vermutet, eben nicht sämtlicher Innovationsgeist aus dem fast schon ikonisierten Silicon Valley kommt. Dies wäre auch nicht wünschenswert. Ein globaler Anbieter einer Technologieplattform muss zwingend ein Interesse an einer ausgewogenen Innovationslandschaft haben. Ein steter Strom von Lösungen und Ideen stellt schließlich sicher, dass Plattformen wie Android relevant, attraktiv und modern bleiben.

Der Start bleibt immer lokal

Start-ups sorgen für die nötige Agilität. Gemeinsam mit den Nutzern der entstandenen Lösungen und den Plattformanbietern entsteht so Mehrwert für alle Beteiligten. Um aber Lösungen zu schaffen, die lokale Relevanz haben, und um ein breites Spektrum auszuschöpfen, sind gesunde lokale Ökosysteme nötig. Denn auch wenn die Aspiration oft global ist, bleibt der Start und die „Wurzel“ eines Unternehmens immer lokal.

Hier ist genau der Punkt, an der Industrie mit Politik und Start-up Ökosystem an einem Strang ziehen müssen, jeder mit den eigenen verfügbaren Ressourcen. Die Unterstützungen fallen dabei häufig in typische Kategorien: Technologisches Know How, Infrastruktur, Physikalische Infrastruktur, Zugang zu Märkten und Finanzierung.

Um diese Ressourcen nun einer möglichst großen Menge von aussichtsreichen Start-ups verfügbar zu machen, Erfolgschancen zu erhöhen, und dabei auch Anreize für eventuell noch zögernde Gründer zu schaffen, gibt es für diese Bereiche Systematiken mit denen sich jeder Gründer auseinandersetzen sollte.

Unterstützung von Start-ups durch Google

Da kaum ein Unternehmen derart mit der Start-up-Szene verwurzelt ist wie Google, gibt es eine ganze Bandbreite von Initiativen, mit denen hier angesetzt wird. Neben möglicher finanzieller Unterstützung, für die der unabhängige Investmentarm „Google Ventures“ zuständig ist, konzentriert sich die Unterstützung auf inhaltlich Aspekte, die oft auch mit Geld nicht aufzuwiegen sind. Der Zugang zu skalierbaren Systemen, Wissen über die richtigen Marktzugänge und zu Kontakten in relevanten Kreisen sind für Start-ups oft genauso wichtig und gerade am Anfang oft entscheidend.

Für eine erste Einordnung der verschiedenen Angebote, die Google dafür geschaffen hat, hilft es meist, sich an dem üblichen Lebenszyklus eines Start-ups entlangzuhangeln: Idee, Produktentwicklung, Marktstart, Wachstumsphase. So gibt es natürlich Initiativen, die schon den Boden für eine Ideenfindung bereiten sollen und unternehmerisches Denken allgemein fördern, während sich andere damit beschäftigen, einem etablierten Start-up bei der weiteren Skalierung zur Seite zu stehen.

Förderprogramm: „Gründen Live“

„Gründen-Live“ ist ein alljährliches Programm, das schon früh ansetzt. Zusammen mit Industriepartnern, wie E.ON, VW und Stiftung Entrepreneurship werden hier in einer Kombination aus Förderprogramm und Wettbewerb gute Ideen aus allen Bereichen der Gesellschaft unterstützt. Sowohl Wissensvermittlung als auch die gezielte Arbeit an den Ideen steht hier im Vordergrund. Ist die Idee schließlich „geboren“, gilt es sie zu einem marktfähigen Produkt auszuarbeiten. Hier gibt es erfahrungsgemäß viele Fallstricke. Expertenwissen, physikalische Ressourcen wie Arbeitsräume und Infrastruktur werden nun besonders wichtig.

