Photoshop CS6: Objekte und Personen perfekt freistellen

13.02.13

Studioaufnahmen problemlos mit anderen Hintergründen versehen

Wenn man mit der Kamera unterwegs ist, muss man die Lichtverhältnisse meist so nehmen wie sie sind. Manch eine Location lässt sich zudem nur schwer oder gar nicht erreichen. Auch der Transport des nötigen Equipments stellt sich oft als schwierig dar. Wer schleppt schon gerne mobile Blitzanlagen, Abschatter und sonstige Hilfsmittel durch unwegsames Gelände. Die Lösung: Fotografieren im Studio. Das macht Spaß und stellt dem Fotografen ausgereiftes Equipment zur Verfügung. Außerdem genießt er sämtliche Freiheiten, was die Gestaltung von Licht, Schatten, Farben und Positionierung der Objekte angeht. Ein Nachteil bleibt jedoch, denn der Hintergrund besteht nicht selten aus einfarbiger Pappe (Hohlkehle). Dennoch ziehen Profis mitunter die Studiofotografie vor und montieren das Objekt der Begierde nachträglich in die Location hinein.

Studioaufnahmen lassen sich problemlos mit anderen Hintergründen versehen - sofern man einiges beachtet.

Studioaufnahmen lassen sich problemlos mit anderen Hintergründen versehen – sofern man einiges beachtet.

Grundlagen der Freistellung

Das magnetische Lasso ist imstande, Kanten aufzuspüren.

Das magnetische Lasso ist imstande,

Kanten aufzuspüren.

Um ein Objekt oder eine Person in ein anderes Foto „montieren“ zu können, muss dieses zunächst vom Studio-Hintergrund befreit werden. Hier spricht man von einer so genannten Freistellung. Um eine solche Freistellung zu realisieren, benutzt man in der Regel die in Photoshop enthaltenen Auswahl-Werkzeuge. Bei einfachen geometrischen Objekten ist das keine große Sache. Man kann beispielsweise mit den Auswahlrechteck, der Ellipse oder dem Lasso bzw. Poygon-Lasso arbeiten. Fortschrittlicher sind hingegen jene Werkzeuge, die scheinbar selbstständig in der Lage sind, Auswahlen zu erzeugen. Dazu zählen Schnellauswahl-Werkzeug und Zauberstab genauso wie das magnetische Lasso. Diese schaffen es, so genannte kontrastierende Kanten ausfindig zu machen. Wo also beispielsweise starke Farbunterschiede zwischen benachbarten Pixeln auftreten, vermutet Photoshop eine Objektkante und passt den Verlauf des Lassos oder der Schnellauswahl automatisch an.

Während der Benutzer sich mit dem Werkzeug entlang einer Kante bewegt, hilft Photoshop kräftig mit.

Während der Benutzer sich mit dem Werkzeug entlang einer Kante bewegt, hilft Photoshop kräftig mit.

Das magnetische Lasso bietet sich immer dann an, wenn der Hintergrund uneinheitlich ist. Bei glatten Hintergründen sind Schnellauswahl-Werkzeug und Zauberstab erste Wahl. Problematisch wird es, wenn sich die Farbtöne des auszuwählenden Bereichs mit denen des Hintergrunds sehr ähneln. In diesem Fall ist die Kontur schwer zu finden. Doch kein Grund zur Sorge: Es empfiehlt sich, die Auswahl trotzdem fortzusetzen, bis ihr wieder am Anfangspunkt angelangt seid. Ein erneuter Klick auf den Ausgangspunkt (oder ein Doppelklick in dessen Nähe) wird die Auswahl schließen.

Probleme mit der Auswahlkante

Hier gibt es Probleme mit der Auswahlkante. Aufgrund der nur gering kontrastierenden Kanten findet sich Photoshop nicht mehr zurecht.

Lasso in der Optionsleiste

Bevor die zweite Auswahl begonnen wird,

muss das Lasso in der Optionsleiste

eingestellt werden.

