Facebook untersucht Gründe für das Ausblenden von Inhalten

24.07.2013, 10:12

Was gibt es zu verbergen?

“Relevanz” ist das Zauberwort, wenn es darum geht, Nutzer möglichst zielgenau mit den gewünschten Themen – und Anzeigen – zu versorgen. Facebook will nun von den Nutzern erfahren, warum diese Inhalte in ihrem Nachrichten-Feed verbergen.

(Foto: Fotolia.de/Pavel Ignatov)

Normalerweise können Nutzer auf Facebook Inhalte von bestimmten Personen oder Unternehmen verbergen lassen. Nun will das Netzwerk den Grund dafür erfahren, wenn Mitglieder bestimmmte Fotos, Updates, Anzeigen oder Mitteilungen nicht sehen wollen. "In den nächsten Monaten werdet ihr mehr Frage dazu sehen, was den Nutzern in ihrem Nachrichtenstrom gefällt – und was nicht", so Facebook Product Manager for Ads Fidji Simo gegenüber ABC News. "Wir wollen diese Technologie verfeinern, damit uns die Nutzer ihre Gründe mitteilen können, warum sie bestimmte Inhalte verbergen."

Wie genau das Ganze aussehen soll, hält Facebook noch geheim. Allerdings will das sozialen Netzwerk mit Menüs und Optionen experimentieren, die nur dann angezeigt werden, wenn Mitglieder Inhalte im Nachrichten-Feed verbergen. Ähnliches gibt es bereits hinsichtlich der Anzeigen am rechten Bildschirmrand. Wer diese ausblendet, wird gefragt, ob die eingespielte Werbung uninteressant, unangemessen oder irreführend war.

Angesichts der Tatsache, dass sich Anzeigenmanagerin Simo des Projektes angenommen hat, ist klar, dass Facebook primär an einer treffsicheren Anzeigenauslieferung arbeiten will. Zwar soll laut Simo das System auch auf andere Mitteilungsarten ausgeweitet werden, im wesentlichen scheint es jedoch darum zu gehen, die Akzeptanz für die Inhalte von Werbekunden im Nachrichtenstrom zu verbessern und damit auch die Anzahl der positiven Reaktionen darauuf zu erhöhen.

An seinem Anzeigenangebot bastelt Facebook bereits seit Monaten. So kündigte das Unternehmen im Juni 2013 an, die Fülle seiner Anzeigenformate ausdünnen zu wollen. Als erstes Anzeigenformat wurden dabei die bezahlten Suchergebnisse abgeschafft.

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Effizienz von Marketingkanälen

23.07.2013, 14:28

Effizienz von Marketingkanälen

Mit dem Internet hat sich die Anzahl der möglichen Werbekanäle in den vergangenen Jahren stark vervielfacht. Eine aktuelle Studie hat nun ermittelt, welche Marketingkanäle bei den Online- und Versandhändlern am beliebtesten sind.

(Foto: Fotolia.com/ioannis kounadeas)

Online- und Versandhändler steigern ihre Marketing-Investitionen – sowohl im Online- als auch im Offlinekanal. Allerdings glauben sie, dass sich ihr Umsatz durch den Einsatz von Onlinewerbung (77 Prozent) eher steigern wird. Lediglich 44 Prozent gehen von einer Umsatzsteigerung durch Offlinewerbung aus. Das geht aus der Händlerstudie "Effizienz von Marketingkanälen im On- und Offline-Bereich des Interaktiven Handels" hervor, die der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) und Trusted Shops veröffentlicht haben.


Quelle: bvh

Am meisten stecken die Händler in E-Mailwerbung. In diesem Bereich investieren 97 Prozent der Befragten steigend (44 Prozent) oder gleichbleibend (53 Prozent). Entsprechend bewerten sie den Kanal auch als am effizientesten. Auch Suchwortanzeigen (51 Prozent steigende Investitionen) und Produktempfehlungen (36 Prozent steigende Investitionen) werden verstärkt eingesetzt. Weniger investieren die Händler dagegen Pop-ups (50 Prozent sinkende Investitionen).

Im Offline-Bereich ist Radiowerbung der beliebteste Werbekanal unter den Befragten. Als effizienteste Offline-Kanäle nannten die Teilnehmer den Katalog und das adressierte Post-Mailing. Für die Studie haben bvh und Trusted Shops im Frühjahr 2013 erstmals 100 ausgewählte Online- und Versandhändlern zur Effizienz von Marketingkanälen im On-und Offline-Bereich befragt. Die Erhebung soll künftig im Halbjahresabstand wiederholt werden.