Das ist die Phase, in der die Angebote der Google Campus Standorte genutzt werden. Das sind Google-eigene Veranstaltungs- und Arbeitsräume speziell für Start-ups, in denen systematisch Kontakte aufgebaut werden und Wissen vermittelt wird oder auch Partnerschaften mit sogenannten Acceleratoren und anderen Projekten gepflegt werden.

Inhaltlich arbeiten wir hier mit Start-ups an ihren Produkten und helfen ihnen Entscheidungen zu treffen, die sie auch später für globale Märkte entsprechend vorbereiten. Dabei ist es zentral für uns, erfahrene Gründer, Experten und Infrastruktur mit den Start-ups zusammen zu bringen.

Google Launchpad Week

Deutlich kommt das bei Veranstaltungen wie der Google Launchpad Week zum Tragen. Hier werden etwa 15 handverlesene Technologie-Start-ups in einer frühen Gründungsphase mit bis zu 40 Mentoren zusammen gebracht.

Ziel der Woche: Elementare Entscheidungen zu treffen, die für Produkt, Markt und Kunden die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen. Da es sich um eine frühe Phase handelt, steht die Erreichung des sogenannten Product-Market-Fit im Vordergrund, es wird also anhand der Themen Produktentwicklung, Marketing, User Experience und Technologie daran gearbeitet, den richtigen Startpunkt zu finden.

Zugang zu Experten und Workshops

Die Google Launchpad Week ist dabei Teil eines größeren Angebots, das allen Start-ups offen steht und Ressourcen wie Rechnerkapazitäten, Trainings, Zugang zu Experten und eben gezielten Workshops bereithält und junge Unternehmen in allen Phasen der Entwicklung begleitet.

Wie für Google typisch ist dieses Programm global aufgestellt, wird jedoch zusammen mit lokalen Partnern konzipiert und erweitert, so dass sowohl lokale Relevanz als auch die globale Skalierung gegeben ist. Ziel all dieser Initiativen ist es, Lösungen, Ökosysteme und Innovationen zu fördern, die international, etwa im Europäischen Raum, Mehrwert schaffen und ein breites Spektrum von Einflüssen und Erfolgen sicherstellen.

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Google bringt Online-Werbung in Londoner Innenstadt

03.11.2015, 12:33

Auf Basis von DoubleClick

Es sind News, die vor allem die digitale Out-of-Home-Branche aufhorchen lassen dürften: Google bringt zum ersten Mal Online-Werbung mittels seiner DoubleClick-Technologie auf Plakatwände. Testort ist London.

Einige Londoner Plakatwände werden derzeit über Googles DoubleClick bespielt

Einige Londoner Plakatwände werden derzeit über Googles DoubleClick bespielt
(Quelle: shutterstock.com/PHOTOCREO Michal Bednarek)

Aktuell kommt Googles Werbeplattform DoubleClick auf Desktop-PCs und mobilen Geräten zum Einsatz. Um künftig noch mehr Menschen mit Anzeigen erreichen zu können, testet das Unternehmen derzeit erstmals Erweiterungen seiner Technologie an Außenwerbeflächen im Stadtzentrum Londons.

Die Premium-Billboard-Anzeigen werden dabei automatisiert mittels DoubleClick ausgespielt. Sie erscheinen im Grunde genommen als personalisierte Bannerwerbung: Das System aggregiert in Echtzeit Daten, etwa Informationen über das Wetter, Verkehr oder Veranstaltungen. Die Werbung wird dann an die Umgebungsbedingungen angepasst. Werbungtreibende können bei der Buchung über DoubleClick diese Optionen auswählen.

Zu sehen sind die Werbeflächen derzeit unter anderem an der Waterloo Station und der Euston Road, so businessinsider.com. Google arbeite dabei mit diversen Außenwerbe-Anbietern wie JCDecaux, Ocean Outdoor oder Outdoor Plus zusammen.

Die Versuche laufen seit Anfang Oktober und sollen bis November gehen. Pläne, das Ganze weiter auszurollen, gibt es aktuell noch nicht.

