E-Commerce in den Alpenländern boomt

12.11.2013, 14:08

Der E-Commerce in Österreich und der Schweiz wächst und wächst. Die Onlineshops in den Alpenländern setzen dabei auch auf den Multichannelansatz.

(Foto: istock.com/alexi)

Die Studie "E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2013" von EHI und Statista erlaubt einen Blick in die Online-Aktivitäten der Nachbarländer. In Österreich machten die jeweils 250 umsatzstärksten Onlineshops im Jahr 2012 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro (Vorjahr 2,1 Milliarden Euro). Das ist ein Wachstum von 19 Prozent. Die Schweiz setzt da noch einen oben drauf: Um ganze 26 Prozent verbesserte sich dort der Umsatz auf 4,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Vor allem die Generalisten machen Kasse – in Österreich mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes (34,7 Prozent). In der Schweiz sind vor allem Elektronikshops erfolgreich. Mit Computer, Unterhaltungselektronik, Handys und Zubehör wurde 29,2 Prozent des Schweizer Gesamtumsatzes erzielt.

Beide Länder haben die Relevanz eines Multichannelansatzes erkannt: Fast zwei Drittel aller Onlinehändler in Österreich sind mittlerweile auch mit einem stationären Geschäft vertreten (61,2 Prozent), aber auch der Verkauf über Amazon (36,4 Prozent), eBay (26,8 Prozent) und Kataloge (18,4 Prozent) wird als Vertriebskanal genutzt. In der Schweiz liegt der Anteil der stationär vertretenen Onlinehändler bei 57,2 Prozent. Fast ein Drittel (27,2 Prozent) verkaufen ihre Produkte auch über Kataloge, nur 14 Prozent nutzen den Amazon-Marktplatz als Vertriebsweg und bei eBay sind es gerade 5,6 Prozent.

Auch auf Netzwerken sind die Alpenländler aktiv: Facebook wird von 85,6 Prozent der Shops in Österreich und 79,2 Prozent der Shops in der Schweiz genutzt. Twitter wird von 58,4 Prozent der österreichischen Shops und 61,2 Prozent der Schweizer Onlinehändler genutzt.

Die Angaben der Studie beruhen auf einer Händler-Befragung (EHI) und Statista-Hochrechnungen. Schwerpunkt der Untersuchung waren B2C-Onlineshops für physische und digitale Güter.

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Geld für Rebelle

22.10.2013, 13:48

Die im August gestartete Plattform für Designmode aus zweiter Hand, Rebelle, will sein Unternehmenswachstum ankurbeln. Dazu konnte der Marktplatz jetzt den High-Tech Gründerfonds als Investor gewinnen.

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Noch nicht lange am Start, aber schon holt sich Rebelle einen neuen Investor ins Boot. Mit einer Kapitalspritze vom High-Tech Gründerfonds will der Second-Hand-Marktplatz für Designermode das Wachstum der Plattform vorantreiben. "Zusammen mit dem High-Tech Gründerfonds sind wir jetzt gut aufgestellt, um in einem kompetitiven Markt unser Geschäftsmodell schnell zu skalieren und zum führenden deutschen Anbieter im Luxus-Second-Hand-Segment zu werden", sagen die Rebelle-Gründerin Cécile Gaulke und ihr Partner Max Schönemann. Die bisherige Kundenresonanz untermaure diesen Schritt.

Der High-Tech Gründerfonds begründet seine Investition in das Fashion-Start-up mit der Erfolg versprechenden eigenen POS-Lösung von Rebelle. "Sie hat das Potenzial, Branchen, die bisher nur offline vertreten waren, einfach und günstig an das Internet anzubinden", so Marvin Andrä, Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds.

Rebelle startete Mitte August 2013 mit seiner Plattform, auf der ausschließlich Designermode aus zweiter Hand verkauft wird. Hinter dem Betreiber StyleRemains verbergen sich Cécile Gaulke, Max Schönemann und Hanse Ventures. Erst kürzlich war ebenfalls in Hamburg mit Vite EnVogue ein weiterer Shopping Club für Designer-Second-Hand ans Netz gegangen.

