Werbewirkung bei Facebook messen

23.01.2013, 9:56

Neue Optimierungsmöglichkeiten

Facebook bringt ein neues Optimierungstool für Marketer heraus. Mit Hilfe von Daten zu Nutzeraktivitäten bekommen Werbetreibende besseren Einblick in die Wirksamkeit ihrer Anzeigen im sozialen Netzwerk.

Die Konversionsmessung richtet sich an Werbetreibende. Die Rendite der jeweiligen Werbeaktivitäten auf Facebook wird untersucht, indem relevante Nutzerreaktionen wie beispielsweise eine Registrierung auf den Kundenseiten oder abgeschlossene Käufe ausgewertet werden. Darüber hinaus können Marketer ihre Anzeigen auf Tausend-Kontakt-Preis-Basis an solche Nutzer ausliefern lassen können, die sich als besonders konversionsfreudig erweisen haben. Facebook Studio zufolge lassen sich die Werbekosten mit dieser Funktion um bis zu 40 Prozent im Vergleich zu den entsprechenden Anzeigenkosten auf Klickpreis-Basis senken.

Die Konversionsmessung und -optimierung kann für alle Facebook-Anzeigen sowie auf Sponsored Stories angewandt und auch zu Targeting-Zwecken eingesetzt werden. Dabei erfasst das System auch, wenn ein Nutzer eine Anzeige beispielsweise zunächst auf dem Smartphone angezeigt bekommt und später auf dem stationären PC konvertiert.

Vor einer Woche hatte Facebook zuletzt den Social Graph vorgestellt, eine Suchfunktion im individuellen Facebook-Netzwerk. Darüber hinaus testet das soziale Netzwerk derzeit die kostenpflichtige Kontaktaufnahme per Privatnachricht.

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Transaktionsseiten als Werbefläche

08.01.2013, 14:33

Potenzial von 120 Millionen Euro ungenutzt

Viele E-Shops bieten auf ihren Transaktionsseiten keine Werbung an – und verzichten damit auf zusätzliche Einnahmen. Damit entgeht der Branche jährlich ein Umsatz von rund 120 Millionen Euro.

(Foto: istockphoto.com / photka )

Onlineshops könnten rund 120 Millionen Euro mehr einnehmen, wenn sie auch ihre Transaktionsflächen vermarkten würden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Affiliprint. Zu den Transaktionsflächen zählen Bestellungsbestätigungsseite und -Mail oder die Versandbestätigung. Und so kommt das Vermarktungsnetzwerk für Gutschein-Marketing auf ein Potenzial von 120 Millionen Euro jährlich: Basierend auf der Zahl Umsatzprognose des Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) hat das Unternehmen für 2013 ein Volumen in Höhe von 620 Millionen Online-Bestellungen über alle Branchen ermittelt. Annahme für die Herleitung ist ein 20-prozentiges E-Commerce-Wachstum von 2012 auf 2013. Aus dieser Hochrechnung sowie der durchschnittlichen Warenkorbhöhe von 2011 hat Affiliprint anschließend die Zahl der Bestellungen und der daraus resultierenden Transaktionsmails geschätzt und diese mit dem effektiven Tausend-Kontakt-Preis aus den eigenen Daten ermittelt.

Der Grund, aus dem Transaktionsflächen von vielen E-Shops bislang nicht werblich genutzt werden: Die Händler fürchten, ihre Kunden damit zu verärgern. Dabei kann Werbung sogar die Kundenbindung steigern, wenn sie richtig platziert und relevant für den Käufer ist. "Zu Recht konzentrieren sich Shops während des Kaufprozesses darauf, ihren Kunden attraktive Angebote aus dem eigenen Sortiment anzubieten. Nach abgeschlossenem Kauf sind Konsumenten jedoch offen für neue Impulse“, erklärt Geschäftsführer Carsten Schwecke. Reine Display-Kampagnen seien allerdings nur der halbe Weg. "E-Shops können ihren Kunden auf den Transaktionsseiten natürlich Produkte zum Up- oder Cross-Selling anbieten. Viel effektiver ist es jedoch, nach einem Kauf Rabatte für passende und ergänzende Produkte anzubieten." Käufer fühlten sich dadurch belohnt und der Shop profitiere von den Provisionen, die mit eingelösten Gutscheinen verdient würden.

