Amazon Marketplace: Suchtgefahr für Händler?

19.03.2015, 10:05

Online-Marktplatz

Für Hersteller ist der Marketplace mit Vorsicht zu genießen: Er wird immer mehr zur Suchmaschine, lässt Einnahmen schnell wachsen – und kann abhängig machen.

Amazon Marketplace: Suchtgefahr für Händler?

(Quelle: shutterstock.com/Chuckcha)

Einkaufsmacht in Zahlen: Weltweit 270 Millionen Verbraucher sind bei Amazon registriert. In Deutschland besuchten im Oktober 2014 knapp 25 Millionen Nutzer Amazon Marketplace.

Von der Windel bis zum Kaugummi, vom Abendkleid bis zum Zirkel – hier finden sich mehr als zwei Milliarden Produkte.

Etwa zwei Millionen Hersteller und Händler nutzen den Amazon Marketplace als Verkaufskanal. Und in den USA starten 39 Prozent den Einkauf mit einer Suche bei der Produktsuchmaschine.

Amazon verführt die Hersteller durch Vielfalt und Reichweite – das birgt Sucht­potenzial: “Wer erfolgreich bei Amazon verkauft, realisiert schnell zweistellige Millionensummen”, beobachtet Marcus Diekmann, Geschäftsführer von E-Commerce-Analyst Shopmacher. “Danach fällt es schwer, wieder auf Amazon zu verzichten.”

Wachsende Abhängigkeit durch den Marketplace

Die wachsende Abhängigkeit nutzt Amazon aus. Nach den Verlagen beklagen sich jetzt zunehmend Hersteller, Amazon verlange hohe Einkaufsrabatte. Der Wettbewerb auf dem Amazon Marketplace verschärfe außerdem den Preisdruck – und das nicht nicht nur online, weil der stationäre Handel nachziehe. Nicht umsonst sieht Masami Yamamoto, Chef des Technologiekonzerns Fujitsu, Amazon als “Gefahr für das eigene Geschäft”.

Handelsforscher Gerrit Heinemann, Professor an der Hochschule Niederrhein, beklagt die mangelnde Vorsicht: “Amazon birgt Risiken.” Olaf Rotax, Geschäftsführer der Hamburger D-Group, warnt ebenfalls vor Gefahren: “Viele Hersteller sehen nur die kurzfristigen Chancen, betrachten Amazon nicht strategisch und verkennen die Risiken.”

Er rät: “Hersteller sollten auf den substanziellen Umsatzbringer nicht verzichten, aber daneben in weitere Partner investieren.”

Alles anbieten und verkaufen

Amazon ist getrieben von seiner eigenen Verkaufsstrategie: Als Marktplatzbetreiber tritt das Unternehmen auch selbst als Händler auf und lässt sich ausschließlich von Kundenwünschen treiben. Amazon will zum “Shop for Everything” werden und Verbrauchern das breiteste Sortiment, günstige Preise und einen komfortablen Einkauf bieten.

Dafür werden Händler und Hersteller zuerst durch gute Konditionen sowie praktische Services auf den Amazon Marketplace gelockt. Vom Hosting des Shops über Logistikdienstleistungen bis zur Abwicklung von Rechnungen und Retouren übernimmt Amazon fast alle Aufgaben eines Händlers im Backend.

Die Strategie geht auf: Vielfalt bindet einerseits Konsumenten. Andererseits sichert sich Amazon die Kontrolle über die Servicequalität – und verbessert sie laufend. Der Konzern investiert stetig in Logistik, Technik, auch in Lieferdienste – allein 2014 rund 20 Milliarden US-Dollar. Bei Umsätzen von fast 90 Milliarden Dollar geriet Amazon dadurch zwar in die roten Zahlen und wies einen Verlust von 241 Millionen US-Dollar aus,

Durch Service erhöht Amazon unter Kunden wie Herstellern die Sucht nach dem Marktplatz – und konzentriert so immer mehr Marktmacht. Beispiel Deutschland: Amazon setzte 2014 hier 10,8 Milliarden Euro um. Dazu addieren sich noch die Erlöse von rund 40.000 Anbietern auf dem Marktplatz, die sich nach Angaben des Berliner Start-ups Marketplace Analytics auf bis zu elf Milliarden Euro belaufen. Folglich steht Amazon heute in Deutschland für rund 22 Milliarden Euro E-Commerce-Umsatz – das sind mehr als 56 Prozent.