E-Commerce ist nicht nur für den Weiterverkauf von Luxusmode wichtig. Auch die Marken selbst haben mittlerweile erkannt, dass die Altersgruppe der jungen Internetnutzer eine wertvolle Zielgruppe ist, die das Markenimage jung hält. In Deutschland ist der Online-Mode-Handel der stärkste Umsatztreiber: Jeder vierte Deutsche kauft mittlerweile seine Kleidung lieber im Netz als im Geschäft.

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Gefahren der Verbraucherrechterichtlinie

14.08.2013, 9:01

Die EU-Verbraucherrechterichtlinie, die zum 13. Juni 2014 auch in Deutschland etliche Änderungen für Webshop-Betreiber mit sich bringt, wird den Onlinehandel über EU-Binnengrenzen hinweg mit Sicherheit vereinfachen. Dennoch drohen Händlern Abmahnungen, weil nicht alle Fälle mit den neuen Regelungen so einfach abzudecken sind.

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Im Zuge der Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) werden viele Hindernisse in Bezug auf den grenzüberschreitenden Handel ausgeräumt. Allerdings kommen auch einige neue Probleme hinzu, die wahrscheinlich neue Abmahnungen hervorrufen. So wird es zum Beispiel nicht möglich sein, unter Einsatz der neuen Musterbelehrung mit nur einem Text für alle Bestellsituationen auszukommen.

Dies betrifft zum Beispiel Teillieferungen, bei denen der Zeitpunkt der Widerrufsfrist nicht eindeutig zu bestimmen ist. Für weitere Probleme könnte die exakte ­Berechnung der Rücksendekosten im Vorfeld sorgen. Das betrifft insbesondere ­Ware, die nicht paketfähig ist und per Spedition transportiert werden muss. In der Praxis dürfte viele Händler die Pflicht, ein Datum zu nennen, bis zu dem spätestens geliefert wird, vor große Herausforderungen stellen. All diese Fragestellungen könnten Anlass für wettbewerbsrechtliche Abmahnungen werden – und die Gerichte beschäftigen.

Ein weiterer Konflikt bei der Umsetzung der VRRL könnte im Zusammenhang mit der sogenannten Textformbelehrung entstehen. Denn bereits im Jahr 2010 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass ein Belehrungstext auf einer Website keine "Textform" darstelle. Verbraucher müssen die zum Vertragsschluss geltenden Bedingungen als Dokument zur Verfügung ­gestellt bekommen. Ob die deutschen Umsetzungen der VRRL wirklich im Einklang mit der Richtlinie stehen, wird sich noch zeigen müssen. Es könnte durchaus sein, dass der Europäische Gerichtshof ­eines Tages über die Rechtmäßigkeit der deutschen Gesetze entscheidet.

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Handel ins EU-Ausland und die Schweiz

05.08.2013, 9:23

So löblich die Bestrebungen im Zuge der Verbraucherrechterichtlinie sind: Trotz anvisierter Vollharmonisierung gibt es nach wie vor Unterschiede zwischen einzelnen Ländern innerhalb der EU. Und die Schweiz hat ohnehin andere Regelungen – wenngleich es Bestrebungen gibt, sich der EU zumindest anzunähern.

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Die bisherigen Rechtsvorschriften der EU-Mitgliedstaaten auf dem Gebiet der Verbraucherverträge weisen erhebliche Unterschiede auf, etwa zum Verbraucherbegriff, zur Länge der Widerrufsfrist, der Form der Belehrung oder den Rücksendekosten. Verantwortlich dafür ist das Mindestharmonisierungskonzept der bisher gültigen Fernabsatzrichtlinie von 1997. Diese Rechtszersplitterung hat spürbare Wettbewerbsverzerrungen und Hindernisse für das reibungslose Funktionieren des europäischen Binnenmarktes verursacht.

Im Zuge der >Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) wurde das Konzept der Mindestharmonisierung durch den Vollharmonisierungsansatz ersetzt: Die EU-Mitgliedstaaten dürfen künftig ­keine Rechtsvorschriften beibehalten oder einführen, die von denen der ­EU-Richtlinie abweichen. Keine Frage: Das Konzept der Vollharmonisierung vereinfacht den Onlinehandel über die EU-Binnengrenzen hinweg. Allerdings sind dadurch noch nicht alle Hindernisse für den grenzüberschreitenden Handel beseitigt worden.