Eine Studie im Auftrag von Autoscout24 ergab, dass immer mehr Autohändler bei ihren Marketingaktivitäten auf Social Media setzen. Allerdings haben sie noch erheblichen Nachholbedarf.

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Ebuzzing steigert Umsatz

22.07.2013, 12:36

Starkes Wachstum

Ebuzzing hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2013 um 50 Prozent gesteigert. Vor allem die Märkte Großbritannien, Spanien, Italien und Deutschland haben der Video-Advertising-Plattform Zuwächse beschert.

(Foto: Fotolia.com/Victoria)

Die Video-Advertising-Plattform Ebuzzing vermeldet ein Umsatzwachstum von 15 Millionen Euro in der ersten Hälfte 2012 auf 23 Millionen Euro im gleichen Zeitraum 2013. Besonders stark hat sich das Geschäft demnach in Großbritannien, Spanien, Italien und Deutschland entwickelt. Insgesamt erwirtschaftete Ebuzzing im ersten Halbjahr 2013 einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von knapp 1,5 Millionen Euro.

Das im Jahr 2007 gegründete Unternehmen beschäftigt 200 Mitarbeiter und hat Standorte in New York, London, Frankreich, Italien, Deutschland, Spanien, Luxemburg, Marokko und Dubai. Das Geschäftsmodell basiert auf der Kreation und Auslieferung von Werbevideos an relevante Zielgruppen über die Platzierung in Social Media und Premium Medien. Im vergangenen Jahr hat Ebuzzing zwei neue Büros in Hamburg und Düsseldorf

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Die Grundlagen der alternativen Zielgruppenansprache

19.07.2013, 11:20

Werbemaßnahme Content Marketing

Content-Marketing-Strategien werden für Unternehmen immer wichtiger, das legen nicht nur Erfolgsbeispiele nahe, das zeigt auch eine aktuelle Studie von Facit Research. Denn mit klassischen Werbemaßnahmen wie Anzeigen, Bannern oder Spots lassen sich die anvisierten Zielgruppen immer seltener in gewünschtem Maß erreichen. Die Nutzer ignorieren die Botschaften oder – schlimmer noch – fühlen sich sogar belästigt. Marketer benötigen deshalb alternative Strategien, mit denen sie die Konsumenten erreichen und ihre Produkte oder Marken positiv darstellen können. Content Marketing oder auch Inbound Marketing ist eine Lösung dafür. Das Prinzip dahinter: Zielgruppen werden nicht über die oben genannten Werbemaßnahmen angesprochen, sondern über Inhalte, die informativ und unterhaltsam aufbereitet werden – und trotzdem für das Unternehmen und dessen Produkte oder Services werben.

Was ist was im Content Marketing?

Unter (Corporate) Branding verstehen Marketer eine Kommunikationsstrategie, die zum Aufbau einer Marke dient. Damit soll der Unternehmenswert gesteigert und bei den Kunden ein Bewusstsein für die Marke geschaffen werden. Mit Corporate Publishing sind alle internen und externen journalistischen Maßnahmen gemeint, die mithilfe von Owned Media (siehe unten) zur Unternehmenskommunikation beitragen. Relevante Zielgruppen sind dabei neben Endkunden auch Mitarbeiter, Händler, Zulieferer oder Aktionäre.

Darüber hinaus wird zwischen drei Formen der Verbreitung unterschieden. Earned Media umfasst alle Empfehlungs- und Verbreitungsleistungen, die Konsumenten erbringen, indem sie über die Marke kommunizieren. Dazu zählen Word of Mouth (WOM), Posts, Likes, Viral- und auch PR-Maßnahmen. Zu Paid Media gehören bezahlte Anzeigenwerbung, Sponsoring oder Suchmaschinenmarketing, also eher klassische Werbemaßnahmen. Und unter Owned Media wiederum werden alle Medienpräsenzen zusammengefasst, die von Unternehmen selbst kontrolliert und gesteuert werden können wie etwa eigene Websites, Blogs oder Social Media Accounts.

Ebenfalls ein geeignetes Mittel, Konsumenten von einer Marke zu überzeugen, ist das sogenannte Storytelling. Dabei wird versucht, Produkte und Marken mithilfe von Geschichten zum Leben zu erwecken und so Sympathie und Vertrauen beim Verbraucher zu erzeugen.

