Logogestaltung – Was Ihr wissen müsst – Teil 4

25.01.11

Das Finale

Elemente ordnen
Wort-Bild-Kombinationen können Sie ganz unterschiedlich anordnen. Entscheiden Sie sich für ein Quer- oder Hochformat und eine ungleichmäßige oder symmetrische Anordnung. Die Kombination, aber auch die Proportionen spielen eine Rolle, wie auch die Farbauswahl und deren Wirkung in Verbindung mit der Form.

1. Format
Die Grundform aller Logos kann auf ein quadratisches Format, ein rechteckiges Hoch- oder Querformat reduziert werden. Lässt sich das Logo in zwei Stücke aufteilen, wie eben bei Wort-Bild-Marke, so werden damit weitaus mehr Kombinationsmöglichkeiten geboten. Hier sei noch einmal das Signet angesprochen, das von Verlagen im Querformat verwendet wird und als Hochformat perfekt auf einen Buchrücken passt.


2. Symmetrie
Ordnung und Ausgeglichenheit erreichen Sie leicht durch Symmetrie. Drehen Sie Elemente eines Logos oder sorgen Sie mit einer Spiegelung von Elementen für harmonische Formationen. Im Tengelmann-Logo etwa wurde der halbe Buchstabe T scheinbar gespiegelt.

3. Verteilung
Das Gesamtbild sollte ausgewogen sein. Ein wohlproportioniertes Ergebnis, mit gleichmäßigen Gewicht der Elemente. Denn sind etwa die Größenunterschiede zu stark, erscheinen die kleineren Elemente als im Hintergrund stehend, und werden weniger beachtet.

4. Kombinieren
Leiten Sie den Blick des Betrachters auf bestimmte Bereiche des Logos. Dafür können Sie schon bei der grundsätzlichen Kombination unterschiedlicher Grundfiguren sorgen. Etwa bei diesem Centrino-Logo hier. Da wurde als „Eyecatcher“ das runde Intel-Logo eingesetzt und in den Vordergrund gehoben. So wird zunächst dieses wahrgenommen, während der Schriftzug „centrino“ erst später gelesen wird.

Buchstaben
Egal ob Wortmarken, Buchstabenlogos oder Wort-Bild-Kombinationen, immer muss die Schriftart zum Produkt passen. Größere Unternehmen lassen eine zugeschnittene Schrift gestalten, die als „Corporate Font“ nicht nur im Logo Verwendung finden kann.

1. Wortmarken
Bei einer Wortmarke ist eine auffallende Bezeichnung Pflicht, da der reine Text für die gewünschte Aufmerksamkeit sorgen muss. Und diese Aufmerksamkeit muss in die gewünschten Assoziationen umgeleitet werden. Bei dem Müsli „Fitness“ von Nestle sollte der Kunde etwa an leicht und gesund denken. Eine Wortmarke kann ein Nachname wie „Maggi“, ein wohl klingendes Kunstwort wie „Maoam“ oder gar eine Ortsangabe wie „Schwartau“ sein. Auch sogenannte Palindrome sind sehr interessant, die vorwärts wie rückwärts gelesen den gleichen Sinn ergeben. Gute Beispiele sind da Omo, Otto und Uhu.

2. Buchstabenmarken
Aus einzelnen Buchstaben und/oder Zahlen können Buchstabenmarken bestehen. Bei den Buchstaben dürfen durchgängig Versal-, aber auch nur Kleinbuchstaben verwendet werden. Selbst reine Zahlengruppen, wie etwa bei der Auskunft 11880, sind kein Problem. Zumeist werden Buchstabenmarken für Abkürzungen genutzt, wie etwa AEG, was für „Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft“ steht. Der Kunde wird den Sinn dieser Abkürzung nicht auf den ersten Blick erfassen. Oft ergänzt deshalb eine Bildmarke die Buchstabenmarke.

3. Unterstützend
Die Buchstabenmarke allein ist vielleicht nicht aussagekräftig genug oder die Bildmarke zu abstrakt. Auch deshalb kommt es sehr oft zu Kombinationen aus einer Wort- oder Buchstabenmarke mit einem Bildzeichen, bis der Kunde gelernt hat, bei den einzelnen Elementen an das Unternehmen zu denken. Später kann das Logo also nach Wahl ohne Beschreibung oder ohne die Grafik eingesetzt werden. Das Unternehmen Nike werden Sie vermutlich schon allein am „Schwung“ erkennen. Dessen Logo hat einen sehr guten Bekanntheitsgrad und wird allgemein auch ohne Schriftzug erkannt.

Funktioniert mein Logo?
Ein Logo muss das Interesse des Kunden wecken, es muss Informationen übertragen können, an die sich der Kunde auch später noch erinnert, natürlich zum Produkt passend, einzigartig und möglichst zeitlos sein.

1. Interesse wecken
Aktiv wird der Kunde, wenn er ein Bedürfnis befriedigen will. Ist er etwa hungrig, sucht er gezielt nach dem Logo eines Imbiss. Die Logos von McDonalds, Burger King oder Subway sind überall präsent, doch die aktive Aufmerksamkeit auf diese Zeichen bekommen diese Unternehmen besonders aus den weiter unten genannten Gründen. Stellt Euch generell die Frage, ob Euer Logo deutlich aus der Umgebung heraussticht.

Wird uns ein Logo aufgedrängt, etwa in der TV- und Print-Werbung, dann wird die passive Aufmerksamkeit angesprochen. Auf den kleinsten Nenner gebracht darf man getrost sagen: Je häufiger das Logo der Zielgruppe präsentiert wird, desto eher wecken Sie das Interese an dem Unternehmen.

2. Informationen übertragen
Ein Logo muss Informationen beinhalten können. Seht Euch als Beispiel dieses Logo an, bei dem Ihr ohne die zuvor geleistete Informationsübertragung eigentlich nur an einen Lebensmittel-Lieferanten, vielleicht mit einer Spezialisierung auf Obst, denkt könnt. Jedenfalls weniger an ein Computer-Unternehmen. Die Verbindung zu dem Unternehmen musste also zuvor im Betrachter, dem möglichen Kunden, „abgespeichert“ worden sein. Wir erkennen im Apfel-Logo etwa einen Computerhersteller, da passiv die Werbung des Unternehmens aufgenommen wurde oder aber aktiv Informationen zu diesem gesammelt worden sind.

3. Unvergesslich
Der Blick des Kunden wurde auf das Logo gelenkt und dabei die richtigen Informationen übertragen. Nun ist es wichtig, dass sich der Kunde auch Tage später noch an die erwünschten Informationen erinnert. Und selbst wenn er das Logo nur angedeutet oder aus dem Augenwinkel sieht, sollte er den Rest aus dem Gedächtnis nachbilden können

4. Für das Produkt gemacht
Das Produkt bestimmt das Logo mit, auch wenn gerade bei Dienstleistungen, die ja nicht greifbar sind, auch abstraktere Formen eingesetzt werden können.

5. Unvergänglichkeit
Ein Logo sollte möglichst zeitlos gestaltet werden. Und auch wenn immer wieder Anpassungen nötig sind, unterwerfen Sie sich nicht jedem neuen Trend.

6. Einzigartigkeit
Ein Logo sollte einzigartig sein. Analysieren Sie zuvor die Logos der Konkurrenz des jeweiligen Geschäftzweigs, um eine größtmögliche Divergenz zu erhalten. Eine Vergleichbarkeit wird verhindert und somit auch Verwechslungen.

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