Grundsätzlich ist das Konzept, Werbung automatisiert out-of-Home auszuspielen, nicht neu. Diverse Tech-Firmen wie Xaxis, Rubicon Project oder TubeMogul haben bereits entsprechende Angebote gelauncht.

Werbung für die Google App, automatisiert ausgespielt an der Euston Road in London

Werbung für die Google App, automatisiert ausgespielt an der Euston Road in London
(Quelle: Google/businessinsider.com)

Ende 2014 etwa in Deutschland hat Ströer seine Screens an einen ­Adserver angeschlossen. Die Adserver-Lösung soll eine nahtlose und aufeinander abgestimmte Aussteuerung über alle Bewegtbildkanäle ermöglichen. Werbekunden, die DOOH-Werbung buchen, können im Vorfeld frei definieren, wie viele Ad Impressions sie auf Online oder Mobile und wie viele sie über Public Video erzielen möchten.

Spannend dürfte das Geschäft nun jedoch aufgrund von DoubleClicks enormer Reichweite werden.

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Mehr Umsatz mit besseren Produkttexten

26.10.2015, 11:24

E-Commerce

Wer sich bei Produkttexten auf die Vorlagen der Hersteller verlässt, verschenkt Ranking- und Conversion-­Potenziale. Teil 1 der Serie zeigt, warum Shops Texte und Meta-Daten der Produkte optimieren sollten.

Mehr Umsatz mit besseren Produkttexten

(Quelle: shutterstock.com/Ahmet Misirligul)

Produktseiten sind ein vernachlässigter Bereich bei Online-Shops. Sie bestehen sehr oft nur aus einigen Bildern und Informationen zu den wichtigsten Produkteigenschaften. Meistens werden die Informationen und Fotos des Herstellers kopiert. Der Fehler dabei: Es werden Ranking- und Conversion-Potenziale verschenkt. Wird hingegen etwas Zeit und Mühe in die Individualisierung des Contents investiert, kann mit optimierten Produkttexten der Umsatz gesteigert werden.

Es ist aus verschiedenen Gründen pro­blematisch, wenn Shop-Betreiber die Produktseiten und insbesondere die Texte vernachlässigen. Enthalten die Texte nur einige wenige Fakten oder die Standard­informationen des Herstellers, bestehen folgende Gefahren:

Gefahr #1: Google nimmt den eigenen Shop als Dublette eines anderen wahr

Inzwischen bieten viele Online-Shops identische Produkte an. Kopieren diese für ihre Produktdetailseiten einfach die Bilder und Texte, welche die Hersteller bereitstellen, sind die Produktseiten der einzelnen Shops für Google kaum noch unterscheidbar. Hat ein Shop den gleichen Content auf seiner Produktseite wie ein anderer Shop, kann es sein, dass Google diesen Shop als ­Dublette des anderen wahrnimmt. Das wirkt sich negativ auf das Ranking seiner Seite aus.

Gefahr #2: Die Produktdetailseiten ­erzielen ein schlechteres Ranking

Google bewertet anhand des Contents, ob eine Seite relevant für die Suchanfrage des Nutzers ist. Relevanz wird jedoch nicht durch einen stichpunktartigen 5-Zeiler erzielt. Hierfür wird ein längerer Text ­benötigt, der neben dem Keyword auch andere wichtige Begriffe, die zum Thema gehören, enthält. Es besteht also die Gefahr, dass Google die Seite mit dem kurzen 5-Zeiler nicht mit der Relevanz einstuft, die ihr eigentlich zukommt. Dies wirkt sich wieder negativ auf das Ranking aus.

