Drohnenfotografie: 7 Tipps, die deine Luftaufnahmen zu neuen Höhen aufschwingen lassen

14.12.16

So gelingen eure Fotos in luftigen Höhen

Drohnen werden auch bei Fotografen immer beliebter. Welche Drohne zum Einsatz kommt, ist dabei weniger relevant als die genutzte Kameratechnik, die in die Höhe schwebt. Und so können die hier vorgestellten Tipps ganz allgemein für noch schönere Luftaufnahmen sorgen, unabhängig von der genutzten Drohnentechnik. Zu beachten gibt es genug: von den nötigen Wettervoraussetzungen bis hin zur Rechtssicherheit.

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Wie wird das Wetter?

Zur Fotografie ist genügend Licht nötig, zum Fliegen ruhige Windverhältnisse. In der Drohnenfotografie spielt das Wetter also eine Doppelrolle. Die Lichtsituation ist besonders nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang schön weich. Die harte Mittagssonne lässt die Welt dagegen viel zu kontrastreich erscheinen: schwarze Schatten überall. Eine leichte Bewölkung ist in dieser Zeit also willkommen. Das Morgenlicht sorgt für lange, weiche Schatten; die Abenddämmerung für warme Töne.

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Bei Regen oder stärkerem Wind lassen wir die teuren Geräte gar nicht erst in die Luft. Niemand schafft es gegen die Elemente an (um dann auch noch scharfe Aufnahmen umzusetzen).

Erweitere deine Ausrüstung

Natürlich kommt es auch bei der Drohne auf Qualität an. Sie muss aus Sicht des Fotografen eine gute Kamera mitbringen oder die teure DSLR tragen können. Ist eine gewisse Unruhe im Flug, besonders beim Stehen in der Luft, so müssen die Propeller ausbalanciert werden. Dazu könnten sie entfernt und ausgerichtet wieder angebracht werden. So manch einer behilft sich auch mit Nagellack, Haarspray oder gar Klebefilm, um Feinheiten auszubalancieren.

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Die erste Erweiterung könnte ein sogenannter Gimbal sein. Gimbals sind Stabilisierungssysteme, die zwischen der Drohne und der Kamera stehen und Verwacklungen ausgleichen. Kostengünstiger erweitert ihr eure Ausrüstung mit Filter, wie etwa ND- oder PL-Filter. ND steht für Neutraldichtefilter. Dieser sorgt für eine Reduzierung des Lichts, das in die Kamera eintreten kann. Damit erhalten wir die Chance auch bei sehr lichtstarken Tagen die Verschlusszeit zu erhöhen (ein guter Tipp für Video-Aufnahmen).

PL steht für Polarisationsfilter. Damit sorgt ihr für die Unterdrückung oder Verstärkung von Spiegelungen. Auch ein Zweitakku ist sinnvoll, da die Flugzeit begrenzt ist, aber je nach Anfahrtslänge und Motiv dann doch gerne unkompliziert verlängert werden soll.

Besondere Orte

Die Sicht von oben verlangt nach einer passenden Location. Um Erfahrung zu sammeln, sollte der Ort offen sein, frei von Bäumen und hohen Gebäuden, und auch Vögel sollten sich nicht in unmittelbarer Nähe aufhalten. Doch da der Perspektivwechsel von oben herab praktisch jeden Ort anders wirken lässt, kann mit der Zunahme an Geschicklichkeit und Sicherheit im Flug das Spektrum an Motiven stark erweitert werden.

Jeder Blick über die Dächer einer Stadt fasziniert, sowie die Fernsicht aus der aktuellen Position. Doch noch einmal, bevor ihr richtig startet: üben, üben, üben, in einer offenen, dünn besiedelten Ecke eurer Gegend.