Danach solltet ihr das Werkzeug wechseln (z. B. umschalten auf das Polygon-Lasso) und in der Optionsleiste auf Der Auswahl hinzufügen gehen. Anschließend fahrt ihr die fehlerhafte Kante noch einmal ab und setzt manuell neue Auswahlpunkte. So werden weitere Bereiche zur bereits vorhandenen Auswahl hinzugefügt. Am Schluss wird noch grob in die bereits bestehende Auswahl hineingezogen und die neue Auswahl mittels Doppelklick abgeschlossen.

Neue Auswahl automatisch zur vorhandenen hinzu addiert

Nachdem die neue Auswahl hinzugefügt worden ist (links), wird diese automatisch zur vorhandenen hinzu addiert (rechts).

Das solltet ihr wissen

Bevor Ihr euch an komplizierte Auswahlen heranwagt, sollte der Umgang mit den Werkzeugen wirklich sitzen. Hier lautet die Devise: üben, üben, üben! Am besten beginnt man mit einfachen geometrischen Formen wie zum Beispiel einer Münze und versucht herauszufinden, welches Werkzeug das für die jeweilige Aufgabe geeignete ist. Vor einer Freistellung sollte genau überlegt werden, ob es einfacher ist, das Objekt aufzunehmen, oder ob man sich vielleicht doch besser an den Hintergrund heranwagt. Das ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn dieser über wenig Struktur verfügt und sich farblich einheitlich darstellt. In diesem Fall eignet sich meist sogar der Zauberstab oder das Schnellauswahl-Werkzeug. Will man hingegen die Münze freistellen, gelingt das meist mit der Auswahlellipse.

Hierzu noch ein Tipp: Wenn Alt während der Auswahl-Produktion festgehalten wird, erzeugt Ihr die Auswahl aus ihrer Mitte heraus. Anderenfalls dehnt sich die Auswahl nur in die Richtung aus, in die ihr zieht. Das führt bei besagter Münze zu Problemen. Und noch eine Info: Haltet Ihr während des Ziehens auch Shift (Umschalttaste) gedrückt, wird statt einer Ellipse ein exakter Kreis produziert. Das Ganze ist auch übertragbar auf das Auswahlrechteck, da auch dieses sich aus der Mitte heraus sowie als exaktes Quadrat anlegen lässt.

Eine Auswahl bearbeiten

Dass sich unzulängliche Auswahlen durch Hinzufügen weiterer Auswahlbereiche optimieren lassen, wurde ja bereits erwähnt. Doch selbst nach Abschluss der Auswahl ist damit das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht. Geschlossene Auswahlbereiche lassen sich auch nachträglich noch bearbeiten. Dazu geht ihr über Auswahl – Auswahl verändern.

Nachträglichen Manipulationen einer bereits bestehenden Auswahl

Das Auswahlmenü beinhaltet zahlreiche Dialoge zur nachträglichen Manipulationen einer bereits bestehenden Auswahl.

Vorhandene Auswahl

Eine vorhandene Auswahl lässt sich

dehnen, strecken und drehen.

Jeder der fünf hier gelisteten Optionen folgt eine individuelle Dialogbox, in die sich die gewünschten Werte eintragen lassen. Wer es individueller mag, entscheidet sich für Auswahl transformieren. Dadurch wird erreicht, dass der vorhandenen Auswahl ein Transformationsrahmen hinzugefügt wird. Dieser kann nun durch Ziehen der Anfasser-Quadrate schnell in Form gebracht werden.

Glücklicherweise existiert in diesem Menü auch die Option Auswahl umkehren. Diese kommt idealerweise dann zum Einsatz, wenn statt des relevanten Objekts (der Einfachheit halber) der Hintergrund ausgewählt worden ist. Die Folge: Ausgewählte und nicht ausgewählte Bereiche werden miteinander vertauscht. Schlussendlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass sich komplizierte Auswahlen auch innerhalb der Bilddatei speichern lassen. Das geht mit Hilfe von Auswahl – Auswahlen speichern.

Auswahl speichern

Der Auswahl sollte ein Name gegeben werden; besonders dann, wenn sich mehrere Auswahlen innerhalb einer Bilddatei befinden.

Auswahl reaktivieren

Mittels Strg + Klick wird die Auswahl reaktiviert.