Gefahr #3: Die Shop-Besucher schließen den Kauf nicht ab

Die endgültige Kaufentscheidung wird in den allermeisten Fällen direkt auf der Produktseite getroffen. Der Nutzer ist sich noch unschlüssig über den Kauf und landet mit einem Informationsdefizit auf der Seite. Er hat verschiedene Fragen zum Produkt, zum Beispiel: Welchen Nutzen bietet es mir? Passt es zu meinen Bedürfnissen? Lohnt sich die Anschaffung? Schafft es der Produkttext nicht, diese Fragen zu beantworten und das Informationsdefizit zu beseitigen, wird der Nutzer den Kauf sehr wahrscheinlich nicht abschließen.

Natürlich muss man hier unterscheiden: Fehlende Informationen bei einer Jeans sind sicher nicht so dramatisch wie bei ­einer Waschmaschine. Es kommt immer darauf an, wie viele Auskünfte jeweils benötigt werden. So kann bei einem wenig informationsbedürftigen Produkt der Text kurz und knapp sein, wenn er die wichtigsten Details für den Nutzer erklärt und ­einzigartig ist, also nicht kopiert wurde. Im Falle einer Jeans wären das der Schnitt sowie besondere Designelemente.

Optimierungsstrategien für Produkttexte

Für Tausende Produkte individuelle Produkttexte zu erstellen, klingt nach sehr viel Arbeit. Dem ist auch so, aber es lohnt sich. Denn zum einen lässt sich dadurch das Ranking verbessern, zum anderen ist es mit individuellen Produkttexten möglich, neue Shop-Besucher zu Käufern und vielleicht sogar zu Wiederkehrern zu machen.

Nur wer das bestehende Informationsdefizit ausgleicht, kann die Kaufentscheidung positiv beeinflussen. Außerdem wird so erkennbar, dass Sie sich gut mit Ihren Produkten auskennen. Das erzeugt Vertrauen und ist ein deutliches Argument, warum der Nutzer in Ihrem Shop kaufen sollte.

Sie müssen zudem nicht alles auf einmal optimieren. Es gibt verschiedene Optimierungsstrategien. Wählen Sie die Strategie, mit der Sie für sich das bestmögliche Aufwand-Nutzen-Verhältnis erzielen.

Die wichtigsten Optimierungsstrategien

  • Strategie 1: Nur die Meta-Daten optimieren
  • Strategie 2: Nur die Texte der wichtigsten Produkte optimieren
  • Strategie 3: Produkttexte individualisieren und Meta-Daten automatisieren
  • Strategie 4: Alle Produkttexte optimieren

Sie könnten erst einmal nur die Meta-Daten optimieren. Das wirkt sich jedoch nur auf das Ranking bei den Suchmaschinen aus. Eine meist sehr erfolgreicheStrategie ist es, Prioritäten zu setzen und zunächst nur die wichtigsten Produkttexte zu optimieren. Um den Arbeitsaufwand zu reduzieren, können Sie auch die Produkttexte optimieren, während Sie für die Meta-Daten ein halbautomatisiertes Konzept entwickeln. Haben Sie eine überschaubare Menge an Produkten in Ihrem Shop, ist es natürlich immer die Ideallösung, alle Produkttexte zu optimieren. Dies kann auch sukzessive erfolgen.

Optimierung der Meta-Daten

Meta-Daten sagen Google und dem Nutzer etwas über die Seite. Für die Suchmaschine ist dies ein wichtiges Hilfsmittel bei der Bewertung für das Ranking. Insbesondere dem Title-Tag kommt eine große ­Bedeutung als Ranking-Faktor zu. Es sollte daher aussagekräftig sein und das Keyword enthalten.

Für den Nutzer liefern die Meta-Daten die relevanten Informationen für die Entscheidung, ob er überhaupt auf dieses Suchergebnis klicken soll. Je prägnanter das Title-Tag ist, umso besser also auch für den Nutzer. Im Beispiel vermittelt der Title kaufentscheidende Informationen wie den Gerätetyp (freistehend) und die Energieeffizienzklasse (A+++).