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Ausgaben für mobile Werbung weltweit gestiegen

07.01.2013, 10:23

Ausgaben für mobile Werbung weltweit gestiegen

Im vergangenen Jahr haben Unternehmen weltweit mehr als doppelt so viel Geld in mobile Werbung investiert als im Jahr 2011. Vor allem in den USA stiegen die Budets für Anzeigen auf mobilen Geräten. Aber auch in Westeuropa boomt der Markt.

(Foto: ictock.com/Pablo)

Insgesamt 8,41 Milliarden US-Dollar flossen im Jahr 2012 in mobile Werbung, prognostiziert emarketer – 105 Prozent mehr als im Vorjahr.  Im Jahr 2011 wurden 4,10 Milliarden US-Dollar in mobile Ads investiert. 

Treiber des Wachstums sind die USA. Auf dem US-Markt allein wurden im vergangenen Jahr 3,95 Milliarden US-Dollar für mobile Werbung ausgegeben. Zum Vergleich: 2011 waren es in der Region noch 1,27 Milliarden US-Dollar. In Westeuropa betrugen die Ausgaben für mobile Werbung vergangenes Jahr 1,65 Milliarden US-Dollar. Der deutsche Markt verzeichnete im Vergleich der Jahre 2011 und 2012 eine Budgetsteigerung von 84 Prozent. Besonders stark wuchs die mobile Werbung in Schweden (170 Prozent), Großbritannien (120 Prozent) und Norwegen (120 Prozent).

Der Studie von emarketer zufolge soll das Wachstum unvermindert anhalten. Für das laufende Jahr erwartet das Analyseunternehmen, dass sich die mobilen Werbeausgaben verdoppeln: Mit einem angepeilten Werbeumsatz von 7,16 Milliarden US-Dollar in den USA, sowie 2,74 Milliarden US-Dollar in Westeuropa soll unter Einberechnung der anderen Regionen weltweit ein Betrag von 13,58 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden.

Auch für die weitere Zukunft sind die Aussichten gut: Im Jahr 2016 sollen 36,87 Milliarden US-Dollar weltweit in mobile Werbung fließen. Allein im ersten Halbjahr 2012 hatte sich nach einer Analyse von IAB der mobile Werbeumsatz in den USA um 95 Prozent gesteigert.

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eBay stoppt Werbung in mobilen Apps

20.12.2012, 9:00

"Wir brauchen das Geld nicht"

Schön, wenn man den Luxus hat, auf Werbeeinnahmen verzichten zu können. eBay gefallen Werbeeinblendungen in seinen mobilen Ads nicht – und will diese daher in Zukunft nicht mehr anbieten.

Bereits im kommenden Jahr will eBay die mobilen Ads in seinen Applikationen abschalten. "Wir sind mit dem Nutzererlebnis nicht zufrieden, und wir brauchen das Geld nicht", zitiert Allthingsd eBays President Global Marketplaces, Devin Wenig.

eBay hatte im laufenden Jahr mit der Anzeige von mobilen Ads in der iPhone-App experimentiert. Diese seien jedoch ablenkend gewesen und verstopften die kleinen Bildschirmansichten des Smartphones. Außerdem sei der mit den mobilen Ads erwirtschaftete Umsatz vernachlässigbar gewesen.

eBay geht es derzeit gut: Im IVW-Ranking konnte der Online-Martplatz im November 2012 den ersten Platz einnehmen. Auch im Quartalsbericht für das dritte Quartal 2012 kam eBay sehr gut weg.

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Als die Facebook-Werbung Laufen lernte…

19.12.2012, 9:25

Video-Ads im Facebook-Nachrichtenstrang

Was bisher als Werbeformat bei Facebook noch fehlt, sind Video-Ads. Jetzt will das soziale Netzwerk diese Goldgrube erschließen.

Bereits in der erste Hälfte des Jahres 2013 soll es so weit sein: Facebook will nach Informationen von Brancheninsidern ein neues Video-Ad-Produkt einführen und damit seine Werbeeinnahmen anschieben. Das berichtet Adage. Die Video-Anzeigen sollen sowohl stationären als auch mobilen Facebook-Nutzern eingespielt werden. Dabei sei vorgesehen, die Werbeclips auf eine Länge von maximal 15 Sekunden festzulegen. Die Ads sollen per Autoplay automatisch aktiviert werden.

