Papiereigenschaften im Print-Design

29.06.16, 8:38

Zündende Ideen mit Papier

Eigenschaften, Funktion und Anmutung von Papier und Pappen

Papier ist für den Grafik-Designer, der im Print-Bereich arbeitet, die Grundlage seiner Entwürfe. Oberflächenbeschaffenheit, Volumen, Lichtdurchlässigkeit (Opazität) und Färbung des Papiers sind für den Eindruck, den Leser und Betrachter von der Drucksache haben, mit entscheidend. Dabei kann man Papier, je nachdem in welchem Bereich man arbeitet, sehr unterschiedlich wahrnehmen.



Sylvester-Knallkörper

Oben: Papier ist überall zu finden – hier ist ein kleiner Sylvester-Knallkörper zu sehen, dessen roter Schaft aus gewickeltem Papier besteht.

Papierbeschaffenheit und Papiereinsatzzwecke

Der Papierfachmann beurteilt Papier gemäß seiner Zusammensetzung und Beschaffenheit, zum Beispiel wie hoch der Anteil an Holzfasern, Hadern oder sonstigen Inhaltsstoffen ist. Für ihn sind unter Umständen auch weitere Eigenschaften wichtig, die man visuell nicht erfassen kann: Ist das Papier feuerfest und unzerreißbar oder soll es wie beim Silvesterknaller besonders gut aufplatzen? Wie sind seine Verformungseigenschaften, ist es temperaturbeständig und wie stark wellt es sich bei welcher Luftfeuchtigkeit? Im Fachgebiet „Papiermessung“ werden unter anderem Rauigkeitswerte der Papier-Oberflächenbeschaffenheit begutachtet, ob Füllstoffe oder Zutaten wie der Strich, der die Papieroberfläche schließt und versiegelt und Satinage hydrophil oder hydrophob sind – das heißt: bis zu welchem Grad nehmen sie Luftfeuchtigkeit und Wasser beim Drucken auf? Für den Fachmann sind auch Rückschwellwerte wichtig, das heißt, wie schnell ein Papier, das sich zum Beispiel durch die Luftfeuchtigkeit bzw. den Druck- und Produktionsprozess verformt hat, wieder in seinen Ausgangszustand zurückkehrt.



3 Papierarten

Oben: Links ein raues, gelbliches Zeitungsdruckpapier, in der Mitte ein matt gestrichenes, glattes Bilderdruckpapier und rechts ein weißes Offsetpapier mit gröberer Oberfläche.

Papiervolumen und Papiergewicht

Für den Buchverleger ist eher interessant, welches Volumen das Papier hat. Bücher mit wenig Inhalt werden auf voluminöserem Papier gedruckt, damit das Buch dicker wirkt und der Leser etwas in der Hand hat. Bücher mit extrem viel Text wie die Bibel werden auf Dünndruckpapier gedruckt, damit das Buch nicht zu schwer wird oder so dick, dass es unkomfortabel zu lesen ist.



Papierstruktur

Oben: Papier kann in unterschiedlichen Färbungen daher kommen und stark strukturiert sein.

Design-Papiere und Drucknormen

Der Produktioner in der Werbeagentur würde seine Designer zufriedenstellen, indem er sie mit Papiermustern immer neuer Papierarten versorgt. Andererseits guckt er im Alltag in der Zusammenarbeit mit einer Druckerei eher auf ein Dienstleistungsportfolio, in dem wertiges Papier bezahlbar bleibt und Lieferzeiten kurz sind. Qualitativ wird er auf einen hochwertigen und genormten Druckstandard zurückgreifen, der auch bei Nachauflagen die relative Wiederholbarkeit des Druckergebnisses und seiner Farbanmutung sicherstellt. Onlinedruckereien haben in diesem Bereich Pionierarbeit geleistet.



Glanz- und Mattpapier

Oben: Unten ein hochglänzendes Blatt Papier, dahinter ein matt gestrichenes, das verhaltener glänzt.