So gelten in den Mitgliedstaaten beim Datenschutzrecht, dem Vertragsrecht oder dem Sanktionsrecht bei Verstößen gegen Verbraucherschutzvorschriften weiterhin unterschiedliche Regelungen. In Deutschland gibt es das Instrument der wettbewerbsrechtlichen Abmahnung unter Konkurrenten, in Frankreich oder Polen gehen hierfür zuständige Behörden gegen Wettbewerbsverstöße vor. Auch kann ein Händler bei sogenannter aktiver Ausrichtung auf einen anderen Staat von einem Verbraucher auch dort verklagt werden (Art. 16 Abs. 1 EuGVVO).

In der Schweiz existieren derzeit keine Vorschriften, die dem europäischen Fernabsatzrecht vergleichbar sind. Nach einem gescheiterten Anlauf im Jahr 2005 gibt es aktuell jedoch erneut Bestrebungen, ein Widerrufsrecht und Informationspflichten nach europäischem Vorbild einzuführen. Der Schweizerische Versandhandelsverband (VSV) und der Kölner Web­shop-Zertifizierer Trusted Shops verlangen heute schon, dass ihre Mitglieder ein freiwilliges Widerrufsrecht einräumen, allerdings nach ­weniger strengen Maßstäben, als sie das europäische Recht verlangt. Besonderheiten gibt es auch bei Preisauszeichnungen: In der Schweiz müssen Endverbraucherpreise grundsätzlich ­inklusive Versandkosten angegeben werden.

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Vor- und Nachteile der Verbraucherrechterichtlinie

30.07.2013, 13:21

Aus Sicht der Online-Händler bringt die EU-Verbraucherrechterichtlinie einige Vor- und Nachteile mit sich. INTERNET WORLD Business hat sie zusammengefasst.

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Die EU-Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) bringt etliche Veränderungen mit sich, die ab 13. Juni 2014 in Deutschland gelten. Die neuen Regelungen, die unter anderem die Informationspflichten und das Widerrufsrecht sowie Kundenhotlines, Bezahlarten und den Auslandshandel betreffen, bringen für Webshop-Betreiber auch einige Vor- und Nachteile mit sich.

Vorteile

  • Für die gesamte EU ist eine einheitliche Muster-Widerrufsbelehrung vorgesehen. Zudem beträgt die Widerrufsfrist dann in allen Mitgliedsstaaten 14 Tage ab Erhalt der Ware.
  • Die 40-Euro-Klausel entfällt. Die Händler können künftig die Rücksendekosten dem Verbraucher unabhängig vom Warenwert auferlegen.
  • Bei der Rückabwicklung darf der Händler künftig die Rückzahlung solange verweigern, bis er die Ware vom Verbraucher zurückerhalten hat.
  • Zukünftig wird die Versandkostenangabe in den Fällen erleichtert, in denen die Kosten "vernünftigerweise" nicht im Voraus berechnet werden können.

Nachteile

  • Die neue Muster-Widerrufsbelehrung muss nach Kriterien gestaltet werden, die zum Bestellzeitpunkt teilweise noch nicht vorhersehbar sind (z.B. ob eine Teilsendung notwendig ist oder nicht).
  • Der Händler muss in Zukunft die Rücksendekosten bei nicht paketversandfähiger Ware exakt beziffern.
  • Kosten für Kunden-Hotlines, die für Anfragen zu geschlossenen Verträgen eingerichtet werden, dürfen nicht mehr über die Grundtarife hinausgehen.
  • Die Angaben zum Lieferzeitpunkt werden verschärft. In Zukunft ist anstelle der Lieferzeit der exakte Liefertermin (Datum) zu benennen.

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Branchenreport "Online-Handel 2013"

30.07.2013, 11:49

Der Verdrängungswettbewerb im Internet wird weiter zunehmen, prognostiziert der Branchenreport “Online-Handel 2013″ – obwohl derzeit noch alle Online-Vertriebsformen wachsen können. Bereits jetzt zeichne sich ein leichter Rückgang der Marktanteile von Herstellern und Katalogversendern ab. Gewinner sind die Online Pure Player.