In der Desktop-Version von Facebook sollen die Ads innerhalb des Nachrichtenfeeds erscheinen und sich bei Aktivierung in die Seitenränder aufklappen. Werbekunden können ihre Bewegtbildwerbung den Nutzern bis zu dreimal täglich über verschiedene Geräte anzeigen lassen, so die Insider weiter.

Während Werbung im Facebook-Nachrichtenstrang nichts Neues ist, wurde diese jedoch bisher insofern gezielt eingespielt, als dass Ads nur von solchen Werbekunden kommen, deren Unternehmensseite die einzelnen Nutzer mit "Gefällt mir" markiert hatten. Bei dem neuen Bewegtbild-Werbe-Konzept sollen nun aber unabhängig davon, ob die Nutzer mit der Facebook-Page des Unternehmens verbunden sind oder nicht, Video-Ads gezeigt werden.

Facebook hat die Berichte über das Bewegtbild-Werbekonzept bisher noch nicht bestätigt. An seinen Werbeprodukten bastelt Facebook immer wieder. Ende November 2012 hatte Facebook das Anzeigenformat für Unternehmensseiten überarbeitet. Seit Okotober 2012 hat Facebook auch ein mobiles Anzeigennetzwerk.

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AdEffects 2012

14.12.2012, 12:46

Die Großen fallen auf, die Kleinen gefallen

Welches Werbemittel eignet sich für welches Kampagnenziel? Die aktuelle Ausgabe der Studienreihe AdEffects beantwortet diese Frage und fasst in einem Steckbrief die Stärken und Schwächen der verschiedenen Formate zusammen. Besonders gut haben dabei hinsichtlich Werbeerinnerung, Wahrnehmung und Aktivierung das Billboard und das Video Ad abgeschnitten.

In der AdEffects 2012 hat der Vermarkter Tomorrow Focus erstmals Steckbriefe zu den untersuchten Werbeformaten veröffentlicht, in denen die Stärken und die Eignung für bestimmte Kampagnenziele zusammengefasst sind. Zudem wurde die AdEffects 2012 mit der Studie Mobile AdEffects verknüpft. Daraus soll sich eine ideale Kombination aus Online- und Mobile-Formaten ableiten lässt. Für die Studie wurden 3.522 Personen aus dem Tomorrow Focus Media-Netzwerk bezüglich der Werbewirkung von Online-Werbeformaten in verschiedenen Gruppen befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:

Werbeerinnerung und Recognition

Durchschnittlich erinnerten sich bei der Befragung knapp 14 Prozent an die beworbene Marke einer Kampagne. Überdurchschnittlich werden das Billboard mit 19,2 Prozent, dicht gefolgt vom Video Ad mit 17,3 Prozent, dem Interstitial mit 15,8 Prozent und dem Wallpaper mit 15,5 Prozent erinnert. Bei der direkten Vorlage der Werbemittel werden diese im Durchschnitt von einem Fünftel der Befragten wiedererkannt. Den höchsten Recognition-Wert verzeichnet mit 26,2 Prozent das Banderole Ad, gefolgt vom Video Ad (23,6 Prozent), Floor Ad (22,1 Prozent) und Billboard (21,8 Prozent).

Werbegefallen und Werbemittelbeurteilung

Der durchschnittliche Werbegefallen liegt auf einem hohen Niveau – über 30 Prozent der Befragten vergeben die Note "sehr gut" bis "gut". Am besten schneidet das Billboard ab. Auf Platz zwei und drei folgen das Medium Rectangle und das Video Ad. Das Billboard fügt sich zudem am Besten in die jeweilige Webseite ein und gefällt 20,3 Prozent der Befragten besser als sonstige Werbung im Internet. Sehr gute Werte erreichen hierbei auch der Skyscraper und das Wallpaper. In den Kategorien Innovation, Originalität, Auffälligkeit, Unterhaltungswert sowie Verständlichkeit wurden das Billboard und das Video Ad ebenfalls am besten von den Befragten beurteilt.  