Während die Description für Google kein unmittelbares Ranking-Kriterium ist, ist sie für den Nutzer umso wichtiger. Das Title-Tag ist in seiner Länge stark begrenzt. Früher waren es maximal 60 Zeichen, heute hat man sogar noch weniger Platz. Denn inzwischen zählen nicht mehr die Zeichen, sondern die Pixel. Je mehr breite Buchstaben der Title enthält, umso weniger Platz steht zur Verfügung.

Die Beschreibung ist zwar auch in der Länge begrenzt, mit circa 155 Zeichen bietet sie jedoch mehr Möglichkeiten, etwas über die Seite auszusagen. Sie hat deshalb die Hauptfunktion, den Nutzer zu überzeugen, auf das Suchergebnis zu klicken. Das schaffen Sie, indem Sie Nutzervor­teile kommunizieren, die das Produkt bietet.

„Die wichtigsten Vorteile komprimiert formulieren“

Die Kunst besteht darin, die wichtigsten Vorteile komprimiert zu formulieren. Denn zu lange Title-Tags und Descriptions werden in der Suchergebnisanzeige bei Google durch Punkte abgebrochen – der Rest ist nicht mehr zu lesen.

Sowohl für den Title als auch für die ­Beschreibung gibt es empfehlenswerte Bausteine. Diese sollten teilweise unbedingt enthalten sein, teilweise können sie auch weggelassen werden. Die beiden folgenden Aufzählungen listen die Bausteine für Title und Description entsprechend ­ihrer Priorität auf.

Empfehlenswerte Bausteine für den Title:
Keyword – muss enthalten sein
Nutzervorteil – sollte enthalten sein
Brand-Name – kann weggelassen werden

Empfehlenswerte Bausteine für die ­Description:
Keyword – muss enthalten sein
Nutzervorteil – mindestens einer muss enthalten sein
Call-to-Action – sollte enthalten sein
Brand-Name – kann weggelassen werden

Das Keyword ist bei Produkten fast immer identisch mit der Produktbezeichnung. Diese allein kann schon zu lang für den Title sein. Sie sollten die Bezeichnung dann sinnvoll kürzen. Im Produkttext sollten Sie diese jedoch in der tatsächlichen Form verwenden, da der Nutzer sie vielleicht auch so als Suchanfrage eingibt.

Das gilt in gleicher Weise, wenn die Produktbezeichnung so lang ist, dass Sie keinen der anderen Bausteine verwenden können. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die Bezeichnung den Hersteller und den generischen Begriff für das Produkt enthält, zum Beispiel Waschmaschine.

Nutzervorteile sind zum einen direkte Verkaufsargumente für das Produkt, wie Energieeffizienz bei der Waschmaschine. Es sind zum anderen aber auch Vorteile, die der Shop dem Nutzer beim Kauf bietet, wie kostenfreier Versand. Sie sollten im Produkttext keinesfalls fehlen.

Der Call-to-Action ist eine Handlungsaufforderung, etwa das Produkt bequem online zu bestellen oder mehr über das Produkt zu erfahren. Er stellt eine Beziehung zum Nutzer her.

Verwendung der Bausteine im Beispiel „Sprechende Meta-Daten“
Title-Tag: Bauknecht WA Champion 64 Wasch­maschine, Freistehend, A+++
Description: Tolle Produkte, wie Bauknecht WA Champion 64 Waschmaschinen in Weiss bei www.ao.de. Heute kaufen und wir liefern zu Ihrem Wunschtermin – 6 Tage die Woche.

Fazit

Eine Optimierung der Produktseiten mit individuellen Produkttexten lohnt sich in ­jedem Fall. Sie verbessern dadurch nicht nur Ihr Ranking bei Google, sondern können dadurch auch die Kaufentscheidung positiv beeinflussen, indem Sie Vertrauen schaffen und das Informationsdefizit beim Nutzer beseitigen. Beide Effekte werden dazu beitragen, dass Sie langfristig mehr Umsatz erzielen.

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