Marktmacht aufbauen – Konditionen diktieren

Wer sich als Hersteller auf Amazon verlässt, kann seinen Kunden zwar eine ­Menge Service bieten, muss aber mit hartem Gegenwind rechnen: zuallererst von Amazon als Händler. “Weniger bekannte Marken, die erfolgreich auf dem Marktplatz verkaufen, laufen Gefahr, dass Amazon ­Ersatzprodukte importiert und anbietet”, sagt Berater Diekmann. Das Risiko ist bei Alltagsprodukten besonders hoch.

Sporthändler Philipp Puttkammer berichtet im Buch “Amazon – die Millionärsfabrik“, wie der Marktplatzbetreiber seinen Nordic-Walking-Stöcken, Schuhspikes und Slacklines eigene Angebote entgegenstellte: “Gute Deals mit Lieferanten abschließen, ist der Job von Einkäufern”, sagt Puttkammer, “Amazon will möglichst ­viele gefragte Produkte führen.” Er hat sich mit dem Konkurrenten abgefunden und versucht, vorhandene Lücken bei Sportgeräten zu füllen.

Marken indes werden auf dem Amazon Marketplace gleich mehrfach in die Zange genommen: Kann Amazon als Händler große Mengen ihrer Waren absetzen, müssen sie sich auf Dauer beim Aushandeln von Rabatten warm anziehen. “Seit zwei Jahren wächst der Konditionendruck sehr stark”, stellt Marcus Fost, Geschäftsführer von Fostec Commerce Consultants, fest.

“Vorher ­waren Konditionen nicht so wichtig, weil Amazon in vielen Ländern und Segmenten Kategorien und Reichweite aufbaute.” Gegenwärtig steigt der Druck besonders bei Elektronik, Werkzeugen, Haushaltswaren sowie bei Möbeln.

Alternativen schaffen

Gut, wer vorausschauend agiert und rechtzeitig nach Alternativen sucht. “Eine ausgewogene E-Commerce-Strategie von Herstellern”, erläutert Rotax, “besteht aus eigenem Online-Geschäft, Kooperationen mit Pure Playern, Multichannel-Händlern und regionalen Spezialisten.”

Immerhin: Für viele Wünsche gehen die Kunden noch in die Geschäfte, Einzelhändler bieten Online-Bestellung, Reservierungs- oder Lieferservices und machen Marken online sichtbar. Ebay oder T-Mall sind internationale Größen, Online-Shops oder regionale Spezialisten reduzieren Abhängigkeiten.

Den Marken droht auch ein Preisverfall, weil weitere Händler ihre Waren auf dem Amazon Marketplace verkaufen: “Dann nähert sich die Preisentwicklung dem Einkaufspreis an”, sagt Alexander Graf, Betreiber des E-Commerce-Blogs Kassenzone.de. Die Vergleichbarkeit der ­Angebote setzt eine Spirale in Gang. Um sich ­Vorteile zu verschaffen, senken die Händler die Preise. Dabei ist Amazon selten Treiber, im Gegenteil – das Unternehmen befindet sich beim Preis oft im Mittelfeld.

Wollen sie den Preisdruck mindern, müssen Hersteller den Wettbewerb auf Amazon Marketplace eindämmen und mit ihren Partnern neu verhandeln. “Selektive Vertriebssysteme sind sicher schwer einzurichten, aber möglich”, rät Heinemann. “Es heißt nicht ohne Grund ,Vertragshändler‘”.

Graf fordert darüber hinaus eine Neubewertung der Plattform: “Amazon ist kein klassischer Handelspartner wie Metro oder Großhändler”, sagt er. “Amazon ist ein Marktplatzsystem – wie Google; stark automatisiert und von Algorithmen getrieben.”

Der Marktplatz sollte wie eine Suchmaschine mit optimierten Inhalten gefüttert werden, sollen darauf Angebote sichtbar werden und auf den Spitzenplätzen platziert sein.