Werbemittelaktivierung

Die Neugier auf das beworbene Produkt wird bei 19,5 Prozent der Befragten besonders beim Billboard geweckt – dicht gefolgt vom Medium Rectangle (17,7 Prozent) und der Video Ad (16,8 Prozent). 18 Prozent gaben in Bezug auf das Billboard an, mehr über das Produkt erfahren zu wollen, nachdem sie die Werbung gesehen haben. Mit etwas Abstand folgen Video Ad (12,3) und Medium Rectangle (12,1).

"Allgemein zeigt die diesjährige Studie, dass großformatige Werbemittel sich nachhaltiger in den Köpfen der User verankern. Die Standardwebformate schneiden allerdings im Vergleich zum Vorjahr in puncto Gefallen besser ab“, sagt Sonja Knab, Head of Research bei Tomorrow Focus Media.

Insgesamt wurden somit neun Formate getestet: Das Banderole Ad, das Billboard, das Floor Ad, das Interstitial, das Medium Rectangle, der Skyscraper, der Superbanner, das Video Ad und das Wallpaper. Genaue Informationen zu den einzelnen Werbeformaten haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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Specific Media startet Mediaplanungstool Householding

10.12.2012, 11:02

Ran an die Influencer

Alle Mitglieder eines Haushaltes über alle Devices mit einer Werbebotschaft erreichen – das verspricht das neue Mediaplanungstool "Householding" von Specific Media. Das neue Produkt des Digital Media-Spezialisten will Werbungtreibenden die Möglichkeit bieten, Resultate mit einer einheitlichen Währung, dem "I-GRP", über verschiedene Geräte hinweg zu messen.

Ob es um den Erwerb von Müsli, Auto, Urlaub oder Schokoriegel geht: Die wenigsten Kaufentscheidungen in einem Haushalt werden von nur einer Person getroffen. Um auch die sogenannten Influencer zu erreichen, startet Specific Media nun auch in Deutschland sein Mediaplanungstool Householding.

Damit können die Mitglieder eines Haushaltes künftig über alle vernetzten Endgeräte hinweg mit einer Werbebotschaft bespielt werden – sei es Connected TV, Tablet, Smartphone, PC oder Laptop. Getargetet wird über die IP-Adresse des Routers. "Damit wird sichergestellt, dass die Marke mit allen Personen und jedem Endgerät, das sich im Haushalt befindet, erreicht wird", wirbt Steffen Hopf, Country Manager Specific Media Germany. Der Vorteil für Werbekunden laut Hopf: "Werbungtreibende können ihre Marken bei allen Entscheidern innerhalb eines Haushaltes effizienter im Gedächtnis verankern, Begehrlichkeiten wecken und Kaufentscheidungen vorantreiben".

Gemessen werden die Resultate über die verschiedenen Devices hinweg mit einer einheitlichen Währung, dem I-GRP (interaktiver Gross Rating Point). So wird beispielsweise ausgewertet, wieviel Kontakte über ein Connected TV-Gerät, einen Laptop, Smartphone etc. erzielt wurden. Weiter enthalten die Reportings die Anzahl der erreichten Haushalte, die durchschnittliche Anzahl an Endgeräten per Haushalt, Impressions pro Endgeräte-Typ sowie eine Angabe der "Household"-Conversions.

Laut Specific Media werden 77 Prozent aller deutschen Haushalte mit WLAN-Zugang erreicht. Das sind insgesamt 22 Millionen Haushalte, in denen durchschnittlich vier unterschiedliche Internet-Devices zum Einsatz kommen. Als Werbeformen stehen Display- und Videoformate zur Verfügung. Als idealen Werbemittel-Mix nennt Hopf 50:50, also 50 Prozent Video-Anteil und 50 Prozent Display-Werbeformen. Denn: "Je höher der Videoanteil und je höher der Anteil  aufwendiger Sonderwerbeformen, desto geringer die Reichweite", so Hopf. Der Grund: Nicht alle Publisher führen alle Werbeformen über Devices im Portfolio. Der TKP (Tausend-Kontakt-Preis) liegt beim 50:50-Mix bei deutlich unter zehn Euro.

Besonders geeignet sei Household für breite Branchen wie Consumer Electronics, schnelldrehende Konsumgüter, Reisen, Automotive – kurz: "Überall dort, wo mehrere Personen über den Kauf eines Produktes oder Dienstleistung  mit bestimmen", so Hopf.