Recycling-Papier und Papiereinsatz mit ökologischem Bewusstsein

Dem Umweltexperten geht es darum, welche Ressourcen die Papierproduktion verbraucht und welche Prozesse dafür verantwortlich sind. Dabei geht es um die Faktoren Energie, Holz und Wasser. International betrachtet wird 20% allen Holzes zu Papier verarbeitet. Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber durch das Recyceln bereits verwendeten Papieres und den Einsatz von Abfallholz wie Sägereste oder Holz aus Sturmschäden wird dem ökologischen Gleichgewicht mehr Rechnung getragen. Der Wasserverbrauch hängt entscheidend davon ab, ob der Wasserkreislauf in der Produktion geschlossen ist. Papiermühlen haben heutzutage in der Regel integrierte Kläranlagen, die die Wasserverunreinigung abmildern. Pro Kilo Papier werden 7 Liter Wasser und 2,5 kWh Energie eingesetzt. Den Umweltgedanken beim Drucken zu berücksichtigen und dabei CO2-neutral zu agieren, ist für viele Unternehmen Notwendigkeit und Imagefaktor gleichermaßen geworden.

Recycling-Papier bei print24

print24 hat zertifiziertes, rein-weißes 100%-Recyclingpapier im Angebot, das mit den grauen Qualitäten vergangener Tage nichts mehr gemein hat. Trotz seiner umweltgerechten Herstellung, ausgezeichnet mit dem Blauen Engel und FSC-zertifiziert, hat es hervorragende Bedruckeigenschaften. Das Umwelt- und Verbraucherschutzzertifikat Blauer Engel zeigt dabei nicht nur an, dass natürliche Ressourcen geschont werden, es geht auch um hohe Ansprüche im Hinblick auf Gesundheits- und Arbeitsschutz und die Gebrauchstauglichkeit des Papieres. Wer heutzutage umweltgerechtes Papier einsetzt, muss diesbezüglich keine Abstriche machen: Das Print24-Recycling-80g/qm-Papier ist alterungsbeständig und als Briefpapier für den Bedruck in Laserdruckern oder Tintenstrahldruckern geeignet.



Gussgestrichenes Papier

Oben: Ein gussgestrichenes Papier bietet das höchste der Gefühle im Hinblick auf Glanzwirkung.

Papier im Alltag des Mediendesigners: Papierfärbung und Papieroberfläche

Im Alltag des Designers rücken Papierarten ins Blickfeld, deren Unterschiede sich auf die Papieroberfläche und damit den visuellen Eindruck und die Haptik des Papiers beziehen. Gestalter verfolgen ein Ziel: Sie wollen einerseits Aufmerksamkeit erregen und andererseits den Inhalt ihrer Drucksache adäquat ausdrücken – durch Design, Typografie und Papier.
Matt gestrichene Papiere vermitteln Understatement, deshalb werden Geschäftsberichte oft auf matt gestrichenem Kunstdruckpapier gedruckt. Dabei ist ein Papier augenfreundlicher, das nicht blütenweiß ist, sondern einen leichten Ton hat. Bei der Buchproduktion ist das traditionell zum Beispiel ein Gelbstich im Werkdruckpapier. Das mindert den Kontrast zwischen dem schwarzen Buchstaben und dem Papier als Träger der Botschaft.

Ein cremeweißes Briefpapier wirkt dabei unter Umständen elegant oder sophisticated. Die Papierfärbung beeinflusst zudem die Bildwirkung. Hochweißes, glänzend gestrichenes Papier unterstreicht die Brillanz von Fotos. Bereiche wie die Modefotografie, die mit extremen Schärfen arbeitet, um die Details und Konsistenz von Stoffen zu zeigen, profitieren von so einem Papier in besonderer Weise.
Andererseits können Bilder, die nicht vierfarbig reproduziert werden, sondern zweifarbig im Duoton-Verfahren mit der leichten Färbung des Papieres korrespondieren. Beim Duoton-Verfahren, wird das Bild in zwei Tonwertumfänge für zwei Sonderfarben getrennt. Einem wird in der Regel die Farbe Schwarz zugewiesen, dem anderen eine Schmuckfarbe, zum Beispiel ein Dunkelorange oder Braun. Im Zusammenspiel dieser Farben bekommt die Fotografie im genannten Farbbeispiel eine Sepia-Anmutung. Ist nun das Papier ebenfalls nicht extrem weiß, sondern verfügt es über eine Creme-Färbung, korrespondiert es mit der Bildtönung und bildet eine visuelle Einheit.



Broschüre auf matt gestrichenem Bilderdruckpapier

Oben: Eine Broschüre auf matt gestrichenem Bilderdruckpapier. Man sieht, dass ein relativ geschlossener Farbauftrag wie bei der Überschrift glänzend auf dem Kreidestrich steht.

Wie unterscheidet man Papier gemäß seiner Grammaturen?

