Neue Youtube-App "Capture&quot

18.12.2012, 13:56

Einnehmende Applikation

Google präsentiert passend zum Weihnachtsfest seinen Youtube-Nutzern eine neue App. "Capture" ermöglicht das Aufnehmen und Importieren von Videos zum vereinfachten Upload auf den Videodienst.

iOS-Nutzer aufgepasst: Google bringt für seinen Videodienst Youtube die App Youtube Capture, mit der das Unternehmen der Apple-Vormacht in Sachen Video-Sharing etwas entgegensetzen will. Die kostenlose App erlaubt das Aufnehmen von Videos innerhalb der App und das Importieren aus dem Fotobereich des Smartphones.

Auch mit in der App enthalten sind Editiermöglichkeiten, so dass die aufgenommenen Clips noch vor Upload auf dem Gerät in eine ansprechende Form gebracht werden können. Darüber hinaus gibt es automatische Farbkorrektur und eine Soundtrack-Funktion, die den Clip mit musikalischer Untermalung versieht. Neben Youtube können die Videos außerdem auf Google+, Facebook und Twitter hochgeladen werden – Integrationen, die die entsprechende Apple-Video-App bisher nicht bietet.

Praktisch: Capture benötigt kein separates Log-in, da die App automatisch mit Youtube- beziehungsweise Google+-Konto des Nutzers verbunden ist. Über die Verlinkung mit Facebook und Twitter wird der Upload in die sozialen Netzwerke ebenfalls ermöglicht.

Die App steht bisher nur für iOS-betriebene Geräte zur Verfügung. Reed Morse, Software Engineer bei Youtube, versichert jedoch im Youtube-Blog, dass an einer Android-Version bereits gearbeitet werde.

© www.internetworld.de

Per Stream und Second Screen direkt in die Wohnzimmer

14.12.2012, 14:27

Deutscher Webvideopreis

Der Deutsche Webvideopreis entwickelt sich weiter: Youtube wird die Preisverleihung am 25. Mai 2013 auch live streamen. Darüber hinaus setzen die Veranstalter mit einem geänderten Abstimmungssystem klare Signale in Richtung Webgemeinde: So werden 2013 fast ausschließlich Publikumspreise vergeben.

Livestreamings von deutschen Veranstaltungen über Youtube sind bislang eine Seltenheit. Doch wenn im Mai der Deutsche Webvideopreis vergeben wird, wird das Ereignis live über die Plattform übertragen. Für die Veranstalter der Preisverleihung lag dieser Schritt nahe, da viele Top-Videos schließlich über Youtube kommen. Zudem sollte einfach jeder Webvideofan im Sinne eines freien Internets bei der Gala live dabei sein können. Auch an den Second Screen wird dabei gedacht: Die Social-TV-Spezialisten von Couchfunk haben angekündigt, eigens für den Webvideopreis eine App zu erstellen und den Livestream somit interaktiv zu machen. 

Partner Twitter wird beim Deutschen Webvideopreis 2013 ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen: Erstmals wird der Webvideopreis seine kommenden Preisträger in fast allen Kategorien ausschließlich über das Online-Voting auf allen Social-Media-Kanälen ermitteln. Was zählt, sind die Tweets und Shares. Damit macht die European Web Video Academy (EWVA) die Webvideo-Community zur Jury. "Wir wollen Veranstalter, Förderer und Plattform für Webvideos sein, aber nicht mehr deren Preisrichter. Webvideo-Plattformen sind Social-Media-Plattformen. Da ist dieser Schritt nur konsequent", erläutert Geschäftsführer Markus Hündgen. Lediglich in ausgewählten Kategorien wie "AAA" ("Academy Approved Art") und "Newbie" (bester Newcomer des Jahres) überreicht die EWVA das Stimmrecht an die Academy-Mitglieder. Dieser Kreis wird sich aus profilierten Bewegtbildmachern zusammensetzen und stetig ausgebaut.