Für Kunden erhöht Amazon den Suchtfaktor, in dem das Unternehmen ständig Marktplatz­daten auswertet: um sich selbst als Anbieter zu positionieren, aber auch, um die besten Angebote in den sogenannten Buy-Boxen unter dem Warenkorb zu stellen, auf die viele Käufer klicken. Wer diese Spitzenplätze bekommt, entscheidet ein Algorithmus – und der wird bestens gehütet.

Amazon Marketplace erfordert Optimierung

Streit ist programmiert: Als Betreiber des Marktplatzes bestimmt Amazon den ­Algorithmus für die beste Platzierung, von der das Unternehmen als Händler selbst profitiert. Wer stellt sicher, dass Amazon sich nicht selbst bevorzugt? “Da besteht Poten­zial für einen Interessenkonflikt”, sagt Franz Jordan, Mitgründer von Marketplace Analytics. “Für einen funktionierenden Marktplatz ist es entscheidend, Käufer und Anbieter zufriedenzustellen.”

Solange der Konflikt schwelt, heißt es für Hersteller, Amazon mit den eigenen Waffen zu schlagen: ständig das Geschehen zu beobachten, Daten auszuwerten und die Produktbeschreibungen so zu optimieren, dass der Platz in der Buy-Box möglichst oft sicher ist. Dabei ist auf Keywords, Fotos, Texte sowie die Konditionen beim Kauf zu achten. “Amazon lässt sich genauso beeinflussen wie Google”, macht Graf Mut.

Alternativen suchen, sich dem Wett­bewerb mit anderen Anbietern stellen, Warenbeschreibungen optimieren: Wer die wachsende Marktdominanz und auch die Systematik des Marktplatzes begreift, kann sich gegen die Sucht wehren.

Und er wird bald erkennen, dass der Verkauf auf dem Amazon Marketplace längst keine Aufgabe mehr allein für Vertriebsmitarbeiter ist, sondern zur Chefsache werden sollte und in die strategischen Vorgaben des Unternehmens gehört.

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Gehört werden im SEO-Lärm

18.03.2015, 10:37

SMX 2015

Je mehr Unternehmen ins Suchmaschinenmarketing investieren, umso schwieriger wird es, sich von der Masse abzuheben. Rand Fishkin gab auf der SMX 2015 Tipps, wie das gelingt.

MOZ-Gründer Rand Fishkin

MOZ-Gründer Rand Fishkin
(Quelle: Moz.com)

Die Aufmerksamkeit des Nutzers zu gewinnen gehört zu den größten Herausforderungen überhaupt. Wie schafft man es, im Lärm der Masse nicht unterzugehen und gehört zu werden? Darüber sprach MOZ-Gründer Rand Fishkin in seiner Präsentation auf der SEO-Messe Search Marketing Expo (SMX) in München.

Um aufzufallen, sei es wichtig, Wege zu gehen, die noch nicht alle anderen gegangen sind. Dazu gehöre es zum Beispiel, in Formate zu investieren, die andere vermeiden. “Je einfacher Inhalte geschaffen werden können, desto schwieriger ist es, damit aufzufallen”, so Fishkin. Bilder können ein wichtiges Mittel zum Erfolg sein: Die am schnellsten wachsenden sozialen Plattformen – Pinterest, Tumblr und Instagram – basieren auf Bildern. Umso wichtiger sei es, dass die Bilder übersichtlich und informativ gemacht sind und nicht “borporate” (Mischform aus boring und corporate).

Zudem sei es wichtig, neue Formate früh zu übernehmen, während die Konkurrenz noch schläft. Werbung auf Facebook habe inzwischen einen Sättigungsgrad erreicht, so Fishkin, auf Portalen wie Instagram oder Pinterest dagegen noch nicht. Auch mit einer Mobile-First-Strategie könne man sich noch von der Masse abheben, während mobil-optimiert schon heute Standard ist. Lohnenswert könne außerdem sein, früh auf bestimmte Keywords zu setzen, bevor sie populär sind.

Und last but not least: Die Investition in die eigene Marke. “In Zukunft könnte Markenwerbung ein Teil davon sein, wie SEO-Kampagnen gemacht werden”.

Mit SEO wird der Webshop nicht nur für Besucher, sondern auch für Google attraktiv. Fünf Tipps für die Optimierung der Shop-Webseite.