Doch Vorsicht: Damit die gespeicherte Auswahl nicht verloren geht, muss das Foto auch in einem Format gespeichert werden, das in der Lage ist, Kanäle zu sichern. Denn rein technisch gesehen wird nicht die Auswahlkante gespeichert sondern ein neuer Alphakanal erzeugt. Als Speicherformate eignen sich PSD und TIFF. Behaltet Ihr hingegen nur eine JPEG-Datei, und schließt das Foto, ist die Auswahl unwiederbringlich verloren. – Und wie kann ich die Auswahl nun reaktivieren? Ganz einfach: Entweder über Auswahl – Auswahl laden, oder mittels Klick auf die Kanal-Miniatur innerhalb des Kanäle-Bedienfelds, während Strg festgehalten wird. Mac-User halten folgerichtig cmd gedrückt.

Das Shooting

Schlechte Ausleuchtung

Aufgrund der schlechten Ausleuchtung vermischen sich Haare

und Hintergrund miteinander. Hier ist eine Trennung in

Photoshop später nahezu unmöglich.

Wer Fotos nicht nur nachgearbeitet sondern selbst im Studio fotografiert, sollte einiges beachten. Die oberste Devise lautet: Ich versuche, bereits jetzt eine möglichst kontrastierende Kante zwischen Model und Hintergrund zu erzeugen. So bekomme ich später, bei der Erzeugung der Auswahl, viel weniger Probleme. Dazu ein konkretes Beispiel: Das Model hat schwarze Haare und der Hintergrund ist ebenfalls schwarz. Hier verläuft die Haarkontur mit dem Hintergrund. Eine klare Kante ist nicht mehr zu erkennen.

Kontrastierende Kanten sind hier nicht mehr ausfindig zu machen. Selbst mit bloßem Auge kann man nicht wirklich erkennen, wo sich die Haare des Models noch abheben (insbesondere oben rechts). Abhilfe scheint in greifbarer Nähe, besteht doch in den meisten Fotostudios die Möglichkeit, aus mehreren verschiedenen Hintergründen zu wählen. Da dieser ohnehin entfernt werden soll, könnte das Model auch durchaus vor einem weißen oder hellgrauen Hintergrund platziert werden. Oftmals empfehlen sich Farben, da diese sich in Photoshop separat auswählen lassen. In Film- und Nachrichtenproduktionen setzt man allzu gern grüne Hintergründe ein. Diese lassen sich mittels Software „auskeyen“, sprich: unsichtbar machen. Genauso geht man auch bisweilen in der Fotografie vor. Neben Grün ist auch Blau geeignet. Dieses wird jedoch aufgrund der Tatsache, dass Kleidung, insbesondere Jeans, meist ebenfalls blau sind, heutzutage seltener eingesetzt. Nun sollte das Grün (oder Blau) nicht zu hell und nicht zu dunkel sein. Das so genannte Chroma-Grün verfügt über die besten Keying-Eigenschaften – ist aber leider nicht in allen Fotostudios verfügbar. In diesem Fall versuchen Sie, wie gesagt, einen größtmöglichen Kontrast zwischen Model (inklusive ihrer Kleidung) und Hintergrund herzustellen.

Kopflicht

Mit Hilfe des Kopflichts lassen sich auch

dunkle Bereiche von einem dunklen Hinter-

grund ablösen.

Kommen wir noch einmal auf Angelina zurück (unser Model im oberen Foto). Man könnte sie vor einem weißen Hintergrund platzieren. Doch was, wenn sie beispielsweise Brautkleider präsentieren soll? Dann würde die Kleidung mit dem weißen Hintergrund kollidieren. In hier kann man zusätzlich ein so genanntes Kopflicht einsetzen. Dabei handelt es sich um eine Lampe, die in einiger Entfernung schräg hinter dem Model platziert wird und in Richtung des Fotografen leuchtet. Auf diese Weise entsteht eine kaum wahrnehmbare Lichtkante entlang der Person (inklusive der Haare). Vereinfacht gesagt wird dadurch eine künstliche Kontur erzeugt, die sich später in Photoshop gut aufnehmen lässt.