© www.internetworld.de

Neue Version der Youtube-Startseite

07.12.2012, 13:09

Neue Version der Youtube-Startseite

Youtube hat kräftig auf seiner Homepage aufgeräumt. Die Startseite des Videodienstes präsentiert sich übersichtlicher und rückt die Videoclips noch mehr als zuvor in den Mittelpunkt, indem der "Guide" hervorgehoben wird. Auch bei den Abspielseiten gibt es Änderungen.

Im Zentrum der überarbeiteten Youtube-Startseite steht der Guide, der auf einen Blick alle Neuerscheinungen auf den Kanälen zeigt, die ein Nutzer auf Youtube abonniert hat. Darüber hinaus bringt der Guide Empfehlungen auf Basis der bisherigen Sehgewohnheiten und zeigt, was die Freunde auf Youtube angeschaut haben. Das Guide-Feature soll laut Youtube-Blog auch in Kürze auf den App-Versionen für Android, iOS und Playstation 3 erscheinen.

Auch die Ansicht beim Abspielen eines Videoclips hat sich verändert. So wird das Video nun stärker hervorgehoben, während Abo-Button, Weiterleitungsmöglichkeiten und Metadata weiter nach unten gerückt wurden. Die Videoplaylists stehen nunmehr am rechten Seitenrand.

Youtube hatte im November 2012 bekannt gegeben, den Dienst in Kürze auch auf die Spielkonsole Wii U zu bringen.

© www.internetworld.de

Mit Nischensendern Geld verdienen

08.10.2012, 13:54

Youtube-TV

Die Videoplattform Youtube will dem klassischen Fernsehen verstärkt Konkurrenz machen und startet 60 neue Kanäle, von denen elf aus Deutschland kommen. Dabei finanziert das Unternehmen erstmals auch hierzulande Produktionen vor.

Mit den sogenannten "Original Channels" – virtuellen Programmkanälen mit eigenen Inhalten zu bestimmten Nischenthemen – versucht Youtube, die Zuschauer vom TV-Bildschirm wegzulocken. Youtube setzt dabei auf ein breites und variierendes Themenspektrum und einen Mix aus professionellen Anbietern und Newcomern.

In den USA betreibt Youtube die "Original Channels" bereits seit 2011, nun kommen 60 weitere Kanäle hinzu. Hier sind erstmals auch Youtube-Partner aus Frankreich, Großbritannien und sogar aus Deutschland dabei, wie beispielsweise die Sender "Heartbeat Berlin" (UFA/Fremantle), "High5" (IDG Entertainment Media) oder "Motorvision" (MV Media). Oder die Berliner Band "Onkel Berni", die im eigenen Wohnzimmer eine Late-Night-Show produzieren will.

Die Kanal-Produzenten werden von Youtube übrigens nicht nur an den Werbeeinnahmen beteiligt, sondern erhalten außerdem finanzielle Vorschüsse, um Inhalte zu produzieren. Diese bleiben dabei Eigentum der Produzenten, Youtube erhält allerdings für ein Jahr die exklusiven Rechte an dem Material.

Und das Konzept scheint aufzugehen: In den USA können längst dutzende Künstler sowie kleinere Produktionsfirmen gut von den Werbeeinnahmen leben und beweisen damit, dass man auch mit Nischenkanälen gut Geld verdienen kann.

Dazu gehört allerdings mehr, als nur Videomaterial zu liefern: Als Kanalbetreiber müsse man selbst zum Unternehmer werden, seine eigene Fanbasis schaffen und seinen Kanal selbst in den sozialen Netzwerken bewerben, verrät Youtube-Vizepräsident Robert Kyncl. Für klassische Produzenten bedeute das ein echtes Umdenken: Sie müssten nun Aufgaben übernehmen, die sonst die TV-Sender für sie erledigt hätten.