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Einstellungssache

Generell ist es empfehlenswert, mit dem kleinsten ISO-Wert zu arbeiten, der möglich ist. Da sind wir natürlich von der gegebenen Lichtsituation abhängig, doch stark verrauschte Bilder sind wenig brauchbar und lassen sich auch in der Bildbearbeitung kaum optimieren. Ist ISO 100 möglich, so startet ihr mit diesem Wert. Das „Available light“ ist am Tag absolut ausreichend. Und auch in der Abenddämmerung solltet ihr nicht unter einen ISO-Wert von 800 gehen. Stattdessen spielt ihr mit der Verschlusszeit.

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Sehr praktisch ist übrigens das „Bracketing“. Dabei werden vom gleichen Motiv praktisch zeitgleich zwei oder mehr Aufnahmen mit unterschiedlichen Einstellungen gemacht. Ein interessantes Feature, sei es zum Ausgleich falscher Belichtungszeiten oder zur Komposition einer HDR-Aufnahme.

RAW

Jeder fortgeschrittene Fotograf nutzt das RAW-Format, da in der Bildbearbeitung Belichtung und Farben mit weitaus mehr Kontrolle optimiert werden können. So spart ihr die Komprimierung, die das JPEG-Format vornimmt. Die Entwicklung des Bildes übernehmen dann Profis wie Photoshop, Lightroom oder Affinity.

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Sei kreativ!

So könntet ihr etwa die Flughöhe ausreizen. Je höher die Drohne steht, umso mehr kann sie von der Umgebung einfangen. Besonders also für Panorama-Aufnahmen zu empfehlen. Manche Drohnen bieten einen FPV-Modus an (First Person View). So erhalten wir genau den Blick, den die Kamera einfängt, etwa dank einer entsprechenden Brille. Probiert auch ungewöhnliche Perspektiven und Langzeitaufnahmen oder nutzt den GPS-Modus, um die Kamera noch stabiler zu halten.

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Legal oder egal?

Schon beim Fotografieren gibt es so einige Rechte zu beachten. Da könnt ihr euch vorstellen, wie es sich bei einer fliegenden Kamera verhält. Es gibt Flughöhen, die nicht überschritten werden dürfen (wer unter 50 m Flughöhe bleibt, sollte nichts befürchten), in einem Radius von 2 km um einen Flugplatz solltet ihr generell nicht fliegen und der Flugbetrieb muss immer in Sichtweite des Piloten erfolgen (statt über ein technisches Hilfsmittel gesteuert; und sei es nur das Fernglas).

Ebenso macht ihr einen Bogen um Menschenmengen, Kraftwerke, Krankenhäusern und militärische Objekte. Bevor es also losgeht, informiert ihr euch über (lokale) Gesetze, nötige Versicherungen und das gesetzliche Mindestalter.

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Weiterführende Anleitung

Wer sich nun für ein ausführliches Tutorial direkt am Flugobjekt interessiert, schaut sich das Video-Training Drohnenfotografie für Einsteiger an. Benyamin Senkal erklärt darin in 18 Lektionen alles zum Einstieg in die Drohnenfotografie: Worauf ist zu achten? Was ist erlaubt? Wie entstehen gute Bilder? In einer atemberaubenden Flugstunde lernt ihr verschiedene Drohnen- und Kameratypen im Einsatz kennen.

Urheberrecht: Dmitry Kalinovsky

 

Eine Drohne kann – je nach persönlichem Anspruch – eine kleinere, mittlere oder gar größere Investition darstellen. Doch egal wie viel investiert wurde: Sie sollte nicht gerade beim ersten Flug brachial zu Boden gehen. In diesem Training für Einsteiger werden deshalb (zur eigenen Absicherung) die drei Hauptaspekte Technik, Sicherheit und Praxis thematisiert.

 

TutKit.com

 
Dieses Video-Training ist Bestandteil von TutKit.com, einem eLearning-Angebot mit tausenden Anleitungen und Vorlagen. Der Zugang erfolgt über einen monatlichen Beitrag von nur 9,95 Euro. Ein erster Test ist aber kostenlos.

 

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