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Werbeträger Internet profitiert am stärksten

04.12.2012, 7:38

Advertising Expenditure Forecast

Der globale Werbemarkt wächst in den nächsten drei Jahren wieder schneller: So sollen die weltweiten Investitionen 2013 um 4,1 Prozent ansteigen. Das prognostiziert die Mediaagenturgruppe Zenith Optimedia in ihrer aktuellen Studie "Advertising Expenditure Forecast". Am stärksten würde der Werbeträger Internet profitieren – 2013 sollen in ihn bereits erstmals mehr Werbeinvestitionen als in TV fließen.

Die Kurve geht wieder nach oben: Ausgehend von einem Wachstum um 3,3 Prozent in 2012, soll es mit den weltweiten Werbeinvestitionen 2013 um 4,1 Prozent aufwärts gehen, 2015 sogar um 5,6 Prozent. Das prognostiziert Zenith Optimedia in ihrer aktuellen Studie "Advertising Expenditure Forecast". 

Als Wachstumstreiber nennt die Mediaagenturgruppe die sich entwickelnden Märkte – Schwellenländer wie China oder Brasilien – , deren Werbeinvestitionen in den kommenden drei Jahren durchschnittlich um acht Prozent ansteigen werden. Bis zum Jahr 2015 sollen diese Märkte 61 Prozent des Werbemarktwachstums liefern. In den entwickelten Märkten sieht es etwas anders aus, hier soll das Wachstum nur zwei Prozent betragen. 

Wie Frank‐Peter Lortz, Chairman Zenith Optimedia erklärt, steht Deutschland im Verhältnis gesehen aber immer noch sehr gut da, "so dass wir bis 2015 einen Anstieg der Werbeinvestitionen um durchschnittlich knapp zwei Prozent jährlich prognostizieren."

Am stärksten, so die Prognose der Forscher, wird der Werbeträger Internet profitieren: Online-Werbung soll demnach in den kommenden Jahren weltweit um 14 bis 15 Prozent pro Jahr wachsen. 2013 sollen deshalb bereits erstmals mehr Werbeinvestitionen in Online fließen als in TV. Als Wachstumsmotor innerhalb der Internetwerbung gelten dem Bericht nach auch hierzulande Social Media und Online Video.

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Dem Werbemarkt droht Stagnation

30.11.2012, 15:09

ZAW Herbstanalyse

Das Jahr 2012 endet für die Werbewirtschaft eher unbefriedigend. Der Netto-Werbeerlös soll um drei Prozent zurückgehen. Das prognostiziert der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) in seiner aktuellen Herbstanalyse. Für 2013 gehen 72 Prozent der Befragten von stabilen Werbeetats aus.

(Foto: istock/Akirastock)

2012 wird in Bezug auf die Werbeerlöse ein schwaches Jahr, so das Resümee der ZAW-Herbstanalyse. Die Einschätzung basiert auf einer Umfrage unter den 40 ZAW-Mitgliedsverbänden der werbenden Wirtschaft, Medien, Agenturen und Forschung. Demnach gehen die Experten für das Jahr 2012 von einem leichten Rückgang der Brutto-Investitionen in Werbung (inklusive Honorare, Werbemittelproduktion, Medien-Schaltkosten) von 0,8 Prozent beziehungsweise 240 Millionen Euro auf 29,68 Milliarden Euro aus. Auslöser für diese negative Brutto-Bilanz seien die darin enthaltenen rückläufigen Netto-Umsätze der Medien. Sie machen gemäß Herbstanalyse knapp zwei Drittel der gesamten Investitionen aus. Für dieses Jahr rechnet der ZAW mit Netto-Werbeumsätzen von 18,36 Milliarden Euro, was einem Rückgang von drei Prozent beziehungsweise von 570 Millionen Euro entspricht.

Gründe für den Rückgang

Entscheidender Faktor für den Rückgang ist laut ZAW die Konjunkturanfälligkeit der kommerziellen Werbung. Eine zunehmend vorsichtigere Werbeplanung insbesondere von mittelständischen Unternehmen würden die Erwartungen ins Negative drücken. "Das in dieser Firmenklasse zu beobachtende zyklische Werbeverhalten parallel zum volkswirtschaftlichen Trend kommt aus dem Kostendenken: Kürze ich an der Werbung, spare ich Betriebsmittel", so der ZAW.