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Amazon startet Shop für innovative Produkte

12.03.2015, 11:36

Exclusives

Amazon hat einen Shop für innovative Produkte von beliebten Marken gelauncht. Auf “Amazon Exclusives” sollen ausschließlich Waren verkauft werden, die es sonst nirgendwo zu bestellen gibt.

Amazon startet Shop für innovative Produkte

(Quelle: Amazon.com)

Online-Shop im Online-Shop: Amazon hat auf seinem US-Marktplatz einen Shop für innovative Produkte von populären und aufstrebenden Brands gestartet.

“Amazon Exclusives” will Unternehmen in den Vordergrund rücken, die ihre Artikel sonst nur über den eigenen Online-Shop oder stationär verkaufen. Marktplatz-Händlern steht der Bereich nicht offen.

Aktuell ist die Auswahl noch recht dürftig, es gibt vor allem elektronische Accessoires, wie Ladegeräte für Smartphones oder Handschuh mit LED-Beleuchtung sowie Spielzeug oder Sportausrüstung. Ob es den Store auch in Deutschland geben wird ist noch nicht bekannt.

Vom Abendkleid bis zum Zirkel – auf Amazon finden sich aktuell rund zwei Milliarden Produkte. Fast 40 Prozent der US-Verbraucher starten den Kauf bei Amazon. Der Marktplatz wird zur Suchmaschine und vergibt Spitzenplätze nach geheimen Algorithmen – von denen Amazon selbst profitieren kann.

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Amazon: Marktplatz und Suchmaschine

12.03.2015, 8:16

Geheime Algorithmen

Fast 40 Prozent der US-Verbraucher starten den Kauf bei Amazon. Der Marktplatz wird zur Suchmaschine und vergibt Spitzenplätze nach geheimen Algorithmen – von denen Amazon selbst profitieren kann.

Picking im Amazon-Lager

(Quelle: Amazon)

Vom Abendkleid bis zum Zirkel – auf Amazon finden sich aktuell rund zwei Milliarden Produkte. 270 Millionen Verbraucher haben sich dort registriert und bestellen regelmäßig. Viele von ihnen starten hier ihren Einkauf.

Laut Forrester Research suchen in den USA 39 Prozent der Käufer bei Amazon nach Produkten. “Amazon ist ein Marktplatzsystem, das wie Google stark automatisiert ist und von Algorithmen getrieben wird”, stellt Alexander Graf, Blogger von Kassenzone.de und Geschäftsführer von Spryker.com, fest.

Wie Google vergibt Amazon die Spitzenplätze der Suchergebnisse in den viel geklickten Buy-Boxen unter den Warenkörben automatisiert per Algorithmus. Konflikte sind programmiert, denn Amazon ist nicht nur Betreiber von Marktplatz oder Suchmaschine, sondern agiert dort auch als Händler. Amazon könnte also die eigenen Angebote beim Ranking bevorzugen.

“Grundsätzlich besteht ein Interessenskonflikt, weil Amazon Plattform und zugleich Händler auf dem Marktplatz ist”, bestätigt Franz Jordan, Mitgründer von Marketplace Analytics, einem Berliner Start-up das sich mit den Marktplatzdaten von Amazon beschäftigt und ein Analysetool zum Optimieren von Produktbeschreibungen entwickelt hat.

“Für einen funktionierenden Marktplatz ist es entscheidend, Käufer und Anbieter zufrieden zu stellen”.

Marktmacht wächst weiter

Wer auf den besten Plätzen in den Buy-Boxen steht, wird im Geheimen ausgelotet. Amazon gibt den Algorithmus nicht preis. Laut Jordan reagiert die automatische Vergabe auf Keywords, Inhalte der Produktbeschreibung sowie Kaufangaben wie Preis oder Lieferzeit.

“Für Google ist es schwieriger zu messen, ob eine Produktsuche zu einem Kauf geführt hat”, erklärt Jordan. “Amazon hingegen hat volle Transparenz und ist deshalb auch nicht zu manipulieren, es muss um die Optimierung der Produktbeschreibungen gehen”.