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Die Kleinen nicht zum Waffenkauf animieren

18.07.2013, 10:10

BGH verbietet Online-Werbung für Kinder

In einem Werbeslogan für das Internetspiel “Runes of Magic” wurden Nutzer zum Kauf von Zubehör wie Rüstung und Waffen aufgefordert. Verbotene Werbung für Kinder, fanden Verbraucherschützer und verklagten den Spielehersteller. Der BGH gab ihnen nun recht.

Kinder dürfen in Online-Spielen nicht zum Kauf von von Zubehör animiert werden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Der Schutz der Kinder erfordere, auch im Internet eine gewisse Zurückhaltung zu wahren, so die Begründung des Gerichts. Der BGH gab damit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen recht, der die Softwarefirma wegen Werbung zu dem Fantasyrollenspiel  "Runes of Magic" verklagt hatte, schreibt Stern.de.

Spieler bekommen die Software für das Spiel kostenlos, weitere Ausstattungen für ihre Spielcharaktere wie zum Beispiel Waffen können sie dazukaufen. Gameforge hatte Spielzubehör im Jahr 2009 mit diesem Slogan beworben: "Schnapp’ Dir die günstige Gelegenheit und verpasse Deiner Rüstung & Waffen das gewisse ‘Etwas’". Die Verbraucherschützer sahen darin verbotene Werbung für Kinder und verklagten den Spielehersteller. Der BGH entschied nun, dass sich der Text eindeutig auch an Kinder richte. Das gehe aus der Wortwahl hervor und der Möglichkeit per SMS zu bezahlen. In einer Stellungnahme teilte Gameforge mit, dass die Werbeaktion nicht wiederholt worden sei. Das Urteil ist ausnahmsweise noch nicht rechtskräftig.

Bei einer Prüfung von Websites mit Kinderspielen hatten Verbraucherschützer zahlreiche Unterlassungsverfahren eingeleitet: Mehr als jedes zweite Angebot fiel bei einer Prüfung durch. 

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US-Verlage setzen Video als Paywall-Alternative ein

12.07.2013, 14:01

Glotzen statt zahlen

Mehrere US-Newsseiten experimentieren mit Video-Werbung zur Refinanzierung. Statt mit Geld – wie bei einer Paywall üblich – sollen die Nutzer mit ihrer Aufmerksamkeit bezahlen. Um eine Nachricht lesen zu können, müssen sie das Werbevideo bis zum Schluss ansehen.

(Foto: Fotolia.com/javier brosch)

Bei der Frage der Finanzierung von Online-Angeboten geht bei Nachrichtenanbietern die Meinung auseinander. Während immer mehr Verlage auf Bezahlschranken setzen, testen US-Newsseiten wie Maxim, Radar Online, Guitar World und USA Today Sports Media einen neuen Weg. Anstelle Geld für redaktionelle Inhalte zu bezahlen, müssen Leser sich ein Werbevideo bis zum Ende ansehen – erst dann wird der gewünschte Artikel zum Lesen freigeschaltet. Dabei wird das System "Content Unlock" von Genesis Media verwendet, das die Interessen der Werbungtreibenden und die der Konsumenten verbinden soll, schreibt das Branchenportal Adage.com.

Den Medien geht es darum, mehr Umsatz von Lesern zu bekommen, ohne sie zum Zahlen mit Geld zu zwingen. "Wir funktionieren als weiche Bezahlschranke, die es Nutzern ermöglicht für Inhalte und Services auf elegante Weise zu bezahlen", sagt Mark Yackanich, CEO von Genesis Media – nämlich mit ihrer Aufmerksamkeit für gezielte Werbevideos: "Tatsächlich werden die Marken Sponsoren für den Konsum der Leser auf sehr direkte und einprägsame Weise." Das System gewährleiste, dass den Nutzern für sie passende Werbung ausgespielt werde, so Yackanich. Es werde auch daran gearbeitet, die Nutzer für den Konsum längerer Werbevideos mit mehreren Artikeln zu entschädigen. Die Content-Anbieter OK Magazine und Radar Online nutzten Content Unlock, um Werbevideos vor beliebten Bildergalerien, Artikeln und Videos zu schalten. Das System habe Umsatz generiert, ohne dabei Seitenbesucher zu verlieren, sagte Joe Bilmen, Digitalchef des Verlages Media Inc. in dem die Angebote erscheinen.

Positive Erfahrungen mit Bezahlschranken hat die Tageszeitung New York Times gemacht, die >2011 eine Paywall eingeführt hat. Bis Ende 2012 stieg die Zahl der Digitalabos auf 640.000. Damit verdiente die New York Times erstmals in ihrer Geschichte mehr Geld mit den Lesern als mit den Anzeigenkunden.