Die DIN 6730 legt fest, bis wohin Papier geht und wo Pappe anfängt. Demnach beginnt Dünndruckpapier bei 7g/m² und geht bis 225g/m², alle Gewichte darüber nennt man eigentlich Pappe. Wobei man, wenn man von einem durchschnittlichen Empfinden ausgeht und ein hochwertiges Bilderdruckpapier zugrunde legt, das nicht sehr voluminös ist, dort bei 200g/m² oder einer 250g/m²-Grammatur nicht von Pappe sprechen würde.

Pragmatischer würde man die Grenzen anders ziehen und eine Dreiteilung vornehmen. Demnach würde man Papier eine maximale Grammatur von ca. 150g/m² zuweisen. Denn tatsächlich nimmt die Steifigkeit des Papiers ab ca. 150g/m² bis 170g/m² je nach Papiervolumen und Beschaffenheit deutlich zu. Würde man einem Laien einen Papierfächer in die Hand geben und fragen, wo er bei ansteigender Grammatur das erste Mal ein deutlich dickeres Blatt in der Hand hält, wäre das bei Bilderdruckpapier ca. 170g/m².
Dem Begriff Karton würde man Grammaturen zwischen 150g/m² und 600g/m² zuweisen – wobei in früheren Zeiten das höchste der Gefühle meist zwischen 300g/m² und 350g/m² lag. Heute liegt es bei ca. 400 g/m² als Obergrenze, es gibt aber inzwischen immer mehr Grammaturen, die darüber liegen. Ein Dreischicht-Karton (zwei weiße Papierschichten außen und in der Mitte eine farbige) wie Luxecore, der zum Beispiel 750g/m² schwer ist, wird bei print24 für Visitenkarten in den Varianten Chamois, Hochweiß, Leinen und Gerippt angeboten. Eigentlich dürfte man ihn aber nicht mehr Karton nennen, sondern Pappe. Die Grenzen und Empfindungen sind hier fließend. Bei Pappe denkt man umgangssprachlich an etwas Grobes. Und das exquisite Luxecore sieht im Gegenteil mit seinem Farbkern äußerst fein aus.
Alles, das bezüglich seiner Grammatur über ca. 600g/m² liegt, würde man laut Fachdefinition Pappe nennen.



Geripptes Papier

Oben: Edles geripptes Papier oder auch „Rippchenpapier“ trägt in sich eine Struktur wie ein Wasserzeichen. print24 hat die Sorte Edel Gerippt zum Beispiel für Briefpapier, Flyer, Kalender, Kurzbriefe, Kuverts, Postkarten oder Visitenkarten im Angebot.

Unter all den Papieren, die verfügbar sind, wird ein Designer grundsätzlich fünf verschiedene Papierarten unterscheiden:

Offene Naturpapiere: Korrespondenz- und Büropapier mit hohem Volumen

Sie verfügen über keine gestrichene Oberfläche, sondern über eine eher raue und offene, wie man das von Kopierpapieren oder Briefpapieren kennt. Naturpapiere haben im Verhältnis zu hochwertigeren Bilderdruckpapieren, deren Oberfläche glatter ist, ein höheres Volumen und eignen sich nicht für den fein aufgelösten Bilderdruck.

Matt gestrichene Papiere: Gute Bildwiedergabe

Matt gestrichene Papiere haben einen Kreidestrich auf der Oberfläche und wirken dadurch zart und matt. Gerade flächig gedruckte Farben wirken auf mattem Papier seidenmatt-glänzend und erhalten eine gewisse Brillanz. Der Nachteil: Die matte unveredelte Oberfläche ist relativ empfindlich; man sieht leichter Kratzer oder andere Spuren auf dem Papier. Mattes Papier wird von Designern gerne genommen, weil es edel wirkt und Hochwertigkeit signalisiert. Der Kontrast der leicht glänzenden Farbe auf dem matten Untergrund steigert und betont die Farbwirkung. Mattes Papier hat eine geringe Scheuerfestigkeit und wird deshalb oft lackiert.

Glänzend gestrichene Papiere: Brillanz mit Eyecatcher-Qualitäten

Glänzende Papiere reflektieren das Licht und sind dadurch Hingucker. Auch die Druckfarben wirken hier brillant und Konturen gestochen scharf. Glänzendes Papier erscheint gegenüber mattem robuster gegen äußere Beanspruchung. Nachteil: Glänzendes Papier ist gerade bei längeren, kleinen Texten wegen der starken Lichtreflexion nicht so lesefreundlich. Doch ist die Wahrnehmung bezüglich der Lesefreundlichkeit ähnlich wie bei Computerbildschirmen höchst individuell. Die qualitativ beste Bildwiedergabe erreicht man auf glänzendem Kunstdruckpapier. Von seiner Oberflächenwirkung her zwischen mattem und glänzenden liegt das satinierte Papier, das eine zurückhaltendere Glanzwirkung hat.

