Der große Google-Umbau

24.08.2015, 11:36

Reorganisation

Google stellt mit einer umfassenden Reorganisation die Weichen für mehr Transparenz und Flexibilität. Der Konzern bekommt eine Holding als Dach und einen neuen CEO. Die Hintergründe zum großen Umbau.

Der große Google-Umbau

(Quelle: shutterstock.com/turtix)

Der Google-Chef hat seine Probezeit bereits hinter sich. Seit Oktober 2014, so sagen Insider, führt Sundar Pichai de facto die Geschäfte des Suchmaschinenkonzerns.
Dennoch kannten bis zum 10. August 2015, dem Tag der Bekannt­gabe der größten Umstrukturierung in der Firmengeschichte, nur Google-Kenner das Gesicht des 43-Jährigen, der mit vollem Namen Pichai Sundararajan heißt.

Marissa Mayer, die heutige Yahoo-Chefin, holte den Inder 2004 zu Google, als sie in Mountain View Produktchefin war.
Pichai hatte zu diesem Zeitpunkt schon einiges erreicht: Technik-Studium am Indian Institute of Technology in Kharagpur, danach Studium in den USA, erst in Stanford, dann an der Management-Schmiede Wharton School an der Universität von Pennsylvania, ein Job als Ingenieur, dann als Berater bei McKinsey.

Als die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin im Herbst vergangenen Jahres durchblicken ließen, es werde bei Google größere Veränderungen geben, hatte niemand Pichai auf dem Zettel – obwohl er ganz offiziell die Hoheit über die gesamte Produktentwicklung des Hauses bekam.
Viele von diesen Produkten kennt Pichai wie kein Zweiter, da er deren Entstehung koordinierte.

Zu seinen ersten richtig großen Projekten bei Google gehörte die Entwicklung des Webbrowsers Chrome, der nach seiner Premiere 2009 nur wenige ­Jahre brauchte, um Microsofts Internet Explorer als Weltmarktführer abzulösen.
Weitere Meilensteine in Pichais Google-Laufbahn: Entwicklung des Betriebssystems Chrome OS, Übernahme der Web App Division, Verantwortung für die Mobil-Plattform Android, nachdem Android-Gründer Andy Rubin den Konzern 2013 verlassen hatte.

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Gruner und Jahr will Online-Medien bündeln

29.06.2012, 10:50

Digital-Umbau

G+J will sein Digitalgeschäft bündeln

(Foto: istock/alexsl)

Weg von der Dezentralität: Gruner und Jahr will sein Online-Geschäft offenbar unter einem Dach bündeln. Die Kontrolle der rund 50 Websites des Verlags soll das Gruner und Jahr Digital Center übernehmen.

Bislang hatte Gruner und Jahr die Verantwortung über die Digital-Geschäfte, die Online- und Mobile-Auftritte, den drei Verlagsgruppen Wirtschaftspresse (u.a. ftd.de), Life (u.a. brigitte.de) und Agenda (u.a. stern.de) zugeordnet. Durch eine Zusammenlegung sollen die drei Gruppen nun zentral beim G+J Digital Center gebündelt werden.

Mit der Zentralisierung verschiebt sich auch die Leitung des Online-Geschäfts. Verantwortlicher soll jetzt Axel Wüstmann sein, bislang Verlagsgeschäftsführer G+J Operations. Inwieweit die drei bisherigen Online-Chefs Christian Hasselbring, Angela Broer und Thomas Schmidt von der Änderung betroffen sind, ist unklar.

Eine offizielle Stellungnahme des Verlages steht noch aus, mögliche Gründe für die Bündelung dürften wohl Kostenersparnisse bezüglich Redaktion und Vermarktung sein.

Das Digital Center von Gruner und Jahr wurde 2011 gegründet und soll für mehr Zentralität sorgen.

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Umstrukturierung bei AOL

13.12.2011, 9:50

Webdienste und Internetzugänge unter einem Dach

Tim Armstrong hat seine Umstrukturierungspläne für AOL konkretisiert: Der CEO will das Geschäft mit den Internetzugänge mit dem der Webservices kombinieren und daraus eine „AOL Services Group“ formieren. Diese stellt eine von insgesamt vier Einheiten der reorganisierten Firma.

Reorganisiert AOL:
CEO Armstrong

Verkleinern oder Geschäftsteile abzustoßen steht nicht auf dem Plan, aber Armstrong plant derzeit die organisationelle Umstrukturierung des Internetkonzerns in vier Bereiche. Diese diene dem Zweck, die verschiedenen AOL-Angebote enger zusammenzubinden und gleichzeitig individueller an die Nutzer zu bringen, soBloomberg.

Die neu zusammengestellte Internetzugang- und Webservices-Gruppe werde unter der Leitung von CFO Arthur Minson stehen – ein Hinweis darauf, dass das Unternehmen sich finanziell stärker auf diesen Bereich konzentrieren möchte. Bei den weiteren drei Bereichen handelt es sich um die Werbeabteilung, Lokale Dienste und die Huffington Post Mediengruppe. Details über die neue Struktur von AOL werden den Firmenmitarbeitern morgen präsentiert, bevor die Änderungen dann im Januar 2012 in Kraft treten.

„AOL war in mehrere Gruppen aufgesplittet“, so Armstrong. „Wir haben nun entschieden, dass die Zusammenführung in einer einzigen Struktur mit dem selben Zusammenhalt uns dabei helfen wird, die Angebote von Registrierung bis Mail- oder Homepageangebote zusammenzubringen.“

Armstrong sitzt seit März 2009 am Ruder von AOL. Im Interview mit internetworld.de hatte Armstrong vor zwei Jahren noch die Fragmentierung des Unternehmens als erstrebenswert gesehen.

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