(Foto: Fotolia.com/pressmaster)

Das Online-Marktvolumen ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 15 Prozent gewachsen. Dabei sind die unterschiedlichen Vertriebsformen am Markt sehr unterschiedlich erfolgreich, wie der Branchenreport "Online-Handel 2013" des Instituts für Handelsforschung IFH Köln zeigt. Den größten Umsatz und das stärkste Wachstum erzielten demnach im Jahr 2012 die Internet Pure Player, die ihre Produkte ausschließlich online verkaufen – mit einem Anteil von 35,4 Prozent am Online-Handel. An zweiter Stelle stehen die stationären Händler Online (29,3 Prozent). Online-Katalogversender wie Otto oder Baur kommen nach weiteren Umsatzeinbußen nur noch auf einen Internet-Anteil von knapp 24 Prozent.

Der Online-Verdrängungswettbewerb werde weiter zunehmen, prognostiziert der Branchenreport "Online-Handel 2013" – obwohl derzeit noch alle Online-Vertriebsformen wachsen können. Bereits jetzt zeichne sich bei den Hochrechnungen ein leichter Rückgang der Marktanteile von Herstellern und Katalogversendern ab.

"Anders als es sich vor kurzem noch andeutete, konnten die Stationären Händler Online das Wachstum der Pure-Player nicht nachhaltig bremsen. Umgekehrt ist es sogar so, dass erste Pure-Player im Gebiet der stationären Händler wildern und ihr Online-Angebot durch Filialen ergänzen", so Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln. So sei beispielsweise der Spielwarenhändler myToys.de stationär bereits stark vertreten. Wie sehr Internet Pure Player tatsächlich auch dem stationären Handel Marktanteile streitig machen können, bleibe aber abzuwarten: "Die Kanalvorteile, die die Internet Pure Player online gegenüber anderen Anbietern haben, können die stationären Händler offline ebenfalls ausspielen", so Heinick weiter.

Ein Blick in die Zukunft zeige, dass alle großen Vertriebswege aus dem anhaltenden Online-Boom Nutzen ziehen können. Die Experten des IFH prognostizieren, dass bis 2017 alle Vertriebsformen mit Wachstumsraten rechnen können. Mit einem Plus von 13,8 Prozent werden aber weiterhin die Internet Pure Player am stärksten wachsen. Der Anteil der Versender am Gesamtmarkt werde dagegen weiter abnehmen. Demzufolge bedrängt das Internet nicht nur den stationären Handel, auch der Wettbewerb der Online-Vertriebsformen untereinander verschärft sich.


IFH RETAIL CONSULTANTS, 2012 Hochrechnung

Quelle: IFH RETAIL CONSULTANTS, 2012 Hochrechnung (H), 2013-2017 Prognose (P)

Beim Einkaufserlebnis haben stationäre Läden gegenüber Webshops allerdings noch die Nase vorn, wie eine Umfrage des ECC Köln zeigt. Für rund 46 Prozent der befragten Konsumenten ist das Einkaufserlebnis im Ladengeschäft sogar deutlich schöner als online.

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Informationspflichten ab Juli 2014

26.07.2013, 11:18

Mit der Umsetzung der EU-Verbraucherrechterichtlinie ändern sich auch die Informationspflichten für Online-Händler. Die formalen Anforderungen an deren Erfüllung normiert der neue Artikel 246a § 4 EGBGB. Darin enthalten sind insgesamt 16 Regelungen.

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Der neue Art. 246a § 4 EGBGB normiert "Formale Anforderungen an die Erfüllung der Informationspflichten". Nach dem im Bundestag verabschiedeten Gesetzesentwurf bleibt die bestehende Differenzierung in vor- und nachvertragliche Informationspflichten bestehen. Demnach müssen Händler dem Verbraucher vor Abgabe seiner Vertragserklärung die relevanten Informa­tionen klar und verständlich und in einer dem benutzten Fernkommunikationsmittel angepassten Weise zur Verfügung stellen.