Was muss noch beachtet werden? Zum einen sollte der Hintergrund gleichmäßig ausgeleuchtet sein. Während es in der reinen Studiofotografie ja zumeist angezeigt ist, dem Hintergrund durch Zugabe von Licht zu einem schönen Verlauf zu verhelfen, sollte man beim Freistellen dafür sorgen, dass dieser möglichst überall, zumindest jedoch in Nähe des Objektes, gleich hell ist. Wenn es das Thema erlaubt, eignen sich glatte Haare sehr viel besser als beispielsweise Dauerwellen. Außerdem sollten Schatten vermieden werden. Eine erfahrene Visagistin oder Visagist wird darauf achten, dass einzelne Haare oder Strähnen nicht zu sehr abstehen. Im ungünstigsten Fall müsst Ihr diesen Part jedoch selbst übernehmen. Macht einige Testfotos, in die ihr dann stark einzoomt.

Freistellung vorbereiten

Das Foto ist fertig; nun geht es an die Nachbearbeitung. Vor Beginn einer Freistellung sollte die Hintergrundebene grundsätzlich dupliziert werden. Immer! Das hat einen einfachen Grund: Auf diese Weise bleibt die Originaldatei stets erhalten. Denn schnell hat man versehentlich einmal etwas nicht zufriedenstellend bearbeitet und hat dann kein Material mehr, um die Stelle zu flicken. Und dann hat man ein echtes Problem. Darüber hinaus ist die Hintergrundebene (also das Original) nicht für Transparenzen geeignet. Genau diese gilt es aber zu erzeugen, wenn der Hintergrund weg soll. Wer keine Lust hat über Ebene – Neu – Ebene aus Hintergrund zu gehen, der drückt einfach Strg + J (am Mac cmd + J).

Beispielfoto

Mit diesem Beispielfoto geht es nun an die Feinheiten.

Ebenen-Duplikat

Wer von Anfang an mit einem

Ebenen-Duplikat arbeitet, ist

immer auf der sicheren Seite.

Im ersten Schritt wollen wir versuchen, die Kanten zu beurteilen. Im Prinzip hebt sich das Model sehr gut vom Hintergrund ab. Schaut man aber etwas genauer hin, fällt auf, dass sich einzelne Haare deutlich verselbstständigt haben.

Da wir es mit einem einheitlichen Hintergrund zu tun haben, lässt sich dieser Bereich prima mit dem Kopierstempel nachbearbeiten. Nachdem Ihr zunächst stark eingezoomt und den Stempel aktiviert habt, stellt Ihr in der Optionsleiste den Modus: Normal bei 100 % Deckkraft und Fluss ein. Nun folgt auf dem Foto ein Rechtsklick, was zur Folge hat, dass die Pinselpalette eingeblendet wird. Hier stellt Ihr die Größe (also den Durchmesser der Pinselspitze) so ein, dass diese in etwa so groß ist wie der überstehende Haarbereich (im Beispiel 70 Px). Leider lässt sich hier keine feste Größe angeben, da diese in Abhängigkeit zur Bildgröße steht. Die Härte der Pinselspitze sollte bei etwa 50 % liegen.

Werkzeug vorab individuell anpassen

Das Werkzeug muss vorab auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Während Alt festgehalten wird, muss ein Mausklick auf einen Hintergrundbereich gesetzt werden, auf dem keine Haare auszumachen sind. Zugleich sollte dieser Bereich aber nicht zu weit vom Kopf entfernt sein. Danach bewegt ihr die Maus vorsichtig auf die überstehenden Haare und beginnt damit, diese langsam mit einzelnen Mausklicks wegzustempeln. Auf diese Weise wird nach und nach eine klar zu erkennende Kante entlang der Haare entstehen. Es ist wichtig, sich dabei genügend Zeit zu lassen. Sollte zu viel weg gestempelt werden, macht ihr den letzten Schritt mit Strg + Z rückgängig.

Ziel: Klare Haarkontur

Das Ziel dieser Arbeit sollte eine klare Haarkontur sein.