Abzusehen ist, dass Amazons Geheimniskrämerei in Zukunft Gerichte beschäftigen wird. Zumal das Unternehmen als “Shop for Everything” seine Dominanz überall weiter ausbaut. Beispiel Deutschland: Hier hat Amazon 2014 laut Geschäftsbericht 10,8 Milliarden Euro Umsatz erzielt.

Das wären 28 Prozent der E-Commerce-Erlöse, die der Handelsverband HDE für das geiche Jahr mit 39 Milliarden angibt. Doch als Marktmacht ist Amazon viel größer: Marketplace Analytics beziffert die Zahl der Amazon-Anbieter in Deutschland auf 40.000, die 2014 bis zu elf Milliarden Euro Einnahmen über den Amazon-Marktplatz erwirtschaftet haben.

Zu den 10,8 Milliarden Euro Umsatz von Amazon addiert ergeben sich also rund 22 Millarden E-Commerce-Umsatz in Deutschland, die über Amazon erzielt werden. Und diese machen mehr als 56 Prozent der gesamten E-Commerce-Erlöse in Deutschland aus.

Auch für alle Shopbetreiber gibt es Neues: Shopbetreiber, die auf dem internationalen Amazon-Marktplatz verkaufen, müssen ab dem 12. März 2015 neue Richtlinien für Retouren akzeptieren. Andernfalls droht ihnen der Verlust der Verkaufslizenz.

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Yahoo Suchmaschine rückt näher an Google ran

28.01.2015, 9:12

Marktreport

Durch die Partnerschaft der Yahoo Suchmaschine mit dem Firefox-Browser von Mozilla, büßt Google 2014 zum ersten Mal Marktanteile gegenüber dem Konkurrenten in den USA ein.

Yahoo Suchmaschine rückt näher an Google ran

(Quelle: shutterstock/Ken Wolter)

Laut Yahoo-Chefin Marissa Mayer ist es die bedeutendste Partnerschaft, die das Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren eingegangen ist: Seit November 2014 ist im Firefox-Browser für US-Nutzer nicht mehr Google, sondern die Yahoo-Suchmaschine als Standard vor­eingestellt. Jetzt zeigt die Partnerschaft mit Mozilla erste Auswirkungen, wie Zahlen von Statcounter belegen.

Hatte Google in den USA im November noch einen Marktanteil von 77,3 Prozent, fiel der Wert im Dezember des gleichen Jahres auf 75,2 Prozent. Das ist zwar nur ein Minus von zwei Prozentpunkten – dennoch der schlechteste Wert für Google seit 2008.

Die Yahoo Suchmaschine hingegen verzeichnete mit 10,4 Prozent einen Suchanteil, der seit fünf Jahren nicht mehr so hoch war. ­Mozillas Kooperation mit Yahoo ist auf fünf Jahre angelegt und erstreckt sich auf den Desktop- und den Mobile-Browser.

In den wichtigen Märkten Russland und China arbeitet Mozilla inzwischen ebenfalls nicht mehr mit Google, sondern mit den lokalen Anbietern Yandex und Baidu zusammen. Mit Yahoo löst sich Mozilla nun auch im US-Suchmaschinenmarkt aus der finanziellen Abhängigkeit von Google, dem einst wichtigsten Geldgeber.

Allein 2012 erhielt das Unternehmen mit 280 Millionen US-Dollar 90 Prozent seiner Einnahmen von Google. Wie nachhaltig die Neuverteilung der Marktanteile wirklich ist, wird auch davon abhängen, ob die Firefox-User nicht bald zur gewohnten Google-Suche zurückwechseln.

Google setzt auf Bewegtbild

Um für Werbungtreibende weiter attraktiv zu bleiben, setzt Google auf den Treiber Bewegtbild: Das Unternehmen misst künftig, ob Video-Anzeigen auch vom Nutzer gesehen wurden. Das betrifft der Definition des Branchenverbands Interactive Advertising Bureau (IAB) nach alle Spots, bei denen die Hälfte des Videos mindestens zwei Sekunden im sichtbaren Bereich angezeigt wurde.

Die Daten stehen allen Werbungtreibenden und Publishern zur Verfügung, die Kunden des Tochterunternehmens Doubleclick sind. Künftig sollen die Infos auch für Youtube-Werbung auf PC und Smartphone angegeben werden.