© www.internetworld.de

So beeinflussen Facebook und Co. die Deutschen

24.09.2012, 9:43

Social Networks werden am häufigsten für die private Kommunikation genutzt

70 Prozent der Onliner in Deutschland nutzen Social Media-Angebote – im Vergleich zu 2011 ein Zuwachs um sechs Prozentpunkte. Wer über ein großes Einkommen verfügt, besucht deutlich mehr Kanäle als Geringverdiener. So sind 64 Prozent der User mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro in Foren unterwegs. Von denen mit unter 1.000 Euro sind es gerade mal 50 Prozent. Das sind Ergebnisse des „Social Media-Atlas 2012″ vom IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung, der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und dem Marktforschungsdienstleister Toluna.

(© N-Media-Images – Fotolia.com)

Die Studie zeigt unter anderem, über welche Themen sich die Deutschen auf den Online-Kanälen informieren, ob sie Aktivitäten von Unternehmen wahrnehmen und wie sich die Nutzung in den einzelnen Bundesländern unterscheidet. Zwischen den deutschen Bundesländern gibt es deutliche Nutzungsunterschiede. Der Social Media-Spitzenreiter ist in diesem Jahr Hessen: 74 Prozent der Onliner aus dem Bundesland sind im Social Web unterwegs. Im vergangenen Jahr führte Rheinland-Pfalz noch mit 73 Prozent die Tabelle an, belegt aber in 2012 nur noch Platz sieben. Auf den Plätzen zwei und drei der Social Media-affinsten Bundesländer schaffen es Niedersachsen und Bremen. Die rote Laterne geht in diesem Jahr wie schon in 2011 an Mecklenburg-Vorpommern. Mit 58 Prozent Social Media-Nutzern (52 Prozent im vergangenen Jahr) bildet das Bundesland das Schlusslicht im Social Media-Ranking.

YouTube in der Nutzergunst erneut auf dem ersten Platz

Das von den meisten Deutschen genutzte Angebot ist Facebook. 89 Prozent der Social Media-Nutzer sind auf dem Social Network unterwegs. Die von den Nutzern am besten bewertete Plattform ist allerdings eine andere. Hier hat – genau wie im vergangenen Jahr – YouTube die Nase vorn. 72 Prozent der User bewerten das Video-Portal mit „gut“ oder „sehr gut“. Zufrieden sind sie vor allem mit der Suchfunktion und der Übersichtlichkeit der Seite. Kleiner Wermutstropfen: 2011 lag YouTube noch bei 77 Prozent der Befragten vorn. Facebook schafft es in der Gunst der Nutzer auf den zweiten Platz. 65 Prozent der User bewerten das Social Network mit mindestens „gut“. An dritter Stelle folgt Google+ (60 Prozent zufriedene Nutzer), das zum ersten Mal in die Bewertung einfließt und das Business-Netzwerk Xing (55 Prozent) vom Treppchen stößt. Auffällig ist, dass die User viele Angebote schlechter bewerten als noch in 2011.

Austausch: Private Themen hoch im Kurs

Nach den konkreten Nutzungsgewohnheiten gefragt, zeigt sich, dass die private Kommunikation an erster Stelle steht. So tauschen sich 62 Prozent der Facebook-Nutzer über Persönliches aus, vereinbaren Treffen mit Freunden oder Bekannten und schicken sich gegenseitig Fotos zu. Jeder vierte Facebook-Nutzer unterhält sich mit anderen Usern über berufliche Themen (25 Prozent). Wirtschaftliche oder gesundheitliche Themen diskutiert noch nicht einmal jeder Zehnte (19 beziehungsweise 18 Prozent) in dem Social Network.