Im Zuge der Neuregelung ergibt sich eine Besonderheit aus § 312i Abs. 1 BGB für Geschäfte im elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern: Der Händler muss in Zukunft spätestens bei Beginn des Bestell­vorgangs – und somit früher als bislang – klar und deutlich angeben, ob Lieferbeschränkungen bestehen und welche Zahlungsmittel akzeptiert werden. Eine Bestätigung des geschlossenen Vertrags muss anschließend innerhalb ­einer angemessenen Frist erfolgen (§ 312f Abs. 2 BGB), spätestens aber bei der Lieferung der Waren oder bevor die Dienstleistung ausgeführt wird – und nicht wie derzeit bis zur vollständigen Erfüllung des Dienstleistungsvertrags.

Im Vergleich zum geltenden Recht haben sich die formalen Anforderungen an diese Bestätigung ­geändert. So muss die Bestätigung alle Fernabsatzinformationen enthalten, es sei denn, der Unternehmer hat diese bereits vor Vertragsschluss auf einem dauerhaften Datenträger in Textform zu Verfügung gestellt. Entgegen der bisherigen Regelung setzt der neue § 312f Abs. 2 BGB dabei keine "Mitteilung" und somit keinen Zugang beim Verbraucher mehr voraus.

16 Informationen

Der bereits erwähnte neue Art. 246a § 1 EGBGB enthält insgesamt sechzehn Regelungen, über die der Unternehmer den Verbraucher informieren muss. Verkürzt zusammengefasst sind das folgende Informationen:

  1. Beschreibung der wesentlichen Eigenschaften der Waren/Dienstleistungen
  2. Identität und Kontaktdaten des Unternehmers
  3. ggf. Identität und Adresse des Unternehmers, in dessen Auftrag ein Anbieter handelt
  4. Gesamtpreis der Waren oder Dienstleistungen sowie ggf. alle zusätzlichen Fracht-, Liefer- oder Versandkosten
  5. Im Falle eines unbefristeten Vertrags oder eines Abonnement-Vertrags den Gesamtpreis des Angebots
  6. Kosten für den Einsatz der für den Vertragsabschluss genutzten Fernkommunikationstechnik (zunm Beispiel Kunden-Hotline)
  7. Zahlungs-, Liefer- und Leistungsbedingungen, inkl. Liefertermin und ggf. das Verfahren des Unternehmers für den Umgang mit Beschwerden
  8. Bestehen eines gesetzlichen Mängelhaftungsrechts für die Waren
  9. Bestehen und die Bedingungen von Kundendienst, Kundendienstleistungen und Garantien
  10. ggf. bestehende einschlägige Verhaltenskodizes gemäß der EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken
  11. Laufzeit des Vertrags oder die Bedingungen der Kündigung unbefristeter Ver­träge oder sich automatisch verlängernder Verträge
  12. ggf. Mindestdauer der Verpflichtungen, die der Verbraucher mit dem Vertrag ­eingeht
  13. ggf. Informationen zur Stellung einer Kaution oder die Leistung anderer finanzieller Sicherheiten
  14. ggf. Funktionsweise digitaler Inhalte
  15. ggf. Kompatibilität digitaler Inhalte mit Hard- und Software
  16. ggf. Möglichkeit des Zugangs zu einem außergerichtlichen Beschwerde- und Rechtsbehelfsverfahren

Sanktionen bei Nichteinhaltung

Grundsätzlich überlässt es die neue EU-Verbraucherrechterichtlinie (VRRL) den Mitgliedstaaten, die Sanktionen für die Verletzung der vorvertraglichen Informationspflichten auszugestalten. Eine Vor­gabe lautet nur, dass diese wirksam, angemessen und abschreckend sein müssen. Hier werden noch Details zu klären sein. Vor allem bei den Informationspflichten über Kosten und Entgelte ist besondere Vorsicht geboten. So kann der Unternehmer gemäß § 312e BGB vom Verbraucher die Übernahme der Fracht-, Liefer- oder Versandkosten und sonstigen Zuschläge nur verlangen, soweit er den Verbraucher über diese Kosten entsprechend informiert hat. Der Verbraucher muss selbst dann nicht für die Lieferung bezahlen, wenn er ausdrücklich zugestimmt hat, "die üblichen Versandkosten" zu tragen, sofern der Händler den genauen Preis – obwohl bekannt – nicht vor Vertragsschluss angegeben hat.