Eine weitere Ursache des Werberückgangs sieht der Werbeverband in strukturellen Veränderungen der Medien als Werbeträger. Die Anbieter von Markenartikeln, Dienstleistungsprodukten sowie der Handel testeten ihre Markt-Kommunikation in den sich rasch weiterentwickelnden digitalen Medien, die zur ausgeweiteten Mediennutzung vieler Kunden und neuen betriebswirtschaftlichen Investitionen in Markt-Kommunikation wie den firmenindividuellen Internetauftritt geführt habe.

Werbeprognose 2013

Auch die allgemeine konjunkturelle Entwicklung trübt die Einschätzung. Für das kommende Werbejahr 2013 erwarten die deutschen Unternehmen ein insgesamt wirtschaftlich schwaches Jahr. Jeder vierte Betrieb will Arbeitsplätze streichen und Investitionspläne begrenzen oder ganz streichen.

Dennoch hält sich der Pessimismus der ZAW-Mitglieder in Grenzen. Zwar erwarten nur noch 14 Prozent von ihnen steigende Investitionen in Werbung gegenüber 28 Prozent im Vorjahreszeitraum. Aber 72 Prozent gehen von stabilen Werbeetats aus (Vorjahr: 63 Prozent), während 14 Prozent schrumpfende Werbeausgaben prognostizieren.

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TV muss Online nicht fürchten

29.11.2012, 12:41

Prognos-Studie

Im Printbereich stehen weitere drastische Einschnitte bevor. TV-Unternehmen können ihr Geld hingegen noch einige Jahre auf Basis der bewährten Geschäftsmodelle verdienen. Sie haben sich die Internet-Technologien bereits perfekt zunutze gemacht, so die Erkenntnis des neuen Prognos-Reports Fernsehen 2016.

Zeitversetztes Fernsehen, Parallelnutzung von TV und Internet, Second Screen, Videoportale und Online-Videotheken bedrohen die etablierten TV-Geschäftsmodelle. Auch der demografische Druck und das Aufmerksamkeits-Splitting nehmen zu. Dem Fernsehen ist es bislang aber gelungen, sich in der Zuschauergunst und auch im Werbemarkt auf dem erreichten Scheitelpunkt zu halten.

Das wird nach Ansicht der Prognos-Forscher auch noch eine Weile so bleiben. Denn das Fernsehen hat sich in vielen Bereichen längst angepasst und macht sich die Entwicklung aktiv zunutze. Deshalb kann die Fernsehwerbung bis 2016 auch noch wachsen – um 16 Prozent in der Schweiz und fast 20 Prozent (brutto) in Österreich. Selbst das vergleichsweise niedrige Wachstum von 4 Prozent in Deutschland reicht aus, um den Anteil am Gesamtmarkt zu stabilisieren und dauerhaft über der Schwelle von 4 Milliarden Euro zu bleiben. 

Über Jahre gewachsene Fernsehnutzungsmuster sind nicht binnen kürzester Zeit zu erschüttern. Das Fernsehen kontrolliert die Fernsehinhalte, und solange die Sender es schaffen, attraktive Programme zu produzieren oder einzukaufen, werden sie auch Zuschauer und damit vermarktbare Werbeleistung oder Abonnenten haben. Daran werden zumindest kurz- und mittelfristig auch alle Innovationen im Bereich Smart TV nichts ändern, so das Fazit von Prognos. Als derzeit nur "theoretische Bedrohung" der Geschäftsmodelle sehen die Forscher allenfalls einen Anbieter, der ein komplett integriertes und aufeinander abgestimmtes Multimedia-Angebot auf den Markt bringe und so von allen Nutzungs-Situationen gleichermaßen profitiere: Lineares und non-lineares Fernsehen, Internet, VoD, Games, Shopping etc. Noch sei ein so beherrschender Anbieter abseits der etablierten Unternehmen aber nicht in Sicht.

Das Fazit der Forscher: Selbst wenn ein Fernsehanbieter eines Tages möglicherweise Apple oder Google hieße, wäre es dennoch Fernsehen. Aber irgendwie dann wohl auch Internet….

Die komplette Studie gibt es für 2690 Euro bei Prognos.

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