Vertrauen in Meldungen aus dem Social Media-Netzwerk gesunken

Den Meldungen kommerzieller Anbieter stehen die Social Media-Nutzer skeptischer gegenüber als noch in 2011. Im vergangenen Jahr gaben 42 Prozent der Befragten an, hohes Vertrauen in Meldungen von Unternehmen und Institutionen zu haben. In diesem Jahr sind es nur noch 35 Prozent. Tendenziell größeres Vertrauen in die Beiträge kommerzieller Anbieter haben dabei noch die Einwohner aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (45, 43 und 42 Prozent).In ähnlichem Verhältnis ist auch das Vertrauen in Informationen gesunken, die von persönlichen Social Media-Kontakten stammen: In 2011 äußerten 67 Prozent großes Vertrauen, in 2011 sind es nur noch 59 Prozent.

Unternehmen fallen im Social Web kaum auf

Der Social Media-Atlas 2012 fragte dieses Jahr außerdem erstmals ab, inwiefern die User die Aktivitäten von Unternehmen einzelner Branchen überhaupt wahrnehmen. Banken und Versicherungen treten demnach bei ihren Kunden kaum in Erscheinung. Nur 13 Prozent der Befragten geben an, dass sie in den vergangenen sechs Monaten Social Media-Aktivitäten von Instituten aus der Bank- oder Versicherungsbranche wahrnahmen. Im Gesundheitssektor sind es sogar nur neun Prozent.

Mehr Informationen zur Studie gibt es auf der offiziellen Seite.

(Quelle: Pressemeldung Faktenkontor GmbH)

© www.beyond-print.de

Mehr Interaktivität

21.09.2012, 10:21

Youtube testet Quiz-Feature

Will Yahoo seine Nutzer zum Mitmachen animieren? Fast sieht es so aus, wenn man das neue Quiz-Feature sieht, das der Videodienst derzeit testet.

Nicht nur konsumieren, sondern auch zum Mitmachen animieren – ist das die Überlegung, die hinter dem jetzt offenbar gestarteten Betatest des Quiz-Feature bei Youtube steht? Wer bei Youtube ein Video einstellt, kann dabei seinem Clip Interaktivität verleihen, indem ein Quiz an den Inhalt angelehnt werden kann.

Nutzer legen dabei den Zeitpunkt im Clip fest, an dem die Quizfrage eingeblendet werden soll. Mehrfache Fragen können definiert werden, sogar eine Option zum Einblenden von Hilfestellung fürs Quiz ist vorgesehen. Youtube beeilt sich jedoch auf seiner Seite seine Nutzer darauf hinzuweisen, dass sich das Quiz-Feature derzeit im Test befindet und derzeit keine Pläne für eine langfristige Einführung bestehen.

Während sich im stationären Youtube seit geraumer Zeit nichts Wesentliches geändert hat, bastelt der Videodienst kontinuierlich an seiner mobilen App. So führte Youtube dort kürzlich überspringbare Anzeigen ein.

© www.internetworld.de

Anzeigenformate bei Youtube

23.08.2012, 10:25

Mobil überspringen

Angesichts der Tatsache, dass mittlerweile fast zwei Drittel aller Videoanzeigen auf Youtube überspringbar sind, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Videodienst dieses Anzeigenformat auch in seiner mobilen Version freischaltet. Die TrueView In-stream-Anzeigen von Youtube ermöglichen den Nutzern das Überspringen der Werbeeinblendung nach wenigen Sekunden.

„Im Großen und Ganzen geht es hier darum, das Nutzererlebnis und die Ziele der Werbekunden so aneinander anzupassen“, so Youtube Product Manager Phil Farhi gegenüber Techcrunch. Werbekunden zahlen nur für vollständig ausgelieferte Ads.

Bisher liefen auf der mobilen Version von Youtube nur nicht überspringbare Pre-roll-Anzeigen. Nach einigen Testläufen sind nun alle Trueview In-stream-Kampagnen auch für die Auslieferung auf mobilen Geräten buchbar.

In Deutschland bot Youtube das überspringbare Format bereits seit März 2011 an. Youtube ist nach wie vor die beliebteste Videoplattform im Internet.