Eine Abrechnung nach der Anzahl der gesehenen Spots sei ebenfalls geplant, so Neal Mohan, bei Google Vice President für Video- und Display-Werbung. Im Lauf des Jahres will der Konzern seinen Geschäftspartnern auch mitteilen, wie lange ein Clip sichtbar war und ob der Ton abgespielt wurde.

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Neue Anteilseigner für Kimeta

27.01.2015, 11:01

Job-Suchmaschine

Der High-Tech Gründerfonds verkauft nach neun Jahren seine Anteile an Kimeta. Künftig ist die Job-Suchmaschine damit in der Hand von neun Verlagen, darunter sind sechs neue Investoren.

(Quelle: Fotolia.com/Marco2811)

Neue Anteilseigner für Kimeta: Die sechs Verlage Nürnberger Presse, Verlagsgruppe Rhein Main (VRM), Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, Mediengruppe Badische Zeitung, NWZ Mediengruppe und Schwäbisch Media steigen bei der Job-Suchmaschine ein. Das berichtet Gründerszene.de.

Die sechs Neueinsteiger übernehmen damit zusammen mit den Alt-Investoren Madsack, Mannheimer Morgen und Heilbronner Stimme die Mehrheit an dem Online-Portal und kontrollieren zusammen etwa 55 Prozent von Kimeta. Andere bisherige Finanzinvestoren, zu denen etwa der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zählen, geben ihre Kimeta-Anteile dagegen nach neun Jahren ab.

Kimeta ging 2005 an den Start und durchsucht – ähnlich dem Google-Prinzip – als Job-Suchmaschine Unternehmens- und Stellenportale nach passenden regionalen Angeboten. Aktuell können Nutzer auf über 1,7 Millionen Stellenanzeigen zugreifen. Die Suchergebnisse filtert Kimeta nach qualitativen Kriterien und Aktualität. Das Portal unterstützt zudem Unternehmen mit speziellen Angeboten im Online-Recruiting. Die Beteiligung der sechs Verlage steht noch vorbehaltlich unter der Zustimmung des Bundeskartellamts.

Wie stark der Online-Stellenmarkt im Moment an Attraktivität gewinnt, zeigt unter anderem das Beispiel Xing. Das Business-Portal gehört neben indeed.com oder Jobworld zu den größten Konkurrenten von Kimeta und hatte erst am vergangenen Freitag die Plattform Jobbörse.com für zunächst 6,3 Millionen Euro übernommen. Zudem ist gerade das neue Karriereportal 4scotty.com gestartet: Über die Plattform sollen sich Unternehmen bei IT-Fachkräften um deren Dienste bewerben.

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Xing übernimmt Jobbörse.com

23.01.2015, 10:43

Online-Stellenportale

Jobsuchmaschine fürs Business Network: Xing kauft alle Aktien der Intelligence Competence Center AG auf und erwirbt damit unter anderem das Online-Portal Jobbörse.com und dessen Suchtechnologie.

Xing übernimmt Jobbörse.com

(Quelle: Shutterstock.com/Ismagilov)

Erstmal 6,3 Millionen Euro, eventuell noch 2,4 Millionen Euro mehr: Für diese Summe erwirbt das Business Network Xing die Intelligence Comptence Center AG, die unter anderem die Website Jobbörse.com betreibt.

Im Preis enthalten ist die Suchtechnologie der nach eigener Aussage größten Online-Jobsuchmaschine im deutschsprachigen Raum, die rund 15 Millionen Domains inklusive mehr als 1,5 Millionen Unternehmens-Websites durchsucht und mehr als 2,5 Millionen Stellenanzeigen anbietet.

Für hundert Prozent der Aktienanteile bezahlt die Hamburger Xing AG zunächst einen Kaufpreis von rund 6,3 Millionen Euro. In Abhängigkeit davon, ob bestimmte operative Ziele in den jahren 2015 und 2016 erreicht werden, erhält der wesentliche Aktionär, derzeitige CEO und Gründer von Intelligence Competence Center Torsten Heissler weitere Zahlungen in Höhe von maximal rund 2,4 Millionen Euro.

