Facebook kann aufatmen

13.08.2012, 13:10

Im November letzten Jahres verpflichtete sich Facebook dazu, bestimmte Änderungen an den Privatsphäreeinstellungen nicht mehr ohne Zustimmung der User durchzuführen. Jetzt bekam der Streitfall mit der US-amerikanischen Handelskommission FTC neuen Zündstoff: Einer der fünf FTC-Kommissare lehnte die 2011 getroffene Vereinbarung strikt ab, da Facebook darin die Vorwürfe weiter von sich weisen durfte.

Facebook kann aufatmen (Foto: istock/gmutlu)

Eigentlich war die Akte längst geschlossen: 2009 ermittelte die amerikanische Wirtschaftsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) gegen Facebook aufgrund von Änderungen der Datenschutzregeln und dem Nicht-Einhalten von Datenschutzversprechungen. Im Zuge einer Einigung erklärte sich das Unternehmen im November 2011 zu weitreichenden Auflagen bereit, wie etwa der Verpflichtung, künftig die Zustimmung der Nutzer zu Änderungen in der Privatsphäre einzuholen.

Doch das war dem FTC-Kommissar J. Thomas Rosch nicht genug. Wie der Focus berichtet, kritisierte Rosch vergangenen Freitag, die Vereinbarung untergrabe die Autorität der Kommission, da Facebook darin die Vorwürfe weiter bestreiten konnte. Außerdem bemängelte er, dass mit der Einigung zwar der Umgang mit Nutzerdaten bei Plattform selbst geregelt werde – nicht aber bei den Apps, die von anderen Firmen auf der Facebook-Seite angeboten werden.

Das Ende der neuentflammten Problematik: Die Einigung wurde mit drei Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und Roschs Ablehnung endgültig gebilligt. Damit kann Facebook die US-Datenschutzermittlungen nun beilegen. Die FTC will Focus zufolge nun prüfen, ob sie solche Formulierungen in Zukunft vermeidet.

Facebook ist nicht das einzige Unternehmen, das sich bislang der US-Handelskommission beugen musste. Aktuell steckt das Netzwerk Myspace in Schwierigkeiten: Dem Musikportal wird vorgeworfen, Nutzerinformationen unerlaubt weitergegeben zu haben.


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Hat Google auch die Privatsphäre-Einstellungen des Internet Explorers umgangen?

21.02.2012, 12:05
Googles Privatsphäreverletzungen

(Foto: fotolia.com/Julian Weber)

Der Verdacht, dass Google die Privatsphäreeinstellungen von Nutzern des Apple-Browsers Safari umgangen haben soll, ist bereits Gegenstand eines Beschwerdebriefs an die US-Handelskommission. Nun stellt auch Microsoft fest, dass der Internetgigant die Datenschutzvorgaben ihrer Internet-Explorer-Nutzer umgangen haben soll.

Google soll auch die Privatsphäreeinstellungen der Nutzer des Microsoft-Browsers Internet Explorer umgangen haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Google hinsichtlich Safari-Nutzern hat das Microsoft-Team die Einstellungen seiner User unter die Lupe genommen und dabei festgestellt, dass Google auch beim Internet Explorer die Sicherheitsvorgaben umgehe und das Nutzerverhalten mit Hilfe von Cookies nachverfolge, so das Microsoft-eigene IE-Blog.

“Wir haben herausgefunden, dass Google das P3P Privatsphärenschutz-Feature des Internet Explorers umgeht. Das Ergebnis ist ein ähnliches wie die kürzlich entdeckte Umgehung der Datenschutzeinstellungen in Apples Safari-Browser, obwohl der tatsächliche Umgehungsmechanismus von Google ein anderer ist”, so Dean Hachamovitch, Corporate Vice President, Internet Explorer im Blog.