Auswahl erzeugen

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Auswahl zu erzeugen. Man könnte mit dem Schnellauswahlwerkzeug über den auszuwählenden Bereich fahren und so versuchen, den Bereich des Models nach und nach einzugrenzen. Da der Hintergrund im vorliegenden Fall aber so schön einheitlich ist, kann der Zauberstab zum Einsatz kommen. Dieser sollte auf Benachbart stehen, da dadurch gewährleistet ist, dass nur Bereiche ähnlicher Farbe aufgenommen werden, die auch an die Klickstelle angrenzen. Wäre die Checkbox deaktiviert, könnten auch Segmente innerhalb des Objekts mit aufgenommen werden, die über eine ähnliche Farbe verfügen. Den ersten Mausklick habe ich in der Nähe des Models irgendwo auf den Hintergrund gesetzt. Im Anschluss ist zu kontrollieren, ob innerhalb der Optionsleiste Der Auswahl hinzufügen aktiviert ist. Danach folgt jeweils ein Mausklick zwischen dem Körper und beiden Armen. Auf diese Weise sollte eine ansprechende Auswahlkante entlang der Person erzeugt worden sein.

Problematischer wird es entlang der Füße und Unterschenkel. Immerhin ist hier ein Schatten zu sehen, der sich im ersten Anlauf nicht gleich in die Auswahl einbeziehen lässt. Dieser muss jetzt, wie eingangs erwähnt, mit anderen Werkzeugen (z. B. Polygonlasso) vervollständigt werden. Bestens geeignet ist in diesem Moment das Schnellauswahlwerkzeug, da es, wie das magnetische Lasso, ebenfalls nach kontrastieren Kanten sucht. Es ist jedoch darauf zu achten, dass nach wie vor der Hintergrund und nicht das Model ausgewählt ist. Das bedeutet: Wollt Ihr mit der Auswahlkante näher an die Person heran, müsst ihr zuvor Der Auswahl hinzufügen einstellen. Habt ihr zu viel aufgenommen, müssen diese Bereiche im Modus Von Auswahl subtrahieren entfernt werden. Wenn alles fertig ist, kann die Auswahl umgekehrt werden. Dabei werden, wie bereits erwähnt, ausgewählte und nicht ausgewählte Bereiche miteinander vertauscht (Auswahl – Auswahl umkehren).

Bereiche optimieren

Der untere Bereich der Auswahl muss noch optimiert werden.

Tipp: In Maskierungsmodus arbeiten

Mit einem Klick auf den vorletzten Button innerhalb der Werkzeugleiste (oder durch Drücken von Q) kann der Maskierungsmodus aktiviert werden, mit dessen Hilfe Auswahlbereiche via Pinsel hinzugefügt oder abgezogen werden können. Mit weißer Vordergrundfarbe wird die Auswahl vergrößert, während mit Schwarz subtrahiert wird. Einziger Nachteil dieser Methode: Der Pinsel sucht nicht (wie der Auswahlpinsel) automatisch nach kontrastierenden Kanten. Drückt abermals Q, um zum Auswahlmodus zurück zu gelangen.

Kante verbessern

Nun ist aber der Gipfel der Auswahlerstellung noch nicht erklommen. Zu diesem dringt ihr vor, wenn ihr in der Optionsleiste auf Kante verbessern klickt. Zunächst sollte die Ansicht optimiert werden, indem ihr die kleine Dreieck-Schaltfläche im Bereich Anzeigen betätigt. Dadurch kann ein temporärer Hintergrund gewählt werden, der sehr viel genauer zeigt, wo genau die Auswahlkante zu finden ist (hier: Auf Schwarz). Der jetzt sichtbar werdende weiße Saum bedeutet: Es sind Bereiche in die Auswahl gelangt, die dort eigentlich nicht hinein gehören.

Auswahl noch nicht perfekt

Der weiße Saum zeigt: Die Auswahl sitzt noch nicht perfekt.

Tipp: Auswahlwerkzeug aktivieren

Bitte beachtet, dass der Button Kante verbessern nur dann angewählt werden kann, wenn a) eine Auswahl aktiv ist und b) ein Auswahlwerkzeug ausgewählt ist. Bei aktivem Verschieben-Werkzeug beispielsweise sucht ihr nach dieser Schaltfläche vergebens.