Designpapiere mit besonderen Oberflächen oder Färbungen

Bei Designern beliebt, sind Papiere mit besonderen Oberflächen, Strukturpapiere und gefärbte Papiere oder solche, die zum Beispiel Einschlüsse in sich tragen. Es gibt Papiere mit natürlichen Einschlüssen wie Pflanzenteilen oder solchen, die zum Beispiel durch kleine Partikel und eine Beige-Färbung natürlicher wirken.

Besondere Effektpapiere

Über die Designpapiere hinaus gibt es Metallic-Papiere, spiegelnde Oberflächen, druckholografische Effektfolien und vieles andere mehr. Nie war die Vielfalt größer.

Papier-Grammaturen und Dünndruckpapier: Weniger ist manchmal mehr

Bei 80g/m² fängt gebräuchliches Papier im Designalltag an. Alles darunter wird auch vom Laien als dünn empfunden und heißt Dünndruckpapier. Es ist stärker durchscheinend und hat eine verminderte Steifigkeit. Dafür kann man damit Gewichtsgrenzen einhalten und Portokosten sparen bzw. bei umfangreichen Werken wie Büchern das Volumen senken und dadurch die Handhabbarkeit erleichtern. 80g/m² ist der Bürostandard, das heißt, der Standard für Briefpapiere und Schreibpapiere.



Papieroberflächen

Wie viel Gramm wiegt ein Blatt Papier?

Ein solches DIN-A4-Einzelblatt wiegt ca. 5g. Das heißt, drei Blatt zuzüglich des Briefumschlages halten im Normalfall die 20g-Portogrenze des Standardbriefes ein. Heutzutage sind die Ansprüche an hochwertiges Korrespondenzpapier aber gestiegen, vor allem die Opazität ist dabei ausschlaggebend, das heißt, dass die Schrift des Blattes darunter oder auf der Rückseite nicht zu stark durchscheint. print24 verwendet deshalb für Briefpapier 80 g/m²-130 g/m² Qualitäten, die hochweiß sind, geeignet für das Kopieren oder den Ausdruck auf Laserdruckern sowie Inkjetdruckern und die von der Papierkonsistenz her fest und hochwertig wirken.

Gebräuchliche Papiersorten

print24 hat die wichtigsten Grammaturen im Angebot, mit dabei sind einige Designpapiere und Besonderheiten:

Bilderdruckpapiere matt und glänzend:

  • Grammaturen: 115g/m², 135g/m², 170g/m², 250g/m², 350 g/m²
  • Außerdem: 280 g/m² Chromokarton glänzend (Rückseite matt) und 350 g/m² Premiumkarton
    Die Qualitäten 115-135g/m² kann man für die Innenteile von Broschüren verwenden.

  • 170-250g/m² sind gängige Grammaturen zum Beispiel für Broschürenumschläge oder Flyer.
  • 250-350g/m² (oder höher) lassen sich gut für Visitenkarten, Postkarten, Flyer oder Ähnliches einsetzen.

Design- und Schmuck-Papiere (druckergeeignet):

  • Edel Chamois in 100 g/m² und 300 g/m²
  • Edel Gerippt in 120 g/m² und 350 g/m²
  • Edel Hochweiß in 115 g/m² und 340 g/m²
  • Edel Leinen in 130 g/m² und 350 g/m²
  • Edel Chamois (= cremeweiß) und Edel Hochweiß haben eine glatt-samtene Oberfläche, die sich für Briefpapier oder Einladungen mit stilvolle Note eignen. Edel gerippt und Edel

Design Visitenkarten-Karton mit Farbkern (750g/m2):

  • Luxecore Chamois
  • Luxecore Hochweiß
  • Luxecore Leinen
  • Luxecore Gerippt

Naturpapiere:

  • Grammaturen: 80g/m², 90g/m², 100g/m², 350g/m², 400 g/m²

Naturpapiere Recycling:

  • 80 g/m² und 300 g/m² Recycling weiß (druckergeeignet)

Papier für Großplakate:

  • 115 g/m² Affichenpapier

Klebepapiere und Folien:

  • Haftpapier glänzend, permanent klebend
  • Polyethylenfolie matt, permanent klebend

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