© www.internetworld.de

Youtube und die Konkurrenz

14.08.2012, 9:31

Mit ungleichen Waffen

Pro Sieben, Sat.1 und RTL dürfen kein gemeinsamen Videoportal starten, weil sie sonst den Markt beherrschen würden. In der Folge kann Marktführer Youtube ungehindert auch diesen Markt dominieren – obwohl ein Gegengewicht überfällig wäre, findet INTERNET WORLD Business-Redakteur Dominik Grollmann.

„TV is the next beaf“, hat Verleger Hubert Burda kürzlich gemahnt. Damit hat er nicht unrecht: Nachdem das Internet die Verlagswelt erheblich durcheinander gewirbelt hat, wird nun die Fernsehlandschaft neu sortiert. Ganz vorn dabei: Natürlich Google. Gerade erst kündigte das Unternehmen an, auf Youtube nun auch abendfüllende Spielfilme streamen zu wollen. Ganz legal und auf deutsch. Selbst ein eigenes Programm soll bald folgen. Derzeit laufen Verhandlungen mit verschiedenen Produzenten, die eigene Youtube-Channels befüllen sollen.

Das ist nicht weniger als ein Frontalangriff auf deutsche Fernsehsender, die derzeit noch nach ihrer Rolle im Internet-Zeitalter suchen. Entsprechend verschnupft war die Reaktion. Youtube agiere „zunehmend aggressiv“, schimpft Pro Sieben Sat.1-Vorstand Conrad Albert. Gerade erst hat ihm das Düsseldorfer Oberlandesgericht erneut aus Wettbewerbsgründen verboten, gemeinsam mit RTL ein Online-Video-Angebot auf die Beine zu stellen. Die beiden Fernseh-Gruppen würden ihre marktbeherrschende Stellung sonst betonieren.

Daraus folgt schon eine recht absurde Situation: Ausgerechnet der einzige Online-Videoanbieter, dem mit Fug und Recht sogar weltweit eine marktbeherrschende Stellung nachgesagt werden kann, wird durch die Entscheidung der Kartellwächter davor geschützt, dass ihm ein nationaler Wettbewerber auf Augenhöhe entgegentreten könnte. In der rein nationalen Betrachtung der Wettbewerbshüter kommt offenbar gar nicht vor, dass Monopole im Internet-Zeitalter eine viel größere, globale Dimension erreicht haben. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Medien- und Meinungsvielfalt wäre es im Internet inzwischen äußerst wünschenswert, wenn die Informationsaufbereitung nicht weitgehend alleine von einem einzigen privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen erledigt würde.

Denn selbst der heilige Google-Gral – der legendäre, unbestechliche Suchindex – unterliegt in Wahrheit schon längst nicht mehr nur dem „Don’t-be-evil“-Motto, sondern knallharten wirtschaftlichen Interessen. Längst habe sich – von Google Maps über Google+ bis Google Shopping – eigene Dienste in den Index geschlichen, die prominent platziert werden. Und nun will der Konzern auch noch Web-Seiten, auf denen Urheberrechtsverletzungen begangen werden, im Ranking benachteiligt. Was dabei konkret eine Copyrightverletzung ist und wann sie als erwiesen gilt, muss jetzt kein Gericht mehr entscheiden. Das erledigt Google in Zukunft gleich mit. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Gerade, wenn der selbsternannte Richter zugleich selber Medienanbieter ist und seine medienpolitischen Interessen wahren will.


© www.internetworld.de

Youtube gegen MP3-Konvertierungsdienst

21.06.2012, 12:00

Ist das Downloaden trotzdem legal?

(Foto: iStock.com / Bliznetsov)

Immer wieder das Urheberrecht: Um den Streit mit den Verwertungsgesellschaften weltweit zu entschärfen, will Youtube einem Dienstenabieter untersagen, Audiodateien aus den hochgeladenen Filmen zu extrahieren. Doch so einfach geht das gar nicht, meint der auf Online-Recht spezialisierte Rechtsanwalt Christian Solmecke.Ein Gastbeitrag.

