Lieber keine Datenbrille

29.05.2013, 14:23

Kommt bald die Apple-Uhr? Auf der Konferenz D11 heizte Apple-Chef Tim Cook die Spekulationen weiter an. Außerdem äußerte er sich zur Datenbrille Google Glass und Apples Plänen für das TV-Geschäft.

"Ich denke, das Handgelenk ist interessant": Auf der Konferenz D11 des US-Blogs AllThingsD hat Apples CEO Tim Cook den Spekulationen über eine Apple-Uhr neuen Auftrieb gegeben. Es sei natürlich, dort etwas zu tragen, so Cook. Doch um mit einem Gerät für das Handgelenk erfolgreich zu sein, müsse man die Leute zunächst überzeugen. Genauer wollte sich der Apple-Chef nicht zu dem Thema äußern. Er räumte allerdings ein, tragbare Computertechnik würde in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Datenbrillen wie die des Konkurrenten Google betrachtet Cook dagegen mit Skepsis: "Ich kenne nicht viele Leute, die Brillen aufsetzen, ohne sie zu benötigen." Google Glass werde vermutlich ein Nischenprodukt bleiben. Eine größere Zukunft attestiert er dagegen Sensoren, die man direkt am Körper trägt. Mit Ankündigungen hielt sich Cook zwar bedeckt, dafür versprach er, Apple arbeite derzeit an einigen revolutionären Produkten und wolle seine geschlossene Plattform in Zukunft mehr öffnen – allerdings werde man dabei nicht riskieren, den Kunden ein schlechtes Produkterlebnis zu liefern.

Auch für das TV-Geschäft habe man "große Visionen", so Cook. Der Frage nach einem Apple-TV-Gerät, über das seit Jahren spekuliert wird, wich er jedoch abermals aus. Bisher sollen unter anderem die Verhandlungen mit der US-Fernsehindustrie das Projekt aufhalten.

Darüber hinaus kündigte Cook an, dass die frühere Chefin der US-Umweltbehörde, Lisa Jackson, künftig die Umweltschutz-Aktivitäten des Konzerns koordinieren wird. Damit will Apple die Probleme in den Griff bekommen, die bei asiatischen Zulieferern immer wieder im Umgang mit giftigen Chemikalien auftreten.

Auch für eine Steuerreform sprach sich der Apple-Chef erneut aus. Er plädierte für ein vereinfachtes Steuersystem mit geringeren Steuersätzen, aber weniger Ausnahmen. Das könne dazu führen, bisher im Ausland versteuerte Gewinne zurück in die USA zu holen. Apple war zuletzt wegen seiner Tricks zur Steuervermeidung in die Kritik geraten. 

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Apple in Deutschland

29.05.2013, 12:08

Durch Apples Tricks entgehen dem deutschen Staat jährlich rund 245 Millionen Euro an Steuergeldern. Das berichtete gestern Abend das ZDF-Magazin Frontal21. Außerdem wurden in der Sendung erneut die Arbeitsbedingungen bei dem Zulieferbetrieb Foxconn kritisiert.

Nicht nur in den USA, auch hierzulande vermeidet Apple durch kreative Tricks Steuern im großen Stil. Das berichtete das ZDF-Magazin Frontal21 bereits vor der Sendung am gestrigen Abend. Demnach halte das Unternehmen gesonderte Umsatzzahlen für Deutschland zwar unter Verschluss, Analysten gingen aber von einem jährlichen Gewinn von rund einer Milliarde Euro aus. Bei einer Unternehmenssteuer von 25 Prozent würde das ein Steuersoll von 250 Millionen Euro bedeuten. "Wenn wir das vergleichen mit den fünf Millionen Euro, die Apple tatsächlich bezahlt hat, sieht man, dass es hier eine Steuerlücke von 245 Millionen Euro gibt", sagt Markus Meinzer von Tax Justice Network, einer internationalen Nichtregierungsorganisation, die sich für Steuergerechtigkeit einsetzt. Dazu nutzt Apple ein komplexes Geflecht aus zu einem großen Teil im Ausland angesiedelten Firmen.

Das ist zwar ärgerlich, allerdings betonte Apple-Chef Tim Cook in diesem Zusammenhang bereits vergangene Woche vor dem US-Senat, dass sein Konzern sich an die Gesetze halte und alle nötigen Steuern zahle. Gleichzeitig kritisierte er die seiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäßen Steuergesetze der USA.  