Darüber hinaus bedingen die Neuregelungen zum Widerrufsrecht, die mit der VRRL einhergehen, eine Reihe von Anpassungen, so zum Beispiel was die Mustertexte zur Widerrufsbelehrung betrifft. Dieser Bereich des Fernabsatzrechts hat in der Vergangenheit für unzählige Abmahnungen und Rechtsstreitigkeiten gesorgt. Um nach der Umstellung auf die neuen VRRL-konformen Regelungen auf der ­sicheren Seite zu sein, sollten die Änderungen sorgfältig beachtet werden.

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Online-Händler setzen kein Tracking ein

02.07.2013, 15:18

Knapp die Hälfte der Online-Käufe wird auf den Bezahlseiten abgebrochen. Und mehr als die Hälfte der Händler erfasst nicht, an welchen Stellen die Kunden ihr Angebot verlassen. Das ist das Ergebnis einer Befragung unter 300 E-Commerce-Betreibern.

(Foto: istockphoto/pagadesign)

Obwohl Online-Händlern durch verwaiste Warenkörbe viel Umsatz entgeht, wissen 60 Prozent nicht, wo ihre Kunden während des Bezahlvorgangs abspringen. Diejenigen E-Commerce-Betreiber, die das Besucherverhalten auf ihrer Website tracken, geben an, dass 46 Prozent der  Einkäufe auf den Bezahlseiten abgebrochen werden. Das hat der Paymentanbieter Sage Pay für seinen "E-Commerce-Benchmark Report für Onlinehändler" ermittelt.

Knapp über die Hälfte der deutschen Onlineshops setzen Social Media ein (54 Prozent). Für mobile Geräte haben 45 Prozent ihre Shops optimiert. Immerhin macht aber bereits ein Viertel der Händler zwischen 20 und 40 Prozent ihrer Umsätze über den mobilen Kanal.

Der Großteil der Studienteilnehmer hält die Grenzenlosigkeit des Web für eine Chance: Mehr als 90 Prozent der Händler sehen in der internationalen Expansion ihres Angebots ein großes bis mittleres Umsatzpotential (93 Prozent). Allerdings halten 58 Prozent der Händler die Logistik über die Landesgrenzen hinweg für eine Herausforderung, gefolgt von Kommunikationsschwierigkeiten (54 Prozent) und Rechtsunsicherheiten (51 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer wurden in den vergangenen zwölf Monaten bereits Opfer von Betrug im Internet. Dennoch investieren 50 Prozent der Onlinehändler weniger als 500 Euro pro Jahr für Sicherheitsmaßnahmen. Gerade die Absicherung von Kreditkarten-Transaktionen im deutschen Onlinehandel lässt noch zu wünschen übrig: Mehr als ein Fünftel der Händler gab an, die Sicherheitsstandards nicht zu erfüllen, während 46 Prozent nicht genau wussten, wie sicher ihre Bezahlvorgänge sind. Die Internet-Umfrage wurde im Frühjahr 2013 im Auftrag von Sage Pay von TÜV Saar NetResearch unter 300 Online-Händlern durchgeführt.

Der deutsche Onlinehandel hat sich übrigens als dominantes Versandhandelsvehikel durchgesetzt. Im ersten Quartal 2013 wurden 80 Prozent des Versandhandelsumsatzes durch den E-Commerce generiert.

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Square startet E-Commerce-Marktplatz

26.06.2013, 9:27

Square betritt Neuland. Der mobile Bezahlanbieter, der bisher dafür bekannt war, stationären Geschäften das digitale Abwickeln von Verkaufsvorgängen zu ermöglichen, startet einen E-Commerce-Marktplatz. Dort können stationäre Händler ihr Angebot auch im Netz an ihre Kunden bringen.

(Foto: Square.com)

Square Marketplace ist ein digitaler Handelsplatz, auf dem Verkäufer, die bisher ausschließlich über Ladengeschäfte gehandelt haben, neue Kunden finden können. "Wir machen den Handel für alle einfacher, indem wir einen Onlinemarktplatz einrichten", zitiert The Next Web Ajit Varma, Squares Director of Discovery. "Der Square Market macht lokale Unternehmen nicht nur für Kunden am anderen Ende der Straße, sondern im ganzen Land zugänglich." Der virtuelle Handelsplatz startet zunächst in den USA.