Youtube hat die Betreiber von Youtube-MP3.org dazu aufgefordert, den Dienst innerhalb von 7 Tagen zu schließen. Das Herunterladen von Youtube-Inhalten verstoße gegen die Nutzungsbedingungen. Dieser Streit wird sich voraussichtlich im Bereich des Wettbewerbsrechts bewegen. Doch was bedeutet das für den Nutzer? Darf er solche Dienste verwenden? Oder begeht er eine Urheberrechtsverletzung, wenn er Musik bei Youtube herunterlädt?

Christian Solmecke ist Online-Experte und Rechtsanwalt
der Kölner Medienrechtskanzlei Wilde Beuger Solmecke

Die Nutzungsbedingungen

Es gibt tatsächlich einen Passus in den Nutzungsbedingungen, der die Konvertierung von Youtube-Inhalten in ein speicherbares Format, z.B. als MP3 Datei, untersagt.

Ziff. 6.1.K.: Sie erklären sich damit einverstanden, Zugriff auf

Nutzervideos  nur in der Form des Streamings und zu keinen anderen Zwecken als der rein persönlichen, nicht-kommerziellen Nutzung, und nur in dem Rahmen zu nehmen, der durch die normale Funktionalität der Dienste vorgegeben und erlaubt ist. „Streaming“ bezeichnet eine gleichzeitige digitale Übertragung des Materials über das Internet durch YouTube  auf ein nutzerbetriebenes internetfähiges Endgerät in einer Weise, bei der die Daten für eine Echtzeitansicht bestimmt sind, nicht aber für einen (permanenten oder vorübergehenden) Download, ein Kopieren, ein Speichern oder einen Weitervertrieb durch den Nutzer.

Diese Regelung wird wohl kaum ein Nutzer jemals gefunden und gelesen haben. Wichtig ist jedoch, dass diese Nutzungsbedingungen nur im Verhältnis zwischen registrierten Youtube Nutzern und Youtube gelten. Wer sich ein Video lediglich ansieht, muss die Nutzungsbedingungen weder ansehen noch bestätigen. Daher kann die Regelung allenfalls gegenüber registrierten Youtube Nutzern Geltung erlangen.

Doch auch das ist umstritten. Rechtsanwalt Christian Solmecke sieht diese Klausel kritisch: „Meiner Meinung nach kann das gesetzliche Recht auf Privatkopie nicht ohne weiteres durch die AGB eines Dienstes ausgehebelt werden. Ich verstehe die Norm im Gesetz (§ 53 UrhG) als zwingende Regelung. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Youtube das Recht auf Privatkopie einschränken darf, führt dies lediglich zu einer Vertragsverletzung durch den Nutzer. Die Frage, ob eine Urheberrechtsverletzung vorliegt ist hiervon völlig unabhängig.“

Aus Sicht des Nutzers stellt sich natürlich die Frage, ob er Konvertierungsdienste weiter nutzen darf. Wenn man davon ausgeht, dass Youtube das Recht auf Privatkopie nicht einschränken oder ausschließen darf, ist eine Vervielfältigung im Rahmen des § 53 UrhG zulässig.

Problematisch ist dabei, dass eine zulässige Privatkopie voraussetzt, dass das Original, also das Youtube Video, nicht offensichtlich rechtswidrig zugänglich gemacht worden ist. Christian Solmecke erklärt, warum Youtube Videos nicht per se rechtswidrig sind: „Angesichts der Tatsache, dass Youtube mittlerweile mit sehr vielen Künstlern und Plattenfirmen kooperiert ist für den Nutzer nicht mehr ohne weiteres erkennbar, ob das Video unter Verletzung von Urheberrechten auf Youtube hochgeladen wurde. Es gibt mittlerweile zahlreiche Künstler, die Youtube als Werbeplattform nutzen und auf diese Weise Ihre Bekanntheit steigern. Offensichtlich rechtswidrig ist ein Video lediglich dann, wenn die Rechtswidrigkeit ihm gewissermaßen auf die Stirn geschrieben ist, z.B. bei einem Kinofilm, der erkennbar von der Leinwand abgefilmt worden ist. In der Regel kann der Nutzer die Rechtmäßigkeit des Videos jedoch nicht nachprüfen. Er muss daher davon ausgehen, dass das Youtube Video nicht offensichtlich rechtswidrig ist.“