In Deutschland setzen Verlagshäuser mehrheitlich auf werbefinanzierte Erlösmodelle. Bei Experten stoßen Bezahlschranken für redaktionelle Inhalte im Internet nur teilweise auf Akzeptanz, wie eine Studie der Internet World Messe zum Thema Paid Content zeigt.

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Druckindustrie schrumpft – Print dennoch größter Werbeträger

05.07.2013, 15:13

bvdm erwartet Stagnation für das Gesamtjahr 2013

Im letzten Jahr konnte die deutsche Druckindustrie nicht von der Entwicklung der Gesamtwortschaft profitieren, so der Bundesverband Druck und Medien (bvdm), anlässlich der Jahrespressekonferenz am Mittwoch. 2012 konnten die knapp 9.400 Unternehmen der Branche knapp 20,5 Milliarden Euro erwirtschaften – 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr (21,05 Milliarden Euro). Auch für das aktuelle Jahr erwartet die Druckindustrie keine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

(© fovito – Fotolia.com)

Die Kapazitätsauslastung der Druckbetriebe verbesserte sich geringfügig im Jahresdurchschnitt 2012 auf 81,8 Prozent, nach 81,4 Prozent im Vorjahr. Insgesamt befindet sich die Branche immer noch in einem Strukturwandel, der die Branche zunehmend industrieller und technologieintensiver werden lässt. Gleichzeitig geht dies mit Betriebsschließungen und Arbeitsplatzabbau einher. In der deutschen Druckindustrie arbeiten derzeit rund 151.385 Mitarbeiter, das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr (2011: 154.524). Die Zahl der Betriebe verringerte sich um 3,5 Prozent auf 9.403 Betriebe (2011: 9.746). Die größten Verluste mit –7 Prozent und 2.179 Beschäftigen verzeichnen die Betriebe mit 20 bis 49 Beschäftigten.

Im Jahr 2012 lernten in den drei Ausbildungsjahren 14.722 Auszubildende einen Beruf in der Druck- und Medienwirtschaft. Die Zahl aller Ausbildungsverhältnisse sank analog zur Gesamtentwicklung der Branche um 2,22 Prozent (2011: 15.057 Azubis). Die Ausbildungsquote der Druckindustrie bleibt mit aktuell 8,89 Prozent nach wie vor überdurchschnittlich. Allerdings sind die Betriebe angesichts der unsicheren Wirtschaftslage mit der Neueinstellung von Auszubildenden zurückhaltend. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse fiel im Jahr 2012 gegenüber 2011 mit 5.445 Neuverträgen um 8,5 Prozent. Im Vorjahr 2011 hatten die Betriebe ihre Ausbildungsbemühungen noch um 3,4 Prozent (2011: 5.951) gesteigert. bvdm-Präsident Rolf Schwarz appellierte an die Betriebe, bereits mit der Ausbildung auf neue zusätzliche Geschäftsfelder zu setzen und kurzfristig das erforderliche Know-how aufzubauen.

Langfristige Zukunft dennoch positiv

Die Erzeugerpreise für Druckleistungen stiegen im Jahr 2012 um +1,1 Prozent. Sie deckten, so der bvdm, allerdings bei weitem nicht die seit Jahren stark steigenden Kosten insbesondere für Energie und Rohstoffe. Die langfristige Zukunft von Print sieht der Verband dennoch positiv: Print ist mit einem Anteil von 68 Prozent größter Werbeträger in Deutschland. Studien belegen die Vorzüge von Print gegenüber elektronischen Medien hinsichtlich Reichweite, Werbewirkung, Effizienz und Nachhaltigkeit.

Einen eindringlichen Appell richtete bvdm-Hauptgeschäftsführer Dr. Paul Albert Deimel an die Tarifpartner. Nach Ansicht des bvdm müssen Arbeitgeber und Gewerkschaft gemeinsam in kommenden Tarifverhandlungen die notwendigen Änderungen am Tarifwerk anpacken, um die Branche zukunftsfähig auszurichten und den Flächentarifvertrag zu erhalten. Gemeinsames Ziel der Tarifpartner müsse es sein, die Branche durch zeitgemäße Arbeitsbedingungen insgesamt zu stärken.

