Basics: RGB und CMYK

25.10.11
Druckdaten korrekt anlegen

Im zweiten Teil unserer Basics-Reihe beschäftigen wir uns mit dem Thema RGB und CMYK. Für viele unserer Stamm-Blogleser wird sich kaum die Frage stellen, welchen Farbmodus ich in welcher Phase der Druckproduktion verwende und warum wir ausschließlich Daten drucken können, die im CMYK-Modus vorliegen und auch, warum es bei der Umwandlung von RGB zu CMYK zu Farbänderungen kommt. Da die Kategorie aber „Basics“ heißt und uns täglich auch Hunderte Datensätze im falschen Farbmodus (meistens RGB) erreichen, möchten wir euch heute in einem kleinen Artikel erklären, was die beiden Modi bedeuten, wo die Unterschiede liegen und wann ich welchen Modus verwenden muss.


Was bedeutet RGB?

Alle Farben im RGB-Farbraum werden durch die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau dargestellt. Diese Lichtfarben zusammen gemischt ergeben weiß. Diese Art der Farbzusammenstellung nennt sich additive Farbmischung, die drei einzelnen leuchtenden Farben werden gemischt und können somit eine große Anzahl an unterschiedlichen Farben darstellen.

Wo verwende ich den Farbraum RGB?

Jeder Monitor stellt Farben im RGB-Modus dar – einige besser, andere weniger gut.

LCD Makroaufnahme

Quelle: Jordan McLane, flickr.com



Warum RGB-Darstellung am Monitor nicht farbecht ist:

Viele Faktoren beeinflussen die Qualität der Farbdarstellung. Unter anderen können das die Farbtiefe des Monitors und der Grafikkarte sein, Alter und Qualität des Monitors, die Farbtemperatur des Monitors aber auch der Blickwinkel auf den Monitor und die Lichtverhältnisse im Raum.

Der RGB-Farbraum ist sehr groß im Gegensatz zum CMYK-Farbraum, aber auch RGB hat Schwächen. Diese liegen zum Beispiel im Gelbbereich, wo in einem anderen Farbraum ein größeres Spektrum an unterschiedlichen Tönen dargestellt werden kann. Stärken des RGB-Farbraumes liegen dafür zum Beispiel im Blau- und Violettbereich.
Im Gegensatz zum Druck können weder metallischen Farben wie Gold und Silber noch der Unterschied zwischen matten und glänzenden Farben dargestellt werden.
Dafür ist der RGB-Farbraum deutlich größer und kann leuchtende Farben darstellen, welche im Druck (CMYK-Farbraum) nicht umgesetzt werden können.

CMYK

Was bedeutet CMYK?

Alle Farben im CMYK-Farbraum werden durch die Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb (Yellow) und Schwarz (BlacK, Key) dargestellt. Diese Körperfarben zusammen gemischt ergeben Schwarz. Diese Art der Farbzusammenstellung nennt sich subtraktive Farbmischung. Die drei einzelnen Farben Cyan, Magenta, und Gelb werden unterschiedlich übereinander gedruckt und können damit unterschiedliche Farben wiedergeben. Da diese Art der Farbmischung sehr kontrastarm ist, wird als vierte Grundfarbe schwarz verwendet.

Warum kommt es zu Farbänderungen bei der Umwandlung von RGB zu CMYK?

Wie oben schon beschrieben, ist der CMYK-Farbraum kleiner als der RGB-Farbraum. Wenn ich nun einen größeren Farbraum in einem kleineren abbilden muss, kommt es zwangsweise zu Farbabweichungen. Besonders deutlich wird das zum Beispiel, wenn ich in meiner RGB-Ausgangsdatei viele Leuchtfarben habe und diese nun versuche in CMYK abzubilden.
Bei der Umwandlung von CMYK-Druckfarben in RGB (zum Beispiel beim Einscannen eines Druckproduktes) gibt es normalerweise keine Unterschiede, da der RGB-Farbraum, wie oben schon erwähnt, viel größer ist und sich CMYK darin sehr gut abbilden lässt. Allerdings gibt es auch hier ein paar wenige Farbbereiche (manche Gelbtöne), die RGB nicht darstellen kann. Um Farbabweichungen zu vermeiden, lassen sich zum Beispiel Sonderfarben verwenden.

Vorbereiten der Druckdaten

Wenn ihr Daten für den Druck aufbereitet, im Layoutprogramm oder Bildbearbeitungsprogramm einen Flyer setzt, dann schaut schon beim Einrichten des Dokumentes, dass ihr den CMYK-Modus mit dem Farbprofil „ISO Coated v2 verwendet. Sollte das Profil auf eurem Rechner nicht so oder so schon installiert sein, findet ihr es hier zum Herunterladen.