Es muss außerdem unterschieden werden zwischen Privatkopien, die man selbst mit Hilfe einer Software vornimmt und solchen, die man bei einem Dritten wie Youtube-MP3.org in Auftrag gibt. Zwar ist es auch möglich eine rechtmäßige Privatkopie von einem Dritten anfertigen zu lassen, jedoch ist das Risiko, dass es eine solche Kopie aus dem Bereich der Privatkopie herausfällt höher. So z.B. wenn der Dritte durch Werbeschaltungen Einnahmen erzielt. Sicherer ist daher die eigenständige Nutzung einer Konvertierungssoftware.

Abmahnungen von Nutzern wegen des Downloads bei Youtube hat es bisher nicht gegeben. Youtube hat die Konvertierungsdienste bisher einfach ignoriert. Ob der aktuelle Streit eine Trendwende einläutet bleibt abzuwarten.  Nutzern ist daher zu empfehlen, auf Youtube-Downloader Software zu setzen, denn diese selbst angefertigten Kopien sind auf jeden Fall legal.

© www.internetworld.de

Social-Media-Boom reißt nicht ab

24.05.2012, 9:41

AIM-C: Dennoch bezeichnen sich nur 20 Prozent der Nutzer als eher aktiv

Während sich die Internetpenetration bei 80% der Gesamtbevölkerung stabilisiert hat, entdecken zunehmend mehr Nutzer die Vorzüge von Social Media. Das größte Wachstum verzeichnen Facebook und Youtube. Die User werden außerdem zunehmend geübter im Umgang mit Social Media, sind jedoch nach wie vor eher passiv. Vermehrt kristallisieren sich auch Plattformen für die überdurchschnittlich aktiven Profinutzer heraus. Das ist das Ergebnis des aktuellen Austrian Internet Monitor-Consumer AIM-C der INTEGRAL Marktforschung.

(Quelle: social-up.com)

Über die Hälfte der Internetnutzer verwendet Facebook, zwei Drittel nutzen die Videoplattform Youtube. Damit zeigt sich eine steigende Konzentration auf die zwei größten Social-Media-Plattformen. Dies drückt sich auch in der Zufriedenheit mit deren Verwendung aus. So verzeichnet Youtube 84% zufriedene Verwender. Bei Facebook liegt dieser Wert trotz öffentlicher Diskussionen zum Datenschutz bei immerhin 62%.

Die Vorzüge von sozialen Netzwerken werden immer stärker erkannt. Wichtigstes Motiv ist für 85% der Nutzer von Facebook & Co, Kontakt mit ihren Freunden zu halten. Um über die Aktivitäten des Freundeskreises auf dem Laufenden zu bleiben, nutzen 63% der User soziale Netzwerke. Knapp dahinter folgen Einladungen zu Veranstaltungen mit 60%.

Dennoch bezeichnet sich die große Mehrheit nach wie vor als eher passiv bezüglich der Verwendung sozialer Netzwerke. Lediglich ein Fünftel postet regelmäßig Inhalte oder lädt Fotos hoch. Insgesamt veröffentlichen die Nutzer im Schnitt drei Beiträge pro Woche.

Profinutzer treffen sich auf Nischenseiten unter sich. So sind es etwa die Verwender von Foursquare und last.fm, die einen besonders hohen Aktivitätsgrad aufweisen und überdurchschnittlich stark Fotos, Videos und Postings veröffentlichen.

(Quelle: INTEGRAL Markt- und Meinungsforschung GmbH – Pressemeldung)

© www.beyond-print.de