Angesichts der demografischen Entwicklung komme das System der gesetzlichen Rentenversicherung in absehbarer Zeit an seine Leistungsgrenze. Umso mehr Bedeutung werde daher in Zukunft der betrieblichen Altersvorsorge zukommen. Vor diesem Hintergrund stellen die Sozialpartner der Druckindustrie bereits seit 2002 mit dem Zukunftsfonds Medien, Druck und Papier ein leistungsstarkes Branchenmodell der betrieblichen Altersvorsorge zur Verfügung. Gemeinsam mit HDI wurde das Modell von der bisherigen Pensionskasse im vergangenen Jahr auf eine Direktversicherung umgestellt. Auch wenn die Umstellung in vielen Unternehmen noch Zeit benötigt, verspricht das neue Konzept ein Erfolg zu werden: Das Interesse an dem Branchenmodell ist groß. Der weitere Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge als leistungsfähige und effiziente Form der kapitalgedeckten Altersvorsorge könne aber nur gelingen, so Deimel, wenn die Politik hierfür den notwendigen Rahmen ohne zusätzliche Belastungen und bürokratische Vorschriften schaffe. Die geplante neue europäische „Richtlinie über Mindeststandards in der betrieblichen Altersvorsorge“ schade der betrieblichen Altersvorsorge ebenso wie z.B. die bereits umgesetzten nationalen Neuregelungen zum Versorgungausgleichsrecht.

Kritik äußerte der bvdm zur geplanten EU-Datenschutz-Grundverordnung. Der vorgeschlagene Entwurf beschneide die Werbemöglichkeiten der Industrie so enorm, dass dies gravierende Auswirkungen auf die Druckindustrie hätte. Die Forderung des bvdm lautet: Direktmarketing und die dafür notwendige Datenverarbeitung über externe Druckdienstleister muss auch weiterhin möglich bleiben. Unternehmen müssen zum Zwecke der Neukundengewinnung auch künftig auf spezialisierte Dienstleister zurückgreifen können.

Ein weiterer Irrweg seien die Forderungen in der Politik nach einer Vermögenssteuer. Deimel: „Die Belastung für die Unternehmen wäre wettbewerbsgefährdend und ruinös.“ Da die Vermögenssteuer nur in begrenztem Maß auf die Höhe der tatsächlich erwirtschafteten Gewinne Rücksicht nehme, wirke sich die Vermögenssteuer in schlechten Jahren stärker aus. Absurde Folgen entstünden bei ertragsschwachen Betrieben in der Krise: Liegen keine Erträge vor, ist die Vermögenssteuer aus der „Substanz“ des Unternehmens zu zahlen. „Print ist ein Kulturgut und unersetzlicher Informationsträger. Statt Restriktionen und Marktbarrieren muss die Politik für Stabilität von Print in seiner ganzen Vielfalt, wie Zeitungen, Zeitschriften und Büchern in Deutschland sorgen“, forderte der Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes.


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DVD riecht nach Benutzung nach Pizza

14.06.2013, 10:05

Werbeaktion nutzt thermoreaktive Farben

Mit einer besonderen Werbeaktion macht die Pizzakette „Domino´s“ in Brasilien gerade auf sich aufmerksam. Sie hat in Zusammenarbeit mit DVD-Verleihern DVDs mit thermoreaktiven Farben bedruckt und erzielt damit zwei interessante Werbeeffekte.

Quelle: Screenshot

Zum einen ändert sich nach dem Abspielen der DVD die Farbe. Aus einer ehemals grau-braunen Oberfläche wird dann die Abbildung einer Pizza mit Informationen zu Domino´s und deren Pizza-Angebot. Zum anderen wird allerdings auch ein thermoreaktiver Duftlack eingesetzt, der den Datenträger dazu noch nach Pizza riechen lässt.

Ausgewählt wurden für diese Aktion DVD-Neuerscheinungen, um ein möglichst großes Publikum anzusprechen. Zahlen zum Erfolg der Aktion liegen leider nicht vor, allerdings präsentiert Domino´s in einem Video die Aktion.

Quelle: time.com

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Mobile Mediennutzung als Werbeumsatztreiber

06.06.2013, 9:06

Steil nach oben

Das mobile Internet hat nicht nur Fuß gefasst, mittlerweile wird es sogar zum Umsatztreiber. Zum Beispiel, wenn es um Anzeigen geht. Der Werbeumsatz via Smartphones und Tablets wird in den nächsten Jahren um fast mehr als ein Viertel pro Jahr zunehmen. Doch nicht alle Branchen profitieren von der Digitalisierung.