Frontal21 kritisierte außerdem erneut die Arbeitsbedingungen bei dem chinesichen Zulieferbetrieb Foxconn. So haben Recherchen ergeben, dass dort die vorgeschriebenen Arbeitszeiten nicht eingehalten werden. Der Konzern habe zwar versprochen, die Überstunden bis zum 1. Juli 2013 auf maximal 36 Überstunden im Monat zu reduzieren, Experten bezweifeln dies jedoch.

Auch aus Brüssel droht Apple derzeit Ärger: Die EU-Kommission will die Vertriebsgeschäfte des US-Konzerns überprüfen. Damit reagieren die Wettbewerbshüter auf Beschwerden mehrerer Mobilfunk-Anbieter.

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Apple umgeht Steuern in Milliardenhöhe

21.05.2013, 8:45

Der US-Senat wirft Apple vor, durch ein Netzwerk an Firmen im Ausland Steuern in den USA vermieden zu haben. Apple-Chef Tim Cook betonte, Apple halte sich an die Gesetze, die Steuerlast in den USA hält er aber für zu hoch.

(Foto: Fotolia.de/Gina Sanders)

Der iPhone-Hersteller Apple steht in den USA wegen seiner Steuerpraxis in der Kritik: Durch ein Netz an Auslandsfirmen soll das Unternehmen in den USA Steuern in Milliardenhöhe umgangen haben, wie das Handelsblatt berichtet. Apple-Chef Tim Cook wird sich demnach am Nachmittag deutscher Zeit vor einem Senatsausschuss in Washington verantworten müssen.

Apple hat bereits auf die Vorwürfe reagiert und eine Stellungnahme veröffentlicht. Darin beteuert Cook, Apple halte sich an die Gesetze "und auch an den Geist der Gesetze" und zahle alle nötigen Steuern. Gleichzeitig kritisierte er die nicht mehr zeitgemäßen Steuergesetze in den USA und den unangemessen hohen Steuersatz für Unternehmen wie Apple. So hatte sich das Unternehmen vor kurzem 17 Milliarden US-Dollar am Kapitalmarkt geborgt, um für Dividendenzahlungen nicht auf seine eigenen Reserven zurückgreifen zu müssen. Diese liegen nämlich überwiegend im Ausland; Hätte Apple das Geld heimgeholt, hätte das Unternehmen dafür 35 Prozent Steuern zahlen müssen.

Erst vergangene Woche hat Apple eine Rekordmarke im Apple-Store erreicht: Mehr als 50 Milliarden Anwendungen wurden heruntergeladen. Die Konkurrenz ist dem Konzern allerdings dicht auf den Fersen: Auch Googles Android-Marktplatz Play verzeichnet bereits über 48 Milliarden Downloads.

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Facebook plant zweite Aktienemission in diesem Jahr

17.02.2012, 12:57
Facebook plant zweite Aktienemission in diesem Jahr

Fünf Milliarden US-Dollar will Facebook bei seinem geplanten Gang an die Wall Street erlösen – und jetzt ist schon klar, dass das Geld nicht reicht. Um Steuern auf die Gewinne aus Mitarbeiteraktien zu begleichen, könnte das soziale Netzwerk gezwungen sein, zusätzliche fünf Milliarden US-Dollar einzusammeln.

Facebook plane deshalb eine zweite Aktienausgabe noch in diesem Jahr, berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Unterlagen, die das Unternehmen bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.

Mitarbeiter und Manager halten Belegschaftsaktien und Aktienoptionen im Wert von 23 Milliarden US-Dollar, die sie sechs Monate nach Börsengang verkaufen dürfen – und auf die dann Steuern fällig werden. Diese Steuern will Facebook übernehmen – und benötigt dafür weitere fünf Milliarden US-Dollar. Die Zahlen basieren auf einem geschätzten Kurs von 45 US-Dollar.

Nicht einkalkuliert sind dabei die Aktien, die Gründer Mark Zuckerberg selbst besitzt. Dieser hält 28,4 Prozent am sozialen Netzwerk. Für seine persönlichen Gewinne muss der CEO mit Steuern in Höhe von bis zu zwei Milliarden US-Dollar rechnen.

Facebook hat Anfang Februar seine Zulassung an der Börse beantragt. Im Prospekt nennt das Unternehmen folgende Zahlen: Das soziale Netzwerk hat gegenwärtig 845 Millionen Mitglieder, von denen 483 Millionen täglich aktiv sind. Der Umsatz 2011 betrug 3,7 Milliarden US-Dollar, der Gewinn eine Milliarde US-Dollar. Weitere wichtige Anteilsinhaber neben Zuckerberg sind die Investoren James Breyer mit 11,4 Prozent und Peter Thiel mit 2,5 Prozent, sowie Mitgründer Dustin Moskovitz, der 7,6 Prozent an Facebook hält.

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