Derzeit beschäftigt das Aschaffenburger Unternehmen, das seinen Sitz behalten aber in die XING AG integriert werden soll, 13 Mitarbeiter und wirtschaftet profitabel.

“Wir können unseren Nutzern künftig ein deutlich höheres Volumen und eine noch größere Vielfalt an Stellenanzeigen anbieten”, erklärt Xing-CEO Thomas Vollmoeller. “Damit erhöhen sich die Chancen und Möglichkeiten für unsere Mitglieder, den Job zu finden, der zu ihrem Leben passt.”

Profitieren sollen darüber hinaus auch Nicht-Mitglieder, so Vollmoeller – über den Stellenmarkt des Business Networks, den der Hamburger Anbieter im September 2014 gelauncht hat. Seitdem sind die Stellenanzeigen auch für User, die nicht Mitglied des Netzwerks sind, verfügbar.

Im Oktober führte Xing zudem den neuen Service ProJobs ein, mit dessen Hilfe Wechselwillige noch besser von Personalern gefunden werden sollen – für knapp 25 Euro gebühr pro Monat.

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Yandex launcht einen völlig neuen Browser

28.11.2014, 12:41

Revolutionäres Design

Ganz anders und vor allem endlich modern – so soll der neue Browser aussehen, den der russische Suchmaschinenbetreiber Yandex in einer Alpha-Version vorgestellt hat. Der Fokus liegt auf Reduzierung.

Yandex launcht einen völlig neuen Browser

(Quelle: Screenshot)

Anstatt User mit zahllosen, gleichzeitig eingeblendeten Funktionen zu überfordern, soll der Yandex.Browser, den das russische Unternehmen in einer Alpha-Version gelauncht hat, aktuellen Trends der Nutzererfahrung gerecht werden und vor allem auf Interaktion und Personalisierung setzen. Mit einem komplett neuen Design soll der Bowser allen Anforderungen der Nutzer entsprechen, schreibt Yandex in einem Blog-Eintrag.

Zu den Bedürfnissen der User, die über reines Surfen hinaus gehen, zählen zum Beispiel das Einkaufen im Internet, das Lesen fremdsprachiger Webseiten sowie das Buchen von Flügen, Zugtickets oder Hotelzimmer umfasst. Das Erscheinungsbild des Yandex.Browsers unterscheidet sich tatsächlich deutlich von gängigen Konkurrenten wie Firefox, Internet Explorer oder Google Chrome: Das Design ist stark reduziert, die Tabs befinden sich am unteren Bildschirmrand und nehmen jeweils die Farbe an, die bei der entsprechenden Webseite tonangebend ist (siehe Screenshot).


Die Website des "New Yorker" im Yandex-Browser

Die Website des “New Yorker” im Yandex-Browser
(Quelle: Screenshot)


Die Suchfunktion des Yandex-Browsers

Die Suchfunktion des Yandex-Browsers
(Quelle: Screenshot)

Bei der Search-Funktion sind verschiedene Suchmaschinen verfügbar, obwohl Yandex selbst Anbieter einer Suchmaschine ist. Sobald Nutzer eine Anfrage in die passende Leiste tippen, die auch als Eingabezeile für URL-Adressen dient, erscheint ein kleines Textfeld, das erste Details zu den Suchergbenissen einblendet. Außerdem verzichtet der neue Browser auf eine dauerhafte Anzeige der Adressleiste, stattdessen erscheint lediglich der Name der geöffneten Webseite. Um eine andere Site anzusurfen, ist ein Klick auf die Titelleiste nötig – anschließend erscheint eine Smartbox in einem Overlay, in die Suchanfragen und Internetadressen eingegeben werden können.

Die neue Alpha-Version des Browsers ist in 15 Sprachversionen, darunter Deutsch, Englisch, Russisch und Türkisch, sowie für Geräte mit den Betriebssystemen Windows oder OS X verfügbar.

Den besten Browser hat im Sommer die Stiftung Warentest gesucht und dafür elf verschiedene Kandidaten unter die Lupe genommen. Testsieger war Google Chrome, der laut dem Analytics-Anbieter AT Internet auch der beliebteste Browser europaweit ist.