Der Umsatz mit mobiler Onlinewerbung wächst stetig. Bis zum Jahr 2017 rechnet die Beratungsfirma PriceWaterhouse Cooper mit einer Steigerung von mehr als 27 Prozent jährlich weltweit. Dies entspräche einem Umsatz von 27 Milliarden US-Dollar – und damit einem Anteil von 15 Prozent am globalen Gesamtumsatz mit Onlinewerbung.

Die Digitalisierung hat die Medienbranche bereits erfasst. Während der Umsatz mit digitalen Medien bis 2017 um jährlich 11,9 Prozent auf 989,5 Milliarden US-Dollar steigen wird, läuft das nicht-digitale Geschäft mit einem durchschnittlichen Jahresplus von 1,6 Prozent schleppend. "Durch die immer höheren Übertragungsgeschwindigkeiten im Mobilfunknetz beispielsweise lassen sich Musik und Filme auch unterwegs auf Tablet oder Smartphone streamen – ein Download ist nicht mehr notwendig", erläutert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Die Zahlungsbereitschaft der Nutzer hält allerdings mit der Übernahme neuer Konsumgewohnheiten noch überall nicht mit: Zwar sind die Nutzer mittlerweile bereit, für Musik- und Film-Downloads zu bezahlen; beim Streaming sind die Verbraucher aber wesentlich weniger zahlungsfreudig. Während beispielsweise 22,3 Prozent der Nutzer für Film-Downloads zahlen würden, wollen das nur 11,5 Prozent für Video-via-Stream, wie die Unternehmensberatung Fittkau und Maaß in einer aktuellen Studie feststellte.

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Lukratives Nebengeschäft

05.06.2013, 14:00

Amazons Werbeumsatz steigt

Vermutlich wird der Verkauf von Werbeplätzen wohl niemals zum Hauptgeschäft von Amazon werden, aber er zahlt sich auf jeden Fall aus: Allein in diesem Jahr erwarten die Analysten einen Gesamtwerbeumsatz von über 800 Millionen US-Dollar.

Dass das Werbegeschäft Amazon nicht gleichgültig ist, konnte man an den neuen Strategien des Unternehmens in den vergangenen Jahren ablesen. Während Amazon im Jahr 2012 einen Netto-Umsatz von 610 Millionen US-Dollar mit Werbung weltweit erzielte, soll die Summe dieses Jahr noch ansteigen. In einer Prognose rechnet das Unternehmen eMarketer mit einem welteiten Gesamtwerbeumsatz von 835 Millionen US-Dollar (zum Vergrößern auf die Grafik klicken).

Den größten Umsatz erzielen dabei Anzeigen, die in oder bei den Suchergebnissen der Artikelsuche auf Amazon platziert werden; zudem spült auch Display-Werbung, die über Amazons Anzeigennetzwerk oder eigene Seiten verbreitet wird, einiges in die Kassen des Internetmarktplatzes.

Wichtigster Markt sind die USA: Dort konnte Amazon im vergangenen Jahr einen Anzeigenumsatz von 450 Millionen US-Dollar verbuchen. eMarketer rechnet im laufenden Jahr mit einem Nettoanzeigenumsatz von 660 Millionen US-Dollar. Bis 2015 soll der US-Umsatz dann schon bei 1,1 Milliarden US-Dollar liegen.

Für die Berechnung dieser Prognosen bezieht sich eMarketer auf Informationen, die den Finanzberichten des Unternehmens zu entnehmen sind, sowie den bekannten Werbestrategien und den Aussagen von Mitarbeitern Amazons. Das Unternehmen selbst führt in seinen Finanzberichten die Anzeigenumsätze nicht gesondert auf, sondern summiert sie unter "sonstige Umsätzen".

Als Herausforderung für Amazon identifiziert eMarketer die Verlagerung des Kundeninteresses auf mobile Kanäle, die sich auch bei der Auslieferung von Werbung bemerkbar machen könnte. Zwar sei Amazon bereits im mobilen E-Commerce etabliert; von Kundenseite bestehen gegenüber dem mobilen Shopping immer noch Ressentiments. Auch etwaige Reaktionen der Konkurrenz könnten die Umsatzentwicklung der Werbung auf Amazon gefährden – wenn beispielsweise Internetgiganten wie Google Partnerschaften mit Konkurrenzunternehmen schließen.

Im März 2013 hatte Amazon eine Schnittstelle für mobile Anzeigen eingerichtet, über die Entwickler Ads in ihre Apps einfügen können. Mit Hilfe der Kundendaten will das Unternehmen noch zielgerichteter die Werbung an die Verbraucher ausliefern.

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