Solltet ihr die Kante nicht gut erkennen, ist zu empfehlen, stark einzuzoomen. Zu diesem Zweck gibt es eine Lupe innerhalb des Dialogs. Ihr wollt euch bei Optimierung der Auswahl von Photoshop unter die Arme greifen lassen? Das ist insbesondere im Bereich der Haare sehr zu empfehlen. Aktiviert das Auswahl-verbessern-Werkzeug (das sich im Übrigen auch über die Optionsleiste einstellen lässt) und fahrt in vielen kleinen Etappen über die weißen Konturbereiche entlang des Kopfes. Sollten dabei die Haare verschwinden, macht den letzten Schritt wie gewohnt mit Strg/cmd + Z rückgängig und versucht es anschließend erneut.

Helle Bereiche eliminieren

Photoshop versucht nun, die hellen Bereiche zu eliminieren.

Kante etwas weicher

Hier wurde die Kante etwas weicher

gemacht, der Kontrast leicht erhöht sowie

die Farben dekontaminiert.

Wenn das erledigt ist, solltet ihr alle Kanten kontrollieren und, falls erforderlich, auch hier die überstehenden Bereiche „wegmalen“. Danach kann die Kante weiter optimiert werden. Dazu sind zunächst einmal die Schieberegler im Bereich Kante anpassen hilfreich. Mit Abrunden lassen sich beispielsweise harte Treppenbildungen entlang der Kante ein wenig abmildern, während Weiche Kante dafür sorgt, dass der Übergang zwischen ausgewähltem und nicht ausgewähltem Bereich etwas sanfter wird (also weniger scharfkantig). Mit Kontrast lässt sich der Rand noch deutlicher vom Hintergrund abheben, während Kante verschieben dafür sorgt, dass die Auswahl mehr nach innen rückt (Schieber nach links bewegen) bzw. etwas vom Model entfernt wird (nach rechts bewegen). Geht hier aber bitte sehr dezent zu werke. Weniger ist mehr! Die Checkbox Farben dekontaminieren wählt man an, wenn im Studio farbige Hintergründe verwendet worden sind. Diese Farben können sich nämlich auch an den Rändern des Objekts wiederspiegeln. Mit Erhöhung der Stärke sorgt ihr dafür, dass die Farben am Rand mehr und mehr verschwinden. Am Ende empfiehlt es sich, unter Ausgabe an den Eintrag Neue Ebene mit Ebenenmaske anzuwählen, damit sämtliche Bereiche der Ebene erhalten bleiben. Falls die Auswahl doch noch einmal korrigiert werden muss, geht das schnell mit Hilfe der erzeugten Maske. Am Schluss reicht ein beherzter Klick auf OK.

Das Finishing

Farben aufeinander abstimmen

Zuletzt werden die Farben beider

Ebenen aufeinander abgestimmt.

Zuletzt folgt die Montage. Dazu wird das Model-Foto ganz einfach per Drag & Drop auf das Hintergrundfoto gezogen und wunschgemäß positioniert bzw. skaliert. Oftmals empfiehlt es sich, den Hintergrund etwas weicher zu gestalten (Filter – Weichzeichnungsfilter – Gaußscher Weichzeichner), damit sich das Objekt besser abhebt. Zudem entsteht so der Eindruck einer höheren Tiefenunschärfe. Auch in Sachen Farbe und Helligkeit muss der Hintergrund meist noch angepasst werden. So kann man beispielsweise eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung direkt über der Hintergrundebene platzieren und dort die Helligkeit ein wenig erhöhen, bzw. die Sättigung leicht reduzieren. Zu guter Letzt sollte man versuchen, Hintergrund und Model-Ebene farblich aneinander anzugleichen. Das erreicht man prima mit Einstellungsebenen der Marke Farbbalance. Ein Beispiel: Der Hintergrund ist bei Sonne fotografiert worden und enthält hohe Rot-Gelb-Anteile. Das Studiofoto wird in der Regel mit neutralen Farben daherkommen. Eine Angleichung kann hier erfolgen, indem man den Regler Cyan-Rot etwas nach rechts und Gelb-Blau nach links zieht. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr!

Antworten zu zu “Photoshop CS6: Objekte und Personen perfekt freistellen”

  1. Daniela sagt am 12. August 2016 um 13:23 Uhr Uhr

    Wer keinen Photoshop hat oder wem der zu teuer ist, kann auch unter bilder-freistellen-online.de mit überaschendem Erfolg seine Bilder freistellen.

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