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Yahoo löst Google als Suche bei Firefox ab

20.11.2014, 13:03

Neue Partnerschaft

Yahoo und Mozilla gehen eine Partnerschaft ein. Das Ergebnis: Statt Google stellt nun Yahoo die Technologie für die Standardsuchmaschine im Firefox-Browser bereit.

(Quelle: Shutterstock.com/
Alexander Supertramp)

Yahoo stellt ab Dezember die Standardsuche bei Firefox in den USA – und löst damit Google ab, dessen Vertrag mit Mozilla nach zehn Jahren ausgelaufen war. Er habe verschiedene Optionen an alternativen Anbietern von Suchmaschinendiensten überprüft, erklärte Mozillas CEO Chris Beard. Yahoos Angebot sei das beste gewesen. Dennoch legt sich Mozilla in Zukunft sich nicht mehr global auf einen Suchmaschinenpartner fest, sondern einen flexibleren Ansatz verfolgen und Suchpartnerschaften je nach Land eingehen.

Für Yahoo bietet der Fünf-Jahres-Vetrag die Chance, mehr Menschen zu erreichen. “Die Partnerschaft hilft uns dabei, unsere Reichweite im Bereich Suche zu vergrößern”, so Yahoo-CEO Marissa Mayer. Darüber will das Unternehmen mit Mozilla in Sachen Suche, Kommunikation und digitalen Inhalten kooperieren.

Vollständig beendet ist die Zusammenarbeit zwischen Mozilla und Google nicht: Google soll weiterhin die Geolocation-Angaben für Firefox liefern und auch das so genannte Safe Browsing unterstützen. Zudem können Nutzer statt Yahoo auch Google als Suchmaschine wählen.

Laut Stiftung Warentest ist der beste Browser übrigens Google Chrome. In Europa wird das auch durch die Nutzerzahlen gestützt: Chrome ist dort der beliebteste Browser, so eine Studie. Nur nicht in Deutschland. Hierzulande ist der am meisten genutzte Browser Mozillas Firefox.

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Google beerdigt Authorship-Programm

29.08.2014, 12:05

Autoren-Statistik

Bereits vor einigen Wochen hat Google damit begonnen, die Autorenbilder aus seinen Suchergebnissen zu entfernen. Jetzt hat ein Google-Mitarbeiter das Authorship-Programm für beendet erklärt.

(Quelle: Shutterstock.com/Angela Waye)

Drei Jahre nach seiner Einführung verabschiedet sich Google von seinem Authorship-Programm. Dueses bot Autoren, die Artikel im Web veröffentlichten, die Möglichkeit, diese mit ihren Userprofilen auf Google+ zu verknüpfen. Dadurch erschien in den Suchergebnissen ein Hinweis zum jeweiligen Autor und dessen Profilbild.

Leider seien diese Informationen “nicht so nützlich für unsere Nutzer wie erhofft und könnten sogar von den Suchergebnissen ablenken” , schreibt der Webmaster-Trends-Analyst John Mueller, der bei Google für das Projekt zuständig war, auf Google+. Daher habe sich der Konzern dazu entschlossen, die Autoren-Informationen nicht mehr in den Suchtreffern anzuzeigen. Auf die Reichweite von Webseiten habe dieser Schritt Tests zufolgeallerdings keinen Einfluss. Die Google+-Beiträge von Freunden und Seiten aus dem eigenen Netzwerk werden Usern laut Mueller aber weiterhin angezeigt.

Das Aus für das Autorenprogramm kommt nicht überraschend: Zunächst hatte Google damit begonnen, die Autorenbilder neben den Suchergebnissen zu entfernen, später tauchte auch die Autorenstatistik nicht mehr im Google Webmaster Tool auf.

Google hatte sein Authorship-Programm 2011 gestartet – im selben Jahr wie auch sein Netzwerk Google+. Insider brachten ein mögliches Aus des Autoren-Programm bereits in Zusammenhang mit dem Abgang des hochrangingen Google+-Managers Vic Gundotra. Gundotra hatte im April 2014 angekündigt, den US-Konzern nach fast acht Jahren zu verlassen. Daraufhin kam es zu Gerüchten, wonach der Abschied des Managers das Ende für das soziale Netzwerk bedeuten könnte. Google hat dies vehement dementiert.

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