Das Unternehmen reagierte zunächst mit einer Tracking Protection List, mit deren Hilfe IE-Nutzer die Cookie-Ablage verhindern können. Außerdem arbeite man daran, die Sicherheitseinstellungen zu verfeinern. In den USA haben unterdessen drei Parlamentarier eine Beschwerde über die Privatsphärenverletzung von Google bei Safari-Nutzern an die US-Handelskommission FTC weitergegeben.

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Privatsphäreeinstellungen auf Facebook

01.07.2010, 8:26

Facebook-Nutzer lieben die zahlreichen Apps zur Unterhaltung und Informationsübermittlung. Das soziale Netzwerk schränkt jetzt die Angaben ein, die Anwendungen zugänglich sind, wenn Nutzer eine App über das Facebook-Konto ansteuern.

Der neue Autorisierungsprozess ermöglicht den Apps lediglich Zugang zu den Informationen im Nutzerprofil, die öffentlich sind. Privat gekennzeichnete Daten im Profil bedürfen einer ausdrücklichen Zustimmung durch den betreffenden User.

“Die Verbesserungen reflektieren zwei grundlegende Überzeugungen von Facebook: Erstens gehören deine Daten nur dir selbst. Und zweitens sollte es simpel zu steuern sein, welche Informationen du teilen willst“, so Facebook-CTO Bret Taylor im Unternehmensblog. Facebook verlange von Entwicklern zudem, ungewollt zugänglich gemachte Userdaten auf Aufforderung zu löschen.

Facebook überarbeitet bereits seit mehreren Wochen seine Privatsphäreeinstellungen. Kritiker hatten dem Netzwerk vorgeworfen, der Prozess zum Festlegen der Datenzugangseinstellungen sei zu kompliziert und langwierig.

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Facebook reagiert auf Kritik an Privatsphäreeinstellungen

25.05.2010, 9:55

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg betreibt Schadensbegrenzung. Der Facebook-Chef beteuert, dass er das Feedback aus Reihen der User und der Politik auf die kürzlichen Datenschutzänderungen des sozialen Netzwerks berücksichtigen werde. Das Unternehmen habe sein Ziel verfehlt.

Die heftige Kritik an den letzten Privatsphäreänderungen und insbesondere der Instant Personalisation-Funktion auf Facebook sind an dem Unternehmen nicht spurlos vorbeigegangen, schreibt Mark Zuckerberg in der Washington Post. Sein Unternehmen habe wohl zu schnell agiert – und wolle jetzt auf die Kritik reagieren.

Während Zuckerberg nach wie vor den Standpunkt verteidigt, dass ein offenes Web mit weitesten Austauschmöglichkeiten wünschenswert sei, will er aus den jetzt gemachten Erfahrungen lernen. “Viele von Ihnen dachten, dass unsere Datenschutzeinstellungen zu komplex sind. Unsere Absicht war, Ihnen eine Fülle von abgestuften Kontrollfunktionen zu geben, aber das ist nicht das, was viele von Ihnen wollten. Wir haben das Ziel knapp verfehlt”, so Zuckerberg. In den kommenden Wochen werde das Unternehmen neue Privatsphäreneinstellungen einrichten, die nutzerfreundlicher sein sollen.

Darüberhinaus betont Zuckerberg, dass die Kontrolle über die Nutzerinformationen nach wie vor bei den Usern selbst liege. Persönliche Daten werden nicht an Dienste oder Werbekunden verkauft oder weitergegeben. Facebook bleibe weiterhin ein kostenloser Dienst.

In der vergangenen Woche hatte das Wall Street Journal aufgedeckt, dass Facebook, MySpace und weitere soziale Netzwerke Userdetails an ihre Werbekunden weitergegeben haben. Auf diese Weise konnten die Unternehmen die Namen jener Nutzer herausfinden, die auf ihre Anzeigen geklickt haben. Facebook und MySpace haben auf die Sicherheitslücke bereits reagiert und den entsprechenden Code überarbeitet.

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