Photoshop

Dokument anlegen Photoshop CMYK

InDesign

Dokument anlegen InDesign CMYK

Einstellungen in Photoshop

Modus Photoshop

Exporteinstellungen in InDesign

Bilder, die ihr in eure Projekte importiert, liegen generell als RGB-Daten vor und müssen spätestens beim Export in eine PDF-Datei in den CMYK-Farbraum umgewandelt werden.

Dokument exportieren InDesign CMYK

Wir hoffen, der „Basics“-Teil hat euch gefallen und weitergeholfen. Solltet ihr Fragen haben – auch zu anderen Themen rund um Druckdaten – dann immer her damit.

MO

Antworten zu zu “Basics: RGB und CMYK”

  1. komiska sagt am 25. Oktober 2011 um 12:41 Uhr Uhr

    Fantastisch, dass Ihr diese Einführungen online stellt!
    Nur eine kleine Frage: ich dachte, das man mittlerweile FOGRA39 als Standard in der EU übernommen hat?
    Wahrscheinlich macht das nicht so viel aus …

  2. print24_redaktion sagt am 25. Oktober 2011 um 12:47 Uhr Uhr

    Hallo komiska,
    das ist richtig, vollständig heißt das Profil auch ISO Coated v2 (Fogra 39 L). Viele Grüße! :)

  3. KIDO sagt am 17. November 2011 um 10:20 Uhr Uhr

    Ihr schreibt hier, dass täglich viele falsche Datensätze im RGB Modus eingehen.
    In den Upload-Anforderungen steht: Farbraum RGB…
    CMYK wird in RGB umgewandelt…
    Als ich das gelesen habe war für mich klar, dass ich die Vorlage (für Postkarten) in RGB hochladen muss.
    Das ist verwirrend, denn hier steht, man soll es im CMYK-Modus hochladen. ???

    Danke schon mal für die Antwort!

  4. Henrik sagt am 10. Januar 2012 um 14:30 Uhr Uhr

    Hi, ich finde, der Artikel ist eine super Zusammenfassung zum Thema. Den Unterschied zwischen RGB und CMYB habt ihr so eklärt, dass auch Leute, die noch nicht mit dem Thema „Drucken“ auseinandergesetzt haben, die ganze Sache gut verstehen.

  5. Corinna sagt am 08. August 2017 um 18:08 Uhr Uhr

    Hallo,

    ich bekomme vom Photoshop CMYK Coated FOGRA27 (ISO 124647-2:2004) angegeben,
    ist die das o.a. ISO Coated v2?

    Danke und Gruß
    Corinna

  6. print24 sagt am 09. August 2017 um 7:57 Uhr Uhr

    Hallo Corinna,

    dies ist ein ähnliches CMYK-Farbprofil, welches Standard im Photoshop ist. Unter Bearbeiten>In Profil umwandeln (nicht zuweisen!) kannst du in das ISO Coated v2 wechseln, wenn es installiert ist. Andernfalls kannst du das PDF auch mit deinem Farbprofil exportieren und unser Datencheck nimmt die nötigen Anpassungen vor. Wir hoffen, wir konnten dir weiterhelfen.

    Viele Grüße
    dein print24-Team

  7. Achim H. sagt am 17. März 2018 um 19:32 Uhr Uhr

    Hallo allerseits, ich arbeite mit Scribus 1.4.6 und das bietet mir beim Farbmanagement u. a. an:
    – Euroscale Coated v2
    – Fogra 27L CMYK Coated Press
    Was ist zu empfehlen?
    Danke für alle Antworten!

  8. print24 sagt am 19. März 2018 um 13:26 Uhr Uhr

    Hallo Achim,

    in unserem Datenblatt (in der Kalkulation rechts neben dem Produkt) findest du alle Informationen zum Anlegen von Druckdaten. Für Bilderdruckpapier verwende bitte „ISO Coated v2 (Fogra 39 L)“ und für Offset- oder Recyclingpapier „PSO Uncoated ISO12647 (Fogra 47L)“.

    Viele Grüße,
    das print24-Team

  9. Wolfgang sagt am 20. April 2018 um 17:24 Uhr Uhr

    Hallo,

    kann ich für den Export nach Acrobat PDF auch die neue Norm „PDF/X-4-2010“ (Kompatibilität Acrobat 7 / PDF 1.6) einstellen, unter Anwendung von Farbprofil „ISO Coated v2 (Fogra 39 L)“?

    Bisher nutzte ich bei Bestellungen immer die „PDF/X-3“ Vorgabe.

    Vielen Dank,
    Wolfgang

  10. print24 sagt am 23. April 2018 um 9:35 Uhr Uhr

    Hallo Wolfgang,

    natürlich kannst du deine Druckdaten auch gern als „PDF/X-4“ bei uns einreichen. Wir freuen uns auf deine nächste Bestellung!

    Viele Grüße,
    dein print24-Team

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