Der Auftritt im virtuellen Marktplatz soll für lokale Geschäfte einfach und kostengünstig sein: Die Einrichtung eines Shops mit Profil, Fotos und Verkaufsartikeln ist bei Square kostenlos. Geld macht der Bezahlanbieter über eine Kommission von 2,75 Prozent Umsatzbeteiligung. Die finanziellen Transaktionen werden von Square abgewickelt, Verpackung und Versand liegen in der Verantwortung der Onlineshops.

Reagiert Square mit dem Vorstoß in den E-Commerce auch auf die wachsende Konkurrenz in seinem angestammten Payment-Bereich? Neben Square als Vorreiter haben sich mittlerweile ja auch Sumup, Payleven und iZettle als mobile Bezahloptionen etabliert. Selbst Google und Paypal sind mit eigenen mobilen Payment-Lösungen in den Markt eingestiegen. Angesichts dieser Entwicklung hat Square in den letzten Monaten unter anderem auch in Hardware investiert. Neben seinem ursprünglichen Mini-Kassensystem, bei dem das iPhone zur Kasse wurde, stellte das Unternehmen im Mai 2013 den sogenannten Square Stand vor, der das iPad zur Supermarktkasse macht.

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E-Commerce-Umsatz in Deutschland

17.05.2013, 8:43

Der Versandhandel brummt. Und die online-basierten Händler haben den Löwenanteil daran: Vier Fünftel des Gesamtumsatzes wurden im ersten Quartal 2013 durch E-Commerce generiert. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr.

(Foto: fotolia.com/Mitarart)

Insgesamt 10,7 Milliarden Euro setzten die Online- und Versandhändler im ersten Quartal 2013 um. Die Branche verzeichnet damit ein Umsatzplus von 19,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das ergab die Untersuchung "Interaktiver Handel in Deutschland" des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh). Der Onlinehandel allein erwirtschaftete einen Umsatz von 8,7 Milliarden Euro, ein Plus von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anteil von 82 Prozent des Gesamtumsatzes, im ersten Quartal 2012 waren es 71 Prozent.

Die umsätzstärksten Bereiche:

  • Bekleidung/Textilien/Schuhe: 3,3 Milliarden Euro (plus drei Prozent)
  • Bücher, Bild- und Tonträger: 1,9 Milliarden Euro (plus 121 Prozent)
  • Unterhaltungselektronik/Elektronikartikel: 939 Millionen Euro (minus sieben Prozent)
  • Haushaltsgeräte/Haushaltswaren und Kleinartikel: 664 Millionen Euro (plus 48 Prozent)
  • Hobby, Sammel- und Freizeitartikel: 390 Millionen Euro (minus 32 Prozent)
  • Weiterhin große Umsatzsteigerungen im Vergleich zum ersten Quartal 2012 legte die Warengruppen Tierbedarf hin (auf 200 Millionen Euro), Spielwaren (auf 309 Millionen Euro) und Drogerieartikel, Kosmetik und Parfum (auf 305 Millionen Euro).

    "Der Erfolg des Interaktiven Handels ist ungebremst und die Branche schreitet mit großen Schritten voran", sagt Christoph Wenk-Fischer, bvh-Hauptgeschäftsführer. "Umso wichtiger ist es, herausfiltern wo der Umsatz der Branche erwirtschaftet wird beziehungsweise wie die Kaufkanäle sich zueinander verhalten." Zu diesem Zweck hat der bvh sich für die Studienauswertung mit der GIM-Gesellschaft für innovative Marktforschung und dem E-Commerce-Experten ChannelAdvisor zwei neue Partner ins Boot geholt und die Methodik der Studie überarbeitet: Für die Untersuchung werden nunmehr statt 30.000 Verbrauchern 40.000 Konsumenten befragt – und das sowohl telefonisch als auch online. Außerdem gibt es eine genauere Differenzierung der Verkaufskanäle des interaktiven Handels innerhalb der Studie.

    Auch in den USA verzeichnete der Onlinehandel im ersten Quartal des laufenden Jahres Umsatzsteigerungen. Dennoch hat Europa den USA mittlerweile den Rang als Wachstumsmarkt abgelaufen, wie eine Forrester-Studie feststellte.

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